Integrierte digitale Kommunikation – ein Leitfaden

Namics 13 Kommunikationsstrategie Vorgehensmodell

Während in der Offline-Welt „integrierte Kommunikation“ ein Lehrbuchterminus ist und von Werbeagenturen in aller Breite bedient wird, werden die Möglichkeiten in der Welt der digitalen Kommunikation im Vergleich dazu noch unzureichend ausgeschöpft. Einzelne digitale Kommunikationsmassnahmen finden häufig losgelöst voneinander statt und vernachlässigen so oftmals den Stellenwert der eigenen Marke. Dadurch wird wertvolles Branding-Potential verschenkt. Dieser Artikel beleuchtet, wie Unternehmen eine integrierte digitale Kommunikation aufgleisen können, die sowohl ihre Kunden als auch die eigene Marke berücksichtigt. Weiterlesen

Das Ende vom Anfang des digitalen Marketing.

Vortrag Digital Marketing

Seit Jahren beschäftigen sich digitale Marketeers mit den Auswirkungen sozialer Kommunikation, mobiler Kanäle und der Inhaltsflut auf ihre Marke. 2014 läutet nun endlich das Ende dieser Diskussionen ein. Es beginnt die Alltags-Ära von digitalem Marketing. Flexibilität, Mitmach-Mentalität und Denken über … Weiterlesen

Corporate Language: Mit konsequenter Tonalität zu den Sternen.

Per Anhalter durch die Galaxis - Lapke - Namics

Um in den unendlichen Weiten des Internets zu strahlen wie die Sonnen von Soulianis und Rahm, hebt qualitativ hochwertiger Content ein Unternehmen hervorragend von der Konkurrenz ab. Doch damit Content funktioniert, kommt es auf eine konstante, zielgruppen- und kanalspezifische Ansprache an. Hier helfen die Sprachklimazonen. Weiterlesen

Digital Communication Channel Overload: Fachveranstaltung in vier Video-Interviews

Videointerviews zu Online-Kommunikation online

Am 20. November fand die Namics-Fachveranstaltung Digital Communication Channel Overload statt. Als kleinen Erinnerungsservice und als Ergänzung zu den Blogbeiträgen (Planen, Messen, Best-Practice Siemens und Design) haben wir mit den Referenten kurze Video-Interviews geführt, die die Kernpunkte ihrer Vorträge zusammenfassen. Weiterlesen

Social Media: Die unumgängliche Herausforderung

Was in einer Stunde über den Mittag vor einer illustren Runde von Kommunikationsleitern führender Schweizer Unternehmen von Michael/@netunion präsentiert wurde, begann wie alles beginnt: als Idee, als Frage, als Bedürfnis. Die Ergebnisse unserer Social Media-Studie liefern Antworten auf Fragen, die uns allen unter den Nägeln brennen: Was bringt Social Media für Unternehmen? Welche Faktoren sind zentral, um schnell und nachhaltig Erfolge auf Social Media zu verbuchen? Wie organisieren wir uns richtig? Warum kommen manche Unternehmen trotz grosser Motivation und Einsatz in den sozialen Medien nicht vom Fleck? Welche Herausforderungen gilt es zu meistern?

Die Antworten: Wenn Social Media nicht von Mitgliedern der Geschäftsleitung aktiv als User (vor)gelebt sowie ziel- und strategielos betrieben werden, bleiben sie fruchtlose und von der Unternehmenskommunikation losgelöste Kommunikationsmassnahmen, die ins Leere führen. In solchen Fällen verpuffen die investierten Mittel, womit die vielerorts wohl genährte Diskussion von der – nun am eigenen Beispiel nachgewiesenen – Wirkungslosigkeit und Unrentabilität von Social Media neues Futter bekommt.

