Warum die Sprachsteuerung SEO grundlegend verändert

Sprachsteuerung

Gemäss aktueller Zahlen von Statista nutzen 35.5 Millionen Internetnutzer einen virtuellen Sprachassistenten, also über 40% der Deutschen Bevölkerung. Aus Digital Marketing Sicht ist eine Disziplin davon besonders stark betroffen: Search Engine Optimization (SEO). Was sich aufgrund der Sprachassistenten ändert und … Weiterlesen

Das Ende vom Anfang des digitalen Marketing.

Vortrag Digital Marketing

Seit Jahren beschäftigen sich digitale Marketeers mit den Auswirkungen sozialer Kommunikation, mobiler Kanäle und der Inhaltsflut auf ihre Marke. 2014 läutet nun endlich das Ende dieser Diskussionen ein. Es beginnt die Alltags-Ära von digitalem Marketing. Flexibilität, Mitmach-Mentalität und Denken über … Weiterlesen

Connecting with the Customer – digitale Touchpoints als Magneten im B2B Marketing

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Digitale Kanäle wirken wie Magnete. Sie führen heute Interessenten an das eigene Unternehmen heran, konvertieren diese zu Kunden und begleiten sie auch anschliessend über den gesamten Customer Lifecycle. Welche Massnahmen und Elemente lassen sich zielführend einsetzen? Und wie lassen sich … Weiterlesen

Acht Trends für erfolgreiches Online Marketing 2013

Marketing Trends 2013

Marketing ist eines der dynamischsten Betätigungsfelder für Wirtschaftsfachleute. Mit der steigenden Verbreitung des Internets hat sich diese Dynamik noch beschleunigt. Mehr denn je ist es für professionelle Marketiers deswegen wichtig, die wesentlichen Trends im Auge zu behalten, um ihre Abteilungen und Unternehmen optimal aufzustellen. Der Beitrag stellt acht Trends vor, die den Bereich Online Marketing 2013 prägen werden. Weiterlesen

ROI von e-Projekten: (Wie) geht das? – Teil 2: Anders Überzeugen.

B2B vs B2C

„What is the ROI of your mom?“ – mit dieser Frage hat mein letzter Blogpost zum Thema ROI von e-Projekten aufgehört. Auf die Frage gestossen bin ich im Artikel von Dr. Petouhoff und ihre Aussage ist „The fact is there … Weiterlesen

ROI von e-Projekten: (Wie) geht das? – Das ewige Thema

Nützliche Apps, eingebundene Ressourcen in Social Media und hochwertiger Content auf der Website – alles gratis. Was für den Kunden schön (oder sogar selbstverständlich) ist, bereitet den Unternehmen oft aus Business-Sicht Kopfzerbrechen: Was ist der Business-Case dahinter? Lohnt sich der zusätzliche Aufwand? Oder wie so oft gefragt: What’s the ROI? (mehr …)

“Digitale Produkte” – eCommerce nicht nur für Verlage

Anlässlich einer hausinternen Veranstaltung des Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte ich diese Woche Gelegenheit mit interessierten Vertretern der Verlage neue Ansätze in der Vermarktung von Digitalen Gütern zu diskutieren.

Gegenstand der Diskussion war ein Vortrag der aus meiner Sicht  zwei wesentliche Aspekte beleuchtet denen sich Verlage stellen müssen wenn Sie den Markt mit Digitalen Gütern abschöpfen wollen.

  • Das Verständnis was überhaupt bei Digitalen Produkten verkauft wird muss sich grundlegend ändern
  • Die Geschäftsmodelle für Digitale Produkte sind andere als für physische Produkte

Auszüge aus dem Vortrag möchte ich hier nochmals darstellen. Sie sind auch für andere Branchen die sich mit „Digital Goods“ beschäftigen interessant.

 

Was wird bei Digitalen Gütern eigentlich verkauft?

Die Frage was bei Digitalen Gütern das zu verkaufende Produkt hört sich profan an birgt aber einen Paradigmenwechsel in sich der in der Regel zu grundlegenden Änderungen im Geschäftsmodell führt.

Digital Goods eCommerce

Als Produkt versteht man landläufig ein Sachgut wie Bücher die physisch beim Verkauf den Besitzer wechseln. Das Grundverständnis zu diesem Produktbild, dessen Wert, Mehrwert, Leistung und Preisbildung, kann man im wesentlichen schon bei Marx seit 1867 auf den ersten Seiten des Kapitals nachlesen.

