Die Firmenpersönlichkeit im Wiki

Bei meiner Arbeit mit den Multimediaproducer Studenten an der HTW Chur haben wir die Mechanismen der Kommunikaton mit Social Media besprochen und dass der Lehrling heute durchaus als Mediensprecher agiert. Doch immer wieder fragen m/sich die Leute:

1 Wie gelingt eine konsistente Kommunikation nach aussen?
2 Wie kann ein Corporate Communication Mangager damit umgehen?

Für meinen Unterricht morgen forschte ich also in meiner eigenen Praxis: Eine Firma, ob Startup oder Traditionsbetrieb hat eine Persönlichkeit. Damit meine ich nicht Corporate Identity oder Behaviour. Das ist nicht so meine Welt. Ich glaube, dass diese Persönlichkeit eine Summe ist, aus den Persönlichkeiten der Mitarbeiter. Ich kann aber nicht einfach extrovertierte, besonnene, clevere, erfahrene, studierte, herzliche und kühle Charaktere addieren, sondern, den Teil, den die Leute jeweils daraus beitragen, z.B.

Arbeitsleistung
Erfahrung
Auftreten
Lachen
Gesundheit
Lebenserfahrung
Fehler
Talente
Netzwerkfähigkeit
Freundschaft

Dass die Grenze zwischen privat und geschäftlich heute durchlässiger wird, hab ich oft beobachtet, aber jeder entscheidet selbst, wieviel und was er von sich in die Firma einbringt.

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Foto von: Eva Reinstadler

In kleinen Firmen ist diese Summe aller persönlichen Beiträge leicht spür- und nutzbar. Und in grossen Unternehmen? In einem Vortrag „Dialog schafft Wissen“ von Bernd fand ich die Intranet-Generationen und mir wurde klar, dass ich in meinem Beruf als Kommunikator nie so viele Inhalte und Mit-Kommunizierer hatte wie heute. Und das liegt nicht etwa an unseren Blogs oder Twitter, sondern daran, dass die Firmenpersönlichkeit abgebildet ist. In unserem internen Wiki.

Anfangs war für mich das Wiki nur ein weiteres Intranet, schön, dass alle gleichberechtigt beitragen durften. Heute ist es DAS Social Media
Instrument in der Kommunikationsarbeit
. Denn hier finde nicht nur ich brandaktuell, wenn es was nach aussen zu berichten gibt, sondern alle anderen Mitarbeiter auch. Wir erkennen Wissensträger und mögliche Artikel-Autoren oder Leute, die ich zum Bloggen inspirieren mag. Umfrageergebnisse, Erfahrungen und Meinungen sind dokumentiert, aktualisiert und bleiben auffindbar.

Mitarbeiter werden beim Kunde, zu Hause, in Facebook und weiss ich wo mit Unternehmensthemen konfrontiert. Sie kennen die Situation sehr genau
oder können sie jederzeit und -orts nachlesen. Sie erlangen nebenbei die neue Medienkompetenz (dazu schreib ich in Kürze mehr) und sind gewöhnt, Beiträge zu posten.

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Wenn ein interner Beitrag von jemand anderem auch extern gepostet wird, wird die Quelle des Wissens (der Autor) ohnehin öffentlich. Gut, denn keinesfalls möchte ich nur allein PR machen. Ich möchte Starthilfe geben, immer wieder motivieren und mit vielen anderen für eine gute Firmenpersönlichkeit sorgen.

Mein Alltag ist heute etwa

30% zuhören intern und extern
30% moderieren, antworten, zum Kommunizieren motivieren
30% Themen finden, setzen, senden, platzieren und den Dialog einleiten
(10% Denk ich glaub nach und geh mit Bloggern oder Journis Teetrinken ;)

Würde ich die 90% nur extern tun, würde ich ohne die Firmenpersönlichkeit (Authentizität) kommunizieren. Und die finde ich im internen Wiki, auf externen Social Media Plattformen und natürlich bei persönlichen Kontakten. Frage 1 und 2 haben sich also für mich erledigt.

Wenn Euch das Handout für die Studenten interessiert. Da ist auch eine kleine Anleitung für ein Mediawiki drin. (Danke Ralph für Deine Unterstützung dazu) Bei Namics haben wir ein Confluence. Danke Leila für Deine Präsi zu Migipedia, ein öffentliches Wiki.

