Erster! – Die Namics Blogs neu auf WordPress. Das technische Gedöns.

Die fünf Namics Blogs wurden in den letzten Wochen von Movable Type auf WordPress migriert. Die grösste Herausforderung des Projektes war die vollständige Datenübernahme aus dem etwas in die Jahre gekommenen Movable Type System. Bei mehr als 2’000 Posts wäre eine manuelle Nachbearbeitung im grossen Stil schlicht nicht tragbar gewesen. Wichtig war uns auch eine wartbare technologische Plattform, sowie die Integration unseres Frontend Frameworks Terrific. Der nachfolgende Artikel für Technik-Interessierte beschreibt einige Eckpunkte und technische Details des Projektes.

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10 Gründe warum Blogs in Deutschland (angeblich) nicht funktionieren

Die Financial Times nennt Gründe, warum das angeblich so sein soll. Auch die Süddeutsche publiziert die Liste von Blogger Felix Salmon . Weil ich leider kein Kommentar-Feld finde und für alle denen das weiterblättern „zum nächsten Abschnitt“ zu mühsam ist, hier die Thesen in Kürze mit ein paar Gedanken dazu:

1. Deutschland tickt in Hierachien – heisst das: führende Personen bloggen nicht und lesen keine Blogs? Glaub ich nicht. Ohne Online Kommunikation gäbe es weniger Publicity, sie würden sich nicht weiterentwickeln und unsichtbar werden.

2. In Deutschland zählt Qualifikation mehr als alles andere – die Dinger verstauben an der Wand und man lernt nix dazu, mumifiziert sich selbst. Nein, lieber Felix. Blog-Leser wissen mehr, das wissen auch Menschen mit Diplomen.

3. Stimme des Volkes hören ist nicht typisch deutsch – Diese Bemerkung tut weh. und: Macht das Internet vor geografischen Grenzen Halt?

4. Karrieredenken wichtiger als Bloggen – Kommunikation spielt also keine Rolle beim Weiterkommen? Traurig

5. Angst vorm Scheitern – das ist ein wahres Argument, zugegeben, bestimmt hindert das Manchen und braucht Arbeit am Ego und Mut zum sich selbst korrigieren.

6. Methodik vs. Schnellschüsse – auf die Schnelle fällt mir dazu nix ein ;)

7. Ausssenseiter-Ansehen nicht erwünscht – 1.4 Mio. Blogger warens 9/2007, Google gibt 59.900.000 Treffer für das Wort Blog im deutschen Kontext, 40’000 twittern laut Thomas Pfeiffer Und wollen nicht viele Menschen gern anders sein als „alle“?

8. deutsche Professoren bloggen nicht – ich vermute ein Klischee.

9. kein Geld verdienen – ok. das tun viele Verlage zwar auch nicht genug, heissts. Der Autor dieser Thesen scheint zu verdienen, oder warum bringens gleich zwei Zeitungen in gleichem Wortlaut? Ohne Kommunikation kein Business.

10. Ferien sind wichtig – Endlich Zeit, mehr zu bloggen ;)

Ein Blog hat einen oder mehrere Autoren und Leser, die wiederum Autoren sind. Die 10 Gründe sprechen nicht von den vielen Kommentatoren, die einen Blog bereichern. Hoffentlich zählt bald mal jemand wieviele Menschen sich in Blogs austauschen. Ich habe übrigens jetzt das Kommentarfeld bei der Financial Times gefunden. Es heisst Leserbrief und ich musste meine ganze Postadresse angeben.

Blogger sind anders liebe PR-Kollegen

Das Blogger ein eigenes Medium (nicht im esoterischen Sinn) sind, wissen PR-Leute
ja inzwischen. Wir PR-Menschen sollten aber nachdenken, bevor wir Blogger in die erlauchte Runde der Journalisten aufnehmen, denn:

1. Blogger sind (meist) anders als klassische Journalisten.
Sie wollen keine Medienmitteilung zur Pressekonferenz kommen (ausser online).

2. Blogger wollen ihre eigene Meinung kund tun und 3. lieben Geschwindigkeit
Also, selbst testen und beschreiben und keine pfannenfertige Meinung (wie oft in Medienmitteilungen). Nett: Eine Info vor dem Versandtermin. Die klassichen Medien sehen Blogger eh nicht direkt als Konkurrenz. Hab mal gehört, eine exakte Recherche ist ein gutes altes Journalisten-Handwerk. Glaube das ist überholt.

4. Blogger sagen auch unangenehme Meinungen
Nicht neu. Können Sie damit leben? Fein. Das ist Gold wert, z.B. um ein Angebot zu verbessern. Sie können auch, wenn sie auf den Post kommentieren einen Imagegewinn erzielen. Sie werden kommunikativ und aufrichtig wahrgenommen. Das sind u.a. Eigenschaften, die Blog-Leser schätzen. Natürlich kommentieren Sie Feedbacks unter Ihrem richtigen Namen.

5. Blog-Leser sind -…
ein gutes Stichwort. Meist gut informierte Menschen, die sich offen austauschen. Sonst würden Sie nur Zeitungen lesen (ohne direkte Antwort-Möglichkeit). Unehrlichkeit geht nicht. Ausserdem sind Blogger mit anderen ihrer Art verlinkt und eine unangenehme Story infiziert leicht Ihre Clippings mit Twitter und Co.

6. Clippingdienste sind auch nur Menschen
Mein Clippingdienst ignoriert die neuen Journalisten (Blogger) noch. Deshalb schätze ich zusätzlich z.B. Google Alert und technorati.com und aufmerksame Kollegen ;)

7. Behandeln Sie Blogger gebührlich wegen Punkt 1.
Nehmen Sie sie nicht einfach in Ihre Verteilerliste für den Versand auf. Falls ein Blogger über Themen schreibt, die Sie selbst bereichern können. Fragen Sie einmal an, ob er/sie Informationen möchte. Und nach Infoversand bitte nicht nachtelefonieren, das kommt auch bei Journalisten nicht gut. Wird aber immer wieder gern gemacht. Danke Tom für Deine Inspiration

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8. Auch Blogger können nicht hellsehen
Genau wie Journalisten können sie sich nix vorstellen unter dem Betreff „Pressemitteilung“.
Text direkt im Mail und als Word-Anhang ist nett und kostet einen Klick weniger.

9. Blogger verstehen keine Marketingtexte.
Unterscheiden Sie Marketingtexte deutlich von PR-Texten. Höher, schneller, das interessiert wirklich niemand.

10. PR Leute, die selbst bloggen
Ja heute dürfen PR-Leute auch selbst bloggen, wenn es nicht eine copy/paste Medienmitteilung ist, sondern ein echter persönlicher Beitrag. Aber das sind ja eh Basics über die man u.a. bei Klaus Eck im pr-blog und Marcel Bernet findet.

Na denn, p(r)os(t) it.