Mit aktuellen Inhalten bei Google punkten

Freshness-Update fordert Online-Redakteure in Unternehmen

Google sorgt in der SEO-Welt für Wirbel: Das so genannte Freshness-Update betrifft rund 35 % aller Suchanfragen und ist somit eine der größeren Algorithmusänderungen in der Google-Geschichte. Die wichtigste Frage: Was bedeutet diese Frischeanforderung an Content für Webmaster und Unternehmen? Wie können sie mit aktuellen Inhalten bei Google punkten?

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Frische Paprika, Foto: Lilo Kapp/pixelio.de

Nach der jetzigen Entwicklung profitieren Nachrichtenportale, die ohnehin schon auf Aktualität ihrer Inhalte hohen Wert legen, ganz besonders. Der überarbeitete Google-Algorithmus soll auch die aktuellsten News-Stories sowie Web-Trends einbeziehen. Das Update basiert auf Googles Caffeine-Index. 2010 eingeführt, ermöglicht er die schnellere Auffindung von aktuellen Informationen.

Auch für Unternehmen eröffnen sich offenbar neue Chancen. Denn auf der eigenen Website für Nachrichtenfrische zu sorgen, ist eigentlich ganz leicht, sofern man über die entsprechenden Ressourcen und ein wenig journalistisches Know-how verfügt. Online-Redakteure und Content-Manager in Unternehmen sind daher nun stärker denn je gefordert, ihre redaktionellen Inhalte mit Blick auf aktuelle Entwicklungen zu pflegen und zu aktualisieren.

Themen rund um das Kerngeschäft aufspüren

So könnte eine auf Vorsorgethemen spezialisierte Versicherung mit einem Ratgeber-Inhalt zum Thema „Patientenverfügung“ eine gute Position bei den Google-Treffern erlangen, wenn sie unmittelbar nach der Verabschiedung eines Gesetzes im Bundestag den Text suchmaschinenoptimiert aktualisiert und mit entsprechenden weiterführenden Links und Downloads wie etwa einer Mustervorlage versieht.

Eine Biosupermarktkette könnte mit einem ausführlichen Beitrag zum aktuellsten Lebensmittelskandal, den Food-Watch aufgedeckt hat, Nutzer auf die Unternehmensseite ziehen, die nie zuvor von der Biosupermarktkette gehört hatten und nun positiv von der Aktualität der Website und der Professionalität der Inhalte überrascht sind. Auch so lassen sich neue potentielle Kunden gewinnen …

Themenplanung über den Unternehmens-Tellerrand hinaus
Die Devise für die Zukunft sollte also auch für Unternehmen lauten: Folgen Sie einem aktuellen Trend mit einem interessanten Beitrag in Ihrem Webangebot, möglicherweise in einem Corporate Blog, das der Unternehmens-Website angeschlossen ist. Im Grunde genommen bedeutet das für die Verantwortlichen in der Unternehmenskommunikation nichts anderes, als so zu arbeiten, wie es die großen Nachrichtenportale unlängst tun.

Online-Redakteure und Kommunikationsverantwortliche sollten ihre Unternehmensthemen auf zukünftige Trends oder Ereignisse hin prüfen und eine langfristige Themenplanung machen – so sind automatisch die passenden Inhaltsseiten mit den aktuellsten Aspekten online, wenn Nutzer sie bei Google suchen. Themenplanung mit aktuellem Bezug ist bei Journalisten längst tägliche Praxis. Und nichts anderes garantiert auch Unternehmen einen Aktualitäts-Schub, der sich positiv auf das Google-Ranking auswirkt.

Jetzt heißt es aber erst einmal Warten: Wann das Update kommt und ob es wie Panda zuerst in den USA oder gleich weltweit eingeführt wird, scheint noch unklar.

Googles letztes gravierendes Update: Der Panda ist los. Spam kommt in den Zoo.

Google+ ab sofort öffentlich – mit gepimpten Hangouts.

