Erstes deutsches Conversion Camp in Frankfurt

Ich hatte gestern das große Vergnügen am ersten deutschen Conversion Camp (http://www.conversion-camp.com/) in Frankfurt teilnehmen und gleichzeitig auch einen Beitrag dazu in Form eines Vortrags leisten zu dürfen.

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Es war insgesamt eine wirklich sehr, sehr gelungene Veranstaltung, die von der Web Arts AG veranstaltet wurde, mit an die 250 Teilnehmern/Zuhörern. Ein wirklich riesiges Publikum, besonders wenn man bedenkt, dass in den gesamten USA gerade mal um die 150 Personen bei ähnlichen Veranstaltungen anwesend sind.

Es gab im Rahmen des eintägigen Camps sehr spannende, sehr interessante Themen/Vorträge, von denen die meisten von der Facebook-Fanpage der Veranstaltung (http://tinyurl.com/2dxhymv) heruntergeladen werden können. Leider war der Zeitrahmen der einzelnen Slots mit 20 Minuten ein wenig knapp gestrickt, sodass man nur bedingt in die Tiefe gehen konnte.
Dafür gab es aber die Möglichkeit in den Pausen mit den Zuhörern (und Kollegen anderer Agenturen) regen Austausch zu betreiben, da die Location (Union Halle) alle für so eine Veranstaltung notwendigen Rückzugsmöglichkeiten bot. Sehr schön!

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Ich hatte das Vergnügen im Rahmen des Camps eine Case Study zu den Themen Conversion Rate Optimization, Conversion-directed Design und Neuromarketing am Beispiel des Praxisfalls „Coop Heizöl“ (www.coop-heizoel.de) präsentieren zu dürfen.

Meinen Vortrag/meine Case Study können sich Interessierte sehr gerne hier durchklicken:

Alternativ steht er auch als

Dowload [PDF, 17,8 MB]

zur Verfügung.

Von Seiten des Veranstalters wurde bereits gestern für das nächste Jahr eine Folgeveranstaltung angekündigt, die dann wahrscheinlich sogar über zwei Tage und mit längeren Slots gehen wird. Merkt Euch/Merken Sie sich also schonmal den 01. und 02.09.2011 in den Terminkalendern vor! Ich werde dann auch sehr gerne wieder mit einem Beitrag dabei sein… Und freue mich schon jetzt darauf!

Danke auch an dieser Stelle nochmals an Web Arts für die geniale Veranstaltung, das geniale Catering und die toll besetzte Speakerliste.

PS: Und nicht vergessen: CRO ist mehr als nur ein Schwanzvergleich! Danke an Joachim Graf (@joachimgraf) für diese Einsicht! ;-)

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Bundestrojaner bald auch in der Schweiz? (Vernehmlassungsfrist bis am 18. August)

Es soll nur niemand sagen können, dass er es nicht gewusst habe!

Das „Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF)“ wird überarbeitet und die First für Kommentare dauert noch bis am 18. August. Ich persönlich meine, dass es Kommentare braucht.

Im Kern geht es um die (legitime) Überwachung durch den Staat. Doch die Formulierungen bezüglich der Reichweite sind sehr weit und insb. gehören E-Mail-Verkehr, Internet-Telefonie und auch Hosting dazu (da „Internet Service Provider“ als Datenlieferanten genannt werden). Viele der Leser dieses Blog sind vom Gesetz also direkt betroffen.

Unter anderem wird gefordert, dass der Staat die Überwachungsdaten in Echtzeit erhalten kann. So bräuchte beispielsweise jeder Betreiber einer Voice over IP-Anlage eine stehende Abhörverbindung zum Bund bereitzustellen. Und diese (wie alle Massnahmen) auf eigene Kosten des Betreibers.

Nun soll sich jeder seine eigene Meinung dazu machen und dazu der Link zur offiziellen Information: „Überwachung des Fernmeldeverkehrs an die technische Entwicklung anpassen“. Und wie gesagt müssten alle die etwas dazu sagen möchten, dies bis spätestens am 18. August getan haben.

Da gleichlautende Interventionen die Chance erhöhen angehört zu werden und es aus meiner Sicht auch einfacher ist qualifizierte Änderungsvorschläge zu lesen als das Gesetz selbständig anpassen zu wollen, stelle ich hier ein Schreiben zur Verfügung, welche mir open.ch als mögliche Intervention zur Verfügung gestellt wurde und dem Bundesamt für Justiz eingeschrieben resp. patrick.rohner@bj.admin.ch zugestellt werden kann.

