Usability Tests auf einem Blatt planen

Usability Test Planungs-Dashboard Beispiel

Mein World Usabilty Day ist leider ausgefallen – aus gutem Grund. Der Anlass hat mich wieder an das Usability Test Plan Dashboard erinnert. In einem Nebensatz zum Thema iteratives Prototyping (Slide 17) hatte ich auch auf die Notwendigkeit zu testen … Weiterlesen

World Usability Day Wiesbaden

Zwischen den Bäumen der nördlichen Hänge des Nerobergs liegen die etwas zusammengewürfelten Bauten der Hochschule RheinMain – „University of Applied Sciences“. Dort wurde am 12. 11. zum World Usability Day geladen, ausgerichtet von der German UPA.
Zwischen 15.30 und 19.00 Uhr gab es nach der Begrüßung durch Professor Thomas Steffen und Jürgen Mirbach von der ICOM vier Vorträge und reichlich Diskussion zwischen den Vortragenden, den Ausrichtenden und den etwa 50 Zuhörern (jeweils zur Hälfte Hochschulinterne und -externe, wie ein kurzes Handaufheben zu Beginn ergab).

Inwieweit der Gedanke der Usability die heutige Ausbildung der Wiesbadener (bzw. RheinMainer) Studenten prägt, hatte schon Prof. Steffen in seiner Einführung dargelegt: Martin van Wickeren, Student der Hochschule, stellte das in einer Präsentation am Beispiel des Redesigns des Interface einer Agentursoftware (QuoJob) vor. Kurze Ausschnitte aus den gefilmten internen Testings leiteten über zu einer kurzen, aber lebhaften Diskussion des Ergebnisses – Begeisterung für Usability und Lust an der stetigen Verbesserung lag in der Luft.

Wegen der krankheitsbedingten Absage von Frau Dr. Armbruster (Syzygy) sprang als nächstes Uwe Todoroff, Senior Conceptioner bei Scholz & Volkmer, ein: er stellte übersichtlich die verschiedenen Techniken vor, die in der Kreativagentur im täglichen Leben Anwendung finden. Auch nach diesem Vortrag wurde kurz diskutiert, vornehmlich über die „verschärften“ Formen der Testdurchführung hinter Einwegspiegeln (Download des Vortrags).

Nach der Pause kam meine Präsentation der Herangehensweise bei der Entwicklung von bahn.de im letzten Jahr, und zu Beginn fiel ich in einen richtig parademäßigen Blackout. Dann rappelte ich mich wieder auf und brachte den Anwesenden etwas vom „Spirit“ der Bahn-Entwicklung näher: Tests, Tests, Tests vom Beginn (im Pitch) bis zur Finalisierung. Vor allem die Freuden des Konzept-Testens mit Axure fanden interessierte Zuhörer, aber auch Accessibility-Standards im Rahmen der Entwicklung von bahn.de wurden diskutiert (Download des Vortrags: Vorgehen bei der Neuentwicklung von bahn.de) .

Den Abschluss der Vortragsreihe machte Chris Bleuel der Agentur Fuenfwerken mit dem ausgesprochen anspruchsvollen, ausgesprochen nach Science Fiction anmutenden Projekt des „Intelligent Pipelining“; mobile Endgeräte dienen in der Vision als Steuergeräte und Monitore des anschließenden Verkehrsmittels und der sich demnächst ergebenden Situation in der Fortbewegung. Eine anspruchsvolle und kühne Idee vernetzter Informationssysteme, die viel Zeit und Stress sparen kann, wenn sie mal realisiert wird.

Die anschließende Lounge (mit Brezeln und Bionade) diente dann dem zwanglosen „Socialising“. Zwar wurde an diesem Tag nicht die Weltrevolution der Usability heraufbeschworen und verabredet, aber es war sehr ermutigend zu sehen, wieviel Usability heute ausmacht – welche Präsenz sie im Bewusstsein der Gestalter hat – und welche Dimensionen sich durch die Anwendung und Verfeinerung ihrer Prinzipien eröffnen.