Das Ende vom Anfang des digitalen Marketing.

Vortrag Digital Marketing

Seit Jahren beschäftigen sich digitale Marketeers mit den Auswirkungen sozialer Kommunikation, mobiler Kanäle und der Inhaltsflut auf ihre Marke. 2014 läutet nun endlich das Ende dieser Diskussionen ein. Es beginnt die Alltags-Ära von digitalem Marketing. Flexibilität, Mitmach-Mentalität und Denken über … Weiterlesen

“Digitale Produkte” – eCommerce nicht nur für Verlage

Anlässlich einer hausinternen Veranstaltung des Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte ich diese Woche Gelegenheit mit interessierten Vertretern der Verlage neue Ansätze in der Vermarktung von Digitalen Gütern zu diskutieren.

Gegenstand der Diskussion war ein Vortrag der aus meiner Sicht  zwei wesentliche Aspekte beleuchtet denen sich Verlage stellen müssen wenn Sie den Markt mit Digitalen Gütern abschöpfen wollen.

  • Das Verständnis was überhaupt bei Digitalen Produkten verkauft wird muss sich grundlegend ändern
  • Die Geschäftsmodelle für Digitale Produkte sind andere als für physische Produkte

Auszüge aus dem Vortrag möchte ich hier nochmals darstellen. Sie sind auch für andere Branchen die sich mit „Digital Goods“ beschäftigen interessant.

 

Was wird bei Digitalen Gütern eigentlich verkauft?

Die Frage was bei Digitalen Gütern das zu verkaufende Produkt hört sich profan an birgt aber einen Paradigmenwechsel in sich der in der Regel zu grundlegenden Änderungen im Geschäftsmodell führt.

Digital Goods eCommerce

Als Produkt versteht man landläufig ein Sachgut wie Bücher die physisch beim Verkauf den Besitzer wechseln. Das Grundverständnis zu diesem Produktbild, dessen Wert, Mehrwert, Leistung und Preisbildung, kann man im wesentlichen schon bei Marx seit 1867 auf den ersten Seiten des Kapitals nachlesen.

Digitale Produkte basieren nicht auf physischen Waren sondern Dienstleistungen. Diese wurden zur Zeit von Marx noch 1:1 von Menschen erbracht. Diese Dienstleistungen werden von Menschen in Form von Zeit an andere Menschen verkauft. Ein Haarschnitt ist dafür ein gutes Besipiel. Es gibt kein Sachgut was dabei den Besitzer wechselt. Leider ist diese Dienstleistung nicht über die verfügbaren Stunden des einzelnen hinaus erweiterbar. Das Modell skaliert nur über die Anzahl der Menschen.

Digitale Güter oder besser Digitale Services sind Dienstleistungen die nicht mehr von Menschen 1:1 sondern heute von Computern erbracht werden können. Der Verkäufer braucht dazu kein physisches Produkt zu erstellen und kann mit geringen Mitteln eine unbegrenzte Anzahl von Kunden eine immer fast gleiche Diensleistung verkaufen. Ein Modell was bei geringen Mehrkosten endlos skaliert werden kann.

Dort wo vorher der Fachverlag ein gedrucktes Buch über den Buchhandel angeboten hatte wird zukünftig z.B. ein Zugriff auf eine Wissensdatenbank verkauft. Die Aufbereitung der Informationen und der richtige Zuschnitt der einzelnen Digitalen Services ist dabei das Kerngeschäft des Verlages. Die Art des publizierenden Mediums ist in der digitalisierten Welt, in der Texte und Bilder sowieso digital erstellt werden, nicht mehr an physische Dinge wie Bücher gebunden.

 

Es geht bei Digitalen Services nicht mehr länger um physische Sachgüter sondern letztendlich nur noch um „Access“.

 

Welche Arten von Digitalen Services gibt es?

Arten von digitalen Produkten

Schaut man sich die Arten von Digitalen Services an wird klar das individualisierte, digital ausgelieferte Services in denen der Nutzer stark involviert ist am besten die Ansprüche des Nutzers erfüllt. Dabei spielt die Individualisierung der Produkte eine entscheidende Rolle. Wie schon bei der Dienstleistungen muss das Produkt stark auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten sein um Erfolg am Markt zu haben.

 

Wie werden digital Services individuell ?