Digitale Produkte basieren nicht auf physischen Waren sondern Dienstleistungen. Diese wurden zur Zeit von Marx noch 1:1 von Menschen erbracht. Diese Dienstleistungen werden von Menschen in Form von Zeit an andere Menschen verkauft. Ein Haarschnitt ist dafür ein gutes Besipiel. Es gibt kein Sachgut was dabei den Besitzer wechselt. Leider ist diese Dienstleistung nicht über die verfügbaren Stunden des einzelnen hinaus erweiterbar. Das Modell skaliert nur über die Anzahl der Menschen.

Digitale Güter oder besser Digitale Services sind Dienstleistungen die nicht mehr von Menschen 1:1 sondern heute von Computern erbracht werden können. Der Verkäufer braucht dazu kein physisches Produkt zu erstellen und kann mit geringen Mitteln eine unbegrenzte Anzahl von Kunden eine immer fast gleiche Diensleistung verkaufen. Ein Modell was bei geringen Mehrkosten endlos skaliert werden kann.

Dort wo vorher der Fachverlag ein gedrucktes Buch über den Buchhandel angeboten hatte wird zukünftig z.B. ein Zugriff auf eine Wissensdatenbank verkauft. Die Aufbereitung der Informationen und der richtige Zuschnitt der einzelnen Digitalen Services ist dabei das Kerngeschäft des Verlages. Die Art des publizierenden Mediums ist in der digitalisierten Welt, in der Texte und Bilder sowieso digital erstellt werden, nicht mehr an physische Dinge wie Bücher gebunden.

 

Es geht bei Digitalen Services nicht mehr länger um physische Sachgüter sondern letztendlich nur noch um „Access“.

 

Welche Arten von Digitalen Services gibt es?

Arten von digitalen Produkten

Schaut man sich die Arten von Digitalen Services an wird klar das individualisierte, digital ausgelieferte Services in denen der Nutzer stark involviert ist am besten die Ansprüche des Nutzers erfüllt. Dabei spielt die Individualisierung der Produkte eine entscheidende Rolle. Wie schon bei der Dienstleistungen muss das Produkt stark auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten sein um Erfolg am Markt zu haben.

 

Wie werden digital Services individuell ?

Es wird klar das Informationen über den einzelnen Kunden für Digital Services wichtiger werden. Einteilungen in Märkte oder Marktsegmente sind zu unscharf für erfolgreiches Geschäft. Ein vernünftiges Zusammenspiel zwischen Product Informations Management, eCommerce und Customer Relationship Management bildet das technische Rückrat für Digitale Services. Eine gute Individualisierung der Services ist die fachliche Grundlage.

 

 

Spannend für die Vertreter der Verlage war der zweite Teil in dem wir die sinnvollen Geschäftsmodelle für Digitale Services vorgestellt und mit den bestehenden Ansätzen der Verlage verglichen haben. Eine insgesamt gute Veranstaltung mit viel Diskussion und intensivem Gedankenaustausch.

 

Der Vortrag zum Durchblättern…

9 Thesen zu einer neuen Kultur der Markenführung

In unserer täglichen Arbeit merken wir, wie sich grundlegende Veränderungen bei Kunden, Agenturen und Zielgruppen vollziehen. Meiner Meinung nach bleiben die Grundprinzipien der Markenführung dennoch gültig. Wir müssen nur hier und da neue Wege finden, ihnen zu folgen.

Die folgenden 9 Thesen (in ausführlicherer Form auch erschienen in 05/2011 Marketing & Kommunikation) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie basieren auf den Erfahrungen unserer täglichen Arbeit und den Erkenntnissen von Kollegen, Freunden und unseren Kunden und Partnern. Vielleicht helfen Sie auch Euch, Eure Marken besser zu führen?

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Markenkommunikation im Web ist kein Selbstläufer, der sich mit technischen Hilfsmitteln steuern lässt. Im Gegenteil.

Menschen machen Marken, nicht Technologien oder Tools. Während man sich früher vielleicht noch durch innovative Technologien, Tools oder Effekte differenzieren bzw. Aufmerksamkeit generieren konnte, zählt endlich die Qualität des Contents. Und die kommt nur von kompetenten, motivierten und engagierten Menschen (Woher sonst?)