Ab sofort ist Google+ öffentlich und ohne Einladung verfügbar. Aber nicht nur das. Google hat in dieser Zeit 91 Verbesserungen vorgenommen. Hier die Highlights:

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Hangouts für Mobiltelefone
Jetzt kommt Konkurrenz für das proprietäre Facetime von Apple. Google lanciert Hangouts auf Handys. Die neue Google+ App ist bereits im Android Market verfügbar und eine iPhone Version soll in Kürze im Apple Appstore verfügbar sein. In der Zwischenzeit gibt es hier alles zum Thema Google+ und Mobile.

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Hangouts On Air
Hangouts On Air sind Livestreamings, die nicht mehr nur für Freunde und „Eingkreiste“ sichtbar sind, sondern komplett öffentlich übertragen und aufgezeichnet werden können. Es können bis zu 9 Personen gleichzeitig im Hangout sein, die Session ist öffentlich für eine unlimitierte Anzahl Zuschauer einsehbar. Oder einfacher gesagt: Man kann zuschauen, muss aber nicht am Hangout teilnehmen. Derzeit steht die Funktion steht leider noch nicht allen Benutzern zur Verfügung.

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Hangout goes Collaboration
Google+ und Google Docs rücken einen Schritt näher zusammen. An Google Docs Dokumenten kann nun gemeinsam in einem Hangout gearbeitet werden, Sketchpaint-Pixelkunst geübt oder der Bildschirm geteilt werden. Das ist richtig praktisch für den Remote-PC-Support bei den Eltern.

Google Hangout mit API
Der Hammer, wenn auch noch nicht publikumswirksam sichtbar. Für Google Hangout gibt es nun ein API. Das schreit förmlich nach einem Namics Hangout-Lab. Sollte dieses Wirklichkeit werden, melde ich mich freiwillig…

Google+ entwickelt sich für mich persönlich langsam aber sicher zum Facebook Killer. Ich bin gespannt, wie sich die neuen Funktionen in den kommenden Wochen bei den Namics Kollegen verbreiten und einnisten. Da hätte ich schon einige Ideen für den Einsatz. Sobald die Hangout on Air Funktion in meinem Profil vorhanden ist, mache ich einen Tag der offenen Tür bei Namics – via Hangout.

Bildquellen: Google

Idealtypische Entwicklung von Communities

Der Trendreport Juli 2011 der Agenturen Pilot und Zucker zeigt eine interessante Entwicklung bei Unternehmensseiten auf Facebook auf: Je mehr Fans, desto weniger Interaktion. (Vgl. dazu auch den Beitrag von Johannes Lenz auf dem Grey-Blog).

Die Analyse bestätigt eine Hypothese, mit der ich gerne die Entwicklung von Communities beschreibe. In diesem Fall ist die Fangruppe eines Unternehmens eine Mini-Community.

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Idealtypisch betrachtet gibt es bei der Entwicklung von Communities zwei Punkte in denen sich die Entwicklung der Community deutlich ändert. Der erste kritische Punkt ist der, an dem die Community beginnt zu „fliegen“ und durch das Erreichen einer bestimmten Mitgliederzahl eine kritische Größe erreicht.

Der zweite kritische Punkt wird erreicht, wenn die Community so groß ist, dass das Engagement des Einzelnen sinkt (z.B. weil das allgemeine Niveau sinkt, das eigene Engagement nicht mehr identifizierbar ist, etc. …).

Ein Mittel dort gegenzusteuern sind neue Funktionen und Möglichkeiten zur Ausdifferenzierung der Community. Facebook ist mit dieser Herausforderung bisher gut umgegangen und auch Xing versucht durch mehr neue Funktionen diesem Trend entgegenzuwirken. MySpace hatte diesen Punkt ignoriert.

Die Herausforderung für Unternehmen (egal ob bei Facebook, in der Support-Community oder dem Intranet) besteht darin, diesen Punkt zu identifizieren und den Ball am Fliegen zu halten.

