170’000 kostenlose Ad Impressions pro Woche

Sie haben Recht, der Titel klingt wie der Betreff einer Spam-Mail. Ganz kostenlos war das kommende Beispiel auch nicht. Eine gute Idee kommt ja nicht (wie oft angenommen) ganz von selbst, aber das ist eine andere Geschichte.

Werbeeinblendungen gehen schnell ins Geld. Doch Harley Davidson nutzt Chatroulette als Werbeträger. Chatroulette ist der jüngste (kleine) Hype im Web. Der 17jährige Andrej Ternowskij entwickelte ein Tool, das vollkommen fremde Leute aus aller Welt miteinander chatten lässt. Ohne Anmeldung und ohne Einfluss auf die gezeigten Chatpartner. Eine spannende Sache. (Hier sei gesagt, dass auch freizügige – meistens männliche – Personen Chatroulette für sich entdeckt haben.)

Viel ist nicht nötig, für hunderttausende kostenlose Werbeeinblendungen. „Nur“ eine geniale Idee. Man nehme einen Computer mit Webcam, geht auf Chatroulette und setzte eine Karte vor die Webcam auf der steht „Sorry, I’m on the road“, natürlich mit Harley Davidson Logo.

Hier das Video mit einigen Reaktionen der Chatpartner.

The Long Tail: Jugendliche mit Flammenwerfern

Einer der unterhaltsamsten Vorträge bei SXSW letzte Woche war What We Learned Watching Kids With Homemade Flamethrowers. Für diejenigen unter uns, die mit diesem Microgenre noch nicht vertraut sind, eine kleine Einführung:


"Mega Secrets" Homemade Flamethrower Music Video
YouTube Video

Was können wir daraus lernen?

Attraktive Zahlen

Designer sind nicht gerade bekannt dafür, Zahlen zu mögen. Meine Wenigkeit liebt sie aber, da Zahlen so schön verbindlich sind. Wenn nun Zahlen (die für unsere Leidenschaft stehen) auch noch liebevoll und gut kommuniziert werden, entsteht ein Video, welches ich niemandem vorenthalten möchte.

Die Zukunft des Webs

Letzte Woche habe ich meinen Orakel-Hut aufgesetzt und einen Vortrag auf der WebTech-Konferenz in Karlsruhe zur Zukunft des Webs gehalten. Natürlich habe ich wieder ein T-Shirt bekommen, was der eigentliche Grund dieses Blogeintrags ist, ;-) aber ehrlich gesagt finde ich es nicht so schön. Es ist einfarbig blau, und auf der Brust prangt groß das Wort „Speaker“, was ich etwas reißerisch finde.

Auch negativ das Rekordtief des Frauenanteils auf der Konferenz: von 65 Vortragenden nicht eine, null, zero Frau! Entsprechend gab es auch im Publikum einen Frauenanteil, der geringer war als der in einer Schwulendisco, und die wenigen anwesenden Frauen gehörten meist zum Catering-Team. Gleichberechtigung geht anders.

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Schön war aber insbesondere der Thementag der Webkrauts (Foto). Während Eric Eggert sich mehr um CSS3, Webfonts und Browser APIs kümmerte, habe ich in meinem Vortrag heutige und zukünftige W3C-Technologien vorgestellt, hier die Links dazu. Darunter stechen insbesondere das HTML5 Canvas-Element, Video und 3D hervor:

Canvas kann Inhalte verzerren, drehen, wölben, filtern und einige Dinge mehr, und es ist dynamisch per JavaScript programmierbar.

<video>

direkt im Browser ohne Flash ermöglicht Unabhängigkeit von Adobe, was gerade für Geschäftsmodelle wie das von YouTube, Dailymotion oder die BBC wichtig ist. Darüberhinaus können Canvas und Video in Kombination spannende Effekte erzielen. Dailymotion hat ein paar davon in der Demo eingebaut.

Und 3D im Browser eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Spiele und andere Anwendungen, bei denen per WebGL dreidimensionale Daten und Modelle effizient übertragen werden können. Stereoskopische Effekte wie im Film „Oben“ habe ich allerdings noch in keiner Browser-Demo gesehen.

Bislang ist Barrierefreiheit von den Browserherstellern in den neuen Technologien kaum berücksichtigt worden, aber die neugegründete HTML Accessibility Task Force, deren Mitglied ich bin, wird sich der Themen annehmen.

Uns steht jedenfalls eine sehr aufregende Zukunft bevor!

Mozilla Camp Europe

Irgendwie hat Namics einen Fetisch für T-Shirts. Es bloggen nicht nur manche Personen obsessiv darüber, mein Arbeitgeber möchte nun auch noch, dass ich jedesmal darüber blogge, wenn ich selbst ein T-Shirt bekomme!? Also, ich habe zwei T-Shirts geschenkt bekommen:

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Das eine T-Shirt gehört zur Mozilla Mobile Community und hat auf der Vorderseite diesen verzweifelt gegen die Scheibe seines Sputnik hämmernden Weltraumbiber, auf der Rückseite den Spruch “You took back the Web. Now take it with you.” (eine Referenz auf das andere Shirt, “Take back the Web”), das zweite T-Shirt zeigt die Silhouette von Prag auf olivgrünem Grund mit schönen Jugendstil-Elementen.