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Inzwischen geht fast alles, aber muss man es deswegen auch tun? Stützt wirklich jede neue Technologie, jeder Kanal, jedes Feature Ihre Marke?

Es macht Sinn, seine Zielgruppe in jedem Kanal anzusprechen, in dem sie zu finden ist. Aber man stützt seine Marke nur dann, wenn man jeden Kanäle konsistent und relevant bespielen kann und will (und das kann mitunter anstrengend werden). „Dabeisein ist alles“ gilt eben in diesem Fall nicht. Wenn also eine Aktivität ihre Marke nicht stützt, dann können sie auch getrost darauf verzichten.

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Bei Marken steht das Erlebnis steht im Vordergrund. Die digitale Welt bietet unzählige, hervorragende Möglichkeiten, eine Markenbotschaft abwechslungsreich und packend zu inszenieren.

Eine Marke zu inszenieren braucht Platz. Aber wieso sollte man in dem Kanal, in dem Platz nichts kostet, auch damit geizen? Was für jede Broschüre und erst recht für jede Anzeige oder jeden TV Spot gilt, muss endlich auch für Webseiten gelten: Grosszügigkeit und Klarheit sollten am Anfang einer Markenwelt stehen – und nicht unzählige kleine Einstiege wie Teaser, Boxen, etc.

Als Konsequenz geht der Trend hin zu fokussierten Landingpages und Einstiegsseiten anstelle überbordender, wollmilchsaugleicher Portalseiten, die es allen Ziel- und Randgruppen auf einmal recht machen wollen. Lieber eine Sache richtig kommunizieren, als viele Dinge schlecht! (Siehe auch unsere Designkantine)

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Nie war es leichter, ein ziemlich Stimmungsbild Ihrer Marke zu erhalten und unzufriedenen Kunden direkt zu begegnen. Wer gut hin- und zuhört, hat die Chance auf sehr wertvolle Einblicke in die Gefühlswelt seiner Zielgruppen.

Social Media Monitoring ist ein wichtiger erster Schritt, um zu erfahren, wo und was über Ihre Marke gesprochen wird. Basierend auf diesen Erkenntnissen und weiteren Analysen lassen sich solide argumentierbare Empfehlungen für ihre Social Media Aktivitäten entwickeln. Soll Ihre Marke dabei sein oder nur zuhören und beobachten?

Ganz abgesehen von der Stimmungsanalyse kann ein kontinuierliches Monitoring eine sehr gute Basis für eine Werbeerfolgskontrolle sein: Kommen Ihre Botschaften an? Werden Ihre Kampagnen zitiert? Wo? Von wem? Was genau?

Daneben sollte es selbstverständlich sein, seinen Kunden dort einen Kontakt anzubieten, wo sie sich ohnehin über Produkte, Qualitäten und Image austauschen: Ein freundliches „Was können wir für Sie tun?“ sollte keine Floskel sein. Jeder Touchpoint wird als Teil Ihrer Marke wahrgenommen.

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Bis zu 90% der Onlinekäufer vertrauen den Empfehlungen Ihrer Freunde, bis zu 78% den Empfehlungen Ihres Umfelds und gerade mal 14% vertrauen der Werbung. Und bereits heute werden 25% der Suchergebnisse für die weltweit 20 grössten Marken zu user generiertem Content verlinkt. (Quelle: Nielsen)

Das macht Lust. Aber wie steigt man ein?

Im Gegensatz zu klassischen Push-Kampagnen gründet der Erfolg von Social Media Massnahmen nicht auf grossartig inszenierten Werbe-Blendgranaten, sondern auf offenem und transparentem Miteinander.

Marken, die den Dialog mit Ihren Zielgruppen im Social Web wünschen (und sich sowohl der Risiken als auch der Konsequenzen bewusst sind), müssen sich zunächst auf Augenhöhe mit Ihren Dialogpartnern begeben und lernen, sich mit Ihnen zu unterhalten und die Marke gemeinsam zu führen.

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Nichts festigt eine Beziehung mehr als gemeinsame Aktivitäten. Involvieren Sie Ihre Zielgruppen und bieten Sie Ihnen an, Teil ihrer Marke zu werden. Der Lohn? Zum Beispiel authentische, glaubwürdige Markenbotschafter, zufriedene Kunden oder gar innovative und relevante Produktinnovationen.

