Wo bin ich, wo bist Du: Plazes

Eine gute Schweizer Idee, welche sich noch massiv ausbauen lässt: www. plazes.com.

Auf meinem Computer läuft eine Software von Plazes (der sogenannte Plazer). Bei jeder Netzwerkverbindung holt sich die Software die MAC-Adresse (und somit eine Art [fast] eindeutige Seriennummer) der nächsten Aktivkomponente im Netzwerk (Router, Switch etc.).

Diese Nummer wird mit einer zentralen Datenbank verglichen. Ist sie nicht bekannt, so kann ich die geographische Position eingeben und erhalte damit meine Positionierung auf einer Karte (Google Map MashUp). Ist die MAC-Adresse bekannt, so übernimmt Pazes die Position aus der Datenbank.

Auf der Karte unten befinde ich mich im Süden von Frankreich an einem Ort, welchen sich als „Jürg @St.Jeannet“ bezeichnet habe. Die Geocodierung übernimmt Plazes dank einer Adresse oder ich ich gebe die Geokoordinaten selbst ein.

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Dazu kommen Funktionen mit denen ich mir anzeigen kann, welche Plazes-User bei mir in der Nähe sind und wo sich meine Kontake (welche ich als solche deklariert habe) befinden. Oder eine Tag-Map mit allen Orten in denen Plazes-User online sind oder die Verbindung mit Flickr-Bildern (hier habe ich mit Plazes die benötigten Tags angebracht). Dazu viele RSS-Feeds für weitere MashUps. Der aktuelle Plazer schreibt meinen Ort auch gleich in den Skype Client rein oder es gibt eine Funktion, welche aufzeichnet, wo überall war. Ja nach Konfiguration ist diese Info öffentlich oder nicht. Unten eine private Übersicht meiner letzten 5 Tage.

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Sehr nett und regt an neue Anwendungen zu erfinden.

SEO, Erstens: Die Vollständigkeitsanalyse

Ein paar Posts zu SEO resp. organische Suchmaschinenoptimierung (eine PPT hier). In fast jedem Projekt ein wichtiger Aspekt und immer sehr gut eingesetzte Zeit. Grundlage Nummer ein ist, dass ihre Webangebot möglichst vollständig im Suchmaschinenindex vorhanden ist. Zwei Ansätze.

>> Schauen sie ihr HTTP-Log an

Simpel aber effektiv. Die höflichen Suchmaschinen-Crawler identifizieren sich gegenüber dem HTTP-Server und hinterlassen somit eine schöne Spur in den Log-Dateien. Da mit wenigen Ausnahmen für Suchmaschinen sowieso nur GET-Requests relevant sind, haben sie alle Informationen schwarz auf weiss.

Vergleichen a) die Anzahl vorhandener Seiten ihres Angebotes mit der Anzahl derer, welche von Suchmaschinen-Crawlern überhaupt besucht werden. Und b) vergleichen sie die Anzahl der besuchten Seiten verschiedener Suchmaschinen (da diese unterschiedlich robust sind resp. andere Wege haben ihre URIs rauszufinden).

Wie? Einfaches Text-Parsing der Log-Dateien z.B. mit „cat access | grep Googlebot/2.1″ oder importieren die das HTTP-Log in eine SQL-Datenbank und machen sie Queries drauf.

>> Fragen sie die Suchmaschinen

Alle grossen Suchmaschinen haben einen Syntax um zu fragen, welche seiten indexiert sind. So zeigt beispielsweise „site:local.ch“ bei Google alle Seiten die unter der Domäne local.ch indexiert werden. Das Resultat ist nicht präzise aber ein guter Anhaltspunkt. Spielen die ein bisschen mit den Resultatliste rum (bis ans Ende blättern). Dies, da das erste Resultat meist nur eine performanceoptimierte Schätzung ist und glauben sie den absoluten Zahlen (rechts oben) nicht.

Gut auch hier sind die verschiedenen Suchmaschinen zu vergleichen aber nicht nur die Zahl aber die tatsächlich indexierten Seiten.

Bei local.ch weiss ich beispielsweise dass zur Zeit fünf Sprachversionen live sind, was Google mir nett bestätigt.

