Social Media Studie 2011: Fortschreitende Professionalisierung

Experimentieren auf Social Media war gestern. Heute sind Unternehmen, die in die sozialen Medien einsteigen, zunehmend auf richtungsweisende Steuerungsrichtlinien für die nachhaltig erfolgreiche Kommunikation auf Social Media angewiesen, wenn sie ernst genommen werden wollen.

Warum sind manche Schweizer Unternehmen jahrelang ohne nennenswerte Erfolge auf Social Media aktiv, während andere kurzfristig einsteigen und schnell gute Ergebnisse erzielen? Die Frage, wie sich Schweizer Unternehmen für nachhaltig erfolgreiche Kommunikation in den sozialen Medien organisieren, hat uns seit geraumer Zeit beschäftigt. Michael und ich sind ihr mit einer Befragung der Kommunikationsleiter führender Schweizer Firmen im Rahmen des Harbour Club Symposiums auf den Grund gegangen. Mit erstaunlichen Erkenntnissen.

Der tiefe Graben zwischen Avantgarde und Nachzüglern
Es zeigen sich markante Unterschiede zwischen den sehr erfahrenen und seit mindestens drei Jahren auf Social Media aktiven «Benchmark»-Unternehmen, die als «Early Adopter» mit dem «Trial-and-Error»-Verfahren umfassende Erfahrungen in den sozialen Medien gesammelt haben, und den übrigen Clustern der Studie, die aus den «Anfängern», den «Frühen Vorsichtigen», den «Aufkommenden» und den «Professionellen» bestehen.

Erst Feuer und Flamme, dann grosse Enttäuschung
Ganz besonders interessant ist die Erkenntnis, dass «Anfänger» zwar genau gleich lang auf Social Media aktiv sind wie die Gruppe der «Aufkommenden» und «Professionellen», aber wenig Erfolge verbuchen und den Reifegrad ihrer Kommunikation und Organisation in den sozialen Medien selbst als klein einstufen. Während die «Anfänger» und die «Frühen Vorsichtigen» mit grosser Motivation in Social Media einsteigen, sind die Erwartungen so gross und das Involvement der Geschäftsleitung so klein, dass nach eins, zwei Jahren ohne Strategie, ohne spezifischen Content  und ohne Guidelines die Luft raus ist. Zurück bleibt grosse Enttäuschung und die Frage, was man falsch gemacht hat. Manchmal führt dies zu Schlussfolgerungen wie diejenige, dass Social Media wenig oder nichts bringen – ausser hohen Kosten.

So machen es die Besten
Was also ist das Erfolgsrezept der in den sozialen Medien führenden «Benchmark»-Organisationen? – Einerseits werden Social Media von der Geschäftsleitung «top down» gelebt  und haben via Strategie ihre Verankerung im Unternehmen. Andererseits lebt das Engagement in Social Media von explizit dafür erstellten Inhalten, welche ihren Platz in der Unternehmenskommunikation und ihre crossmediale Verknüpfung zu allen anderen Kommunikationskanälen des Unternehmens haben.

Bemerkenswert ist, dass die «Benchmark»-Unternehmen sich aufgrund ihres Vorsprungs und ihrer jahrelangen Erfahrung auf Social Media leisten können, ohne interne Social Media-Guidelines auszukommen. Auch verpflichten sie sich im Gegensatz zu den meisten anderen Unternehmen nicht dazu, auf Kommentare schneller als innerhalb von vier Stunden zu antworten, denn bei ihnen ist sie Social Media-Kultur bereits in Fleisch und Blut übergegangen.

Wahres Commitment ist entscheidend
Einfach mal nebenbei «etwas Social Media» zu betreiben, weil der Sohn des Geschäftsführers findet, dass das Unternehmen erst dazu gehört, wenn es eine eigene Facebook-Präsenz auf die Beine gestellt hat, funktioniert nicht. Wer jetzt mit Social Media anfängt oder endlich zufriedenstellende, nachhaltige Resultate in den sozialen Medien erzielen möchte, sollte eine Strategie, die in die Kommunikationsstrategie integriert ist, ein Social Media-Konzept und Social Media-Guidelines erarbeiten, zu den neuen Kanälen passende Inhalte generieren und die Geschäftsleitung ins Boot holen.