Generell lassen sich Social Media Aktivitäten in 3 Kategorien einordnen: Dialog – mit dem Ziel, sich interessant zu unterhalten, Service – um seinen Usern relevanten Nutzen zu bieten oder Innovationen – mit dem Ziel, gemeinsam etwas zu verändern, zum Beispiel Produktinnovationen, Services, Namings, etc.

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Spätestens jetzt ist klar: Allzu starre, am Reissbrett geplante Markenstrategien halten diesen dynamischen Entwicklungen nicht mehr Stand. So wichtig ein klares Ziel und definierte Positionierungen sowie Botschaften sind, die Fähigkeit, auf ein eigensinnige (und machtbewusste) Zielgruppen einzugehen und diese einzubinden zeichnet die erfolgreichen Marken der Zukunft aus.

Im sozialen Kontext sind eher Moderationsfähigkeiten als sture Stereotypen gefragt. Marken, die sich darauf vorbereiten, flexibel auf Stimmungen und Meinungen zu reagieren sind klar im Vorteil. Dazu müssen interne Abstimmungprozesse dramatisch verkürzt und klare Befugnisse ausgesprochen werden. Schliesslich wollen sich die Benutzer in Echtzeit mit Ihrer Marke unterhalten. Der Weg zum Schreibtisch der Markenhüter wird auf die Dauer zu lang.

Die Führung der Marke muss auf breitere Beine gestellt werden, entsprechende Organisationsstrukturen geschaffen werden und – einmal mehr – es braucht Menschen und ihre Fähigkeiten…

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Nirgendwo haben Lügen so kurze Beine wie im Web. Jede Unwahrheit wird aufgedeckt und sofort einem Millionenpublikum präsentiert. Man möchte nicht glauben, wie viel Energie und Freude manche User daran haben, Unwahrheiten aufzudecken und an den Pranger zu stellen. Transparenz und Offenheit sind eine gute Versicherung dagegen.

Trotzdem gibt es heikle Themen. Nicht wenige Marken produzieren Produkte, die andere Menschen auf die Palme bringen. Gen-Technologie, Energieproduzenten, etc. stehen vor grossen Herausforderungen. Diskutieren Sie das Szenario „Was wäre, wenn unsere Gegner sich mobilisieren“ und bereiten Sie sich organisatorisch und argumentativ auf Kritik vor. Oder entscheiden Sie sich bewusst, von sozialen Plattfomen fernzubleiben.

In jedem Fall gilt: Jeder macht einmal Fehler, und das ist auch OK. Solange man dazu steht, sich entschuldigt und transparent und offen reagiert. Wie im richtigen Leben …

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Wer weiss, was kommt? Jede neue Technologie, jeder neue Trend könnte die Kommunikation erneut revolutionieren.

Wenn wir Marken in die Zukunft führen wollen, bleiben wir am besten stets informiert. Neues zu entdecken, damit zu spielen und versuchen, sich eine eigene Meinung zu bilden ist auch Teil der Markenführung.

Wir bleiben neugierig. Und freuen uns auf Ihre Meinung ;-)

Lohnt sich Group Shopping für Unternehmen?

Grouponing = Mischung aus Group Shopping und Couponing
Group Shopping ist in aller Munde- nicht zuletzt durch den bevorstehenden Börsengang von Branchenprimus Groupon und unzähligen Nachahmern. Das Geschäftsmodell ist simpel: auf Online-Plattformen werden rabattierte Coupons für Dienstleistungen und Produkte verschiedener Unternehmen in einer Region und zum Teil auch überregional für einen begrenzten Zeitraum lang offeriert. Der Name Grouponing setzt sich aus einer Kombination aus Group Shopping (ein Deal braucht teilweise eine Mindestanzahl an Käufern) und Couponing, also den klassischen Discount-Codes.

Über Groupon vermarktete Deals sind mittlerweile quasi Garant für hohe Publizität und bescheren den anbietenden Unternehmen eine Vielzahl an (Neu)Kunden, weswegen die Plattform zunehmend prosperiert und immer mehr Firmen an sich bindet.

Lohnt sich Grouponing?

Nicht jedes Unternehmen hat jedoch Erfolg auf solchen „Grouponing“- Plattformen; gerade kleine Unternehmen stehen häufig vor Frage, ob sich diese Spielart des e-Commerce wirklich lohnt.