> Download:

Vernehmlassungsantwort zur Totalrevision des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 betreffend die Überwachung von Post- und Fernmeldeverkehr [doc, 90KB]

> Hier noch die Adresse:
Bundesamt für Justiz
Direktionsbereich Strafrecht
Bundesrain 20
3003 Bern

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Internet Zugang in Frankreich: Mobil, temporär und billig

Am Eingang zur Roaming-Hölle (1 MB bei Swisscom für CHF 3.-) habe ich eine Lösung für Frankreich gesucht und gefunden. Kostenpunkt sind EUR 9.90 für 3 Tage unlimited mit dem „Kit 3G+ iPad“ von France Télécom inklusive einer Micro SIM. Anbei die ganze Geschichte.

1) Man kaufe ein „Kit 3G+ iPad“

Im „iPad-Rausch“ hat SFR (France Télécom) ein Angebot für EUR 9.90 lanciert. Ich habe das das Pack (3 Tage unlimitierter Zugang inkl. ein Micro SIM) in der Fnac gekauft. Da eine Verlängerung des Zugangs pro Tag EUR 6.- (!!) kosten würde, könnte man durchaus versucht sein, ein paar Pakete zu kaufen ;-)

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Da es sich um ein Prepaid handelt (kein Voice und kein SMS, nur Data) muss man seine Personalien per Post oder in einem SFR-Shop belegen, sonst wird das Abo nach 15 Tagen deaktiviert. Da ich es aber nur drei Tage nutzen werde…

2. Die Konfiguration fürs iPad

Als erstes habe ich die Micro SIM in mein iPad gesteckt und über einen „Subscriber Update“ (leider nur mit iTunes und einem alternativen Internet-Zugang) erhalten. Dieser ist aber nicht notwenig resp. das einzige was ich wissen und einstellen muss ist, der APN von SFS mit dem Namen websfr

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3. Und nun die Skalierung ;-)

Für die meisten Leute genügen die ersten Schritte, da wir aber rund 10 Geräte dabei haben die über WLan gerne Internet-Zugang hätten, nun der spannendste Schritt ;-) Ich habe aus der Verpackung des Kits eine Adapter Micro SIM <> SIM geschnitzt. Das Ding sieht wie folgt aus und ist praktisch für einen „erweiterte Nutzung“ ;-)

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Die nun so gewachsene SIM setzte ich (zusammen mit dem Wissen, dass der APN websfr heisst) in einen WLan <> GMS Router in. In meinem Fall ist es die Software JoikuSpot auf meinem Nokia Telefon, jedes Android 2.2 kann es von Haus aus, beim (genackten) iPhone wäre es PdaNet oder halt ganz normale Hardware (z.B. bei Swisscom).

PS: Nach 2 Tagen (und über 2 GBit Traffic) kann ich die Lösung nur empfehlen…

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Neu in JSF2, Teil 1: Facelets und GET Requests

Mittlerweile ist Java EE 6 bereits mehr als sechs Monate alt. Höchste Zeit also für Java Entwickler und Architekten, sich mit den Neuerungen zu befassen. Als Dienstleister rund ums Web stehen für Namics natürlich die neuen Features rund um Web-Applikationen im Fokus. Eines der wichtigsten Unterprojekte von Java EE in diesem Umfeld sind die JavaServer Faces (JSF). Dieses Framework für den View-Layer der Applikation hat inzwischen einige Jahre auf dem Buckel, wurde jedoch von ehemals Sun, nun Oracle, stetig weiterentwickelt und hat viele Verbesserungen der Open Source Gemeinde in den neuen Standard 2.0 aufgenommen. JSF gehört zu den Bestandteilen von Java EE, bei denen die weitreichendsten Neuerungen vorgenommen wurden. Wir bei Namics haben bereits ein grösseres Projekt unter Verwendung von JSF2 durchgeführt und uns daher etwas genauer damit beschäftigt.

Im Rahmen einer kleinen Reihe im Blog werde ich ein paar interessante Neuerungen des Frameworks vorstellen. Bestandteil jedes Artikels ist immer auch ein lauffähiges Beispiel-Projekt, welches die besprochenen Features sowohl zur Laufzeit als auch im enthaltenen Quellcode illustriert.