Interkulturelle Aspekte bei der Kommunikation in Soziale Medien

Der Webmontag hat seine eigenen Gesetzte und eines davon lautet: Deine Präsentation hat 20 Slides und wechselt automatisch alle 15 Sekunden. Das IgniteRaleigh-Format ermöglicht bei offenen Veranstaltung ein kurzweiliges Potpourri von 5-Minuten-Präsentationen. Gerade das richtige Format, dachte ich mir, um einen Versuchsballon zum Thema interkulturelle Kommunikation in sozialen Medien steigen zu lassen.

Nach den 5-Minuten war ich schlauer: statt einer breiten Darstellung des Themas mit einer 15 Sekunden dauernden Pointe, hätte ich mich mit dem Herauspicken eines Einzelaspekts sicher wohler gefühlt. So hinterließ ich nach den 20 Folien ein Publikum das sich mit dem Thema an diesem Abend wohl zum ersten Mal konfrontiert sah, in der Hoffnung, zumindest die Sensibilität für das Thema angeregt zu haben.

In der nachfolgenden Diskussion ergab sich eine interessante Frage: Warum in China persönliche Reputation so wichtig sei, wo es doch ein Land ist, in dem Marken offensichtlich auch eine große Bedeutung haben.

Die Antwort zeigt die Vielschichtigkeit des Themas: Zum einen gibt es in China gerade im B2B-Bereich immer noch traditionelle Strukturen und Seilschaften, bei denen persönliche Reputation der wichtigste Faktor ist, zum anderen hat das enorme Wachstum Chinas zu einer neuen Mittelschicht geführt, für die Marken gerade im B2C-Bereich bedeutsamer werden.

Schon diese einfache Betrachtung zeigt, wie wichtig eine differenzierte Betrachtung von Zielmärkten und deren Kultur sein kann, wenn es darum geht zu entscheiden, welche Form von Engagement bei Markteintritt oder nachhaltiger Kommunikation im Markt empfehlenswert ist.

Herausforderungen bei der Umsetzung von IT Shops

Viele Mitarbeitende in Unternehmen wünschen sich die reibungslose Nutzung ihrer IT Infrastruktur und Transparenz über bezogene IT Leistungen. Idealerweise sollten Fachbereiche selbst in der Lage sein, die Arbeitsplatz IT – so einfach wie in Internetshops – zu bestellen oder sich einen Überblick über das Angebot zu verschaffen.

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Voraussetzungen für IT Shops häufig vorhanden

Schon seit einigen Jahren standardisieren grössere IT Abteilungen und IT Dienstleister – unter zunehmenden Wettbewerbsdruck – ihr Produktportfolio. Gerade im Bereich von „Commodities“ wie PC-Arbeitsplatz, Softwarelizenzen oder Webhosting haben sich die IT Organisationen zum Ziel gesetzt, Bestellungen der Fachseite bzw. des Benutzers nicht als Projekte abzuwickeln, sondern einen Katalog von Standardprodukten zu offerieren. Vor allem bei einer hohen Transaktionszahl ist es daher zweckmässig Webshops für Mitarbeitende aufzubauen.

IT Produkte mit deutlich höherer Komplexität als Sachgüter

Im Gegensatz zu Gütern wie Büchern sind die IT Produkte jedoch deutlich komplexer. Das nur „Technik“ gekauft wird stellt eher die Ausnahme dar: viel häufiger werden Dienstleistungen bestellt, die über einen längeren Zeitraum genutzt, geändert und auch abbestellt werden können. Nicht nur der Bezugszeitraum, sondern auch die (mehrstufige) Bündelung der IT Produkte unterscheidet sich von „einfachen“ Gütern. Das Produkt „Computerarbeitplatz für neuen Mitarbeiter“ kann sich z.B. aus einem PC, Office-Software-Lizenzen, Zugangsberechtigungen und erforderlichen Wartungsverträgen zusammensetzen. Da selten ein Arbeitsplatz für alle Mitarbeiter passt, müssen Varianten eines Produktbündels angeboten werden (z.B. Laptop statt PC).

