Vortrag am Finance Forum: Trends im Web, Chancen und Risiken für eine Bank

Pascal Dürr, Leiter Distribution bei Raiffeisen Schweiz, und ich haben am Finance Forum gemeinsam einen Vortrag zu Basis-Trends im Internet gehalten, welche unseres Erachtens auch relevante Auswirkungen auf die Banking-Branche haben. Hier die Zusammenfassung in Textform und unten die Präsentation:

Der zukünftige Bankkunde…

  • informiert sich online
  • vertraut eher seinen Freunden als dem Bankberater
  • braucht die Filiale selten bis gar nicht
  • verbringt 95% seiner Kontaktzeit zur Bank „online“
  • hat eigenes Finanzwissen
  • Will jederzeit und überall Zugriff auf die wichtigsten Bank-Services haben

Trend 1: Social Media
Das Internet wird sozial, resp. viele Personen sind inzwischen auf der einen oder anderen Social Networking Plattform, wie z.B. Facebook, XING oder Twitter vernetzt und tauschen sich dort auch rege aus. Der Informationsfluss zwischen den Bankkunden wird dadurch beschleunigt und die publizierten Informationen werden über Suchmaschinen im Zusammenhang mit der Marke auffindbar. Dieser neuen Direktheit resp. Transparenz sollte man als Bank Rechnung tragen. Wir schlagen dazu folgende konkreten Massnahmen vor:

  • Online Kommunikation im Sinne eines Online-Dialogs zwischen der Bank und den Kunden in der Organisation verankern
  • Aufbau eines Online Reputation Monitorings
  • Erstellung von „Social Media Guidelines“ für die eigenen Mitarbeiter

Trend 2: Self Service
Der Trend zum „Self Service“ im Internet hält an. Es gibt immer mehr „Online Beratungs Applikationen“, wie z.B. Hypothekenrechner, Pensionsrechner, Vergleichsrechner, etc., und natürlich auch das etablierte klassische Online Banking.
Diese „Online Services“ werden laufend umfangreicher und lassen sich immer einfacher bedienen. Das führt dazu, dass die Kontaktzeit zwischen Bank und Kunde sich mehr und mehr vom realen Beratungsgespräch hin zum „Online-Kontakt“ verschiebt.
Zusätzlich hat das zur Folge, dass wenn dann doch einmal ein persönliches Beratungsgespräch stattfindet, der Kunde meist schon sehr gut informiert ist, was die Sache für die Berater natürlich nicht einfacher macht.
Eine weitere zu beobachtende Entwicklung sind neue Firmen, welche sich auf den Banking-Service-Bereich fokussieren. Sie versuchen, Banking-Services von verschiedenen Banken in einer standardisierten Form anzubieten und so eine Banking-Metaebene zu generieren. Zu nennen wären hier als Beispiele mint.com (Budgetplanung) oder Paypal.com (Zahlungsverkehr). Sollten sich solche Plattformen in Zukunft durchsetzen, wäre der direkte Online-Kontakt zwischen Bank und Kunde stark gefährdet, resp. der Kunde würde dann nur noch diese „Umbrella-Services“ nutzen, und nicht mehr auf „seiner“ Bankenplattform arbeiten. Das hätte zur Folge, dass die Banken mehr und mehr im Hintergrund agieren würden, und die Aussenwahrnehmung stark reduziert würde.
Im Zahlungsverkehr bei Online-Shops ist es heute schon so, dass die klassischen Banken keine direkte Rolle spielen und das Feld den Kreditkartenunternehmen und Paypal überlassen.
Um den Trend „Self Service“ stärker Rechnung zu tragen schlagen wir folgende konkreten Massnahmen vor:

  • Laufender Ausbau der Online Beratung (Applikationen, Kontaktmöglichkeiten)
  • Erweiterung des eBankings um Online Beratungs-Services
  • Verfolgung der Vision einer „Online Bank“ mit welcher man 95% der Kundenbedürfnisse online abdecken kann.

