Meine Daten und mein Werkzeug: Kleinanzeigen dezentral

Es herrscht noch immer ein extremer Besitzanspruch an Daten im Kleinanzeigenbereich. Wahrscheinlich haben alle mal gehört, dass Daten am längsten leben und deshalb ganz wichtig sind. Sozusagen das „Kapital“.

Dann entscheidet das Bundesgericht in der Schweiz, dass eine Anwendung die Daten zusammensammelt (crawlt / spidert) und diese mit zusätzlicher Funktionalität nutzt, etwas Legales tut. Nun crawlt die ganze Schweiz (auch einer der Kläger), baut Anwendungen darauf und alle sind beleidigt wenn sie selbst gecrawled werden (das Katz- und Mausspiel und die bösen Briefe gehen weiter aber nicht öffentlich). Der „Anspruch an die Daten“ scheint immer noch tief verankert und das Argument ist meist die Last auf der Infrastruktur (so auch bei Craigslist).

Doch was war Ziel zu Beginn? Die Person, die eine Keinanzeige schaltet will diese, solange bis verkauft ist, möglichst weit streuen. Eine interessante Diskussion mit Bernie war, dass es in gewissen Fällen wegen dem Aufwand der Bearbeitung die Depublikation auch einen Wert für den Inserenten hat. Der Inserent bezahlt immer die Publikation und will nicht, dass die „schaltende Instanz“ die Daten zurückbehält oder der Quelle Traffic macht… Auch Google Base arbeitet mit einem solchen zentralen System.

So richtig gut für mich als Inserenten wäre aber, dass ich mit dem Werkzeug meiner Wahl publizieren kann (und am liebsten auch wo ich will). Eine eindrückliche Demonstration einer solchen dezentralen Publikation war beispielsweise die Konferenz Blog 2.0, bei welcher über das Tag „lesblogs“ innert 2 Tagen mehrere tausend Bilder, Blogposts, URLs etc. zusammenkamen. Jeder Autor mit seinem Tool und bei den Blog auch auf der eigenen Site.

Und nun dasselbe mit Kleinanzeigen (in den USA, noch von dem Launch): Edgeio. Ein Startup von Keith Teare (Infos auf seinem Weblog) und Mike Arrington (Post auf seinem Blog). Eine zentrale Site sammelt Anzeigen die dezentral auf Blogs publiziert werden. Klassifikation über Tags o.ä. und das Geschäftsmodell (soweit die Infos) über Ranking und evt. noch ein paar Brot-Und-Butter-Sachen wir Adwords. Weitere Infos/Gerüchte auf Technorati auch mit Screenies. Hier der offizielle Blog.

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So etwas irgendwie ähnliches könnte in der Schweiz auch bei ichiba kommen. Oder Roger?

Was für mich klar ist, dass die Datenhoheit irgendwann mal weg ist und neue Geschäftsmodelle benötigt werden. Einige weiterführende Gedanken bei Bernhard Seefeld: „The Classified Market and the Aggregators“ & „The Classified Market through the Market Lens“ und Andreas Göldi: „Wie verdient man eigentlich zukünftig noch Geld mit Classifieds?„.

PS: Eigentlich kann Technorati das schon und die Planets tun es auch… aber halt für Kleinanzeigen verpackt.

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Economist: The blog in the corporate machine

Ein guter Artikel im aktuellen Economist (leider nur mit Login oder bei mir per E-Mail): The blog in the corporate machine.

Die Kernaussage: Blog sind vor allem bekannt Schaden anzurichten. Dies mit den üblichen Beispielen wie HackingNetflix.com, Kryptonie, McDonald’s, Wal-Mart oder Diebold.

Dann aber die Analyse der positiven Möglichkeiten von „social media“ (Online Discussion Groups, E-Mailing Lists und Blogs). Monitoring und Teilnahme an der Diskiussion als Teil der Corporate Social Responsibility. Am richtigen Ort und der richtigen Menge und evt. auch mit Geld. Bei er Werbung sei es üblich auf die Stakeholers abzustimmen. Weshalb nicht gleich im Internet? Im schönen Englisch: „…turn hot links into cold cash?„.

Voll einverstanden.

Schauen wir doch bitte mal nach oben

In letzter Zeit haben wir, gelernt mit scharfem Auge nach unten zu schauen. Kartenanwendungen in allen Farben und Formen, immer besser Auflösung u.s.w.

Bitte den Kopf mal in die andere Richtung: Stellarium. Ein wunderbares Open Source Projekt, welche den Blick zu 120000 Sternen, 70 Nebel, 88 Sternbilder, Planeten und Satelliten u.a.m. öffnet. Mit Suche, Tageszeitsimulation und visuelle Leckerbissen.

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Die beste Kartentechnologie fürs Web kommt aus der Schweiz und gibt es nun auch in Deutschland

Kenner der Materie sehen es sofort: Fast so wie map.search.ch aber für Deutschland und in vielen Details verbessert. Endoxon schlägt in Deutschland zu. www.goyellow.de mit dem besten Online-Kartensystem welches ich kenne.

Beispiel Berlin: www.goyellow.de/map/berlin

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AB Test in der echten Welt

Google erdenkt sich Veränderungen in ihren Anwendungen nicht (nur) im „stillen Kämmerlein“, testet aber immer mit Usern. Nicht nur der beste Weg, aber der einzig richtige Weg.