Dabei betreiben nur 16% der von uns befragten Unternehmen kein Social Media, allesamt ausschliesslich in der Schweiz tätige Firmen. Über 40% sind seit zwei Jahren auf Social Media und ein Drittel täglich auf Facebook und Twitter aktiv. Die Diskussion über Unternehmen in den sozialen Medien findet – wie das Beispiel von Bank of America gezeigt hat – auch ohne die Beteiligung der Organisationen statt. Wer diese kanalisieren und positiv mitgestalten möchte, kommt um ein ernsthaftes Engagement auf Social Media nicht herum.

Entscheidend ist, am Dialog über die Firma und deren Marken teilzunehmen, um damit zusammenhängende Kernbotschaften zu vermitteln, Brands zu stärken, News zu verbreiten und sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Und so geben über 85% der 51 Studienteilnehmer den Kontakt zu Dialoggruppen als wichtigstes Ziel bei den Aktivitäten auf Social Media an, dicht gefolgt von der Verbreitung von Informationen und dem Reputationsaufbau (75% der Teilnehmer), wobei die Hälfte eine Effizienzerhöhung in der Kommunikation sowie die Rekrutierung von Arbeitskraft anstrebt. Nur gerade sechs Unternehmen zielen auf die Produkteinführung oder Produkttests auf Social Media ab.

Als grösste Herausforderung sehen Schweizer Unternehmen neben den limitierten Ressourcen, die Relevanz von ausreichendem Content und die Unvorhersehbarkeit der Themen vor allem den Umgang mit der Dreisprachigkeit. Im Gegensatz dazu mühen sich die international ausgerichteten und doch auch in der Schweiz tätigen Organisationen vor allem mit der Relevanz von Social Media für den B2B Bereich ab. Die befragten Firmen wünschen sich ganz besonders eine bessere Messbarkeit, mehr Ressourcen und Best-Practice-Beispiele für das Engagement auf Social Media.

Und obwohl sich die begrenzten Ressourcen als zentrale Problematik für die unternehmerische Aktivität auf Social Media herausstellen, nehmen die sozialen Medien einen immer sicher werdenden Platz in der Unternehmens- und Budgetplanung ein. So sehen die international tätigen Firmen die gleichen Budgetanteile für 2012 vor wie für 2011, während die ausschliesslich in der Schweiz tätigen Firmen zu einem Viertel 10-20% höhere Ausgaben für Social Media einplanen.

Social Media ist nicht mehr nur kaum aus der Unternehmenskommunikation wegzudenken, Social Media ist schlichtweg unumgänglich. Und wer jetzt ernsthaft durchstarten möchte, sollte dies möglichst professionell anhand von richtungsweisenden Governance-Grundlagen und echtem Management-Commitment tun.

Social Media Studie 2011: Fortschreitende Professionalisierung

Experimentieren auf Social Media war gestern. Heute sind Unternehmen, die in die sozialen Medien einsteigen, zunehmend auf richtungsweisende Steuerungsrichtlinien für die nachhaltig erfolgreiche Kommunikation auf Social Media angewiesen, wenn sie ernst genommen werden wollen.

Warum sind manche Schweizer Unternehmen jahrelang ohne nennenswerte Erfolge auf Social Media aktiv, während andere kurzfristig einsteigen und schnell gute Ergebnisse erzielen? Die Frage, wie sich Schweizer Unternehmen für nachhaltig erfolgreiche Kommunikation in den sozialen Medien organisieren, hat uns seit geraumer Zeit beschäftigt. Michael und ich sind ihr mit einer Befragung der Kommunikationsleiter führender Schweizer Firmen im Rahmen des Harbour Club Symposiums auf den Grund gegangen. Mit erstaunlichen Erkenntnissen.

Der tiefe Graben zwischen Avantgarde und Nachzüglern
Es zeigen sich markante Unterschiede zwischen den sehr erfahrenen und seit mindestens drei Jahren auf Social Media aktiven «Benchmark»-Unternehmen, die als «Early Adopter» mit dem «Trial-and-Error»-Verfahren umfassende Erfahrungen in den sozialen Medien gesammelt haben, und den übrigen Clustern der Studie, die aus den «Anfängern», den «Frühen Vorsichtigen», den «Aufkommenden» und den «Professionellen» bestehen.