Setup

Applikationen mit JSF2 sind immer noch normale Java-Web-Applikationen ohne spezielle Abhängigkeiten bezüglich Java EE 6. Damit sind sie auch in jedem halbwegs aktuellen Servlet-Container lauffähig und erfordern keinen speziellen Applikationsserver. Falls im Web-Container vorhanden, kann man jedoch die Vorzüge von Servlet 3.0, einer weiteren Java EE 6 Neuerung, nutzen. Durch dessen annotation-based Konfiguration von Servlets und Filtern erfordert JSF2 keine Konfiguration mehr. Es reicht, die Libraries in die Applikation aufzunehmen, den Rest erledigt der Container automatisch. Das FacesServlet, welches den JSF-Kontext bei Zugriffen initialisiert, wird dann auf „*.jsf“ gemappt. Gerade zum Aufsetzen des Projekts ist das sehr praktisch und erlaubt es dem Entwickler, sofort loszulegen.

Durch Servlet 3.0 kann man sogar auf den Deskriptor der Applikation, die web.xml Datei, komplett verzichten. Dasselbe gilt für die JSF-eigene Konfigurationsdatei „faces-config.xml“. Sie ist optional und dank der neuen annotation-based Konfiguration von JSF selbst wird sie auch nur noch in speziellen Fällen benötigt. Hierzu später mehr.

Diese Erleichterungen sind optional, man kann JSF weiterhin auch in der web.xml konfigurieren um auch noch für Servlet 2.x lauffähig zu bleiben, und eine erstellte faces-config.xml Datei wird ebenfalls genutzt sofern sie vorhanden ist.

Um die Vorteile demonstrieren zu können, nutzt die angehängte Beispielapplikation Servlet 3.0, z.B. im neuen Apache Tomcat 7.0 .

View

Mach’s gut, JSP – Hallo Facelets!

Die fundamentale Änderung in JSF2 im Vergleich zur Vergangenheit ist sicherlich der Wechsel der View-Technologie. Früher waren JavaServer Pages (JSP) hierfür der Standard. Nach anfänglich starker Kritik wurde dessen Integration zwar verbessert, erreichte aber nie ein Niveau mit dem alle Beteiligten zufrieden sein konnten.

Bereits vor Release von JSF2 hatte sich Facelets als quasi-Standard etabliert. Facelets ersetzt JSP durch ein XML-Format. Es bietet deutlich flexiblere Templating-Features, eine eigene Taglibrary sowie die Möglichkeit, das Gros der Standard Tag Library (JSTL) weiterhin zu nutzen. Ein weiterer Vorteil ist dass, wenn entsprechend eingesetzt (jsfc Attribut), der Code auch zur Entwicklungszeit gültiges XHTML darstellt. Dadurch kann die Seite sowohl vom Java- als auch vom Frontend-Entwickler direkt bearbeitet werden.

Mit JSF2 ist nun Facelets die Standard View Description Language (VDL). Bis auf ein paar Namensanpassungen wurden die Facelets 1.x dafür weitgehend übernommen, die Unterstützung von JSP wurde dagegen abgekündigt. Die VDL von JSF2 ist also genau gesehen nicht neu, sondern nur übernommen worden. Daher beschäftige ich mich in diesem Artikel auch nicht näher mit den Standard-Features von Facelets.

Warum GET das bessere POST ist

Denn es gibt auch abseits des VDL-Wechsels spannende Neuerungen. Eine davon ist der stark verbesserte Support von HTTP GET Requests. Früher lief eine Anfrage des Benutzers in JSF oft nach dem POST – Redirect – GET Pattern ab: Zuerst eine Action/Navigation per POST auslösen, dann den Redirect zur Ziel-View an den Benutzer senden, der dann schliesslich mit einem neuerlichen GET die neue View lädt. Anders waren Features wie Bookmarks oder Refresh-Support für den Browser des Benutzers kaum lösbar. Dies wird nun durch einige neue Features rum um die Parameter-Verarbeitung bei GET Requests in vielen Fällen möglich.

f:viewParam

Ein GET Parameter kann vor Rendering einer View in eine Bean übernommen werden. Dies funktioniert im neuen f:metadata Block einer View.

<f:metadata>
<f:viewParam name="base" value="#{calculator.base}" />
</f:metadata>

Ein eventuell vorhandener Parameter „base“ wird somit in die Bean „calculator“ übernommen. Es handelt sich hierbei um eine normale Component, was den Vorteil hat dass alle Konverter und Validatoren ebenfalls auf View-Parameter angewandt werden können. Gerade bei GET Requests ist dies essentiell, denn durch simple Änderung der URL kann der Benutzer hier jegliche Werte eingeben. Zusätzlich unterstützt die Component auch das übliche required Flag, um eine Angabe zu erfordern. Kombiniert kann dies dann wie folgt aussehen.