Trend 3: Mobile
Internet-taugliche Smartphones sind seit der Lancierung des iPhones anno 2007 state-of-the-Art und immer weiter verbreitet. Damit hat auch die Erwartungshaltung der Kunden in Bezug auf die mobil angebotenen Services zugenommen – natürlich auch im Banking Sektor. Es stellt sich die Frage, ob es in Zukunft „Mobile Banking“ braucht oder ob es nur ein Hype ist. Wir sind der Meinung, dass Banking definitiv mobil wird und die Kunden in Zukunft erwarten, auch unterwegs Saldi abfragen zu können oder Transaktionen zu tätigen. Jederzeit und überall.
Um diesem Trend stärker Rechnung zu tragen, schlagen wir folgende konkreten Massnahmen vor:

  1. eBanking für mobile Browser optimieren (kleine Bildschirmauflösungen, wenig neue Security-Issues)
  2. Native Mobile Banking Applikationen entwickeln (iPhone, Android, etc.)
  3. Zusätzliche Mobile-Services anbieten (z.B.: Budget-Planning inkl. Synchronisation zu eBanking)
  4. Mobile Zahlungsverkehr à la Paypal mit einheitlichem CH-Standard.

Hier die Präsentation dazu:

Webseiten Device Detection – Boost your mobile web!

Viele Unternehmen verfügen neben ihrem eigentlichen Internetauftritt auch über eine Mobile-Webseite. Optimalerweise bieten sie darauf ihren Besuchern für mobile Endgeräte optimierte Inhalte an, welche insbesondere hinsichtlich Inhalt und Darstellungsform (Templates) entsprechend aufbereitet werden. Leider sind viele Mobile-Webseiten aber nur über einfache Links im Inhalt oder der Navigation auf den regulären Unternehmenswebseiten verlinkt und somit nur suboptimal zugänglich (Accessibility!).
In der Konsequenz führt dies dazu, dass die Mobile-Webseite entsprechend wenig besucht wird und sich bereits getätigte Investitionen oder Investitionen in künftige Mobile-Vorhaben nur schwierig erklären und verkaufen lassen.

Für genau dieses Problem schafft die so genannte Device oder auch User Agent Detection Abhilfe!

Als User Agent wird das Client-Programm bezeichnet, mit dem ein Netzwerkdienst genutzt wird. Der User Agent ist somit die Schnittstelle zur Webseite, die die Inhalte darstellt und mit welcher der Benutzer interagiert. Beispiele für User Agents sind Webbrowser, E-Mail-Programme oder Newsreader. Alle mobilen Endgeräten übertragen mit ihrem User Agent ihren Namen/Art (beispielsweise iPhone, Acer PRO80, Blackberry) und weitere device-spezifische Informationen (bspw. Bildschirmgrösse) in den Header-Zeilen bei Anfragen (Requests) an den Webserver. Die Webseiten Device Detection liest dabei diese Informationen aus und leitet den User in Abhängigkeit seines User Agents auf die entsprechende Webseite weiter. Dadurch wird der Benutzer eines iPhones beispielsweise beim Aufruf von www.gkb.ch automatisch auf www.mobile.gkb.ch weitergeleitet. Würde der Benutzer aber mit seinem Laptop oder Desktop ebenfalls www.gkb.ch aufrufen, würde ihn die Detection nicht weiterleiten, sondern ihm die reguläre Webseite (www.gkb.ch) anzeigen, da er ja nicht mit einem mobilen Endgerät auf die Webseite zugreift.

2617-UAD_Schema-thumb-500x397-2616.png

iPad und Co. eröffnen neue Chancen am Point of Sale

Tablet PCs gibt es ja eigentlich schon ziemlich lange. Das iPad von Apple schaffte es den Markt neu zu beleben, so dass Unternehmen zurzeit vermehrt mit der Evaluation neuer Anwendungsmöglichkeiten reagieren.

2552-ipad-Enterprise-thumb-500x682-2551.jpg

Welche Chancen ergeben sich aus der neuen „Gerätekategorie“ iPad im eigenen Unternehmen?