Flexibilität als zentrale Systemanforderung bei der Umsetzung

Die zentrale Voraussetzung für die Umsetzung eines Webshops für IT Produkte ist zunächst der Aufbau eines Produktkatalogs mit Beschreibungen der Produkte inklusive Produktstruktur und Varianten. Gleichzeitig werden die Prozesse angefangen bei der Bestellung bis hin zur Leistungserbringung und Rechnungsstellung definiert. Der zweite Schritt besteht dann in der Auswahl einer geeigneten technischen Lösung.

Klassische Webshop-Lösungen, die eher auf einfache Produkte abzielen, bieten zwar bereits die Benutzeroberfläche, stossen allerdings aufgrund zu starrer Datenstrukturen bei der Abbildung der Produkte an ihre Grenzen. Die erforderliche Flexibilität bieten „Produkt Information Management“ (PIM)-Systeme, die auch komplexe Produkte mit reichhaltigen Informationen (z.B. Service Level Agreements) erfassen können. Sie bieten ebenfalls Schnittstellen zu bestehenden Systemen, etwa zu ERP-Systemen für die Auftragsabwicklung oder zu Inventarsystemen (z.B. CMDB).

Die Axpo Informatik AG setzt den PIM-basierten Shop IT4ME erfolgreich für ca. 20’000 Benutzer und mehr als 1900 IT Produkte ein. Monatlich werden im Schnitt 1’000 Produkte vom Desktop Service bis zum Virtual Server bestellt.

Der Wert von Interdisziplinarität

Wenn man von morgens früh bis am abends spät (und wohl auch im Schlaf, nach dem ich mich nicht an meine Träume erinnern kann) von etwas überzeugt ist, vergisst man wohl anderen darüber zu erzählen.

Also ich grad vorher über die Präsentation „Telling stories through design“ von Hannah Donovan gestolpert bin, begannen meine Hände diesen Post zu schreiben…

Was soll der Quatsch?

Auf den Punkt gebracht hatte es Alan Kay (Mathematiker, Biologe und Jazz Gitarrist; den meisten aber nur als „Computer Nerd“ bekannt) an einem Vortrag während meiner Studienzeit: Kennt man nur zwei Dimensionen, so ist die kürzeste Verbindung immer die Gerade – aber was hätte die dritte Dimension zu bieten?

Ich bin davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit verschiedenster Disziplinen die besten Ergebnisse hervorbringt. Und zwar eine Zusammenarbeit mit viel gegenseitiger Wertschätzung („auf Augenhöhe“) und ohne fachliche/wissenschaftliche Hierarchie. Oder wie Hannah es sagt: „Don’t just design, learn a bit of everything“. Ja! Die spannendsten, aber auch die wertvollsten Menschen sind immer neugierig, probieren alles aus und haben häufig Fähigkeiten und Interessen auf sich vereint, die man nicht in einer einzelnen Person vermutet.

So muss es sein!

Exzellente Lösungen entstehen, wenn in der Erarbeitung (fast) unendlich viele Blicke darauf geworfen werden. Und zwar in einer Gruppe von spannenden Menschen mit unterschiedlichsten Wertsystemen die um das beste Ergebnis kämpfen. Bei der richtigen Gruppe ist die Inspiration „der ganzen Welt“ und der Wille auszuprobieren, zu testen und damit zu lernen inhärent eingebaut.

Und wenn dann plötzlich die limitierende Realität seine Zähne zeigt. So beispielsweise das Budget des Projektes oder der schon Monate im Voraus definierte Zeitplan (in Unkenntnis der Aufgabenstellung)? Die „Techies“ (erstmals bei Ed Yourdan gelesen) haben das Problem mit dem Konzept der Techologieneutralität „gelöst“. Bei der (technologieneutralen) Konzeption des IST-Systems werden jegliche technischen oder physikalischen Limitationen ausgeblendet. Das System wird beschrieben, also ob Computer unendlichen Speicher hätten, unendlich schnell rechnen würden, keine Kosten verursachen… Damit weiss man, was ich haben sollte – Abstriche erfolgen später und damit auch bewusst.