Die Zeit des Experimentierens ist vorbei
Die Nachzügler haben im Vergleich zu den «Benchmark»-Unternehmen das Nachsehen. Während letztere mit ihren ersten Schritten vor ein paar Jahren noch ungestört experimentieren konnten, können sich erstere heute keine Fehler mehr erlauben. Das unternehmerische Experimentieren auf Social Media scheint endgültig vorbei zu sein, denn die Professionalisierung ist bereits in vollem Gang.

Was es noch braucht
Es braucht Geduld und langfristiges Engagement mit spezifisch für Social Media erstellten Inhalten, welche von in sozialen Medien versierten Kommunikationsverantwortlichen erstellt und vertrieben werden. Ressourcen sind vonnöten, aber auch die Bereitschaft, Social Media dauerhaft in die Kommunikationsstrategie und -massnahmen zu integrieren. Nur dann haben Unternehmen langfristig die Aussicht auf eine nachhaltig erfolgreiche Kommunikation in Social Media.

Viele weitere spannende Ergebnisse der Social Media Studie 2011 «Wie organisieren Schweizer Unternehmen die Kommunikation in sozialen Medien?» gibt es hier zu entdecken.

Kontrolle, Einfluss und Steuerung in sozialen Medien

Kontrollverlust ist das Schreckgespenst vieler Unternehmen, die in der Welt sozialer Medien aktiv sind oder aktiv sein wollen. Dabei sind z.B. Markenkampagnen in sozialen Medien erst dann erfolgreich, wenn Unternehmen die Kontrolle über Kommunikation und Kampagne aus den Händen geben können. Nicht nur Informationen werden in sozialen Netzen geteilt, sondern auch Verantwortung.

3823-blasted-thumb-500x235-3822.jpg

Die Angst vor dem Kontrollverlust führt dazu, dass viele Unternehmen nach wie vor wie Broadcaster kommunizieren und sich schwer mit dem Schritt vom Mit-Teilen zum Teilen tun.

Das Individuum ist Klasse – und wird überbewertet
Eine Ursache für das Dilemma ist die Fokussierung auf individuelle Kommunikation in sozialen Medien, gefolgt von den Mythen, die sich um den Begriff der Authentizität ranken. Unbestritten können beide Aspekte Bausteine einer Kampagne sein. Dass es auch ohne geht zeigt Apple: ohne nennenswertes Engagement eine der präsentesten Marken in sozialen Medien. Der Dialog findet unter Ausschluss des Unternehmens statt.

Die Präsenz von Apple ergibt sich aus einer herausragend entwickelten Marken- und Produktstory, die „Lesern“ das Gefühl vermittelt mit jedem „Satz“ ihr Bedürfnis nach Design, Innovation oder Anwenderfreundlichkeit befriedigt zu sehen. Apple hat über die Markenstory ein Monument erschaffen, dass von vielen täglich transmedial reproduziert wird. (ergänzend zum Thema „Product Storytelling“ auch Doody 2011)

Vom Dokument zum Monument
Soziale Medien leben nicht nur von Dokumenten, d.h. Informationen, die im Alltag zwischen Menschen ausgetauscht werden. Soziale Medien produzieren oder reproduzieren (im Fall von Apple) auch Monumente, die sich an eine nicht weiter spezifizierte Umwelt und Nachwelt richten.

Kleine Monumente oder Stories in sozialen Medien sind die Sterne einer Produktbewertung oder ein Eintrag in der Wikipedia. Große Monumente sind die Spuren von vergangenen Kampagnen (bsp. Greenpeace vs. Nestle). Hier tritt das Individuum bzw. der Akteur hinter einer Akkumulation oder Kollaboration zurück. Die Information richten sich nicht an eine bestimmte Person zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern wird gewissermaßen für die Ewigkeit angelegt. Auf dieser Ebene spielen Individuum und Authentizität keine Rolle mehr.

Unternehmen können auf dieser Ebene Einfluss nehmen: dazu muss die Kommunikation in sozialen Netzwerken in die transmediale Marken- und Produktkommunikation integriert werden.

Systemdynamik
Kommunikation in sozialen Medien, das Engagement von Personen und die (Re-)Produktion von Monumenten findet in einem dynamischen Umfeld statt. Kommunikation und Umwelt beeinflussen sich gegenseitig. Aktuelle Trends und Ereignisse beeinflussen den Erfolg einer Kampagne ebenso wie kulturelle Aspekte und Wertewandel.