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>> Vollständigkeit heisst insb. auch, dass ich nur die Seiten drin hab, die ich in dem Suchmaschinenindex möchte und auch Duplikate/Similikate nützen den Suchenen kaum. Diese gilt es also auszuschliessen

PS: Wenn jemand ein exklusiver Beta-Login zu local.ch möchte, bitte eine Nachricht an mich.

Google Finance: Stock Quotes mit Kontext

Die Börse lebt vom ständigen Auf und Ab. Und nicht nur wer sich nur gelegentlich mit dem „Markt“ beschäftigt fragt sich wieso sich die Kurve einer Aktie denn nun so verhält oder verhalten hat…

Die Stock Quotes von Google Finance bringen diesen Kontext auf den Schirm!
Die direkte Kombination von News und Chart besticht:
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http://www.google.com/finance?cid=22144 (Apple Computer, Inc.)

Tip: Während die Tagesdarstellung (Initialansicht) die 8 neuesten News zum Unternehmen auflistet, werden bei längeren Zeiträumen nur die jeweils 8 wichtigsten News herausgesucht.
Das Prinzip beruht momentan wohl auf einem Reuters News Feed der „Big Stories“ (lt. Jakob Nielsen’s Alertbox) und reicht nur ein Jahr in die Vergangenheit – es wäre aber nicht besonders überraschend, wenn beispielsweise Yahoo clickthroughs zu seinen News über Jahre bereits gespeichert hätte…

Nebenbei bemerkt: Die Suche, Bedienung des Charts (Slider, Rollover-Punkte etc.) und Gruppierung der ergänzenden Inhalte (Discussions Blogs…) sind ebenfalls exzellent gelöst.

Fazit: Ein Seite, die für alle Interessierten in jedem Fall einen genaueren Blick wert ist.

Was fürs Wohnzimmer? Internetgeographie

Sie sind in vielen nichts sagenden Präsentationen zu Hause: Karten vom Internet. Nicht, dass diese nichts aussagen würden, aber meist sind sie aus ihrem Zusammenhang gerissen und der Referent weiss kaum, was Sache ist resp. missbraucht die Karten zur Dekoration. Ein paar Quellen für Ihre Präsentationen.

Ein sicherer Wert ist CAIDA (the Cooperative Association for Internet Data Analysis). Das sind sozusagen die Internet-Karteprofis mit solider Methodik. AS Core vom 4. bis am 17. April zeigt beispielsweise die Kommunikation zwischen 2’000’796 IP-Adressen gruppiert nach AS-Clustern. Diese Daten wurden an 22 Orten im Internet gesammelt und decken damit rund 50% aller aktiven Internet-Adressen ab.

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Eine andere Quelle sind Martin Dodge und Rob Kitchin, die zwei Bücher (ach wie anachronistisch) zu dem Thema verfasst haben und dort allerlei Karten zusammenführen: The Atlas of Cyberspace und Mapping Cyberspace. Hier als einzelnes Beispiel die Anzahl registrierter Domänennamen in New York im Oktober 2000.

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Ein schönes Archiv, gefüllt aus den verschiedensten Quellen bietet zudem die Website Mappa Mundi von Dodge.

Interessant für die Schweiz ist die Wetterkarte von Switch (SWITCH traffic weather map). Diese zeigt auf die halbe Stunde genau, wie die wichtigsten Schweizer Internet-Verbindungen ausgelastet sind.

Und wenn sie eine beliebige Aussage unterstützen wollen, so empfehle ich sehr umfassendes ein Bildarchiv der Nasa: Astronomy Picture of the Day Archive….

Viel Spass beim gucken.

PS: Auch sehr eindrücklich bezüglich der Visualisierung quantitativer technishcer Informationen sind die Arbeiten von Ben Fry).

Testweekend @local.ch

local.ch ruft zum Testwochenende. local.ch als Verpflichtung meine nächste, ich meine dies wörtlich, meine allernächste Umgebung zu kennen. Nun was haben wir: Glücklich, zufriedene 190cm, ca. 88kg, 35J., verheiratet, Familienvater, knapp 3000 Bikekilometer mit etwas 15’000 Höhenmeter pro Jahr und einige Ski-Snowboardtage. Also und local.ch ruft zum Testwochenende. Warum da nicht mit dem Bike hin?