In unserem „[Dienstleistungs-]Geschäft“ sind die Abstriche wohl die Nachtschichten die niemand bezahlen wird. Aber schlussendlich sind wir dem Ergebnis verpflichtet. Bedingung dafür ist aber die Offenheit die allerbeste Lösung umzusetzen zu wollen und die Wertschätzung der gelebten Leidenschaft.

All die Worte um Hannahs Präsentation endlich zu zeigen…

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Open (Government) Data – einer der Top-Trends 2011

Mit der ersten Schweizer Konferenz dazu (Handouts sollten bald folgen; organisiert von /ch/open und der Parlamentarischen Gruppe Digitale Nachhaltigkeit) ein guter Zeitpunkt für einen kurzen Blick auf ein sehr spannendes und auch wichtiges Thema: Open Government Data.

Daten die der Staat erarbeitet hat sind mit Steuergeldern bezahlt. Sind diese nicht schützenswert (insb. Personendaten) gehören diese somit auch den Einwohnern des Landes. Zudem sind Daten zunehmend Grundlage eines funktionierenden Zusammenlebens und ausserdem handelt es sich dabei häufig handelt sowieso um Fakten die man nicht schützen kann/soll.

Ziel dieser Befreiung ist, dass sich interessierte Personen mit den Daten beschäftigen können und damit ein besseres Verständnis für die Behördenarbeit entwickeln, selbst einen Beitrag leisten oder ein nutzbringender Wettberwerb entstehen kann. Zwei Beispiele aus England. Nach der Veröffentlichungen der Bushaltestellen haben Einwohner 7% der Haltestellen korrigiert und damit die Datenqualität verbessert. Oder ein Jahr nachdem eine Rangliste des Energieverbrauchs öffentlicher Gebäude publiziert wurde, haben diese deren Energieverbauch in der Summe um 10% reduziert: „Nobody wants to be top of that list“.

Damit die Weiterverwendung gut möglich ist, müssen ein paar minimale Regeln eingehalten werden wie beispielsweise deren Maschinenlesbarkeit. Ein einfaches Beispiel sind die Budgets der öffentlichen Hand bspw. als Excel und nicht (nur) als gedrucktes Buch. So in England (den Vorreitern in Sachen Open Data) geschehen und von der Zeitung Guardian graphisch aufbereitet oder auf Websites wie „Where does my Money go?“, SpotlightOnSpend oder OpenSpending auf „andere Art“ verständlich(er) gemacht.

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(öffentliche Ausgaben in UK 2009, Quelle: Guardian)

Die Beispiele sind banal, illustrieren aber die Mächtigkeit davon wenn unterschiedlichste Menschen zusammen arbeiten. Die Zeitung „Guardian“ spendet dem Thema Data übrigens einen Primärnavigationspunkt und ist ein gutes Beispiel für die – auf Open Data fussende – Entwicklung des Datenjournalismus.

Eine Gruppe von Journalisten zeigen in der Schweiz, dass obschon die gesetzliche Grundlage vorhanden ist, die Ämter diese neue Öffentlichkeit noch nicht umfassend leben. So fragten sie 53 Amtsstellen den Terminkalender des Direktors für diese zwei Jahre per Mail zuschicken. Nur vier der Ämter reagierten richtig resp. Konform mit dem Gesetz.

Die Mächtigkeit der Offenlegung der Daten haben England oder die USA gezeigt. Dort auch zunehmend in einer nutz- aber auch verlinkbaren Form angeboten werden. Dieser erste Schritt steht in der Schweiz noch weitgehend aus, die mitarbeitende Community würde es wohl geben.