Erst Feuer und Flamme, dann grosse Enttäuschung
Ganz besonders interessant ist die Erkenntnis, dass «Anfänger» zwar genau gleich lang auf Social Media aktiv sind wie die Gruppe der «Aufkommenden» und «Professionellen», aber wenig Erfolge verbuchen und den Reifegrad ihrer Kommunikation und Organisation in den sozialen Medien selbst als klein einstufen. Während die «Anfänger» und die «Frühen Vorsichtigen» mit grosser Motivation in Social Media einsteigen, sind die Erwartungen so gross und das Involvement der Geschäftsleitung so klein, dass nach eins, zwei Jahren ohne Strategie, ohne spezifischen Content  und ohne Guidelines die Luft raus ist. Zurück bleibt grosse Enttäuschung und die Frage, was man falsch gemacht hat. Manchmal führt dies zu Schlussfolgerungen wie diejenige, dass Social Media wenig oder nichts bringen – ausser hohen Kosten.

So machen es die Besten
Was also ist das Erfolgsrezept der in den sozialen Medien führenden «Benchmark»-Organisationen? – Einerseits werden Social Media von der Geschäftsleitung «top down» gelebt  und haben via Strategie ihre Verankerung im Unternehmen. Andererseits lebt das Engagement in Social Media von explizit dafür erstellten Inhalten, welche ihren Platz in der Unternehmenskommunikation und ihre crossmediale Verknüpfung zu allen anderen Kommunikationskanälen des Unternehmens haben.

Bemerkenswert ist, dass die «Benchmark»-Unternehmen sich aufgrund ihres Vorsprungs und ihrer jahrelangen Erfahrung auf Social Media leisten können, ohne interne Social Media-Guidelines auszukommen. Auch verpflichten sie sich im Gegensatz zu den meisten anderen Unternehmen nicht dazu, auf Kommentare schneller als innerhalb von vier Stunden zu antworten, denn bei ihnen ist sie Social Media-Kultur bereits in Fleisch und Blut übergegangen.

Wahres Commitment ist entscheidend
Einfach mal nebenbei «etwas Social Media» zu betreiben, weil der Sohn des Geschäftsführers findet, dass das Unternehmen erst dazu gehört, wenn es eine eigene Facebook-Präsenz auf die Beine gestellt hat, funktioniert nicht. Wer jetzt mit Social Media anfängt oder endlich zufriedenstellende, nachhaltige Resultate in den sozialen Medien erzielen möchte, sollte eine Strategie, die in die Kommunikationsstrategie integriert ist, ein Social Media-Konzept und Social Media-Guidelines erarbeiten, zu den neuen Kanälen passende Inhalte generieren und die Geschäftsleitung ins Boot holen.

Die Zeit des Experimentierens ist vorbei
Die Nachzügler haben im Vergleich zu den «Benchmark»-Unternehmen das Nachsehen. Während letztere mit ihren ersten Schritten vor ein paar Jahren noch ungestört experimentieren konnten, können sich erstere heute keine Fehler mehr erlauben. Das unternehmerische Experimentieren auf Social Media scheint endgültig vorbei zu sein, denn die Professionalisierung ist bereits in vollem Gang.

Was es noch braucht
Es braucht Geduld und langfristiges Engagement mit spezifisch für Social Media erstellten Inhalten, welche von in sozialen Medien versierten Kommunikationsverantwortlichen erstellt und vertrieben werden. Ressourcen sind vonnöten, aber auch die Bereitschaft, Social Media dauerhaft in die Kommunikationsstrategie und -massnahmen zu integrieren. Nur dann haben Unternehmen langfristig die Aussicht auf eine nachhaltig erfolgreiche Kommunikation in Social Media.

Viele weitere spannende Ergebnisse der Social Media Studie 2011 «Wie organisieren Schweizer Unternehmen die Kommunikation in sozialen Medien?» gibt es hier zu entdecken.

Sie machen jetzt auch Social Media? Im Ernst?

