Der Bloggerfilm ist online.

Der Bloggerfilm ist eine (fast epische) überaus bemerkenswerte Matura Arbeit bzw. ein Film von Michael Eugster, den er heute veröffentlich hat. Die schriftliche Arbeit umfast (sic!) 6666 Wörter.

Aus 20 Interviews mit Schweizer Bloggern haben sich über 73GB und 4 Stunden Film ergeben. Daraus hat Michael einen zehnminütigen Film über Blogs erstellt. Sehr informativ nicht nur für seine Zielgruppe, kurzweilig, unterhaltend und mit spannenden Einblicken in die Schweizer Bloggerszene.

Lustige Diskussion: „DER oder DAS Blog“. Ich hätte eigentlich erwartet, dass die Mehrheit der CH-Blogger auf DAS Blog einschwenken, während Journalisten DER Blog sagen würden (wie sie auch DER iPad verwenden). Wie auch immer. Nur ein Detail.

Mir hat die Teilnahme am Projekt Spass gemacht. Michael, Bloggingtom, Marcel und ich haben einen spannenden Samstag Nachmittag mit Dreharbeiten im Seedamm Plaza verbracht. Online und bloggend mögen wir zwar Profis sein. Präsenz vor einer Kamera ist aber auch für uns noch immer etwas ungewohnt.

Neben meiner Begeisterung für das ganze Projekt (ich hatte in diesem Alter eher Schnäpper und Disco im Sinn) fällt mir eines im Film ganz speziell auf: Die Speakerstimme würde man eher einem WebTV Profi zuordnen als einem Maturanden.

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Fazit einmal mehr: Mut ist gratis! Und daher auch die Unterstützung von Namics und mir persönlich. Eine passende Gelegenheit um Blogs neben all dem Facebook-, Twitter-, Foursquare- und ganz frisch Diaspora-Fieber wieder zu promoten (und auch für ganz wenig Strunz-Marketing am Ende des Films). Mut ist gratis. Ich darf das.

Alles auf einen Blick

Alle wichtigen Infos kompakt hier. Der Bloggerfilm auf Vimeo, Informationen zum Projekt und Followbefehl für den Twitter Account von Michael.

Erfolgreich starten mit Corporate Blogs – Die 3 Top Enttäuschungen.

Ich habe kürzlich bei Digicomp Academy im Rahmen der Aiciti Veranstaltungsreihe ein Referat über Corporate Blogs gehalten. Aus der anschliessenden Diskussion, aber auch aus zahlreichen Lehrveranstaltungen ist mein Fazit, dass ein Thema in allen Blogs, Fachbüchern und Vorträgen zum Thema Corporate Blogs fehlt: Erwartungsmanagement.

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Quelle: anniemole

Das Konzept mag noch so professionell sein, die Unternehmenskultur für die Lancierung eines Corporate Blog mag geeignet erscheinen und die Schulung der künftigen Blogger ernsthaft durchgeführt worden sein. Die Erwartungen an den Erfolg eines Blogs sind immer überrissen.

Enttäuschung 1 – Nur wenige Mitarbeiter bloggen

Echte Blogger mit Erfahrung sind rar. Vielleicht gibt es eine oder zwei Personen im Unternehmen, die schon Erfahrung mit Blogs haben. Die restlichen wollen erst instruiert und motiviert werden. Und zwar „from scratch“.

Wer überhaupt (webgerecht) schreiben kann, ist noch lange kein Blogger. Sich selbst mit dem eigenen Namen in der Öffentlichkeit zu positionieren braucht Überwindung, Übung, ein Fachthema und ein Vorbild. Warum um Himmels Willen soll ich bloggen, während mein Vorgesetzer und die Geschäftsleitung nur kritisch mitlesen?

Ich behaupte einfach einmal: Nur 10% der Belegschaft sind ansatzweise „willing“, nur 5 % sind „able“ aber nur ein Prozent sind Stars.

Die Kadenz an Blogbeiträgen und die Anzahl Autoren wird erst steigen, wenn Meinungsführer und Management eine Blogkultur vorleben und das Corporate Blog als gleichberechtigtes Medium in das PR Instrumentarium gefunden hat.