<f:metadata>
<f:viewParam name="base" value="#{calculator.base}"
required="true">
<f:validateDoubleRange minimum="1" />
</f:viewParam>
</f:metadata>

Schlägt eine Validierung fehl, wird der Wert nicht in die Bean übernommen und es tritt ein normaler JSF-Validierungsfehler auf, d.h. es wird eine FacesMessage zur möglichen Ausgabe erzeugt.

PreRenderViewEvent

Per View-Parameter kann also ein Wert vor Rendering der View in die Beans übernommen werden. Meistens will man dies, um die View entsprechend dem Parameter unterschiedlich zu gestalten. Zum Beispiel um einen Datensatz zu laden. Dafür wird eine zusätzliche Methode benötigt, die nach dem Abfüllen der Beans aufgerufen wird, aber noch vor dem Rendering der Seite. Genau zu diesem Zeitpunkt wird der PreRenderViewEvent geworfen. Im f:metadata Block kann man zu diesem Zweck einen Event-Listener registrieren. Der Listener besteht aus der Methode einer Bean; sie muss public sein, sollte keinen Rückgabewert liefern und entweder keinen Parameter, oder ein ComponentSystemEvent akzeptieren. Der Listener wird dann nach der Übernahme der Parameter aufgerufen, und zwar unabhängig von den Validierungen. Es bietet sich daher an, auf fehlgeschlagene Validierungen zu prüfen, bevor man die Parameter nutzt. Mit der neuen Methode isValidationFailed() kann seit JSF2 im FacesContext einfach geprüft werden, ob eine der Validierungen fehlgeschlagen ist.

<f:metadata>
...
<f:event type="preRenderView"
listener="#{calculator.calculate}" />
</f:metadata>
public void calculate() {
FacesContext ctx = FacesContext.getCurrentInstance();
if (!ctx.isValidationFailed()) {
...
}
}

Neben der Initialisierung der Daten für eine View hat die Listener Methode noch weitere Möglichkeiten. So kann sie über den NavigationHandler sogar das Rendering auf eine andere View umleiten, beispielsweise bei fehlender Authorisierung des Benutzers.

h:link

Da man nun sehr einfach GET Parameter abfüllen und verwenden kann, besteht natürlich auch erhöhter Bedarf danach, GET Links zu erstellen. Zur Navigation wurde in JSF bisher hauptsächlich auf h:commandLink und h:commandButton gesetzt. Diese erzeugten POST Requests. Zwar konnte mit h:outputLink auch ein GET Link generiert werden; diese Component wendet jedoch kaum Logik an, sodass man die Link Generierung sowie das Anfügen eventueller Parameter manuell vornehmen musste.

Hier setzt die neue h:link Component an. Sie erfordert eine logische View-ID, die dann über die Navigation Rules zur URI aufgelöst wird. Im einfachsten Fall entspricht die View-ID dem Pfadnamen der Seite in der Web-Applikation ohne Dateiendung. Übrigens ist auch dies neu: Bisher musste man selbst für dieses simple Mapping Datei->View-ID eine Navigation Rule im XML erstellen. Eine erneute Vereinfachung, um sehr schnell mit der Entwicklung loszulegen.
Ausserdem kann man der h:link Component noch Parameter über den Standard-Tag f:param mitgeben, diese Parameter werden automatisch als Query-Parameter an die URL angehängt.

<h:link outcome="calculate" value="Next page">
<f:param name="base" value="8"/>
</h:link>

Der daraus generierte Link kann dann z.B. so aussehen: /calculate.jsf?base=8 . Es sind beliebig viele Parameter kombinierbar. Bei komplexen Seiten kann es hilfreich sein, alle View-Parameter mitzunehmen, also an den generierten Link weiterzugeben. Das geht per includeViewParams Attribut. Zusätzlich angegebene f:param Tags können die Liste erweitern oder einzelne Parameter aus den includeViewParams überschreiben.

<h:link outcome="calculate" includeViewParams="true"
value="Next page"
<f:param name="base" value="8"/>
</h:link>

Der resultierende Link wird alle View-Parameter der aktuellen Seite umfassen, sowie zusätzlich den Parameter „base“ mit dem Wert 8, egal ob bereits ein View-Parameter mit dem Namen „base“ existierte oder nicht.

Damit bringt JSF2 nun endlich die Möglichkeit, umfassend mit GET-Requests zu arbeiten und somit dem Benutzer ein einfacheres, mehr RESTful Verhalten in der Applikation zu bieten. Es gibt Zusätze zu JSF, die dies noch ausbauen und ein echtes REST-Verhalten erzeugen können (z.B. PrettyFaces), aber jetzt sind auch die mitgelieferten Werkzeuge dafür tauglich und in der Komplexität akzeptabel.