Der Schweizer Social Media Puls schlägt hoch. In gefüllten Kongresshallen, auf GL Traktandenlisten, in Marketing-, HR- und Kommunikationsabteilungen. Sind Sie tatsächlich bereit für Social Media? Fünf essentielle Fragen an Kommunikationsleader für einen guten Start.

Hektisch wird es in den Chefetagen, wenn die Konkurrenz erste Achtungserfolge auf Facebook, mit iPhone Apps oder Social Media Kampagnen zu verzeichnen hat. In diesem Moment ist die Gefahr für Schnellschüsse und konzeptlose Experimente am Grössten. Das ist der gefühlte State of Social Media in der Schweiz.

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Nicht zu unterschätzen: Mitarbeiter sind ideale Markenbotschafter. Speziell in den sozialen Medien.

Grossartige geplante, nationale Produktekampagnen mit A-Promis bleiben auf der Corporate Website unerwähnt und verhallen mit 150 Followern auf Twitter. Ein Produkt hat mehr als Zehntausend Likes auf Facebook, aber der Hersteller hat keine Idee, was er dieser Fan Community zu erzählen hätte. Mitarbeiter gründen Fanpages für deren Arbeitgeber, aber der Facebook Zugang am Arbeitsplatz ist gesperrt und jegliches Engagement unerwünscht. Marketingabteilungen führen Facebook und Twitter Accounts und bedienen diese sporadisch in „Fire and Forget“ Mentalität mit Promotionen. Mit 3 wöchigen Pausen dazwischen. Da läuft etwas schief.

Paradigmenwechsel ist für einmal nicht nur ein Buzzword. Die institutionalisierten Kommunikationsprozesse funktionieren für Social Media schlicht und ergreifend nur ansatzweise, denn die Kommunikationsmechanismen haben sich grundlegend verändert. „One to many“ funktioniert in den Massenmedien. In den sozialen Netzwerken hingegen ist echter Dialog, Authentizität, Mehrwert und unmittelbare Reaktion gefragt. Eine Herkulesaufgabe für jede Organisation, denn es erfordert neben neuen Prozessen eine nachhaltige Veränderung der Unternehmens- und Kommunikationskultur. Und dafür gibt es keine Lehrbuchlösung.

Falsche Fragen führen zur falschen Strategie

Viele Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit der Erneuerung der eigenen Kommunikationsstrategie. Und viele stellen sich bereits in dieser ersten Phase die falschen Fragen:

Auf welchen Plattformen haben meine Marketingbotschaften die grösste Reichweite? Mit welchen Social Media Tools steigere ich meine Verkäufe, Klickraten, Absatzziele? Wie kriege ich schnellstmöglich Fans, Likes und Followers?

Das Blatt hat sich gewendet. Massen werden nicht erreicht – Massen erreichen Sie. Sofern die Masse es denn will oder für relevant befindet oder Lust dazu hat. Fanboys können nicht gekauft werden – höchstens gewonnen. Mit Geduld. Über Jahre hinweg und nicht bis zum nächsten Quartalsreport.

Klar; Marketing und Kommunikation müssen schlussendlich das Geschäftsergebnis messbar unterstützen. Das ist unbestritten. Hauptsächlich verkaufsorientierte Social Media Konzepte – hier klicken, hier kaufen, hier anmelden – haben bescheidene Erfolgsaussichten. „Unfollow“, „Verbergen“, „Mag ich nicht mehr“ sind bei den Konsumenten nur einen Klick entfernt.

Erfolgsfaktor – Die richtigen Fragen stellen.

Nachhaltiger Erfolg in den neuen Medien benötigt neue Strategien. Basierend auf Werten. Identifikation mit der Marke, vorgängiger Akzeptanz für den Empfang von Kommunikationsbotschaften, Lust am Dialog und einer Online Beziehung. Richtig gelesen: einer Beziehung. Eine die den Namen auch verdient.