Intranet Summit 2010 – Intranet als Kulturtreiber

Repower „nur ein Stromanbieter aus der Ostschweiz“ legte 2009 eine unglaubliche Performance hin. Das Umsatzwachstum und die Erweiterung um weitere Firmen zwang Repower von einem House of Brands strategisch neu Richtung Branded House zu steuern. Ein erklärtes Ziel war das Rebranding des Intranets und dieses neu zu beleben. Im April 2010 wurden der Internet-Auftritt wie auch das Intranet neu lanciert. Namics als Partner konnte gemeinsam mit Repower dieses Intranet als neues Arbeitswerkzeug zur täglichen Unterstützung entwickeln. So entstand ein Atlassian Confluence Wiki, das den kulturellen Wandel über alle Länder hinweg unterstützt.
Letzte Woche gewährten Paolo Raselli und Roman Zollet einen öffentlichen Einblick in das Intranet.

Am Swiss Intranet Summit zeigten sie den Aufbau der Seite und deren Funktionalität mit Schwerpunkt auf News, Dashboard und Favoritenlogik. Als Projektleiter des neuen Intranet-Auftrittes war es schön diese Präsentation vorbereiten zu können und hier ist das PDF dazu.

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Die Plattform bietet Raum für Standorte in drei Sprachen und einer Newslogik welche sich über alle Bereiche hinweg steuern lässt. Zudem gibt es ein Dashboard (umgesetzt mit Terrific), auf welchem der einzelne Mitarbeiter Raum gibt sich nützliche Tools individuell zusammenzustellen. So können News nach Land, Sprache, Zeitraum, usw. persönlich konfiguriert werden. Weitere Widgets wie: Wetter, Währungsrechner, Favoriten und SBB-Verbindungen dürfen da nicht fehlen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass eine Technologie für die Zukunft gewählt wurde um Kultur und verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Marke GROSS zu schreiben.

Simon Daiker

Sozialinformatik-Event in Rorschach 2010

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Ein schon fast familiärer Abend (sievent) für Sozialinformatik-Fachleute (FHS St. Gallen), um sich über aktuelle Projekte zu informieren. Es war eine Ehre für mich den ersten Vortrag halten zu dürfen. Dieser handelte vom internen Wissensmanagement in Form des Namics-Intranets (Wiki – Multi-Blogging und Editier- sowie Kommentar-Funktion von Confluence). Das Intranet ein Ausdruck der Kultur von Namics, die den Dialog fördert und Wissen von allen Mitarbeitern einfach zugänglich macht.

Download Handout Wissensmanagment bei Namics.pdf

Im Anschluss präsentierte Martin Hofmann (Mobile Learning), was man unter „Mobilem Lernen“ anhand von Dokudare versteht. Interessant war der Ansatz des virtuelle Öffnen des Schulzimmers, um den Kreis der Interessierten und Betroffenen zeitnah mitzuerleben. Peter Niedermann (Movis AG) erläuterte, wie Fachkärfte der Sozialen Arbeit heute mit internen Tools arbeiten. Dabei spielen Vorschriften/Abläufe und der strukturelle Aufbau des Unternehmens eine entscheidende Rolle. Die SMS-Beratung, vorgestellt von Roland Wittwer (Online Beratung) zeigt deutlich, dass die Wirkung direkt mit dem Kanal (SMS, Email, Telefon) zusammenhängt. So erreicht man oft Kinder und Jugendliche bei einem schwierigen Thema besser, wenn man nicht telefonisch das Gespräch sucht. Zum Abschluss referierte Daniel Sutter, welche Ansprüche die Sozialpädagogische Familienbegleitung (Koosa AG) an die Technologie stellt. Weiterhin erläuterte er mögliche Zukunftsszenarien mit dieser Technologie.
 
Dieser Sozialinformatik-Abend hat mir einen neuen Blickwinkel auf das Social Web gegeben. So ist sozial (social) nicht immer auch zwangsläufig die Gemeinschaft betreffend. Die Suche nach der Grenze, was im Web noch „social“ ist und wann diese Grenze überschritten ist, ist meist ein Spiegel des Suchers und so individuell wie er selbst.

Weiterführende Links:

http://medienpraxis.ch/2010/sozialinformatik-in-rorschach/
Post von H.-D. Zimmermann zum Event