Download

Lauffähige Beispiel-Applikation inkl. Quellcode

Ausblick

Dieser kurze Einstieg in JSF2 war nur der Anfang. An den Managed Beans wurden Änderungen vorgenommen sowie neue Scopes eingeführt. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten, eigene Components zu erstellen. Die Validierung wurde entscheidend erweitert. Im kommenden Teil 2 der Reihe rund um JSF2 wird es um eine ganz zentrale Neuerung von JSF2 gehen: Die Einführung von out-of-the-box Unterstützung für Ajax.

Fragen und Diskussionen rund um JSF2 und Java EE 6? Gerne als Kommentar im Blog oder per E-Mail.

Laut gedacht – Offenheit und der Umgang zwischen Menschen

Bei Namics gibt es unumstössliche Prinzipen und darauf aufbauend eine Art des Umgangs. Ein zentrales Element des Umgangs ist Neugier.

Ich bin überzeugt, dass Neugier mit unserem Anspruch innovative Leistungen anbieten zu können, untrennbar mit Austausch verbunden ist. Dieser geschieht ohne fachliche oder organisatorische Hierarchie auf Augenhöhe und er geschieht im Internet.

So banal dies klingen mag, so wichtig ist es für mich nicht nur von der Offenheit des Internets zu profitieren (wir verdienen seit 15 Jahren Geld damit) aber auch einen eigenen Beitrag zu leisten. Ein Teil von diesem Engagement ist es, unser Wissen öffentlich zu publizieren (www und dialog). Zudem motivieren wir unsere Mitarbeitern dazu an der öffentlichen Diskussion teilzunehmen und eigene Ansichten zu unterbreiten. Weshalb machen das so wenig Firmen und meinen, dass horten mehr nützt als weitergeben?

Teil dieser Offenheit und Grundlage dafür ist es, dass bei uns Menschen kommunizieren und nicht die Firma. Alle Mitarbeiter sind Autoren auf unseren Blogs und PR machen „die Su“ und nicht die Abteilung xyz plus alle Menschen bei uns die öffentlich publizieren. Logische Folgerung ist es, dass wir alle Mitarbeiter mit Bild, E-Mail Adresse und direkter Telefonnummer auf unserer Website publizieren. Übrigens ist das der meistbesuchte Bereich auf www.namics.com.

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Eine Folge davon ist, dass mit immer wieder „Personal-Spezialisten“ anrufen um mir erklären wie gefährlich es ist, da Leute abgeworben werden können — Meine Antwort könnt ihr Euch vorstellen ;-). Anlass zu meinem Post ist, dass zur Zeit ein direkter Mitbewerber (wieder einmal) versucht eine ganze Business Unit abzuwerben — offensichtlich ist unsere SharePoint-Kompetenz schon mal aufgefallen. Wissen tun wir so was, weil die Mitarbeiter darüber reden. Und den Namen des Auftraggeber finden wir raus, indem jemand an ein Interview geht… ist gut fürs Ego, da man meist ziemlich nett empfangen ;-)

Für mich ist der Umgang zwischen Menschen im Geschäft und privat derselbe. Nicht das Thema, aber wie man miteinander umgeht. Deshalb wundert ich mich ab und zu mit welchen Methoden, Unterlassungen und „Strategien“ versucht wird das Vertrauen von Kunden (das Vertrauen von Menschen) zu gewinnen.

Auch eher auf der lustigen Seite (hat nichts mit der genannten Abwerbung zu tun) ist der Mitbewerber, der unter dem Begriff Namics seit Monaten (noch nicht genügend Leads generiert?) auf Google Werbung schaltet. Gewinnt man damit das Vertrauen von Menschen? Natürlich könnte ich „rechtlich reklamieren“, aber solche Spiele sind mir irgendwie zu blöd und ich nehme mir lieber die Zeit einen öffentlichen Beitrag zu schreiben…

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Der Apple macht mir Sorgen

Ist ein Mac wirklich noch einfacher als ein PC? Macht er mehr Spass? Macht das Einkaufs- und Serviceerlebnis mehr Spass?

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Zumindest sieht er besser aus als ein PC. Noch.

Als Apple User der ersten Stunde mache ich mir ernsthafte Sorgen.