Social Media Marketing zum Start ist tabu. Vorerst. Es sei denn, es erfolge wohldosiert, subtil und zurückhaltend. Das sind vermutlich nicht Stärken der Marketingabteilungen. Zuerst ist Grundlagenarbeit und viel Geduld gefragt.

Die richtigen Fragen für die Erarbeitung einer eigenen Social Media Strategie sind:

1) Welche Informationen bieten dem Kunden einen echten Mehrwert?
Mehrwert ist einfach. Entweder ist die Information schneller verfügbar als bislang, hilfreich für den Konsumenten, unterhaltend oder sie gibt Einblick abseits der geschliffenen PR Fassade. Was werthaltig oder wertvoll ist entscheidet der Kunde. Spontan. Oder auch nicht. Produkte- oder Supportinformationen, Einladungen zu Events, Links zu Referaten, Blogposts, Medienmitteilungen und eine Prise Unterhaltung bieten deutlichen Mehrwert im Vergleich zu offensichtlicher Werbung.

2) Wer führt Dialoge mit den Kunden?
Dialog ist einfach. Man führt ihn mit Menschen. Mit einem Vor- und Nachnamen und einem Gesicht. Mit zwei Augen, zwei Ohren und nicht über Logos, namenlose Redaktionen und Administratoren. Geben Sie Ihren Mitarbeitern in den sozialen Medien ein Gesicht. Auf XING, Facebook, Twitter und Co.. Vor allem denjenigen, die offiziell für die Kommunikation des Unternehmens verantwortlich zeichnen und legitimieren Sie sie.

3) Wie geben wir echte Einblicke ins Unternehmen?
Einblicke sind einfach. Es gibt Pressekonferenzen, Kultursponsorings, Mitarbeiterjubiläen, Referate, Kundenanlässe, Unternehmensfilme, Job Profile, CEO Interviews etc.. Gelegenheiten gäbe es genügend und Sie brauchen keinen PR Stab für deren Inszenierung auf dem Internet. Schaffen Sie Freiräume, damit Mitarbeiter selbst von den Anlässen berichten können. Blogbeiträge, Handyfotos auf Flickr oder Facebook, Statements auf Twitter sind eine authentische Art der Berichterstattung. In Echtzeit.

4) Sind unsere Inhalte Web 2.0 fähig?
Web 2.0 ist einfach. Die Formate sind multimedial, attraktiv und vielfach sogar gratis. Warum ist der Unternehmensfilm nicht auf YouTube? Warum sind der Geschäftsbericht und die Imagebroschüre nicht als e-Paper online verfügbar? Warum ist die Präsentation der Pressekonferenz nicht auf Slideshare veröffentlicht? Die Inhalte wären bereits digital vorhanden.

Inhalte auf Web 2.0 Plattformen zu veröffentlichen hat positive Nebeneffekte. YouTube Videos, Flickr Bilder oder Blogbeiträge rangieren weit oben auf den Google Trefferlisten. Darüber hinweg haben viele dieser Dienste Multiplikationsmöglichkeiten wie das Einbinden auf Blogs, Twitter oder Facebook oder Bewertungsmöglichkeiten wie den Like-Button etc.. Die Community steigert die Reichweite ihrer Inhalte und markiert deren Relevanz.

5) Ist unsere Markenkommunikation stringent?
Stringenz ist simpel. Superfancy auf Facebook und keine Spur von Social Media auf der Website? Warum soll eine Marke in den sozialen Medien anders erlebbar sein, als auf der Corporate Website? Das Markenerlebnis ist idealerweise das selbe. Publikationen, Veranstaltungen, Medienmitteilungen, News gehören zeitgleich auf alle Kanäle. Lieber eine einheitliche Kommunikation konzentriert auf wenige, marktführende Plattformen anstelle ein Dutzends Social Media Accounts mit Flickwerk-Charakter.