Kampagnen in sozialen Medien beeinflussen auf dieser Makroebene u.a. die Relevanz von Seiten in Suchmaschinen, Google Trends und den Preis von Addwords.

Unternehmen können auf die Systemvariablen nur bedingt Einfluss nehmen. Auf Basis von Systemarchetypen können sie jedoch Entwicklungen prognostizieren, Szenarios bzw. Risiken kalkulieren und Maßnahmen einleiten.

Nimm drei …
Unternehmen können den Erfolg ihrer Kampagnen in sozialen Medien steuern, wenn sie alle drei beschriebenen Ebenen in Strategie, Maßnahmen und Monitoring berücksichtigen. Selbst begrenztes Engagement, das in der Praxis scheinbar nur auf direkten Dialog ausgerichtet sind (bspw. HR) wirken auf allen Ebenen.

Ebene

Merkmal

Maßnahmen

Monitoring

Agent-Based

Akteure, Dokumente,  Gegenwart,
Alltag

Persönlicher Dialog

Mention, Akteure

Case-Based

Stories, Monumente, Reproduktion, Zukunft  

Story-Entwicklung

Keywords, Sharing

System Dynamics

Werte, Kontext, Trends, Tradition

Szenario-Management

Trends, Events, SEM

Der Blick auf alle drei Ebenen ist Grundlage für Professionalisierung und Exzellenzprozesse. Neben der Einflussnahme auf allen drei Ebenen gehört zu den Merkmalen einer erfolgreichen Kampagne der Faktor „Identifizierbarkeit“ von Unternehmen und Themen auf allen drei Ebenen (Identifizierbarkeit ersetzt Authentizität)
.
… und einen Usecase
Bei fast allen Kunden sind die Case-Based-Ebene und System Dynamics an der Entscheidungsfindung beteiligt. Bei einer zunehmenden Zahl an Kunden spielt die Kommunikation mit Unternehmen oder anderen Bezugspersonen auf der Agent-Based-Ebene eine Rolle.

Für Kunden lassen sich verschiedene idealtypische Wege zur Kaufentscheidung durch diese drei Ebenen beschreiben.

3826-usecase-thumb-500x241-3825.jpg

Im dargestellten Fall trifft der Kunde nach einem Erstkontakt in sozialen Medien, einer Recherche und wiederholter Abstimmung mit Bezugspersonen seine Kaufentscheidung.

Tatsächlich findet der Kontrollverlust von Unternehmen da statt, wo sie sich mit ihren Aktivitäten lediglich auf die erste (Agent-Based) Ebene konzentrieren und die erweiterten Möglichkeiten der Einflussnahme und Steuerung nicht wahrnehmen.

Besonderer Dank geht an Ethan Trewhitt, Elizabeth Whitaker, Erica Briscoe, and Lora Weiss die mit ihrem Beitrag in Social Computing, Behavioral-Cultural Modeling and Prediction wesentlich dazu beigetragen haben, dass frei herumschwirrende Gedanken in ein terminologisches Korsett geschnürt wurden.

Das Thema „Mitteilen und Teilen“ steht im Mittelpunkt meines Beitrags „Who shares“ auf der demexco 2011. Am 22. September. Speakers Corner um 10:30 Uhr.

Social Media in der Praxis: Social Media Monitoring und rechtliche Fallstricke in sozialen Netzwerken

Je grösser der Stellenwert von Social Media wird, desto mehr steigt der Druck auf Unternehmen, sich auf die eine oder andere Art damit auseinander zu setzen.

Am eBusiness Kongress 2011 im Rahmen der Aiciti Messe in Zürich hatte ich die Gelegenheit, zusammen mit Oliver Staffelbach von Wenger & Vieli, zwei spannende Aspekte von Social Media in der Praxis zu erläutern.

Im ersten Teil ging es um Social Media Monitoring.

Dadurch, dass immer mehr Menschen sich immer häufiger online zu Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen austauschen, ergeben sich zahlreiche Chancen und Risiken für Unternehmen.
Die Chancen sind unter anderem direktes Feedback von Kunden zu erhalten, Trends zu eruieren, die Wirksamkeit der eigenen Kommunikation zu messen und bei negativen Diskussionen gewarnt zu werden.