Weitere Informationen in der Präsentation Top 10 Internet Trends 2011 oder in einem kurzen Artikel mit einem Absatz über Open Data. Zudem die folgenden Links:

– DRS2 Podcast: Datenjournalismus – mehr als Zahlen stapeln
– DRS2 Podcast: Behördendaten als wertvolles Rohmaterial
– TED Video – Tim Berners-Lee: The year open data went worldwide
Open Knowledge Foundation

PS: Eines meiner Konferenz-Highlights war Hanspeter Thür („der Datenschützer“) in seiner sehr sympathischen Rolle als Leiter der Schlichtungsstelle im Rahmen des Schweizer Öffentlichkeitsgesetz. Dieses besagt, dass alle Personen einfach und rasch Zugang zu amtlichen Dokumenten erhalten die keinen besonderen Schutz beanspruchen. Leider sind die Schutzklauseln ein bisschen weit gefasst, so kann der Zugang beispielsweise eingeschränkt werden, wenn „eine wesentlichen Beeinträchtigung der Meinung- und Willensbildung“ der Behörde verhindert wird… Aber zurück zu Herrn Thür, welcher an seinem Vortrag in der Rolle als Öffentlichkeitsbeauftragter zeigte wie er zahlreichen Anfragen dazu verholfen, Behördendaten zu befreien…

Top 10 Internettrends 2011 (Artikel in der Netzwoche)

Für die aktuelle Netzwoche durfte ich einen Artikel über „unsere“ Top 10 (aufgrund der Zeichenzahl Top 5) Internet-Trends schreiben. Dieser Post ist die Verlängerung der Print-Version inkl. der Link-Liste und die Einladung zum Dialog. Da Online (wieder einmal) schneller war gibt es den Netzwoche-Artikel schon jetzt zum Download: Die Top 10 Internettrends für 2011 [pdf, 315KB].

Die Referatsserie „Top 10″

Der Vortrag für 2011 findet sich hier: Top 10 Internet-Trends 2011. Da jeder Trend nur einmal genannt wird, ein paar der Vorjahre um den Kontext zu schaffen (und unsere Vorhersagen kritisch zu prüfen): 2010, 2009, 2008, 2007 oder 2006.

Online Software Stores
– Zahlen zum Apple Store Ökosystem
iTunes and App Store: There are now some 200 million accounts with credit cards on iTunes
Durchschnittlicher Preis einer App im iTunes-Store: USD 0.91
Apple App Store tops 3 Billion Downloads (Jan 2010)
Windows App Store? I Swear I’ve Seen This Before…
How Microsoft beat Apple to the Mac App Store by four years – and then dumped it
Amazon.com tries to toss Apple ‚app store‘ trademark suit, cites Steve Jobs in its own defense

Webperformance
– Präsi: The Secret Weapons of the AOL Optimization Team
– Präsi: Martin Kliehm zu Web Performance Optimierung
– Studie von Google: Speed matters
– Post von Google: Using Site Speed in Web Search Ranking
„Tools“ von Yahoo
„Tools“ von Google
– Buch: Steve Sounders. Even Faster Web Sites. O’Reilly.

Near Field Communication (NFC)
NFC auf Wikipedia
Check in ist out – NFC ist in
Nexus S NFC Writing Capabilities Included, But Hidden
– Video: Explore Nexus S: Near Field Communication
– Whitepaper: Essentials for Successful NFC Mobile Ecosystems [pdf, 1,2MB]

Gamification
The Gamification Revolution
Post auf den Namics Weblog
– Präsi: Pawned Gamification and it’s Discontents
– Präsi: Work better play together on Enterprise Gamification
– Video: Jesse Schell: „Design Outside the Box“
– Video: Seth Priebatsch: The Game Layer on Top of the World
– Video: Tom Chatfield: 7 Ways Games reward the Brain
The Gamification of SAP