  1. Externe iPad Applikationen
    Externe iPad Applikationen sind grundsätzlich für jedermann im offiziellen App Store von Apple zu finden. Die Vielfalt an Applikationen ist bereits sehr gross und reicht von E-Shops, Games, Zeitschriften usw.
    Je höher der Kontextfit ist, desto erfolgreicher wird m.e. die Applikation sein. Es gilt den funktionellen Gap zu identifizieren, der zwischen Smartphone und Notebook besteht, um heraus finden, welche spezielle User Experience ein Benutzer mit dem iPad erleben kann. Dabei ist zu beachten, dass das iPad primär ein „Konsumgerät“ von Inhalten ist (hoher Multimedia-Anteil) und nur sekundär der Kommunikation dient. Oft zitierter Einsatz des iPads ist die Nutzung als ergänzenden Informations-Kanal zum TV: „Mal schnell nachschauen, was über den Film in Wikipedia geschrieben wird“.

    Eine noch spannendere Dimension scheint sich momentan im im Bereich der internen „Enterprise-Applikationen“ zu entwickeln.

  2. Interne iPad Applikationen
    Interne Applikationen werden im Gegensatz zu externen Applikationen speziell für die Zielgruppe „eigene Mitarbeiter“ im Unternehmen erstellt und auf internen iPads ausgerollt. Anwendungsszenarien sind oft Effizienz getrieben (z.B. Prozessunterstützung). Applikationen können dabei sowohl Kommunikations- und Informationscharakter, z.B. für Management Reportings haben und müssen dabei nicht zwingend über native Applikationen realisiert werden.

    Neben dem rein internen Einsatz von iPads durch Mitarbeiter ergeben sich im B2C, an der Schnittstelle zu den Kunden neue Chancen am Point of Sale. Einzelne Unternehmen (z.B. Mercedes-Benz, ) sind bereits auf diesen Zug aufgesprungen. Weitere folgen.

    Wie funktioniert das genau? In Kundengesprächen benötigen Verkaufsberater möglichst einfachen und schnellen Zugriff auf Informationen. Dies können Kataloge, Produktbilder, Produktdetails aber auch Preislisten oder Rabatt-Konditionen sein. Darüber hinaus ist ein Verkaufsprozess oft auf weitere Hilfsmittel wie Taschenrechner, elektronische Preisabfragen, Marktentwicklungen, Informationen zu offenen Lagerbeständen etc. angewiesen. Der kritische Erfolgsfaktor im Gespräch ist Geschwindigkeit, beispielsweise eine Preisabfrage muss sehr schnell gehen. Das besondere stellt die Auflösung der typischen Desk-Situation dar. Das „Halten“ des iPads macht den Kundenberater noch ortsunabhängiger, das Gerät kann wie in einem Dialog hin und her gereicht werden. Abklärungen und Dateneingabe können noch besser organisch und in Echtzeit gehandelt werden. Die Eleganz und Werthaftigkeit des Gerätes unterstützt den Verkaufsprozess.

    Ein Tablet PC wie das iPad schafft es also noch besser, Informationsquellen und Tools vom Ort unabhängig bedienbar machen. Darüber hinaus können z.B. generierte Preisberechnungen oder Produktkataloge fast zeitgleich an den Kunden übermittelt werden, z.B. via E-Mail. Auch Anbindungen an ERP- und CRM Systeme sind auf sichere Weise realisierbar.

Bezogen auf die eigene Unternehmung gilt es also genau zu überlegen, welche bestehenden (oder gar neuen) Services sich über diesen Kanal sinnvollerweise ergeben. Hier fallen mir bereits einige Themen ein:

  • Kundenberater im Versicherungsumfeld: Prämienberechnungen und Vertragsauskunft bei Kundenbesuchen
  • Mobiler Produktkatalog für Verkaufsberater (door-to-door selling )
  • Leasing- und Kreditberechnungen für Verkaufsberater
  • Ärzte: Erklärung von Krankheitsbildern (Krankheitsverlauf)
  • Spitäler: Patientenakten

Lassen sich auch Ihre Services gewinnbringend auf dem iPad einsetzen?