Es wird klar das Informationen über den einzelnen Kunden für Digital Services wichtiger werden. Einteilungen in Märkte oder Marktsegmente sind zu unscharf für erfolgreiches Geschäft. Ein vernünftiges Zusammenspiel zwischen Product Informations Management, eCommerce und Customer Relationship Management bildet das technische Rückrat für Digitale Services. Eine gute Individualisierung der Services ist die fachliche Grundlage.

 

 

Spannend für die Vertreter der Verlage war der zweite Teil in dem wir die sinnvollen Geschäftsmodelle für Digitale Services vorgestellt und mit den bestehenden Ansätzen der Verlage verglichen haben. Eine insgesamt gute Veranstaltung mit viel Diskussion und intensivem Gedankenaustausch.

 

Der Vortrag zum Durchblättern…

The solution for the biggest pains. Wege zum Leadership in der Industrie.

In welchen Prozessen lauern die grössten, bisher ungenutzten Businesspotenziale? Wie versorge ich meine wichtigsten Stakeholder mit relevanten Informationen? Wie unterstütze ich meinen Vertrieb? Wie setze ich mich von der Konkurrenz ab und steigere die Leistungen meiner Mitarbeiter?

Mit diesen und ähnlichen Fragestellungen setzen sich Entscheidungsträger in Industrieunternehmen regelmässig auseinander.
Anhand eines Beispiels möchten wir aufzeigen, wie Sie auf Ihre Bedürfnisse zurechtgeschnittene Lösungen entwickeln und wie Sie Namics in diesem Prozess unterstützt.

(mehr …)

Communication Controlling und Social Media – eine neue Liebesgeschichte

Pageviews, durchschnittlicher Besuchszeit oder Ad Impressions sind out. Naja, oder sagen wir mal, sie sind nicht mehr alles. In Zeiten, in denen sich mutige Unternehmen an soziale Medien herantasten, wirds endlich spannend, **Interaktion auch zu messen**. Denn: Welcher Artikel im Corporate Blog ist wertvoller, derjenige mit vielen Pageviews oder derjenige mit den meisten Kommentaren, Likes, Shares, Retweets, etc.?

**Pageviews oder Comments?**

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**Kommunikation auswerten, aber wie?**

Was Social Media (nicht nur) für Communication Controlling bedeutet – darum ging es heute in den Vorträgen und Breakout Sessions an der [HWZ Fachtagung](http://www.fh-hwz.ch/g3.cfm/s_page/62880/s_name/fachtagung2011communicationscontrolling). In meinem Vortrag bin ich u.a. auf Auswertungsmöglichkeiten und Dashboards berichtet, die für moderne Kommunikation angemessen sind.

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**Live-Reporting**

Die Tweets zur Fachtagung: [http://twitter.com/#!/search/cchwz](http://twitter.com/#!/search/cchwz). Und mehr zum Thema von Philip Sheldrake gibts auch [auf Slideshare](http://www.slideshare.net/ArunSudhaman/amecs-new-valid-metrics).


Hier noch als Download:

HWZ_CommControlling_Social-Media-20110630_v1-1_handout_mro.pdf

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Vortrag am Finance Forum: Trends im Web, Chancen und Risiken für eine Bank

Pascal Dürr, Leiter Distribution bei Raiffeisen Schweiz, und ich haben am Finance Forum gemeinsam einen Vortrag zu Basis-Trends im Internet gehalten, welche unseres Erachtens auch relevante Auswirkungen auf die Banking-Branche haben. Hier die Zusammenfassung in Textform und unten die Präsentation:

Der zukünftige Bankkunde…

  • informiert sich online
  • vertraut eher seinen Freunden als dem Bankberater
  • braucht die Filiale selten bis gar nicht
  • verbringt 95% seiner Kontaktzeit zur Bank „online“
  • hat eigenes Finanzwissen
  • Will jederzeit und überall Zugriff auf die wichtigsten Bank-Services haben

Trend 1: Social Media
Das Internet wird sozial, resp. viele Personen sind inzwischen auf der einen oder anderen Social Networking Plattform, wie z.B. Facebook, XING oder Twitter vernetzt und tauschen sich dort auch rege aus. Der Informationsfluss zwischen den Bankkunden wird dadurch beschleunigt und die publizierten Informationen werden über Suchmaschinen im Zusammenhang mit der Marke auffindbar. Dieser neuen Direktheit resp. Transparenz sollte man als Bank Rechnung tragen. Wir schlagen dazu folgende konkreten Massnahmen vor:

  • Online Kommunikation im Sinne eines Online-Dialogs zwischen der Bank und den Kunden in der Organisation verankern
  • Aufbau eines Online Reputation Monitorings
  • Erstellung von „Social Media Guidelines“ für die eigenen Mitarbeiter

Trend 2: Self Service
Der Trend zum „Self Service“ im Internet hält an. Es gibt immer mehr „Online Beratungs Applikationen“, wie z.B. Hypothekenrechner, Pensionsrechner, Vergleichsrechner, etc., und natürlich auch das etablierte klassische Online Banking.
Diese „Online Services“ werden laufend umfangreicher und lassen sich immer einfacher bedienen. Das führt dazu, dass die Kontaktzeit zwischen Bank und Kunde sich mehr und mehr vom realen Beratungsgespräch hin zum „Online-Kontakt“ verschiebt.
Zusätzlich hat das zur Folge, dass wenn dann doch einmal ein persönliches Beratungsgespräch stattfindet, der Kunde meist schon sehr gut informiert ist, was die Sache für die Berater natürlich nicht einfacher macht.
Eine weitere zu beobachtende Entwicklung sind neue Firmen, welche sich auf den Banking-Service-Bereich fokussieren. Sie versuchen, Banking-Services von verschiedenen Banken in einer standardisierten Form anzubieten und so eine Banking-Metaebene zu generieren. Zu nennen wären hier als Beispiele mint.com (Budgetplanung) oder Paypal.com (Zahlungsverkehr). Sollten sich solche Plattformen in Zukunft durchsetzen, wäre der direkte Online-Kontakt zwischen Bank und Kunde stark gefährdet, resp. der Kunde würde dann nur noch diese „Umbrella-Services“ nutzen, und nicht mehr auf „seiner“ Bankenplattform arbeiten. Das hätte zur Folge, dass die Banken mehr und mehr im Hintergrund agieren würden, und die Aussenwahrnehmung stark reduziert würde.
Im Zahlungsverkehr bei Online-Shops ist es heute schon so, dass die klassischen Banken keine direkte Rolle spielen und das Feld den Kreditkartenunternehmen und Paypal überlassen.
Um den Trend „Self Service“ stärker Rechnung zu tragen schlagen wir folgende konkreten Massnahmen vor:

  • Laufender Ausbau der Online Beratung (Applikationen, Kontaktmöglichkeiten)
  • Erweiterung des eBankings um Online Beratungs-Services
  • Verfolgung der Vision einer „Online Bank“ mit welcher man 95% der Kundenbedürfnisse online abdecken kann.

Trend 3: Mobile
Internet-taugliche Smartphones sind seit der Lancierung des iPhones anno 2007 state-of-the-Art und immer weiter verbreitet. Damit hat auch die Erwartungshaltung der Kunden in Bezug auf die mobil angebotenen Services zugenommen – natürlich auch im Banking Sektor. Es stellt sich die Frage, ob es in Zukunft „Mobile Banking“ braucht oder ob es nur ein Hype ist. Wir sind der Meinung, dass Banking definitiv mobil wird und die Kunden in Zukunft erwarten, auch unterwegs Saldi abfragen zu können oder Transaktionen zu tätigen. Jederzeit und überall.
Um diesem Trend stärker Rechnung zu tragen, schlagen wir folgende konkreten Massnahmen vor:

  1. eBanking für mobile Browser optimieren (kleine Bildschirmauflösungen, wenig neue Security-Issues)
  2. Native Mobile Banking Applikationen entwickeln (iPhone, Android, etc.)
  3. Zusätzliche Mobile-Services anbieten (z.B.: Budget-Planning inkl. Synchronisation zu eBanking)
  4. Mobile Zahlungsverkehr à la Paypal mit einheitlichem CH-Standard.

Hier die Präsentation dazu:

Design Bewertungskriterien und Berufsbild HCI

Heute hatte ich die Ehre und das Vergnügen im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Hochschule Rapperswil zusammen mit Iris Müller, Michael Hatscher, Urs Suter und Marc Blume über Berufsbilder im Bereich Human Computer Interaction Design (HCID) aus der Praxis zu erzählen.

Als mein Beispiel hab ich das mit agiler Softwareentwicklung realisierte memonic gewählt. Nicht nur, weil ich an der Entwicklung zu einem kleinen Teil involviert war – sondern weil Dorian, Patrice und das ganze Team hervorragend meine Empfehlungen zu kontinuierlicher Kontrolle Bedienbarkeit mit unkomplizierten Usabilitytests (Testing on a Shoestring) weitergeführt haben.