Was sind für uns Distanzen? Ich steige in St. Gallen in den Zug ein und bin gut 60min später in Zürich. Welche Grenzen setzte ich für meinen local Umkreis? Distanzen einmal anders erleben, zu fuss mit dem Bike, mit den Kindern. Mehr Zeit um die Umgebung wahrzunehmen.

Gewerbeausstellung in Sirnach als Event sogar mit einem Süssigkeitenstand inkl. Zuckerwatte. Häuser die in irgendeinem Vorort herausgeputzt werden aber es fehlt noch die Leiter. Rasenmäher die in den Service sollten. Wer kann dies heute noch erledigen? Und ab Will ändert sich das lokale Wetter von Bisenlage in einen fiesen Westwind. Der mir spätestens ab Winterthur dann doch etwas zu schaffen machte. Wer hätte dies voraussagen können?

Ich hatte also ca. 3 Stunden Zeit. Meinen alten Arbeitsweg von St. Gallen nach Flawil (Büchi AG) abzufahren. Vorbei an Uzwil, Wil, und Eschlikon (24-Stunden Rennen) durch die Velostadt Winterthur und über einen letzten kleinen Hügel nach Zürich.

Schön wars. Streng wars. Der Test ist bestanden. Training ist aber sicher noch notwendig. Ich freue mich auf neue Herausforderungen. Möchte Bekanntes absichtlich mal anders angehen und bekomme dadurch die Chance andere Seiten, andere Lösungswege zu sehen.

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Ist das nun Lästerung oder nicht?

Die Geschichte kennen wir: Apple steigt auf INTEL-Prozessoren um, die ersten Geräte kommen auf dem Markt, ein paar IT-Helden kämpfen mit der Herausforderung Windows darauf zu installieren und Apple offizialisiert (resp. vereinfacht) diese Tat mit Boot Camp.

Meine These, dass nach dem chinesischen Weg der (vom mir geschätzten) Thinkpads, Apple nun zum HighEnd Notebook-Verkäufer wird ist nicht nur plausibel aber Realität. Bernd — bis jetzt immer Windows — kauft sich ein Power Book Pro. Ich bin angenehm gespannt.

Und soweit sieht es gut aus. Bei einem Versuch (mit einem 20 Zoll iMac), wurde alle HW-Devices von Windows XP SP2 erkannt (ich kämpfe noch mit der Tastatur). Und Oliver Breidenbach misst einige Anwendungen (ohne bei OSX teure Bildschirmdarstellung) und die Windows-Versionen sind gleich schnell oder bei Quicktime gar schneller…

Eine schöne Sache!

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Power Point Präsentationen und (ein bisschen) Techie

Internet-Legenden kümmern sich möglicherweise nicht um visuelle Gestaltung. So zumindest Vinton Cerf, der bei seiner letzten Vortrags-Serie die (übeln) Microsoft-Standardvorlagen genommen hatte. Hier ein visuelles Muster zum Abgewöhnen. Liebhaber des Inhaltes finden die ganze PPT übrigens hier: Tracking the Internet Tracking the Internet into the 21 into the 21st st Century Century [pdf, 4MB].

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Eine sehr schöne Quelle zu Präsentationen mit Tipps und vielen Beispielen ist für mich übrigens der Weblog Presentation Zen.

Die Referenz bezüglich der visuellen Darstellung von Informationen ist für mich Edward Tufte. Seine Bücher gehören in jede Bibliothek. Von ihm stammt auch der denkwürdige Aufsatz: The Cognitive Style of Power Point und eine Analyse über Power Point Slides, welches nach seiner Aussage einen Einfluss auf den Absturz des Space Shuttle Challenger hatten (auf onlineethics.org gibt es eine ausführlichen Bericht dazu). Natürlich hat der Essay eine schöne Ilustration auf dem Titel.