Trends im E-Commerce 2010

Heute morgen durfte ich, Dietmar Käppeli, an unserer Fachtagung in einem Referat aufzeigen, welche Trends im E-Commerce bereits in der Schweiz angekommen sind und was 2010 auf uns zukommen wird.

Dazu folgende Fragestellungen

  • Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, warum Käufer nach zwei Klicks abbrechen, obwohl die Shop-Usabilty erst kürzlich verbessert wurde?
  • Möchten Sie sich über kommende Standards bei der Gestaltung von Shop Designs informieren?
  • Wäre es nicht wünschenswert, wenn Kauferlebnisse in der Onlinewelt immer mehr an die Vorzüge des klassichen Stores angeglichen werden?
  • Sind Sie daran interessiert zu wissen, wie Kunden ihr Smartphone im E-Commerce heute schon einsetzen?
  • Und möchten Sie erfahren, was Klapperschlangen und Steaks mit Social Commerce zu tun haben?

Die nachfolgende Präsentation liefert Ihnen umfassend Antworten zu ausgewählten E-Commerce Trends. Falls Sie also eine oder mehrere Fragen mit Ja beantwortet haben, so wünsche ich Ihnen viel Spass beim Lesen.

Trends im E-Commerce 2010 [pdf, 4.4 MB]

Mobile Applicationstores boomen: Sterben mobile Webapplikationen aus?

Apple beherrscht mit seinem Applicationstore-Konzept das mobile Internet und bestimmt damit Regeln und Standards im Markt. Dies verdeutlichen auch Zahlen zu mobile Projekten. Doch neben dem iPhone gibt es eine Reihe weitere Endgeräte die global gesehen grosse Marktanteile einnehmen.

1196-appstore_mobile-thumb-500x319-1195.jpg

Bildquelle

Muss es denn immer eine native Applikation sein?
Folgt nach dem Applikationsboom vielleicht nicht doch irgendwann wieder vermehrt eine Rückkehr zu mobilen Webapplikationen?

5 Gründe sprechen m.e. dafür:

  1. Device Fragmentierung verhindert Reichweite
    Der Kern der Frage dreht sich um die oft diskutierte Fragmentierung bezüglich Multi-Devices in Kombination mit heterogenen Betriebssystemen. Dies ist vermutlich die grösste Herausforderung (oder Kostentreiber) für die Entwicklung. Es geht um Reichweite, oder noch einfacher um die Anzahl potentieller User die eine Unternehmung mit der Investition in ein Mobile Projekt erreichen kann. Bei mobilen Webapplikationen ist die Reichweite per se viel höher da mobile Browser zur Standardausrüstung gehören.
  2. Mobile Browser werden immer mehr „Desktop-like“
    Moderne Mobile Browser sind schneller geworden und gehen immer mehr in Richtung der heutigen Desktop Browser.
  3. Mobile goes „hybrid“
    Im einzigen Unterschied zu den Desktop Browser sollten Mobile Browser auch auf spezifische Funktionen wie GPS, Kamera, Kontaktliste oder Filesystem des Mobiltelefons zugreifen können. Die Bestrebungen gehen also in Richtung der hybriden Web-Applikationen. Initiativen wie Bondi nehmen sich dem Thema an.
  4. Mobile Web GUI’s und Applikations-GUI’s werden homogener
    User denken in User Interfaces. Klingt simpel, ist aber so! Ein Otto Normalverbraucher mit einer Daten-Flatrate interessiert es m.e. nicht, ob er eine mobile Webapplikation im Browser öffnet oder er sich eine native Applikation herunterlädt und installiert – solange es einfach und schnell geht.
    In anderen Worten liegt der Wettbewerbsfaktor vermutlich in der Usability. Es ist abzusehen, dass „bedienbare“ Touch Interfaces in Zukunft entlang der bekannten Application UIs‘ von Apple gestaltet werden. Technisch gesehen schafft man diese Annäherungen bei mobilen Webapplikationen mit vorhandenen Libaries wie jqtouch und iUi