Meinen Vortrag können sich Interessierte sehr gerne hier ansehen:

Update:

Download der Präsentation UX bei Namics am Beispiel Memonic inklusive Notizen als PDF

In der anschliessenden Podiumsdiskussion sind noch weitere interessante Themen zur Sprache gekommen. Besonders spannenden war die Diskussion zum Thema ROI von Usability bzw. User Experience – die sollten wir möglich rasch weiterführen.

Im Abschluss habe ich die sieben Bewertungskriterien von Prof. Michele Baviera – meines Professors an der Hochschule für Technik und Gestaltung Konstanz zitiert. Wie versprochen hier die knappe Zusammenfassung, für Alle die nicht schnell genug mitschreiben konnten.

7 Bewertungskriterien für Design

  1. Identität
  2. Innovation
  3. Kreativität
  4. Kommunikation
  5. Memorierbarkeit
  6. Lesbarkeit (Usability)
  7. Realisierbarkeit

Identität

Hier sollte man je nach Projekt eine Beurteilung des Corporate Design vornehmen.

Für ein Corporate Design Projekt: Beurteilung der Visualisierung der Corporate Identity
Für eine Website oder anderes Marketingmaterial: Beurteilung der Übereinstimmung zum Corporate Design Manual und anderen identitätsbildenden Elementen

Innovation

Wie sehr habe ich ein „deja-vu“ bei dem vorliegenden Design?

Alternativ: Originalität
Welche Elemente machen die Arbeit innovativ?

Kreativität

Wie kreativ ist die formale Umsetzung? Gerade Linien und einfache Formen sind weniger kreativ als illustrative, freie Formen und Elemente.

Alternativ: Gestaltungsqualität
Wird die Arbeit durch ihre Formgebung getragen und überzeugt die Arbeit hinsichtlich Verarbeitung und Materialwahl beziehungsweise in der digitalen Umsetzung?

Kommunikation

Vorraussetzung der Beurteilung: Was soll kommuniziert werden?
Wie gut unterstützen die gewählten Gestaltungselemente diese Kommunikationsziele?

Alternativ: Emotionale Qualität
Verfügt die Arbeit über eine ausgeprägte Stimmung und Anmutung?

Memorierbarkeit

Wie gross ist das Potential des Design um „im Gedächtnis zu bleiben“?

Alternativ: Prägnanz
Ist die Arbeit einprägsam, leicht begreifbar und rezipierbar?

Lesbarkeit (Usability)

Wie gut kann man den Inhalt lesen, verstehen und bedienen?

Realisierbarkeit

Wie einfach lässt sich die Idee umsetzen? Denn die beste Idee nützt ja nichts, wenn man sie nicht umsetzen kann…

Ich freue mich über Kommentare und DIskussionen.

Gastvorlesung Barrierefreiheit

Letzte Woche war ich eingeladen, an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz einen Gastvortrag zu barrierefreien Websites zu halten. Nach dem im November sehr erfolgreich verlaufenen Barcamp an der Uni Mainz hatte der damalige Geschäftsführende Leiter des Instituts für Informatik, Prof. Dr. Herbert Göttler, die Idee, diesen Kontakt fortzuführen. Und so gibt es nun eine kleine Reihe zu aktuellen Internetthemen aus der Praxis.

Ich beleuchtete zuerst den sich gesellschaftlich und politisch wandelnden Begriff der Behinderung, leitete dann über zur demographischen Entwicklung und damit zu Barrierefreiheit als wirtschaftlichem Imperativ, zeigte einige Barrieren und Techniken aus der Praxis als „virtuelle Rollstuhlrampen“ und endete mit einem Ausblick auf die Herausforderungen, denen wir uns gerade in der HTML Accessibility Task Force im W3C stellen.

Die Folien gibt’s wie immer auf Slideshare, auch zum Download (15 MB). In der PowerPoint-Datei sind übrigens Notizen als Ersatz für die „Tonspur“.