Enttäuschung 2 – Kaum Kommentare

In Zeiten des Facebook ilike-Button und Twitter sind Kommentare und Dialoge auf Blogs rarer geworden. Das akzeptiere ich als Zeitgeist. Kommentare entstehen einerseits spontan und andererseits, wenn man eine Antwort voraussetzen kann. Das bedingt eine stattliche Anzahl an Lesern und eine Dialogkultur. Diese entstehen ganz sicher nicht nach wenigen Wochen oder Monaten einfach so, weil ein Blog nun endlich online ist.

Kommentare sind die falsche Messgrösse. Der wachsende Erfolg eines Blogs lässt sich genausogut durch Zugriffszahlen, Verlinkungen durch andere Blogs und Erwähnungen auf Twitter und Facebook messen. Auch bei erfolgreichen Blogs kommentiert nur ein Bruchteil der Leserschaft.

Enttäuschung 3 – Die Nutzungszahlen sind gering

Geduld, Geduld. Es bringt nichts, die Webstatistiken täglich mehrfach abzurufen. Vermutlich wäre es einfacher, die Statistiken in den ersten drei Monaten erst einmal zu ignorieren und die Energie in die Erstellung von Beiträgen zu stecken. Zuerst säen, dann ernten.

Ein Jahr lang mindestens; zwei bis drei Blogposts pro Woche. Die Zeit braucht es, um eine Blog Kultur zu etablieren und für die Autoren, um an Textkompetenz und Effizienz beim Schreiben zu gewinnen.

Nicht nur Enttäuschungen

Anstelle von reinen Zugriffsstatistiken, Anzahl Kommentare und Autoren bevorzuge ich in der ersten Phase andere Erfolgskriterien:

  • Wie viele Besucher haben unsere Firma dank Suchmaschinen und spezifischen Fachbegriffen gefunden, die auf der Corporate Website gar nicht oder nur marginal vorhanden waren?
  • Wie viele Markenimpressionen wurden damit zusätzlich zur Website generiert?
  • Welche Kompetenzen der Mitarbeiter werden auf einmal von aussen wahrnehmbar
  • Wie viel wert ist alleine die Botschaft, dass die Unternehmenskultur vertrauensgeprägt ist und selbständiges Publizieren von Fachthemen und Meinungen zulässt?

Das sind unschätzbare Beiträge an das Employer Branding und banal gesehen auch kostenloses Suchmaschinen Marketing.

Erfolgsfaktoren

Das Fazit meines Referats nochmals hier nochmals kurz zusammengefasst:

  • Kultur etablieren. Ernsthaft.
  • Management vor und die Stars ins Schaufenster
  • Dran bleiben. Mindestens ein Jahr
  • Authentisch sein

Die ganze Präsentation gibt es übrigens auf Slideshare oder

hier zum Download

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Heroes – Transmedia Storytelling

Ein anderes inspirierendes Panel auf der Internetkonferenz SXSW hatte Tim Kring als Interviewpartner. Er ist Drehbuchautor und begann seine Karriere mit Episoden für Knight Rider, erzielte seinen Durchbruch mit der Kultserie Crossing Jordan und seit 2006 mit Heroes. In einer Alternativen Realtität entdecken die Protagonisten darin, dass sie Superkräfte besitzen.

What would Rupert do?

Das gängige Schema für eine erfolgreiche Serie wäre bisher, Lizenzprodukte zu verkaufen. Da gibt’s dann eine lieblose Website, T-Shirts, Kaffeetassen, DVDs, Comics, und am Ende produzieren die Stars noch einen mittelmäßigen Popsong. Fanseiten werden abgemahnt, und die Branche jammert über schlechte Umsätze wegen der bösen Piraten. Wir haben es aber auch schon erfolgreicher erlebt, etwa wenn die Fantasy- und Science-Fiction-Romanserien zu Forgotten Realms oder Shadowrun populärer werden als das original Rollenspiel. Am Ende haben all diese Produkte die gleiche fiktive Welt zum Hintergrund, in sich bleiben die Medien aber weitgehend geschlossen: Zum Verständnis der Romane ist es nicht erforderlich, dass ich das Spiel kenne.

Was ist dann Transmedia? Hier im Schnelldurchlauf eine Einführung:

Heroes Transmedia Storytelling Extensions

“Heroes provides the most innovative and immersive interactive TV experience on the web.”