  5. Applicationstores werden zunehmend unübersichtlicher.
    Mehr als 150’000 Applikationen umfasst derzeit der Applicationstore von Apple. Das Finden der richtigen Applikation wird also ähnlich der Entwicklung im World Wide Web laufend schwieriger. Eine mit dem Relevanz-Ranking von Google vergleichbare Suche fehlt bislang, ist aber m.e. je länger je mehr gefragt. In Summe wird sich die Suche nach Applikationen der Suche nach Webseiten annähern.
asdasdasdadasdasdasdApplicationstorewerdezunehmend unübersichtlicher. DieSuche ist unbefriedigend.
Mehr als <a href=“http://touch-news.de/2010/02/15/150000-anwendungen-im-app-store-ebooks-im-aufwind/“>150’000 Applikation</a> umfasst derzeit der Applicationstore von Apple. Das Finden der richtigen Applikation wird also ähnlich der Entwicklung im World Wide Web laufend schwieriger. Eine mit dem Relevanz-Ranking von Google vergleichbare Suche fehlt bislang, ist aber m.e. je länger je mehr gefragt. In Summe wird sich die Suche nach Applikationen der Suche nach Webseiten annähern.Applicationstores werden zunehmend unübersichtlicher.
Mehr als <a href=“http://touch-news.de/2010/02/15/150000-anwendungen-im-app-store-ebooks-im-aufwind/“>150’000 Applikation</a> umfasst derzeit der Applicationstore von Apple. Das Finden der richtigen Applikation wird also ähnlich der Entwicklung im World Wide Web laufend schwieriger. Eine mit dem Relevanz-Ranking von Google vergleichbare Suche fehlt bislang, ist aber m.e. je länger je mehr gefragt. In Summe wird sich die Suche nach Applikationen der Suche nach Webseiten annähern.
Applicationstores werden zunehmend unübersichtlicher. Die Suche ist unbefriedigend. Mehr als 150’000 Applikationen umfasst derzeit der Applicationstore von Apple. Das Finden der richtigen Applikation wird also ähnlich der Entwicklung im World Wide Web laufend schwieriger. Eine mit dem Relevanz-Ranking von Google vergleichbare Suche fehlt bislang, ist aber m.e. je länger je mehr gefragt. In Summe wird sich die Suche nach Applikationen der Suche nach Webseiten annähern.

    Könnten diese Gründe dem bereits vor 2 Jahren von Andreas Göldi verhofften Aufschwung nun definitiv zum Sprung verhelfen?

    Web-Hybride Mobile Applikation – Nearby. Namics.

    Idee

    Im Rahmen des lab.namics von Team Andi im November 2009 wollten wir (Olaf Egner und Hilar Lütolf) herausfinden, was mit Mobil-Hybriden Applikation möglich ist.

    Nearby. Namics.

    Bei Nearby. Namics. handelt es sich um eine Mobile Web-Hybride Applikation. Das bedeutet, dass diese Applikation vollständig auf einem herkömmlichen Webserver liegt und zu keiner Zeit auf dem Handy installiert werden muss – genau wie bei „normalen“ Web Applikationen. Der Unterschied liegt nun darin, dass diese Web-Hybriden Applikationen mit Hilfe von speziellen Javascript-Libraries auf gewisse Hardware-Funktionen des Geräts zugreifen können.

    Nearby. Namics. verwendet (sofern vom Gerät unterstützt) die Lokalisierung und zeigt an, abhängig von der Position des Benutzers, welcher Namics Standort geografisch am nächsten liegt – gemessen an der Luftlinie.

    Dazu greift Nearby. Namics. auf das navigator.geolocation-Objekt zu. Das Gerät nützt dann in aller Regel die jeweils genaueste Methode zur Ermittlung der eigenen Position (Geolocation), z.B. das GPS-Modul, Netz-basierte Techniken oder die IP-Adresse.

    Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die eigene Position an den Nearby-Server zu senden, dort abzuspeichern und gleichzeitig die aktuelle Position des (wiederum gemessen an der Luftlinie) nächstgelegenen Mitarbeiters angezeigt zu erhalten. Voraussetzung hier ist, dass mindestens ein Mitarbeiter vor weniger als 1 Stunde ebenfalls seine Position an den Server gesendet hat.

    875-IMG_0692.PNG
    876-IMG_0700.PNG

    Mit Nearby. Namics. konnte aufgezeigt werden, das Web Applikationen die eingebauten Lokalisierungs-Methoden von Geräten auf einfache Weise nutzen können – auch ohne Google und Co. Für die weitere Entwicklung liegt eine ganze Reihe von Ausbau- und Erweiterungskonzepten in unserer Lab-Schublade, z.B. die gegenseitige Kontaktaufnahme per SMS/Chat oder die Visualisierung der Bewegungslinien unserer Consultants.

    Die Umsetzung von Nearby. Namics. erfolgte im Übrigen mit jQTouch.

    Hybrid vs. Native und Co.

    Mit Hybriden Applikationen bezeichnen wir Software, die mittels im Internet bewährter Technologien wie HTML, CSS und JS auf Funktionen des Mobiltelefons zugreift.

    Generell haben wir festgestellt, dass die bisher bekannte Kategorie der Hybriden Applikationen sinnvollerweise aufgeteilt wird in zwei Unterkategorien Native-Hybrid und Web-Hybrid, was zu den neu 4 folgenden Kategorien führt:

    • Native Applikationen (z.B. Google Earth für iPhones)
    • Native-Hybride Applikationen (z.B. Namics-Wortmarken-App für iPhones)
    • Web-Hybride Applikationen (z.B. Nearby. Namics.)
    • Web Applikationen (z.B. roomNOW)

    Im Unterschied zu Web-Hybriden Applikationen werden Native-Hybride in der Entwicklungsumgebung der Handset-Familie entwickelt, besitzen aber als Frontend ebenfalls eine Website in HTML, CSS und JS. Die native Softwarekomponente bildet hier die Zwischenschicht, um auf mehr Hardware-Funktionen zugreifen zu können (z.B. dank dem Einsatz von PhoneGap), als dies bei einer Web-Hybriden Applikation möglich wäre.

    Weitere Anwendungsmöglichkeiten beim Zugriff einer reinen Webseite auf interne Funktionen z.B. beim iPhone: Bewegungssensoren der Geräte, anhand derer z.B. zwischen Hoch- und Querformat gewechselt werden kann (bei Nearby. Namics. ebenfalls umgesetzt). Weitere Funktionen wie z.B. das Auslesen des Adressbuchs, Abspielen von Tönen und Vibration sowie das Verwalten des Adressbuchs bleiben (vorerst) den beiden nativen Applikations-Kategorien vorenthalten, zumindest gemäss unserem aktuellen Kenntnissstand.

    Mobile – 10 Erfahrungen aus dem Projektalltag

    Aus unserer Projekterfahrung im mobilen Internet habe ich versucht Grundsätze für die Projektphasen (Plan, Develop. Launch) abzuleiten.

    658-1-2-3_Steps-thumb-500x270-657.jpg

    Die nachfolgenden Empfehlungen sollen bei der Planung, Konzeption und Durchführung eines „Mobile-Projekts“ stets im Hinterkopf behalten werden:

    Plan

    • Context is King
      Im Gegensatz zum stationären Web gelten hier mobile Use Cases.
    • Einschränkung der Endgeräte
      Hier gilt der Grundsatz: Mehr Endgeräte kosten mehr Geld, zumindest wenn man dies für native Applikationen betrachtet. Mobile Webseiten skalieren hier zwar deutlich besser, dennoch steigt mit mehr Endgeräten der Testingaufwand.
    • Mobile ist On- und Offline
      Native Mobile Applikationen sind nicht zwingend auf eine Internetverbindung angewiesen sondern funktionieren auch offline.
    • Mobile Services sind in- und extern möglich
      Die Einbindung der Mitarbeiter in die Geschäftprozesse kann effizient sein. Interne mobile Services sind: Telefonbuch, Zugriff auf Kontaktdaten, Emails, Kalender bis hin zum Einbezug Aussendienst-Mitarbeiter in den Verkaufsprozess (Mobile CRM).
    • Eigene Ideen hinterfragen
      Hinterfragen Sie ihre „mobile“ Ideen mit Fachleuten. Gerne helfen wir beim challengen und nehmen dabei die Aussensicht ein.