Und die Geschichte geht noch weiter: Ab nächstem Wintersemester habe ich einen Lehrauftrag, um den Studierenden nachhaltige Frontend-Entwicklung mit aktuellen Techniken nahezubringen. :-)

Web Performance Optimierung (WPO)

Gestern hielt ich auf dem Webmontag in Frankfurt einen Vortrag über Web Performance Optimierung. WPO wird nach Vorhersagen in den nächsten Jahren wie SEO eine eigene Industrie werden. Tenni Theurer und Steve Souders begannen 2006 bei Yahoo!, die Performanz von Webseiten eingehender zu untersuchen. Entsprechend der Prämisse, dass man am Ende mehr profitiert, wenn man seine Erkenntnisse mit anderen teilt, publizierte Yahoo! diese Ergebnisse auf Konferenzen und Blogs noch im selben Jahr. Souders veröffentlichte in der Zwischenzeit zwei Bücher zum Thema und arbeitet heute bei Google. Bei Namics befassen wir uns mit WPO seit Sommer 2006 und teilen auch gerne.

Ziel von Web Performance Optimierung ist es, schneller und kleiner zu werden: Studien von Yahoo! und Google haben ergeben, dass nur 10-20% der Ladezeit vom Server abhängig ist. Bis vor wenigen Jahren dachte man bei Geschwindigkeit ausschließlich an den Server. Tatsächlich werden aber 80-90% der Ladezeit im Frontend fällig. Darum ist WPO im Frontend effizienter.

Zwei wichtige Schwachstellen sind JavaScript-Dateien und die schiere Anzahl von Dateien: JavaScript lädt sequentiell und blockiert sämtliche nachfolgenden Inhalte. Darum sollte es nicht im Kopf, sondern im Fuß einer Seite stehen. Zweitens können ältere Browser, vor allem der Internet Explorer, nur 2-4 Dateien parallel laden. Dateien bilden eine Warteschlange, die nur langsam abgearbeitet wird. Ziel ist es darum, durch Zusammenfassung von Dateien die Anzahl der HTTP-Requests zu reduzieren.

Verschiedene internationale Unternehmen haben Studien angestellt oder einfach den Effekt von Optimierung getrackt.

Effekte von Langsamkeit

Effekte von Geschwindigkeit

  • Mozilla hat seine Downloadseite um 2,2 Sekunden schneller gemacht, was durch 15,4% mehr Downloads belohnt wurde.
  • Google Maps reduzierte das Dateivolumen um 30% und beobachtete daraufhin 30% mehr Kartenaufrufe.
  • Netflix schaltete Gzip auf dem Server ein; alleine dadurch wurden die Seiten um 13-25% schneller und sie sparten 50% Dateivolumen ein!
  • Shopzilla schaffte es, die Ladezeit von 7 auf 2 Sekunden zu reduzieren, wodurch die Conversion Rate um 7-12% stieg, 25% mehr Seitenaufrufe beobachtet wurden, 50% der Server in den Ruhestand geschickt und entsprechend Energiekosten eingespart werden konnten.
  • AOL beobachtete die Anzahl der Page Views auf verschiedenen Websites. Während die schnellsten User 7-8 Seiten aufriefen, waren es bei den langsamsten durchschnittlich nur 3-4.

Als Sahnehäubchen hat vor kurzem Google angekündigt, künftig die Ladezeit als Parameter im Suchmaschinenranking zu berücksichtigen.

Am Ende werden die Seiten schneller, die Kunden sind glücklich, generieren mehr Umsatz und Page Views, und gleichzeitig sinken Stromverbrauch und CO2-Ausstoß. Wieder einmal die Welt gerettet! Und wer dazu beitragen möchte, beginnt am besten damit, sich die Regeln bei Yahoo! anzuschauen. Ein paar Tricks, die darüber hinaus gehen, gibt’s in der Präsentation.

Social Media Monitoring – wie geht das? (Vortrag)

Der Hype ist vorbei, Social Media ist durch. Also… die Disskusion darum, ob das Thema nun eine Bedeutung hat oder nicht. Hat es. 9 von 10 Usern vertraut auf die Online-Bewertungen von Personen, die sie kennen, mehr als dem Marketing. 7 von 10 vertrauen sogar eher unbekannten Usern als Unternehmen. Wichtig ist also nicht mehr (nur), was Unternehmen über sich sagen, sondern v.a. was Kunden sagen. Und: Die Anzahl an Kundenmeinungen explodiert, wie die folgende Tabelle zeigt (dazu auch: „Social Media in der Schweiz: Wieviel wird tatsächlich diskutiert?„)

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Das erklärt, wieso Social Media Monitoring einer DER Internet-Trends 2010 ist. Für Unternehmen ist es ein guter und „ungefährlicher“ Einstieg, sich mit Social Media auseinander zu setzen. (Aber Vorsicht: Suchtgefahr!) Denn wir wollen wissen:

– Was wird über uns gesprochen?
– Wie oft und in welchen Medien?
– Was denken die Menschen über unser Produkt?
– Haben wir ein Imageproblem?
– Wie kommt unsere Kampagne an?