Ob ein solches Investment gelingt, hängt massiv von der Kostenstruktur des Unternehmens und überraschenderweise von der Anzahl verkaufter Deals ab.
Im Folgenden zeige ich ein kleines Modell, welches zeigt, inwiefern Geschäftsziele von anbietenden Unternehmen und den Coupon-Plattformen auseinander laufen können. Hierzu werden die gewinnmaximalen Ausbringungsmengen (=Deals) der Dealanbieter (wie bspw. Restaurant ABC) und der Dealplattformen (wie bspw. Groupon) miteinander vergleicht.

Die Analyse am Modell.

Die Group Shopping-Nachfrager-also Unternehmen, die mittels „Deals“ ihr Geschäft aufpeppen wollen, erhalten pro verkauftem Deal einen Verkaufpreis, der etwa 1/4 des ursprünglichen Verkaufspreises entspricht, da Deals meistens um etwa 50% preisreduziert angeboten werden. Zudem fließen etwa 25% des ursprünglichen Verkaufspreises direkt an den Deals-Anbieter wie z.B. Groupon.

Die Unternehmen tragen weiterhin den vollen Anteil der summierten Kosten, also generelle Fixkosten (wie zum Beispiel die Miete des Restaurants) und laufende, variable Kosten (wie zum Beispiel die Kosten für das verkaufte Menü). Zudem müssen Kosten für die Organisation des Deals eingeplant werden.

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Man kann in den meisten Fällen davon ausgehen, dass sich bei Absatz nur sehr weniger Deals das Angebot auf der Groupshopping-Plattform nicht lohnt, da hier die fixen administrativen Kosten den Wert der Deals (also den genannten 25% des originären Verkaufspreises) übersteigen. Die meisten Plattformen erlauben daher die Angabe einer Mindestmenge an verkauften Deals („Deal findet statt ab…“).
Erst ab einer gewissen Menge an Deals lohnt es sich für Unternehmen, das Angebot zu nutzen, weil sich erste Skaleneffekte einstellen (bspw. können mehrere Menüs für die Coupon-Käufer gleichzeitig zubereitet werden). In der Abbildung 1 erkennt man, dass das Unternehmen ein Gewinnmaximum am Punkt 1 bei einer bestimmten Anzahl (Punkt 2) an verkauften Groupons erreicht. Werden mehr Deals als an Punkt 2 abgeschlossen, sinkt die Marge des Anbieters, da er weitere Kapazitäten einkaufen muss (z.B. muss der Restaurantanbieter weitere Kellner einstellen oder weitere Räumlichkeiten mieten).
Entscheidend ist vorerst nicht, wo das anbietende Unternehmen eine gewinnmaximale Anzahl an Deals besitzt, sondern DASS es ein konkretes Gewinnmaximum gibt.

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Der Dealsanbieter hingegen hat eine anders strukturierte Gewinnfunktion, welche vereinfacht nur aus wenigen Elementen besteht:
Gewinn= 0,25 *Ursprünglicher Verkaufspreis*Anzahl verkaufter Deals – Fixkosten, wobei hier die 25% Provision pro verkauftem Deal sowie die Fixkosten berücksichtigt sind. Fixkosten sind bei Groupon& Co beispielsweise Kosten, die dadurch entstehen, dass mit den buchenden Unternehmen Verhandlungen geführt, die Infrastruktur bereitgestellt und Vermarktungskonzepte (Bild und Text für das angepriesene Produkt auf groupon.de) realisiert werden müssen. Variable Kosten hingegen fallen bei Groupon nicht oder nur so marginal an, dass sie hier unberücksichtigt bleiben können-die Kosten für die Produktpräsentation bleiben von der Anzahl verkaufter Deals unberührt und fallen an, egal ob ein oder hunderttausend Deals abgeschlossen werden. Die Coupon-Plattform macht folglich ab dem Punkt 3 Gewinn, an welchem die Fixkosten gedeckt sind. Ab dann steigen die Gewinne bei Groupon&Co approximativ folglich mit jedem verkauften Deal an. Je mehr Deals abgeschlossen werden, umso höher ist der Gewinn bis hin zum Punkt 4.

Für wen sich der Deal immer lohnt.