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Und nun noch zur Technik. Wer kein Power Point will muss sich unbedingt S5 von Eric Meyer anschauen. Einige CSS- und JavaScript-Libraries (er nennt es Slide-Show-System), mit welchen in einfachem HTML eine Präsentation auf jedem modernen Webbrowser gemacht werden kann. Ist nur Text gefragt, so sieht man und spürt man (Tastaturbedienung) kaum einen Unterschied zu Power Point. Wird bei uns immer wieder benutzt insb. auch zusammen mit generierten Inhalten. Hier zwei interne Beipiele: Ein Vortrag über JavaScript im namics-Layout und einmal die Migros-Budget „Geschichte“.

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Bullshit-Bingo und der Wort-Update

Vor nicht allzu langer Zeit war der Begriff Consultant für mich ein Schimpfwort (möglichwerweise falsche Aubsildung). Als dann im Jahr 1999 Dorian eine E-Mail mit einem Bullshit-Bingo rumschickt, zahlte das voll auf mein Bild ein.

Was ist das? Eine (zynisch gemeintes) „Sitzungsspiel“ mit einer Bingo-Karte, in deren Felder typische leere Berater-Floskeln stehen. Ist die ganze Reihe gefüllt, so steht man auf und ruft „Bingo“. Hier ein Beispiel mit Al Gore-Unwörtern (auf einem MIT-Server) und hier ein Bullshit-Bingo Generator. Na ja.

Als ich das NZZ Folio 2006/02 „Berater“ las, so wurde alte Errinnerungen wach. Der Artikel „Learnings für Rest of World“ ist Pflichtlektüre. Dort hat ein eine wunderbare Liste mit Berater-Unworten die bei mir nun jedes Mal (heimliche) Heiterkeit auslösen. „Bingo“ schreien wäre konsequent.

Accounting noise, der: Buchhalterlärm; wenn die Regeln der Finanzabteilung das operative Geschäft behindern. Banalysis, die: banale Analyse. Benefitial window, das: begünstigendes Fenster; eine Chance, die sich plötzlich eröffnet. Bio-break, der: Bio-Pause; Pinkelpause in Sitzungen. Bleeding cash, das: Geldbluten; Geld, das in einem Unternehmen ausgegeben wird, ohne dass man weiss, wofür. Board rumours, die: Gerüchte aus dem Verwaltungsrat. Burning rate, die: Verbrennungsrate; Masseinheit für hohe Verluste. Ego involvement, das: persönliches Interesse. Elevator pitch, der: Verkaufsgespräch im Lift. Emotional baggage, das: emotionales Gepäck; Personal, das entlassen werden soll. Feed or fix: füttern oder reparieren; Handlungsempfehlung zur Verbesserung von Bilanzen. Gonnabe, der: Nachfolger. Going south: untergehen; grafisch dargestellte sinkende Aktienkurse oder schlechte Geschäftsverläufe. Hiring-freeze, der: Einstellungsstop. Hockey sticks, die: Eishockeyschläger; erfolgversprechende Grafik, geformt wie ein Eishockeyschläger. Low-hanging fruits, die: tiefhängende Früchte; leicht erreichbare Ziele für Mitarbeiter. Master of the obvious, der: Meister des Offensichtlichen; Sitzungsteilnehmer, die durch Null-Aussagen wie «den Kunden ins Zentrum stellen» auffallen. No-brainer, der: kein Hirn; im Schlaf gelöstes Problem. No free lunch: kein gratis Mittagessen; nichts ist umsonst, auch wenn es vorerst danach aussieht. Packing order, die: Verpackungsliste; Position der Mitarbeiter bei Umstrukturierungen. Quick-and-dirty: schnell und schmutzig; schnelles Handeln ohne Rücksicht. Room to shine, der: Ort zum Glänzen; Alternative zur Beförderung, Versetzen eines Mitarbeites in eine Abteilung, in der er brillieren kann. Shoot-to-kill: Schiessen, um zu töten; etwas konsequent zu Ende führen. Sitting duck, die: sitzende Ente; einfach zu treffendes Ziel, z. B. ein Übernahmekandidat. Tried-and-true: ausprobiert und für gut befunden. tbd: Kürzel für «to be defined», noch zu klären; in Personal-Organigrammen eingesetzt, um im mittleren Management für Unruhe zu sorgen. Wannabe, der: Möchtegern; Kandidat, Streber. Zombies, die: lebende Tote; Mitarbeiter oder Unternehmen im Portfolio, die unbrauchbar bzw. insolvent sind.

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