Die Jugendstil-Elemente waren auch in Prag zu finden, denn dahin mußte ich reisen, um die beiden T-Shirts in Empfang zu nehmen. Von diesem bedeutenden Übergabeakt abgesehen mußte ich zuvor an einer Podiumsdiskussion über HTML5 teilnehmen und dabei etwas über die Barrierefreiheit des zukünftigen Standards erzählen. Ich weiß, Ihr interessiert Euch eigentlich nur für T-Shirts in diesem Blog, darum verzeiht, wenn ich ein wenig off-topic zu diesem Thema langweile:

615-mozcamp-tag.jpg Ich bin Invited Expert in der HTML-Arbeitsgruppe des W3C. Außerdem befasse ich mich seit ungefähr zehn Jahren mit dem barrierefreien Web. Wie kommt das nun zusammen? Vorerst gar nicht. Denn im Moment sind die neuen HTML-Elemente wie

<section>

oder

<nav>

für Blinde unsichtbar, denn sie werden noch nicht vom Browser maschinenlesbar-semantisch auf die Betriebssystemebene „übersetzt“. Hingegen erfasst der Browser die Rolle als Navigation hervorragend und lässt Screenreader „Menü“ vorlesen, wenn diese mit einem anderen Standard des W3C übermittelt wird, ARIA. Da muss also noch etwas getan werden. Ebenso weitgehend undefiniert sind die Bedienmechanismen für Video und Audio im Browser oder das Universaltalent Canvas. Die gute Nachricht: eine gemeinsame Task Force mit HTML– und Barrierefreiheitsexperten wird sich beim W3C dieses Themas annehmen. Denn wie wir alle wissen, profitieren Projekte davon, frühzeitig Barrierefreiheit ins Konzept zu zu integrieren, statt später aufwendig „ein bißchen“ Barrierefreiheit grob dranzudübeln. Und Euer bescheidener Gastgeber wird versuchen, dazu beizutragen. Dazu möchte ich zum Beispiel Mozilla-Genie Paul Rouget zu einem Panel bei der Konferenz South by Southwest einladen, wo er ein paar seiner progressiven Demos zeigen kann, mit deren Hilfe sich innovative Mensch-Computer-Schnittstellen realisieren lassen.

Ansonsten kann man sich das MozCamp ungefähr so vorstellen wie ein internationaleres, geekigeres Namics-Camp. Hier noch ein paar meiner Randnotizen von twitter:

  • Eine Mozilla-Kampagne zum Internet-Gesundheitscheck greift bereits das Zitat von Microsoft-Managerin Amy Bazdukas auf: “friends don’t let friends use IE6”. Zwar sind der größte Hemmschuh nach wie vor die großen Dinosaurier Unternehmen, deren IT-Abteilungen lieber auf ungeschützten Browserverkehr setzen als auf Updates ihrer internen, zehn Jahre alten Software. Aber wenn wir zumindest unseren Freunden und Verwandten einen ordentlichen Browser installieren, kommen sie ja vielleicht auf den Geschmack und lassen sich nicht mehr ewig am Arbeitsplatz vertrösten.
  • Damit Mozilla sich gegen die zunehmend agiler werdende Konkurrenz, und hier vor allem gegen Adobe, Silverlight und Gears, durchsetzen kann, müssen die Entwicklungszyklen schneller werden. Ziel ist es, alle 6 Monate ein großes Release zu machen. Darum müssen interne Prozesse entkoppelt werden, was nicht nur positive Auswirkungen auf die Testbarkeit von Nightly Builds hat, sondern auch auf die Stabilität des Browsers.
  • Firefox 3.6 ist für November geplant und wird skinbar über Personas sein, Video im Vollbildformat haben, CSS-Gradienten, JavaScript Ctypes. 3.7 könnte schon auf Android laufen. Und 4.0 kommt in einem Jahr mit Jetpack.
  • Jetpack lohnt sich etwas näher anzuschauen, denn dabei handelt es sich um eine Middleware für Mozilla-Extensions. Programmierer von Add-Ons müssen also nicht mehr bei Null beginnen, sondern haben einen bestimmten Grundumfang von Funktionen zur Verfügung. Dadurch steigt die Sicherheit, aber ich denke auch, dass die Qualität und Barrierefreiheit besser werden. Die Tastaturbedienbarkeit der Menüs sollte dann etwa selbstverständlich sein. Relevant für Webentwickler ist dabei, dass eine Seite ein Jetpack einfach per
    <link>

    einbauen kann. Du möchtest in einem Shop die Webcam des Besuchers verwenden, um ein T-Shirt-Motiv direkt im Browser mit

    <video>

    und

    <canvas>

    als augmented reality auf die Brust des Nutzers zu projizieren? Ein Jetpack hat die Rechte dazu.

  • Mozilla arbeitet an Multitouch-Events und wartet noch auf Feedback der anderen Browserhersteller.
  • Artzilla widmet sich vermeintlich „nutzlosen“ Extensions: die offene Browser-Software als Kunstwerkzeug.

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Fast hätte ich noch ein drittes T-Shirt bekommen mit dem pupsenden Maskottchen von Mozilla Songbird darauf. Damit hätte ich mir noch mehr von der großartigen Musik von Jiří Wehle anhören können, einem begnadeten Straßenmusiker in Prag’s Altstadt (die übrigens voller Teehäuser ist – ein Traum!), aber dann musste ich auch schon wieder zum Flughafen. Am nächsten Tag hielt ich nämlich einen Vortrag beim Webmontag Mannheim, wozu ich allerdings die Folien aus London recycelte. Und es gab dort auch kein T-Shirt, weswegen ich auch keinen Blogeintrag schreiben muss. ;-)