Als Folge der so unterschiedlichen Gewinnfunktionen ergeben sich komplett andere Strategien. Sollten anbietende Unternehmen versuchen, eine bestimmte und fixe Menge an verkauften Deals anzusteuern, werden die Groupshopping-Anbieter versuchen, immer noch mehr Deals zu vermitteln. Dies versuchen die Coupon-Plattformen auf zwei Arten:

1) Deals werden überregional (national) angeboten
2) Deals werden für längere Zeit als nur einen Tag angeboten

Ebenfalls werden häufig konkurrierende Angebote (also neben Restaurant A auch noch Restaurant B) zur gleichen Zeit offeriert. Ebenfalls zeigt das Modell, wieso Groupon&Co so attraktiv für Investoren ist- hohe Profitabilität bei anvisierter Marktdurchdringung bei niedrigen Fix- und marginalen variablen Kosten.

Diese Trends könnten sich noch zusätzlich verstärken, sobald Groupon&Co börsennotiert sind, wenn sich die Plattformen an der Profitablität anderer etablierter e-Commerce Unternehmen messen lassen müssen.
Disclaimer: Es lassen sich einige Argumente gegen das gezeigte Modell einwenden, welche die Grundaussage aber nicht entkernen- beispielsweise können Unternehmen in manchen (aber wenigen) Fällen eine Höchstanzahl an Deals festlegen, so dass Unternehmen die für sie nötige Restriktion setzen können. Für eine Festlegung der gewinnmaximalen Menge wäre diese jedoch ex ante zu ermitteln. Ob Groupon&Co die Unternehmen hierbei wirkungsvoll untersützen, darf bezweifelt werden- steht es doch ihrem Geschäftsmodell im Weg.
Lassen sich Unternehmen von der approximierten Anzahl neuer Kunden verführen, kann es zu einem finanziellen Desaster kommen; es gibt hier schon einige Beispiele. Das Problem verschärft sich, wenn auf Groupshopping als singulären Verkaufskanal gesetzt wird. Lohnen sich also Deals niemals für Unternehmen, dafür immer für Groupon&Co?

To deal or not to deal, das ist hier die Frage. Und noch viele mehr.

Die Vergegenwärtigung des gezeigten Modells reicht nicht aus. Unternehmen müssen noch mehr Abwägungen treffen:

  • Wie hoch sind Reichweiten- und Brandingeffekte?
  • Können Preise gewinnoptimaler differenziert werden?
  • Wie wird das Verhältnis an erreichten Neukunden/Bestandskunden eingeschätzt (je nach Dienstleistung schließen teils sogar mehr Bestands- als Neukunden ab mit der Folge, dass sich die Unternehmen selbst das Wasser abgraben)?
  • Wie teuer werden Leads an anderer Stelle eingekauft?
  • Können Neukunden auch über den Deal hinaus gehalten werden (dies kann zumindest für einmalige Event-Dienstleistungen wie bspw. Ballonfahrten kritisch hinterfragt werden)?
  • Sind entsprechende Kapazitäten vorhanden (teils sind in den Restaurants fast nur „Daily Deals“-Kunden; Vollpreis-Zahler wären außen vor)?
  • Kann durch Groupon etwaiger Leerlauf reduziert werden (Bsp.: Auffangen von Umsatzrückgängen bei Sommerausflugszielen im Winter)?
  • Sind Restriktionen, die von Groupon& auferlegt wurden, Kunden unfreundlich und daher vielleicht sogar Geschäftsschädigend?
  • u.a.

Fazit

Groupon&Co bieten in den vielen Fällen eine effiziente (Web)Plattform zur Neukundenakquise und Leadgenerierung- gerade für noch unbekannte Unternehmen. Im Modell wurde gezeigt, dass die Gewinnmaximierungsstrategien von Groupon und den Unternehmen stark differieren, woraus sich für Unternehmen, die sich die Schaltung eines Deals überlegen, Handlungsbedarf ableitet. Einen Teil dieses Handlungsbedarfs können Unternehmen abdecken, indem sie die obig gestellten Fragen beantworten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Am Ende wird transparenter, welchen Kanal man bearbeiten sollte und ob Groupon&Co in Summe lukrativ sind oder nicht. Ich schätze den Gedanken, dass Grouponning ein „Investment“ darstellt, welches sorgfältig kalkuliert werden muss (und deswegen auch in die Online Marketing Planung eingebettet sein sollte)- ein Verzicht hierauf verbrennt nur Geld.