Inzwischen wechselt Apple die Anschlüsse an seinen Geräten schneller als mancher Handyproduzent aus Fernost und so nimmt es nicht wunder, dass uns neulich ein Verkäufer im Apple Store in Zürich ein Monitorkabel zum Mac Book Pro verkauft hat, was zwar zu meinem Monitor passt, aber leider nicht zum neuen Mac. Kann mal vorkommen, denk ich.

Also begebe ich mich zwei Tage später in den Store, um das gute Stück zu tauschen. Im neuen, stylishen Apple Store in der Bahnhofstrasse wandeln zwischen Stahl, Glas und Waschbeton sicherlich zehn Mitarbeiter mit schicken blauen T-Shirts, die drei (schlecht auffindbaren) Kassen bleiben jedoch leider unbesetzt.

Ich warte. Hinter mir und um mich herum fragen sich andere, ob man nicht unten zur Kasse gehen soll. „Nein, da ist auch keiner“, höre ich es raunen. Das kann ganz und gar nicht vorkommen, denk ich.

Und erst dann fällt mir auf, dass schon wieder ein neuer Stromanschluss am Mac Book Pro hängt. Nun kann ich mit meiner Frau leider nicht mehr das Kabel tauschen. Schade, denk ich.

Vielleicht kauf ich mir bald meinen ersten PC.

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Adobe Flash: Ab in die Ecke

Die Flash-Technologie von Adobe ist ein technisches Wunderwerk, aber auch Wunder scheinen Ihre Epochen zu haben.

Vor rund einen Jahr bekam unsere 12 jährige Tochter für eine bestandene Prüfung ein iPhone und ich lernte rasch. Währenddem sie zuvor, die von mir verschickten Links auf dem Computer betrachtete, übersprang sie nun alle Inhalte in Flash (insb. auch Videos). Argument einfach: „Funktioniert bei mir (auf dem iPhone) nicht“. Seitdem wir nun auch noch iPad, iPod und andere [Android-] Smartphones zu Hause haben, verbreitet sich der „funktioniert nicht“ Umstand massiv…

Folge ich dem Streit zwischen dem Steve Jobs, der auf iPhone und iPad kein Flash zulassen will und dem Adobe Chef Shantanu Narayen mit ein bisschen Abstand, so sieht es schlecht aus für Adobe und den Massenmarkt. Nicht wegen der faktischen Verbreitung von Apple, aber wegen dem medial überlegenen Gegner. Das hilft auch eine Charmkampagne von Adobe nicht nicht.

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Inserat von Adobe Mitte Mai im Wall Street Journal Europe

Und dann kommt noch zu allem Überfluss HTML5. Es bietet sehr attraktive Funktionen für die anhin Adobe Flash zum Einsatz kam, als Browser-Standard. Ich denke hier vor allem an Video-Unterstützung, lokale Datenspeicherung (selbst Google hat das Gears-Handtuch geworfen), (besserer) Schriftsupport und Canvas.

Leider wurde Adobe Flash — vor allem wegen des Erfolges als beste Alternative beim Video-Streaming (im Gegensatz zu den gestorbenen Real und Windows Media-Formaten) — stark in die Ecke „praktisch für bewegende Dinge“ gestossen. Selbst Werbeagenturen die Internet doof finden und lieber mit Erlebnisnavigation argumentierten, haben in der Zwischenzeit vernünftige Websites aus Text mit stabilen und eindeutigen Links. Fast alle zumindest ;-) Das ist ziemlich bitter, denn genau diese Nutzerschaft hatten Adobe Flash mal gross gemacht.

Adobe Flash (erweitert um Flex) ist echt stark wenn es drum geht, im Rahmen von Anwendungen anspruchsvolle Userprozesse zu unterstützen. Die auch, da clientseitiges Java im Browserumfeld nicht funktioniert hat und wenn ich die Vergangenheit extrapoliere auch nicht funktioneren wird.

Da der Fokus von Flash wegen den genannten Spielereien aber überdeckt wurde, scheint es mir zu spät bei den seriösen Anwendung nochmals Fuss zu fassen. Wenn ich mir Google Apps und Frameworks wie Rails, Grails oder wie sie allen heissen anschaue, so hat der Browser gewonnen und es braucht bald keine Plugin mehr. Ausser für Spezialanwendungen wie SAP oder sonst was grausliges…

Also kein Tod auf Raten für Adobe Flash, aber weg vom Mainstream und ab die Spezialitätenecke. Und wie sieht dann das Ertragsmodell aus? Ganz ehrlich ist das mir eigentlich ganz recht, denn ich habe viel zu viele schlechte Flash-Websites gesehen und da mir Zugänglichkeit von Webanwendungen wichtig ist, passt die Entwicklung für mich gut.