Die Risiken liegen grundsätzlich darin, etwas zu verpassen. Social Media ist nicht ein Ort den man beobachten kann, sondern verteilt sich auf eine schier endlose Zahl an Webseiten. Die Identifikation von relevanten Ereignissen, Quellen und Absendern ist eine der Hauptaufgaben des Monitorings.

Ich habe den Vortrag in folgende Kapitel aufgeteilt:
– Gründe für ein Monitoring
– Grundlage des Monitorings
– Herauforderungen
– Key Learnings
– Roadmap zur Implementierung

Präsentation als PDF

Social-Media-Praxis Monitoring.pdf

Weitere Blogposts zum Thema Monitoring findet man hier.

Im zweiten Teil sprach Oliver Staffelbach über die rechtlichen Fallstricke in Social Media. Zahlreiche Aspekte von Social Media sind hier kritisch zu betrachten, wie bspw. wenn man angegriffen wird und dieser Beitrag dann bei Google unter den Top Resultaten erscheint. Das kann die Wahrnehmung von einem Unternehmen schnell nachhaltig beeinflussen und zu erheblichem wirtschaftlichem Schaden führen.

Ein sehr spannendes Referat von Oliver, welches drei Themenbereiche behandelten:
– Persönlichkeitsverletzungen im Internet
– Der Arbeitnehmer in sozialen Medien
– Der Arbeitgeber in sozialen Medien

Vortrag zum Download

Rechtliche Fallstricke.pdf

.

Social Media in der Schweiz: Wieviel wird tatsächlich diskutiert?

Letzte Woche durfte ich am Internetbriefing Zürich wieder einmal über Social Media Monitoring sprechen. Darin enthalten ist ein Slide über die Entwicklung des Beitragsvolumen zum Suchwort „Migros“ bzw. wieviele einzelne Beiträge, welche das Wort „Migros“ enthalten, wurden im laufe der Zeit veröffentlicht.

1386-Buzzient Enterprise-107-thumb-500x361-1385.jpg

Die Zahlen sprechen für sich: Das Volumen nimmt stark zu. Vor allem im Vergleich zu 2010. Dies bestätigen auch andere Accounts, welche wir Testweise für Kunden mit Buzzient aufgesetzt haben.

Wenn wir das Volumen der einzelnen Beiträge zu einem Suchbegriff im Jahr 2009 mit dem ersten Quartal 2010 vergleichen, ist das Resultat sehr deutlich. Es wurden nur Posts in Deutscher Sprache ausgewertet.

Beiträge 2009 (ganzes Jahr).

  • Swisscom: 5’800
  • Cablecom: 1’900
  • Migros: 3’000
  • Coop: 2’200
  • Raiffeisen: 3’200
  • Sunrise: 1’300

Beiträge 2010 (erstes Quartal) plus: Wieviel des letztjährigen Volumen bereits erreicht wurde (in Prozent).

  • Swisscom: 3’300 (57%)
  • Cablecom: 850 (44%)
  • Migros: 2’300 (77%)
  • Coop: 1’800 (82%)
  • Raiffeisen: 2’100 (65%)
  • Sunrise: 370 (30%)

Im Schnitt bedeutet dies, dass nach den ersten drei Monaten im 2010 59% des Beitragsvolumen des gesamten letzten Jahres bereits erreicht wurde.

Anhand von zwei Accounts in Englisch für die Credit Suisse und die UBS, sieht man, dass dies auch im grösseren Masstab zutrifft.

Beiträge 2009 (ganzes Jahr).

  • Credit Suisse: 19’000
  • UBS: 56’000

Beiträge 2010 (erstes Quartal) plus: Wieviel des letztjährigen Volumen bereits erreicht wurde (in Prozent).

  • Credit Suisse: 18’500 (97%)
  • UBS: 39’000 (70%)

Die Zahlen sind gar noch eindrücklicher.

Fazit: In Social Media werden Sie als Unternehmen diskutiert, ob Sie es wollen oder nicht. Diese Diskussion nimmt zudem stark zu. Also heisste es: Zuhören und aktiv werden!

Social Media Monitoring: Tools (Teil 1)

Der Entscheid zur Verwendung eines Social Media Monitoring-Tools hat besondere Relevanz. Darum werde ich vor den Erläuterungen der „Ersten Schritte mit Social Media Monitoring“ über die Entscheidung für das richtige Tool sprechen.

Unendliche Weiten
Kaum überschaubar ist die Liste aller momentan im Markt befindlichen Produkte, welche Social Media Monitoring können sollten.