Open Data
How to be a data journalist
http://www.datenjournalist.de/
Open Government Data Principles
parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit
Geoportal des Bundes
– Eine der Initiativen von „eZürich“: Open Government Data Plattform für Zürich
– Wettbewerbe
Open Data Challenge
Apps for Democracy
– Beispiele von Verzeichnissen (und Tools)
http://data.gov.uk
http://data.worldbank.org
http://www.data.gov
http://linkeddata.org/
Google Fusiontables
http://www.gapminder.org/
http://www.freebase.com/
– Podcast auf DRS2: Datenjournalismus – mehr als Zahlen stapeln
– Podcast auf DRS2: Behördendaten als wertvolles Rohmaterial
– Video: Tim Berners Lee on the Next Web
– Video: Tim Berners Lee: The year open data went worldwide

Und nun würde mich eine Diskussion freuen. Dankeschön!

Der Organisationstyp prägt das Intranet

Als Ergänzung zum nutzerorientierten Ansatz, bei dem durch Mitarbeiterinterviews und Workshops die Anforderungen an das Intranet im Unternehmen evaluiert wird, hat Namics einen organisationsorientierten Analyseansatz entwickelt. Ziel dabei ist es, mithilfe eines Instrumentes schnell und einfach eine erste Einschätzung zum Organisationstyp und zur Unternehmenskultur des Unternehmens zu erhalten. Die Einordnung nach drei schematischen Organisationstypen kann helfen, die passenden Funktionen auszuwählen, die das Intranet und damit das Unternehmen erfolgreich machen. Dieses Instrument wird kurz vorgestellt.

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Das Modell zeigt drei Organisationstypen, die hier schematisch skizziert werden um bewusst einfach Schwerpunkte herausarbeiten zu können.
Typ 1 ist ein prozessorientiertes Unternehmen, Abläufe sind klar definiert, Hierarchien und Zuständigkeiten sind eindeutig . In solchen Unternehmen herrscht oft das Verständnis „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Unternehmen dieses Typs sind meist bürokratische Unternehmen, oft Staatsnah, bspw. ein Patentamt. Das Ziel ist hier die operativen Abläufe zu optimieren, effizienter zu werden. Hier arbeiten regeltreue, loyale Mitarbeiter, die im Intranet eindeutige Vorgaben und Vorlagen suchen.
Beim zweiten Typ von Unternehmen hat die Sachkompetenz einen höheren Stellenwert als die Hierarchieordnung. Es geht um das Streben nach Erfolg, um Leistungsorientierung. Die Motivation ist, dass der beste im Wettbewerb gewinnt. Unternehmen diesen Typs sind vertriebsorientierte Unternehmen, z.B. Versicherungen, die aber oft auch sehr dezentral aufgestellt sind und in einer Matrixorganisation strukturiert sind. Als Beispiel kann hier sicherlich Credit Suisse oder Siemens genannt werden. Hier arbeiten Menschen, die individuellen Erfolg suchen, aber auch Teamplayer, die auf soziale Anerkennung wertlegen. Wichtig ist für diese Mitarbeiter also Belohnung aber auch Austausch mit anderen Mitarbeitern.
Der Typ 3 der Organisationen beschäftigt sich mit komplexen Problemen, und versucht durch systemisches Denken und Handeln neue Lösungsansätze zu entwickeln. Hier geht es also um Innovation, Neues, Kreativität. Hier arbeiten Experten mit sehr tiefem Know-How. Abläufe sind immer neu und deshalb nicht definiert. Daher sind diese Netzwerkorganisationen meist in Projekten strukturiert. Wichtig für Mitarbeiter ist Kreativität und Flexibilität, die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Im Intranet ist hier z.B. wichtig individuellen Bedürfnissen nach z.B. Informationen Rechnung zu tragen und einen hohen Grad an Individualisierung zuzulassen.