Wie funktioniert das? 1) Ich etabliere eine Metrik davon, was ich optimieren möchte z.B. Anzahl Clicks auf eine bestimme Funktion. 2) Ich liefere die neue, mutmasslich verbesserte Version an eine gewisse (siginifikante) Prozentzahl von User aus und 3) ich vergleiche die gemessenen Werte. Eigentlich ziemlich einfach.

Hier als Beispiel die Ansicht einer neuen Navigation in der SERP (Serach Engine Result Page), so wie sie Markus Koller (identifiziert über „sein“ Cookie), zur Zeit ausgeliefert bekommt. Die Query ist „ganz normal“ wie bei allen Nutzern. Eine potentielle Google-Verbesserung und die reale Nutzung entscheidet, ob die Hypothese der Verbesserung bestand hat.

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Sieht aus wie eine Termitenansammlung: 2D Barcodes

An maschinenlesbare Barcodes auf Produkten (und das entsprechende Gezirpe an der Scannerkasse) haben wir uns in der Zwischenzeit gewöhnt. Diese folgen meist dem UPC-Standard (Universal Product Code).

Plötzlich tauchen in meinem Blickfeld — meist auf Rechungen und anderen Papierdokumententen — ähnliche, aber komplexere schwarz weiss Muster auf. Ein in der Schweiz immer häufiger gesehenes Beispiel ist das elektronische Bahnticket der SBB. So ein Ding gibt es übrigens auch als MMS. Räumlich aufwändig ist die Kontrolle mit dem Scanner des ZPG II (Zugpersonalgerät, [pdf, 203 KB]): Bild einer „verlangten“ Kontrolle des Codes.

Es gibt hunderte von Barcode-Standards. Hier eine aktuelle Auswahl in Verbindung mit Internet. Ziel dieser Codes ist allesamt 1) Text in einem Barcode zu hinterlegen (meist URL) und 2) Lesbarkeit mit einer einfachen Hardware (insb. Handys mit Kameras drin und Webcams o.ä.).

Die Codes haben gemeinsam, dass sie Buchstaben effizient speichern können und dass sie eine leistungsfähige Fehlerkorrektur implementieren (entgegen UPC die über eine einstellige Prüfsumme nur Scanfehler erkennen). Alle sind sogenannte Matrix Codes, welche die Information zweidimensional speichern.

>> QR Code (Quick Response)
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QR Code für https://blog.namics.com

Ursprünglich für die Autoindustrie kreiert, werden QR Codes in Japan von NTT DoCoMo stark gefördert und Handys (z.B. das NTT DoCoMo N506i) bei Verkauf mit Scansoftware für QR Codes ausgestattet.

Die Verbreitung steigt daher sehr stark und immer mehr Sachen tragen den Code. Beispielsweise auf Produkte aufgedruckte Gewinnspiele, Klingeltonwerbungen, Bilder, Visitenkarten oder Werbe-Coupons. In der Schweiz plant Kaywa mit www.ichiba.ch die Kennung von Online-Inhalten (Permalinks von Blogpost) mit dem Ziel, Kleinanzeigen so einfacher auszutauschen…

Hier eine (dünne) Site des Herstellers Denso-Wave und ein japanischer Blog.

>> Semacode
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Semacode für https://blog.namics.com

Entgegen QR Code (dort habe ich nur ein faktisch inaktives SF Projekt gefunden), gibt es bei Semacode gratis Reader für verschiedenste Plattformen inkl. Mobile Java. Da Semacode eine Implementierung des freien Datamatrix-Standards ist, gibt es parallel zur genannten Handy-Anwendung verschiedene Community-Projekte. Beispielsweise Semapedia die Auszeichnung und Aushängung von Wikipedia-Artikel (vgl. Heise-Artikel) mit Semacode oder das Projekt Semanote, welches alles mit Semacode anschreiben will (oder so ähnlich).

Hier die Infosite zu Semacode mit einer interessanten Zusammenstellung von Pressenachrichten.

>> Shotcode
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Shotcode für https://blog.namics.com

Shotcode erwähne ich wohl, weil der Code rund ist und so nett aussieht ;-) Der Code ist im Vergleich zu den anderen zwei Ansätzen beschränkt im Bezug auf Fehlerkorrektur und Textmenge. Dahinter eine Firma mit einer nett gemachten Website, die nicht-kommerzielle Nutzung ist gratis und die Reader sind hier.

Und nun? Sobald die Mobile-Reader verteilt sind (und Telekom-Anbieter wollen bekannterweise ja MMS verrechnen und Internet-Traffic bei den Kunden „erzeugen“) gibt es gute Einsatzszenarien. Eigentlich ideal für ortsbezogene Dienste, Wettbewerbe und alle Verbindungen Print-Online. Nach meiner Einschätzung mal ein dickes Auge drauf haben.

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Ich will einen Besteckkorb zu einer Bauknecht GSI 6988…

..und die Website von www.bauknecht.ch ist nicht verfügbar. So was ärgert mich, denn ich will das Ding jetzt vom Tisch. Dafür gibt es ja schliesslich Internet.

Eigentlich könnte ich es nun dabei belassen, aber meine Nachforschungen sind interessant. Das Netzwerk, in welchem der Server steht, wird (professionel) durch einen DNS bei Whirlpool in den USA aufgelöst (hier der WHOIS-Eintrag).

Das nicht-erreichbare Netzwerk ist hingegen eine ADSL-Anschluss von sunrise verkauft (netname SUNRISE-ADSL).

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Bei Netcraft lautet des Netzwerk dann auf Herrn Jean Claude Trachsel. Hmm…. Heimnetzwerk oder falsche Daten?

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Ich will auf jeden Fall einen neue Geschirrkorb!

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