1238-Social Media Monitoring Tools-thumb-500x370-1237.jpg

Anbieter von Social Media Monitoring Tools.

Wichtig dabei ist zu sehen, dass nicht alle Tools das gleiche Servicelevel (siehe Grafik) anbieten und somit auch nicht alle Tools direkt vergleichbar sind. Wir benennen die Level wie folgt: Datensammlung, Bereinigung, Bewertung und schliesslich die Detailanalyse auf Postebene. Erst auf der Ebene des letzten Levels, der Detailanaylse, kann das Unternehmen sich ein Urteil über die verschiedenen Meinungen/Posts bilden und Massnahmen dafür entwickeln.
Unterschiedlichste Produktlösungen werden für jedes Level angeboten. Eine reine Datensammlung kann bspw. bereits Google Blogsearch oder die Twittersuche abdecken. Tools welche sämtliche Levels untersuchen sind bspw. Buzzient oder Sysomos Heartbeat. Jedes Level, welches das Tool nicht abdeckt, muss dementsprechend manuell vom Unternehmen nachgeführt werden.

Da gerade Unternehmen sich jeden Tag mit einer grossen Anzahl Posts konfrontiert sehen, macht es Sinn ein Monitoringtool einzusetzen, welches die komplette Tiefe an Monitoringleistungen erbringen kann. Tausende von Posts lassen sich kaum ohne Qualitätseinbussen manuell auswerten.

1241-Social Media Monitoring Ebenen-thumb-500x377-1240.jpg

Verschiedene Servicelevels werden von Social Media Monitoring Tools abgedeckt.

Folgende konkrete Mindestanforderungen müssen dabei von einem Tool erfüllt werden:

  • Quellenabdeckung: Alle relevanten und durchsuchbaren Social Media Quellen müssen jederzeit abgedeckt werden.
  • Volumenanalyse: Volumenentwicklung, Share of Voice
  • Sentimentanalyse in DE/FR/IT: Differenzierte Stimmungsanalyse, aggregiert und auf individueller Postebene.
  • Identifikation der Meinungsführer und Quellen: Identifizierung von einflussreichen User/Quellen, Extremmeinungen und sehr aktive User/ Quellen müssen identifiziert werden können.
  • Automatisiertes Reporting: Wenn ich regelmässig Resultate aus dem Monitoring präsentieren oder weiterleiten möchte, ist das ein absolutes Killerkriterium. Es muss möglich sein, in verschiedenen Formaten per Klick Daten zu exportieren.
  • Identifizierungen zentraler Themen: Wichtiges Feature um Keywordlisten aktuell zu halten und Themen auch ausserhalb der definierten Keywords identifizieren zu können.
  • Email Alerts: Granular konfigurierbare Email Alerts die regelmässig informieren und bei speziellen Events Alarm schlagen.
  • Datenspeicherung: Einerseits geht es dabei, wo die Daten genau liegen, also um den Sicherheitsaspekt, und andererseits ob auch alle Daten dh. auch Posts vergangener Jahre erfasst werden. Historische Datenanalyse ist zwingend, gerade auch um ein valides Bild der Meinungsführer zu bekommen.

Klar ist die Ausprägung der einzelnen Kriterien entscheidend, aber eine grobe Sortierung der Tools ist damit schon möglich. Erstaunlich viele Tools, welche ich getestet habe, fallen bei mindestens einem Kriterium schon durch.

Features welche aufgrund der Charakteristiken von Social Media wenig Sinn machen und auch zu keinen validen Aussagen führen:
Ländereingrenzung: Schwierig hier verlässliche Aussagen zu machen, da Indikatoren wie bspw. URL oder Lage des Servers nicht immer funktionieren. Zudem orientieren sich Social Media Plattformen weniger an Landesgrenzen.
Faktoren wie Alter, Geschlecht, Einkommen etc.: Aufgrund einer automatischen Analyse geht das schlicht nicht oder nur bei einem verschwindend kleinen Teil der Quellen ist das möglich.

Soweit zum ersten Teil. In einem kommenden Post werde ich noch konkreter über die Tools schreiben.

PS: Danke Regula für den Support!