    Develop

    • User Interaktion
      Es gelten für Mobiltelefone eigene Interaktions- und Ordnungsprinzipien. Die Interaktion mit dem Engerät unterscheidet sich deutlich vom Desktop Web (Keyboard und Maus vs. Moultitouchbedienung) und ist zudem hochgradig gerätespezifisch (z.B. iPhone vs. Nokia 6280)
    • Step by Step Entwicklung
      Es braucht nicht immer den „Big-Bang“ zum Start. Ich empfehle mit mobilen Kernfunktionen zu starten. Neue Funktionen können sowohl bei Applikationen wie auch bei mobilen Webseiten schrittweise hinzugefügt werden.

    Launch

    • Auffindbarkeit
      Projekt abgeschlossen? Nein nicht ganz! Die Endkunden müssen schliesslich wissen, dass es die mobilen Dienste gibt. Promoten sie die mobile Services mit on- und offline Werbemassnahmen.

    Management Attention

    Zugegeben, das braucht es im Prinzip immer. „Mobile“ als Thema ist aber relativ neu und wird vom Management häufig unterschätzt. Vor Projektbeginn sollten klare Ziele, Zielgruppen und Statistiken vorliegen. Das Thema „Mobile-Internet“ ist relativ neu und erreichte erst seit kurzem den Massenmarkt.

    Habt ihr andere Erfahrungen gemacht? Gerne sammele ich eure Inputs in Form von Kommentaren. Danke!

    Mobile-Applikationen als neues Kaufkriterium für Mobiltelefone

    Die Auswahl an Mobiltelefonen wächst fast tagtäglich und laufend kommen neue Geräte dazu. Als Entscheidungskriterien galten bislang oft das Design, die Marke und Hardwarefeatures (Akkulaufzeit, Kamera, Speicher,..).

    Kaufentscheide ändern sich
    In letzter Zeit rücken diese Eigenschaften immer stärker in den Hintergrund und stellen stellen vermehrt reine Hygienefaktoren dar. Letzten Endes kaufen sie mit dem Mobiltelefon immer ein darunterliegendes Betriebssystem (iPhone OS, Windows Mobile, Andorid,….) welches ein beschränktes Set von Applikationen (nicht Webapplikationen) bereitstellt.

    Applikationen werden immer zentraler
    Wenn man davon ausgeht, dass ein Mobiltelefon in Zukunft vermehrt weit mehr als Telefonie und SMS-Funktionen umfasst, so werden die verfügbaren Mobile-Programme zu neuen Entscheidungsfaktoren.

    608-mobile_blog.jpg

    Verfügbare Applikationen varrieren nach Plattform
    Als mögliche Messgrösse kann die Anzahl verfügbarer Applikationen herangezogen werden. Diese Zahl ist wiederum je nach Plattform stark variierend. Es mag nicht verwundern, dass der Apple App Store die grössten Masse an Applikationen bereitstellt. Ohne eine Aussage über die Qualität der Applikationen zu machen, ist die Verteilung auf die einzelnen Plattforen in etwa wie folgt (Zahlen ohne Gewähr):

    Genaue Zahlen sind kaum zu erheben, dennoch lässt sich eine Reihenfolge ableiten wonach sich der mobile Applikationsmarkt (zumindest im Consumer-Markt) auf die Betriebssysteme iPhone OS und Android aufteilt.

    Dieser Trend wird von Unternehmen wie auch von Kunden erkannt und kann massgeblich zum Investitionsentscheid

    – „für welche Plattform baue ich meine Applikation?“ oder
    – „welches Mobiletelefon kaufe ich?“

    beisteuern.