Vieles ist einfach. Nur nicht eine neue Kultur zu etablieren. Nehmen Sie die Mitarbeiter mit ins Boot. Opinion Leaders sind gute Aushängeschilder. Engagieren Sie sich selbst auf den neuen Plattformen. Ihre Art der Kommunikation in den neuen Medien wird Vorbildcharakter haben und verbildlicht, dass Ihre Social Media Strategie nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Und haben Sie Geduld. Sie werden in den ersten Monaten vor allem für sich selbst und wenige Leser schreiben. Die Fans kommen mit der Zeit. Wenn Sie Mehrwert bieten und es offensichtlich ernst meinen.

Ach ja. Schalten Sie die Social Media Plattformen für die Belegschaft frei. Es wird nicht schlimmer werden als damals die Einführung von Email oder des Internetzugangs am Arbeitsplatz. Aber Sie gewinnen gute Markenbotschafter.


Diesen Beitrag habe ich ursprünglich als Gastautor für die Netzwoche Ausgabe 14/2010 geschrieben. Den Original Fachartikel gibt es hier als PDF zum Download.

Wie sehr sich die Welt gewandelt hat.

Am Beispiel von Osama Bin Ladens Tod.

Das Internet war dieses Mal nicht schneller im Verbreiten der Nachricht als die klassischen Medien – zumindest nicht direkt. Trotzdem ist es spannend zu beobachten, wie sich die Meldung im Netz verbreitete.

Ein Zeitsprung. Bei den Anschlägen vom 11. September 2001 verwies Google auf Fernsehen und Radio als beste Quelle für Informationen. Damals konnte das Netz nicht liefern, die meisten Nachrichtenquellen waren unter dem Ansturm zusammengebrochen.

Dieses Mal war das anders. Nicht nur hat Google sich verändert und ins Netz investiert, es gibt auch neue Wege, wie sich Informationen verbreiten.
Nahezu zeitgleich mit dem White House Press Corps informierte Dan Pfeiffer, der Sprecher des US-Präsidenten, auch via Twitter, über die bevorstehende Ankündigung Obamas. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, was der President of the United States sagen würde, aber einige Journalisten in amerikanischen Medien ahnten, worum es gehen könnte, und verbreiteten diese Ahnungen – wieder über Twitter und über soziale Netzwerke. Bevor Obama überhaupt wortwörtlich von der Tötung Osamas sprach – wurde in Twitter bereits darüber gesprochen.

Twitter füllte eine Lücke – bevor die klassischen Medien ihre Berichte lieferten, kursierte die Nachricht bereits in destillierter Form im Internet.
Das hat es in anderen Fällen schon gegeben – neu ist jedoch, dass die Nachricht sich nicht zwingend jedem erschliesst.

In mehreren Tweets berichtete nämlich der Pakistaner Sohaib Attar von Hubschraubern und Explosionen. Erst Stunden später realisierte er, wovon er wirklich Zeuge geworden war. „Uh oh, now I’m the guy who liveblogged the Osama raid without knowing it.“

Und so wurde auch er plötzlich Teil der Geschichte. Aber eigentlich ist nicht er die Geschichte, sondern das Netz.

Im Prinzip war das schon immer so, kein Bericht zeigt das ganze Bild. Im Internet muss jeder, der verstehen will, was wirklich passiert, zu einem „Auswerter“ werden.
Kritische Stimmen fragen natürlich: was bringt es, eine Nachricht einige Stunden vorher zu erfahren, wenn sie dann eh verbreitet wird…? Ich lass das mal so stehen.

Spannender Artikel der zeigt, wie sich die Welt und die Kommunikation wandelt.

Zum Artikel auf zeit.de

Projektmanagement auf dem Weg ins Web 2.0

Letzten Mittwoch durften Bernd Schopp und ich an der Frühjahrstagung der SPM (Swiss Project Management Association) ein Referat über das Thema „Projektmanagement 2.0 – erfolgreicher Einsatz von Web 2.0 im Projektmanagement“ halten.
Ein kurzer Einblick, wie Namics Projekte abwickelt und wie die Projektkommunikation unter Einsatz von Web 2.0 aussehen sollte.

Hier sind die Slides dazu:

Und hier das File zum Download:

NAM-SPMTagungHandout-20110315-v1_0.pdf

Corporate Blogger – Einzahl oder Mehrzahl. Oder: Wenn Blogger das Unternehmen verlassen.