Wie geht das? Wer kann das machen? Und was dann? Wie geh ich nun damit um, dass unsere Mitarbeiter für alle Social Media Kanäle gesperrt sind?

Social Media Monitoring ist dabei aber nur ein Baustein: Unser Social Media Framework hilft, die Fragen zu beantworten und dabei an alles zu denken:

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Dies und eine Vorstellung von Social Media Monitoring Tools finden Sie in meinem heutigen Vortrag auf der Swiss IT Academy:

Social Media Monitoring – Erfahrungen und Tipps (PDF, 6.5 MB)

PS: Vielen Dank @rhinnen fürs Zuhören und Retweeten und @bloggingtom fürs Anschauungs-Beispiel.

World Usability Day Wiesbaden

Zwischen den Bäumen der nördlichen Hänge des Nerobergs liegen die etwas zusammengewürfelten Bauten der Hochschule RheinMain – „University of Applied Sciences“. Dort wurde am 12. 11. zum World Usability Day geladen, ausgerichtet von der German UPA.
Zwischen 15.30 und 19.00 Uhr gab es nach der Begrüßung durch Professor Thomas Steffen und Jürgen Mirbach von der ICOM vier Vorträge und reichlich Diskussion zwischen den Vortragenden, den Ausrichtenden und den etwa 50 Zuhörern (jeweils zur Hälfte Hochschulinterne und -externe, wie ein kurzes Handaufheben zu Beginn ergab).

Inwieweit der Gedanke der Usability die heutige Ausbildung der Wiesbadener (bzw. RheinMainer) Studenten prägt, hatte schon Prof. Steffen in seiner Einführung dargelegt: Martin van Wickeren, Student der Hochschule, stellte das in einer Präsentation am Beispiel des Redesigns des Interface einer Agentursoftware (QuoJob) vor. Kurze Ausschnitte aus den gefilmten internen Testings leiteten über zu einer kurzen, aber lebhaften Diskussion des Ergebnisses – Begeisterung für Usability und Lust an der stetigen Verbesserung lag in der Luft.

Wegen der krankheitsbedingten Absage von Frau Dr. Armbruster (Syzygy) sprang als nächstes Uwe Todoroff, Senior Conceptioner bei Scholz & Volkmer, ein: er stellte übersichtlich die verschiedenen Techniken vor, die in der Kreativagentur im täglichen Leben Anwendung finden. Auch nach diesem Vortrag wurde kurz diskutiert, vornehmlich über die „verschärften“ Formen der Testdurchführung hinter Einwegspiegeln (Download des Vortrags).

Nach der Pause kam meine Präsentation der Herangehensweise bei der Entwicklung von bahn.de im letzten Jahr, und zu Beginn fiel ich in einen richtig parademäßigen Blackout. Dann rappelte ich mich wieder auf und brachte den Anwesenden etwas vom „Spirit“ der Bahn-Entwicklung näher: Tests, Tests, Tests vom Beginn (im Pitch) bis zur Finalisierung. Vor allem die Freuden des Konzept-Testens mit Axure fanden interessierte Zuhörer, aber auch Accessibility-Standards im Rahmen der Entwicklung von bahn.de wurden diskutiert (Download des Vortrags: Vorgehen bei der Neuentwicklung von bahn.de) .

Den Abschluss der Vortragsreihe machte Chris Bleuel der Agentur Fuenfwerken mit dem ausgesprochen anspruchsvollen, ausgesprochen nach Science Fiction anmutenden Projekt des „Intelligent Pipelining“; mobile Endgeräte dienen in der Vision als Steuergeräte und Monitore des anschließenden Verkehrsmittels und der sich demnächst ergebenden Situation in der Fortbewegung. Eine anspruchsvolle und kühne Idee vernetzter Informationssysteme, die viel Zeit und Stress sparen kann, wenn sie mal realisiert wird.

Die anschließende Lounge (mit Brezeln und Bionade) diente dann dem zwanglosen „Socialising“. Zwar wurde an diesem Tag nicht die Weltrevolution der Usability heraufbeschworen und verabredet, aber es war sehr ermutigend zu sehen, wieviel Usability heute ausmacht – welche Präsenz sie im Bewusstsein der Gestalter hat – und welche Dimensionen sich durch die Anwendung und Verfeinerung ihrer Prinzipien eröffnen.