Einführung in Social Media Monitoring

Social Media Monitoring ist ein Thema, welches nicht nur sehr spannend sondern auch anspruchsvoll ist. In einer mehrteiligen Serie möchte ich deshalb die wichtigsten Punkte zu diesem Thema aus unserer Sicht beleuchten.

Immer mehr Konsumenten werden auf sozialen Plattformen aktiv und tauschen sich dort über alles aus, was ihnen in ihrem Alltag begegnet („Nielsen Studie„) . Das können sehr triviale Dinge sein aber zunehmend äussern sie sich also öffentlich zu ihren Empfindungen oder Erfahrungen mit bestimmten Produkten oder Marken.

Diese Äusserungen bieten für Unternehmen die Chance, direkt Konsumentenfeedback zu erhalten. Ein weiterer Schritt muss dann natürlich auch sein, auf dieses Feedback zu reagieren. Gerade beim Kaufentscheid zeigt sich, dass viele Konsumenten sich stark von Benutzer-Kommentaren zu einem Produkt oder Unternehmen bei ihrem Kaufentscheid beeinflussen lassen.

Wo und was soll gesucht werden?
Gerade das „WO“ ist bei der Geschwindigkeit, mit welcher soziale Plattformen und Applikationen entstehen und sich weiterentwickeln eine zentrale Herausforderung. Wer hier manuell versucht, den Konsumenten zu folgen, stellt sich einer praktisch unlösbaren Herkulesaufgabe. Es gibt aber zahlreiche Dienste, welche hier unterstützen können. Google als ein einfaches Beispiel durchsucht mittlerweile auch Blogs und nimmt nach und nach auch weitere Kanäle wie bspw. Twitter oder Facebook hinzu.

1180-social-media-map3-thumb-500x440-1179.png

Undurchsichtiger Dschungel an Social Media Plattformen

Weitaus anspruchsvoller ist die Frage nach dem „was“, also nach was suchen wir überhaupt?
Klar muss der Unternehmensname gesucht werden aber bereits hier kann schwierig werden. Sprechen Konsumenten jetzt von der Helvetia obwohl die Firma Helvetia Versicherungen lautet? Wird Migrolino diskutiert oder einfach die Migrotankstelle?
Zusätzlich werden die Begriffe nicht immer nur im Zusammenhang mit ihrem Unternehmen verwendet. Helvetia führt zu zahlreichen Treffern ohne Versicherungszusammenhang, ABB steht auch für „Anything but Bush“ und wenn ich von CS (Credit Suisse) spreche, kann ich mich auch auf ein Computerspiel beziehen (Counter Strike).
Noch schwieriger wird die Suche nach abstrakten Themen wie Bonus, Abzocker, Kundenbedürfnis oder Swissness. Entweder man sieht sich mit sehr vielen Treffern konfrontiert, welche kaum auszuwerten sind, oder man erhält oft zu wenig Resultate.

Die Resultate müssen nun noch bereinigt, bewertet und detailliert analysiert werden. Dafür gibt es zahlreiche Tools, die ich in einem weiteren Blogpost noch beleuchten werde.
Nur wenn sie ein detailliertes Bild der Diskussion haben, können sie beginnen, Massnahmen zu entwickeln und den Dialog aktiv mitgestalten.

Zusammenfassend sind dies die grössten Herausforderungen im Umgang mit Social Media Monitoring:

  • Social Media ist ein bewegliches Ziel, bei welchem ständig neue Quellen, Funktionen und Meinungsführer auftauchen oder verschwinden.
  • Der Schlüssel zum Erfolg und mit Abstand grösste Herausforderung liegt in der Definierung und Abgrenzung der Suchbegriffe.
  • Plattformen orientieren sich nicht an Landesgrenzen sondern eher an Sprachgrenzen.
  • Der Schweizer Markt ist sehr klein und in drei Sprachen geteilt. Dies macht die Auswertung schwierig, da die Grundgesamtheit sehr klein ist und kaum Tools alle drei Sprachen mit sämtlichen Analysefunktionen abdecken.
  • Tools bieten Support bei der Auswertung, aufgrund der Komplexität von Social Media ist ein beträchtlicher Teil von „Handarbeit“ d.h. manueller Auswertung immer nötig.

Soweit zu einer kleinen Einführung in das Thema. Weiter geht es in Kürze mit Blogposts zum Thema Social Media Monitoring mit Fokus auf „Erste Schritte„, einer „Toolübersicht“ und „Trends im Social Media Monitoring“.