Zum Jahresende verlässt Su Franke Namics und wir überlegten uns, wie kommunizieren wir, wenn ein Corporate Blogger das Unternehmen verlässt. Klaus Eck gab kürzlich in seinem Blog dazu Überlegungen und Tipps „Wenn Corporate Blogger die Firma verlassen.

Klaus Eck berichtet über eine von langer Hand geplante und inszenierte Stabsübergabe von Leit-Bloggerin A zu Alpha Bloggerin B auf dem Fashionblog von Otto.de.

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Lomo Portrait: Su und Ralph (Fotografin: Nina)

Und genau das war der Plan: Eine ähnlich schön inszenierte Stabsübergabe der „Corporate Blogger“ zum Abschied von Su mit den 10 wichtigsten Tipps, wie man den Wechsel gestalten sollte. Wir beide haben uns anders entschieden, denn dieses Modell passt einfach nicht zu Namics. Su meinte gestern, „Es gibt DEN Corporate Blogger und auch die Funktion schlicht und ergreifend nicht bei uns.“

Die Realität bei Namics ist einfach eine andere: Grundsätzlich haben alle Mitarbeitenden die erforderlichen Rechte, um auf allen Namics Blogs ihre Inhalte direkt zu publizieren. Aber niemand hat Bloggen oder Twittern im Stellenbeschrieb, nicht mal unser Corporate Communication Managerin, die ich leider bald „ehemalige“ nennen muss. Es gilt das Prinzip der Freiwilligkeit und nicht etwa ein Mediaplan.

Ebenfalls Realität ist, dass trotzdem nur ein Bruchteil der Mitarbeitenden diese Möglichkeit in Anspruch nimmt. Dieser nutzt die Social Media Kanäle dafür umso bewusster und gezielter, um die Fachthemen sowohl für die Firma, als auch aus persönlichem Interesse oder für die eigene (Online-) Reputation zu besetzen.

Das brachte uns zum Schluss, dass es DEN Corporate Blogger per se grundsätzlich gar nicht geben kann oder geben soll.

Mir liegt das Verständnis von „Corporate Blogger“ im Plural wesentlich näher. Es ist die Summe der bloggenden Mitarbeiter, die die Kommunikation des Unternehmens massgeblich mitprägen. Su hat dies am Beispiel der Firmenpersönlichkeit als Summe der Aktivitäten anschaulich beschrieben. Das selbe Prinzip gilt auch für die Corporate Blogs.


Unsere Grundregel ist, dass wir kommunizieren was wir sind / was wir können und nicht was wir gerne wären / gerne könnten. Damit transportieren wir (wie in unserer Marke sichtbar) die Summe unserer Persönlichkeiten automatisch nach aussen.

Jürg Stuker, CEO

Entgegen der ursprünglichen Intention kann ich hier nun auch keine Liste von „10 Tipps für den Wechsel von Corporate Blogger“ geben.

Es bleibt mir, an dieser Stelle Su und Jürg zu danken. Ihnen ist es gelungen, mit viel Energie, Konstanz und Herzblut über Jahre eine Kommunikationskultur nach innen und nach aussen zu schaffen, die die Menschen bei Namics zu einem integralen Bestandteil der Kommunikation macht.

Und wenn uns Su jetzt verlässt, so nimmt sie ihre Reputation und Fachwissen mit und belässt diese gleichzeitig im Namics Blog und im internen Wiki. Das entstandene Netzwerk von Menschen bleibt bestehen, auch wenn jemand an einem anderen Ort arbeitet und wir werden uns auf den Social Mediaplattformen und persönlich sowieso nicht aus den Augen verlieren. Eine kommmunikative Win-Win Situation.

Das Namics Rezept für erfolgreiches Corporate Blogging heisst zusammenfassend: Vertrauen schenken, motivieren, vorleben, authentisch sein und vor allem: nicht aufgeben. Keep on Blogging!