Mit IoT den Zwischenhandel und Service stärken

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Es gibt Produktkategorien, die nach wie vor durch einen Zwischenhandel vertrieben und gewartet werden. Der Grund dafür ist, dass für einige Produkte Beratung und Service durch eine Fachperson gewünscht oder benötigt wird. Typische Beispiele sind Heizungen, hochwertige Küchengrossgeräte und Haustechnik. … Weiterlesen

IA Konferenz 2010 in Köln

Auf der IA Konferenz 2010 in Köln standen die „Neuorientierung“ bzw. die „Öffnung“ der Bereiche Informationsarchitektur und User Experience getreu ihrem Motto „Service Design Thinking“ im Mittelpunkt. Die zwei Tage in Köln wurden dominiert durch die Versuche der Redner die neuen Herausforderungen zu fassen, zu definieren und ihnen mit Methoden zu begegnen. Die Ansätze waren nicht wirklich neu, dokumentieren aber den aktuellen Wandel und die weitere Professionalisierung und Verantwortung der Menschen die im Umfeld Informationsarchitektur unterwegs sind.

Die Organisatoren führten engagierte durch zwei Tage straffes Programm bei dem die Entscheidung für die parallel laufenden „Tracks“ nicht immer leicht fiel und sich auch nicht immer als die richtige herausstellte.

Auch dieses Jahr wurden wieder fleißig Methodenkarten getauscht (von der Content-Strategie, über die User Journeys bis hin zur Roadmap) und sorgten für Spaß bei den Teilnehmern.

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Leider waren die Begriffe auf der Buzzword Bingo Karte eher die aus dem letzten Jahr und erst an Tag zwei konnte dann mit der Reihe „360 Grad, Benchmark, Call to Action, Primär und Performance“ BINGO gerufen werden.

Erin Malone aus den USA eröffnete die IA Konferenz mit der Aussage „Everything is social“ und der Formulierung der neuen Anforderungen an das Service oder Social Design welches ein anderes Denken erfordert. Neben 5 Prinzipien wie z.B. „Pave the cowpaths“, also die „Trampelpfade“ der Nutzer zu erkennen und auf Ihnen aufzubauen, wies Erin Malone des Weiteren noch auf die so genannten „Social Objects“ hin, also die Auslöser dafür, dass Menschen mit einander reden, die Gemeinsamkeit zwischen ihnen. Die Identifikation dieser „Social Objects“ und die Schaffung einer Brücke zum realen Leben („Enable a bridge to real life“) waren für mich wichtige Hinweise in diesem Zusammenhang.

Tenor vieler Vorträge war das Thema „Design Thinking“ und die Anforderung mehr Kreativität in die Arbeit zu bringen, aber gerade nicht inspiriert durch die so genannten Kreativen sondern z.B. durch die Kunden selber .

Niels Benson näherte sich dem Thema sehr theoretisch und zeigte auf wie sich die Anforderungen an Design Thinking entwickelt haben und wie die idealen Rahmenbedingungen für diese Art der komplexen Problemlösung und der Entwicklung von innovativen Ideen aussehen sollten. Klaus Rüggenmann schloss dann nahtlos mit seinem Vortrag „Design Thinking Methoden in der Praxis“ an. Wie bei allen Brainstorming Methoden können die Beteiligten die Methoden lernen und eine gute Vorbereitung der Initiatoren, eine angenehme Atmosphäre und ein geübter Moderator sind auch im Rahmen des „Design Thinkings“ die Erfolgsfaktoren.

Judith Schütz baute Ihren Vortrag auf die neue Generation der „Digital Natives“ auf, die 2012 volljährig werden und die damit verbundenen neuen Anforderungen. Eine Generation für die die Verbindung zwischen der realen und der virtuellen Welt immer enger wird und die nicht mehr in Endgeräten denken. Mobile heißt nicht mehr, dass sich der Nutzer bewegt sondern dass sich die Inhalte zu ihm bewegen und situativ passend zur Verfügung stehen. Mit dem Bedienen der situativen Bedürfnisse steht und fällt dann auch der Erfolg von neuen Services (z.B. Apps).

Der letzte Vortrag am Freitag von Niels Anhalt schloss sehr praktisch ab. Die Kombination von UX mit agiler Vorgehensweise wurden als neue Chancen für die optimierte User Experience vorgestellt. Niels Anhalt vertrat die These, dass je höher die Ansprüche an das Interaktionsdesign sind, desto eher muss real getestet werden. „Release early – release often“ als Erfolgsfaktor und die direkte Weitergabe an den Kunden, der in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden kann. Gut funktionierende Beta Versionen, die dann gemeinsam weiterentwickelt werden.

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Den Tag 2 eröffnete Birgit Mager mit dem Thema Service Design und Verhaltensänderung. Durch Informationen und ihre Gestaltung, durch Spaß und Prozesse (z.B. des Involvierens) kann Service Design dazu führen, dass Menschen Ihr Verhalten im positiven Sinne ändern. Literaturtipp „Brains, Behavior & Design“.

Mit einer Werkzeugkiste für die Arbeit mit „Mentalen Modellen“ kam dann Stefan Freimark um die Ecke. Er zeigt sehr anschaulich inkl. der Nennung von Kosten und Tools auf, wie er „Mentale Modelle“ erstellt und welche Fallstricke es zu beachten gibt. Das „Mentale Modelle“ dabei helfen können sich besser in die Nutzer hineinzuversetzen und eine gute Grundlage für die Identifikation von Lücken im Service oder Produktangebot (Gap-Analysis) bzw. von Berührungspunkten (Touch Points) zum Kunden sind.

Das Design Findungsprozesse oft sehr schwierig sein können und das „kastig nicht gleich kastig ist“, veranschaulichte Lutz Hirsch im Rahmen der Entwicklung des Otto „Intranets“. ;-).
Das letzte Highlight des Tages bot dann Arne van Oosterom mit ein bisschen Entspannung für den Kopf und einigen netten Videos sowie Erheiterung bei den Zuhörern durch die wandernden Publikum-Mikros und plötzlich gestellte Fragen.

Das Poster Lifeclock von Julia Werner hat die Poster Session mit einer guten Idee und deren gelungenen Visualisierung verdient gewonnen.

Alle Präsentationen werden laut Veranstalter auf Slideshare zur Verfügung gestellt.