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Mick Jagger der Statistik: Hans Rosling

Hans Rosling mit seiner ergreifenden Art statistische Sachverhalte zu erklären wurde schon häufig herumgereicht. Es ist aber immer wieder ein Erlebnis ihm zuzuhören: Wer ihn noch nie gehört hat, muss diese einmal tun — Nicht nur wegen seiner Eloquenz aber auch den Themen, die er anpackt! So beispielsweise bei einem seiner TED-Talks.

Mein Interesse wieder einmal geweckt, hat ein Post auf „Blog about Stats“ von Armin Grossenbacher mit dem Titel: This is the Time to Invest in Statistics.

An einer Präsentation der Weltbank am 21. Mai 2010 zu ihrer Open Data Initiative sprach Rosling einerseits zu „seinen Themen“, andererseits aber auch den seiner Ansicht über die Vorteile dass Daten öffentlich sind. Die Argumente, verteilt über ein schlecht gemachtes YouTube-Video, sind brilliant.

Rosling entwaffnet die wichtigsten Argumente gegen die Datenöffnung wie möglicherweise schlechte Qualität der Auswertung („I call it freedom… I corrects itself like free press“) oder Leute die versuchen damit Geld zu machen („someone will offer it at a cheaper price“). Am allerwichtigsten sei eine qualitative hochwertige, autoritative Quelle die auch danach aussieht („give it a good website“).

Und dann die zahlreichen Vorteile davon, dass Daten zugänglich und deren Struktur normiert werden. Danach sollen diese in Arbeitsteilung graphisch aufbereitet werden. Das können nicht dieselben Leute wie die Erhebung oder die Erklärung. Die graphische Darstellung ist aber unheimlich mächtig und wichtig: Wieviele Gesichter kennen sie und wie viele Telefonnummern kennen sie? Eine gute Graphik kommuniziert bis zu 60’000 Datenpunkte! Der Platz für Innovation ist extrem gross und sie braucht keine zentrale Planung: „Let them make a business of the data“.

Sehr schön Illustriert Rosling dem Unterschied zwischen einem Ökosystem und jemandem der alles selbst tun will, anhand einer einer Partitur: Musiknoten seinen eine universelle, normierte Sprache und das Komponieren, die Herstellung von Instrumenten und die Interpretation durch Musiker ist arbeitsteilig. Er, so Rosling, sei nur der Musiker.

Die Indikatoren sollten in den Hauptnachrichten gezeigt werden (so wie Animationen über das Wetter oder über geplante und geführte Kriege). Gleichzeitig relativiert er seine Bekanntheit wegen der „moving bubbles“, die gar nicht von ihm stammen, aber von seinem Sohn zusammen mit dessen Frau und einer Gruppe schwedischer Programmieren entwickelt wurde… praktische Kinderarbeit sozusagen. Die Innovation sei nur dass die X-Achse, welche seit 200 Jahren besetzt war, nun der Dimension Zeit gehöre.

„Data should belong to the people!“ sagt Rosling und so denke auch ich. Alles, was mit Steuergeldern bezahlt ist und keine Persönlichkeitsrechte berührt, soll publik und sehr Zugänglich sein. So beispielsweise Fahrpläne, Geodaten öffentlicher Organisationen oder eben auch der Quellcode von mit Steuergeldern erstellte Software!

Aber nicht ich habe das Wort, aber Hans Rosling (ab Minute 24)

Update: Hier eine zweite, besser gefilmte Aufnahme derselben Präsentation, gefunden von Milos.

PS: Auf Gapminder.org gibt es neu einen Desktop-Client, der ausprobiert gehört.

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Vorurteil: Menschen im Alter können nicht mit moderner Technik umgehen

Die Kernaussagen sind mir aus der Projektarbeit bekannt, aber mit gelang es noch nie, diese so schön auf dem Punkt zu bringen: Ein Interview mit Prof. Reto Eugster (Kompetenzzentrum Generationen der FH St.Gallen) in der Fachzeitschrift Curaviva (danke für das Recht den Artikel zu verteilen) über Techniknutzung von älternen Menschen.

Auch wenn gerne auf Probleme und Barrieren wie Kosten und Bedienbarkeit geblickt wird: Moderne Technologie bietet älteren Menschen sowohl bei der Alltagsbewältigung wie auch im sozialen Austausch sehr grosse Chancen. Gleichzeitig sind aber, wie in der Studie „Internet-Nutzung im Alter“ erläutert, Bedürfnisse und Rangehensweisen (offensichtlich) nicht dieselben wie bei „digital Natives“.