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Ein Intranet soll dazu dienen, Organisationen in Ihren Zielen sowie die Mitarbeiter zu unterstützen, das was sie ohnehin schon tun noch besser machen zu können. Die unterschiedlichen Anforderungen der Organisationstypen an ein Intranet werden in den aufgeführten Anforderungsbereichen aufgezeigt. So beschreibt beispielsweise der Bereich Inhaltstyp die Form, in welcher Wissen in einem Intranet dokumentiert ist. Bei prozessorientierten Organisationen sind dies aufgrund der Entstehungsprozesse hauptsächlich Dokumente. Im Gegensatz dazu stehen die innovationsorientierten Organisationen, bei welchen Wissen in der Zusammenarbeit generiert wird und dementsprechend eher in Wikis und Blogs erfasst wird – dies um ein Beispiel herauszugreifen.
Die Intranets für den jeweiligen Organisationstypen zeigen Stereotypen, wie sie in der Realität selten vorkommen. Das Modell soll helfen, Funktionen anhand des Organisationstyps auszuwählen und kritisch zu hinterfragen.

Social Media Monitoring – Schmeckt Pril nach Hähnchen?

Nein, Pril schmeckt nicht nach Hähnchen und ich denke ein Spülmittel mit Hähnchengeschmack wäre wohl auch kein Verkaufsschlager.

Es geht um einen Wettbewerb von Pril in Deutschland mit dem Namen „Mein Pril, Mein Stil„. Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Gestalte deine eigene Pril Flasche und gewinne.

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Leider hat sich der Wettbewerb nicht ganz nach dem Geschmack (Hähnchen?) von Pril entwickelt. Die Vorwürfe der User sind grob zusammen gefasst: Flaschen-Designs seien gelöscht, Stimmen nicht gezählt und in Facebook Kommentare gelöscht worden.
Die Empörung lässt sich auch deutlich am gesteigerten Diskussionsvolumen dh. anhand der Erwähnung von Pril in einzelnen Online-Beiträgen pro Tag erkennen.

Entwicklung der Online-Beiträge (Deutsch) zu Pril pro Tag

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Spannend finde ich, dass die Peaks mit der Veröffentlichung von Beiträgen in wichtigen Publikationen zusammen fallen. Der erste Peak fällt mit dem Spiegel Artikel am 12.04. zusammen und der zweite zeichnet sich als Folge des gestrigen heutigen Focus und W&V Artikels ab. Über Twitter, das 50% der Beiträge zu zum Pril Wettbewerb ausmacht, wird das Thema rasend schnell verbreitet. Der Peak flacht aber ebenso schnell wieder ab.

Buzzgraph zu Twitter: Häufigst erwähnte Begriffe in allen Twitterposts in den letzten drei Monaten

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Momentan überwiegen die negativen Beiträgen, wie man in obigem Buzzgraph aus Twitter schön sehen kann. Auch in Google kommt man nicht um den Pril Case herum.

Suchresultate zu Pril in Google.ch

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Es sieht aber für mich auch nach einem Sturm im Wasserglas aus. Zumindest nehmen die Peaks im Diskussionsvolumen schnell wieder ab und generell ist der Ruf von Pril noch nicht nachhaltig geschädigt. Man stürzt sich mehr auf einen Case, bei dem man einem weiteren Unternehmen (wohl eher einer Agentur) vorwerfen kann, dass es die Kommunikation über Social Media nicht oder ungenügend beherrscht.

Was ich für mich daraus für Schlüsse ziehe: Klare Community Regeln und Transparenz sind äusserst wichtig, um zu verhindern, dass eine Diskussion aus dem Ruder läuft. Beiträge nur löschen, wenn diese eindeutig gegen diese Regeln verstossen.

Ich würde jetzt die zentralen Beiträge auswerten und zu objektiven Kritikpunkten Stellung beziehen. Werturteile können bedauert aber nicht „richtig“ gestellt werden. Auf jeden Fall hilft es, wenn man die Diskussion überschaut und nicht erst reagiert, wenn es zu spät ist.

Die obigen Auswertungen wurden mit dem Tools Sysomos Map gemacht. Weitere Blog-Beiträge zum Thema Social Media Monitoring findet ihr hier. Zusätzliche Vorträge sind auf Slideshare zu finden.