Teilweise decken sich aber Bedürfnisse dennoch. Zitat aus dem Interview: „Nach einem Referat vor einem Seniorenforum kam ein Mann zu mir und bedauerte, dass ich nicht den Mut gehabt hätte, eines der wichtigsten Anwendungsfelder des Internets für ältere Menschen zu erwähnen: Kontaktbörsen.“

Ein wichtiger und bereits an vielen Stellen belegter Aspekt, dass eine starke Internet-Nutzung nicht zu Vereinsamung führt. Dieselben Leute pflegen auch mehr „Live-Kontakte“. Also kein Kompensations- aber vielmehr ein Steigerungsverhältnis der Mediennutzung.

Im Bezug auf Vernetzung die logische, aber im Bezug auf Online sehr wichtige Feststellung, dass sich ältere Menschen wegen Todesfällen in ihrem Umfeld immer wieder neu vernetzen und organisieren müssen. Internet bietet hier, insbesondere auch bei bestehenden Mobilitätseinschränkungen, sehr viele Möglichkeiten.

Sehr spannend auch der Aspekt des „Vorratswissen“. Am Anfang einer beruflichen Karriere häufen Menschen Wissen an und erreichen damit eine gewisse Breite. Ältere Menschen hingegen, agieren viel gezielter und richten das Lernbedürfnis auf konkrete Anforderungen aus ihrem Alltag aus. Der Eindruck sie können mit Technik nicht umgehen ist häufig ein Vorurteil. Der Fokus ist einfach viel enger.

Eine kompakter und spannender Blick auf eine Realität die uns alle betrifft und auch betreffen wird.

Artikel:

«Menschen im Alter können nicht mit moderner Technik umgehen? Ein Vorurteil!» [pdf, 154KB]

. Quelle: Fachzeitschrift Curaviva

Internet-Nutzung im Alter

Eine spannende Befragung des Zentrums für Gerontologie ZfG der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit Pro Senectute Schweiz und dem BAKOM auf die ich über Reto Eugster aufmerksam wurde.

Für ältere Menschen bietet das Internet als Medium sehr viele Chancen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig und haben auch mit dessen Raum- und Zeitunabhängigkeit zu tun, mit der Möglichkeit Transaktionen „ohne Reise“ durchzuführen und auch damit, dass man sich in Alters- und Gesellschaftskreisen bewegen kann, die in der Realwelt den Zugang kaum zulassen. Vermarkter nennen diesen Zielgruppe „Silver Surfer“ oder „Best Agers“. Die andere Seite der Medaille ist der Ausschluss der Offliner, die digitale Spaltung.

Soweit ist die Geschichte allen bekannt. Doch wie verhält sich diese Zielgruppe, was sind deren Bedürfnisse online etc. Die genannte Studie liefert viele Antworten. Hier ein paar der zentralen Antworten:

Zuerst mal zur Reichweite: Internet-Nutzung im Zeitraum von 6 Monaten durch Menschen im Alter von 65-74 Jahre ist in der Schweiz 54%, im Alter von 75+ 20%.

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Kombinierte Tabelle mit Eurostat-Daten und der ZfG-Studie

Interessant insbesondere, weshalb die Leute nicht online sind. Gründe finden sind einerseits in denselben Faktoren wie bei der Internetnutzung allgemein (Geschlecht, Bildung und Einkommen) aber vor allem wegen alterbedingten Veränderungen (körperliche, sensorische und kognitive Ressourcen, soziales Umfeld und altersspezifische Bedürfnisse) sowie kohortenbedingte Unterschiede bei der Sozialisation und lebensgeschichtlichen Erfahrungen.

Die ZfG-Studie bieten zudem noch eine genauere Aufteilung.

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Quelle: ZfG-Studie, ungewichtete Stichprobe, Seite 18

Interessant ist, dass die Nutzung des Internets steht nicht in Konkurrenz zu anderen, traditionellen Medien steht. Aber Onliner grundsätzlich einen aktiveren Medienkonsum pflegen und zwar bei einseitigen und interaktiven Medien.

Und welches sind die gefragten resp. genutzten Anwendungsgebiete?

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Quelle: ZfG-Studie, Seite 34

Und wie ihr Euch vorstellen könnte, noch viele zusätzliche wertvolle Informationen über Freizeitgestaltung, Hobbies, Alltagsaktivitäten, Einflussfaktoren auf die Internetnutzung, Lernformen u.s.w. Also hier zum Download der Studie: Gründe der (Nicht-)Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)i durch Menschen ab 65 Jahren in der Schweiz

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