Europäisches Accessibility Forum Frankfurt, 27. März

namics veranstaltet am 27. März das Europäische Accessibility Forum Frankfurt.

Auf dieser internationalen Konferenz, die in ihrer Art in Deutschland wohl einmalig ist, wollen wir Barrierefreiheit aus verschiedenen Perspektiven beleuchten: Technologie, Wirtschaftlichkeit, Politik und Hochschulausbildung. In sieben Gesprächsrunden kommen Expertinnen und Experten zusammen, stellen jeweils in einer kurzen Präsentation ihre Arbeit und ihren Aspekt des Themas vor und diskutieren anschließend darüber.

Wir konnten Referenten u.a. von der Deutschen Bahn, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der Europäischen Kommission, France Télécom, Google, IBM, Microsoft, Mozilla, Opera, dem W3C, dem Web Standards Project und Yahoo! gewinnen, die zu folgenden Themen sprechen:

  • Barrierefreie Web-Anwendungen
  • Mobiler Zugang – geräteunabhängig oder barrierefrei?
  • Barrierefreiheitsrichtlinien im nationalen Vergleich
  • Accessible Rich Internet Applications (ARIA)
  • Webstandards und Barrierefreiheit in der Hochschulausbildung
  • Harmonisierung von europäischen Barrierefreiheitsrichtlinien
  • Der Geschäftswert von Barrierefreiheit

Die Keynote wird Linda Mauperon halten, sie ist Kabinettsmitglied der Europäischen Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding. Näheres dazu auch im Programm.

Ziel der Veranstaltung ist es, Barrierefreiheit von außen aus verschiedenen Winkeln zu beleuchten und Innovationsträger zu präsentieren, in deren Unternehmen und Kommunikation Barrierefreiheit schon längst dazugehört – und die gutes Geld damit verdienen. Von den Themen her sollte für alle etwas dabei sein: für Techies, für Consultants, Hochschulangehörige und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen. Die Konferenz ist limitiert auf maximal 200 Teilnehmende, ab nächster Woche kann man sich anmelden.

Unter der Haube hat die Website auch einige Perlen versteckt: selbstverständlich ist sie weitgehend barrierefrei (mit coolen Sprungmarken), aber sie ist auch wahnsinnig schnell, weil die Best Practices zur Frontend Performance von Yahoo! eingehalten werden. Es gibt eigene Stylesheets zum Drucken, für iPhones und für mobile Endgeräte. Und als CMS verwenden wir WordPress µ, womit über die gleiche Installation die deutsche und die englische Version verwaltet werden kann.

A-Tag in Wien

Letzte Woche war ich eingeladen, auf dem A-Tag in Wien einen Vortrag über den kommenden W3C Standard für Accessible Rich Internet Applications (ARIA) zu halten. Im Wesentlichen geht es da um barrierefreies Web 2.0 — tolle Effekte, aber ohne Menschen mit Behinderungen auszugrenzen (wer will das schon?). Die Präsentation lief recht gut, da ich einige verständliche Code-Beispiele und Screencasts von Anwendungen eingebunden habe — obwohl die Teilnehmenden ein bisschen überfordert wirkten, als ich über die erforderlichen JavaScript-Funktionalitäten zu sprechen begann, die dazu dienen, die Tastaturbedienbarkeit von komplexeren Widgets herzustellen. ;-) Darum habe ich diese Folie überarbeitet und noch eine hinzugefügt, die auf Reiternavigationen mittels verschiedener JavaScript-Frameworks verweist, wie Christian Heilmann anregte.

Die Präsentation kann man auf Slideshare anschauen oder herunterladen (Creative Commons-Lizenz). Ich habe aber auch versprochen, einen detaillierteren Artikel über durch ARIA verbesserte Reiternavigationen für den Webkrauts Webstandards-Adventskalendar zu schreiben, auf dem es bald mehr Informationen dazu gibt.

Präsentation auf SlideShare ansehen

Die Konferenz selbst war überraschend innovativ: Ich hatte schon halbwegs damit gerechnet, auf eine Menge Schlipsträger zu treffen, da die Veranstaltung vom österreichischen Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend mitorganisiert wurde, stattdessen sah man viele junge Gesichter und einen einigermaßen ausgewogenen Frauenanteil. Dinge, die ich auf dem A-Tag gelernt (und getwittert) habe, umfassen darüberhinaus:

  • Ab Januar 2009 unterstützt das österreichische Bundesministerium für Gesundheit nur noch Websites, wenn sie barrierefrei sind. Das kommt wenig überraschend, da schon ein Beschluss des Europäischen Ministerrats im Jahre 2006 ankündigte, dass Barrierefreiheit und Best Practices ab 2010 in Öffentlichen Ausschreibungen zur Pflicht werden können.
  • Artur Ortega zeigte einige barrierefreie Beispiele, die Dirk Ginader für Yahoo! Finance realisiert hat, darunter zwei Eingabefelder, deren Labels dynamisch aktualisiert werden nachdem man eine Währung auswählt. Ein Screenreader liest somit vor „Pfund Sterling in Euro umrechnen“ statt des generischen Textes „Währung 1 in Währung 2 umrechnen“.
  • Ein Grund für per JavaScript optimierte HTML-Bedienelemente für Flash-Videos wie bei Yahoo! Video ist, dass das Flash-Objekt nicht mehr per Tastatur ansteuerbar ist, wenn der
    wmode

    Parameter auf

    opaque

    oder

    transparent

    gesetzt wurde. Allerdings ist es in Firefox 3 auch ohne diesen Parameter unmöglich, in ein Flash-Objekt hineinzutabben. Oder habe ich da etwas übersehen?

  • Designerin Maria Putzhuber zitierte eine interessante Fehleinschätzung: 70% der befragten Designer glaubten, dass Nutzer so gut wie immer über ihren Standort in der Website orientiert sind, während das in Wahrheit nur 10% der Nutzer schafften. Warum ist diese Wahrnehmung so verzerrt?

Vortrag auf dem ECM World Summit

Auf dem ECM World SUMMIT in Frankfurt Offenbach (11./12.11.2008) durfte ich einen Vortrag zum Thema Intranetentwicklung am Beispiel unseres Kunden Giesecke & Devrient halten.

Meine Vorreferentin, die Projekt Managerin des Merz Intranets, hat den Relaunch ihres Intranets geschildert. Es war mal wieder interessant zu hören, dass immer die gleichen Baustellen vorzufinden sind und auch sehr ähnliche Zielsetzungen vorherrschen, egal wie groß das Unternehmen ist.
Besonders spannend ist der Ansatz von Merz, eine Produktdatenbank zu nutzen, die Internet, Intranet und Extranet speist und somit Einheitlichkeit und Aktualität gewährleistet. Trotzdem dem Mitarbeiter intern einen „Informationsvorsprung“ garantiert und somit wiederum Akzeptanz schafft.

Auf diese Informationen konnte ich gut aufsetzen und die Entwicklung des Giesecke & Devrient Intranets schildern. Anhand unserer Vorgehensmethodik, dem „Intranet Design Cycle“ (Zielgruppendefinition, Interviews und Analyse, Konsolidierung und Evaluation, Entwicklung des Portalkonzepts, Prototyping und Usability Tests) habe ich dann das Kundenprojekt vorgestellt.

Eine meiner Aussagen war, dass heute häufig eine „Arbeitswelt 2.0“ auf einen „Mitarbeiter 1.0“ trifft, der erforderliche Bewusstseinswandel bei den Mitarbeitern aber in vielen Fällen noch nicht stattgefunden hat.

Am Beispiel unseres Kunden konnte ich aufzeigen, dass es sich hierbei um einen sukzessiven Prozess handeln muss, um die Mitarbeiter an die neue Arbeitssituation heranzuführen. Eine kontinuierliche Kommunikation und Vermittlung der Mehrwerte für die Nutzer sowie die direkte Betreuung, Schulung und Unterstützung der Autoren ist dabei unumgänglich. Ein Kulturwandel im Unternehmen lässt sich nicht von heute auf morgen erreichen.

Im Anschluss gab es dann noch eine kleine Podiumsdiskussion.
Hier ging es unter anderem um das Thema Erfolgsmessung. Zahlen die den Erfolg eines Intranet-Relaunches belegen sind immer willkommen, wenn es um die Rechtfertigung des Projekts geht. Ein vernünftiges Tracking vor und nach dem Relaunch sowie die Zeitmessung typischer, zentraler Arbeitsabläufe können hier schon einige Erkenntnisse bringen.
Des Weiteren waren wir uns einig, dass die Kernkompetenz eines Intranet-Projekt-Managers die Vermittlungsfähigkeit zwischen den unzähligen Anspruchsgruppen ist.

Es war eine schöne Gelegenheit, ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern. Ich hoffe ich finde nächstes Mal die Zeit an beiden Tagen anwesend zu sein und nicht nur für den Vortragsblock.

Hier ist der Vortrag Evolutionsstufen eines Intranets am Beispiel von Giesecke & Devrient [pdf, 2,7MB], allerdings in gekürzter Version, da ich die Kunden Screenshots entfernen musste.

Pragmatisches User Centered Design bei bahn.de

Heute war es soweit: Weltweit stand der heutige Tag im Zeichen der Usability.
Auf dem World Usability Day in Hamburg hatten Elena und ich die Gelegenheit, unser nutzerzentriertes Vorgehen bei der Neukonzeption von bahn.de vorzustellen.
Eine herausragende Erkenntnis durch die permanente Einbeziehung von Benutzern war dabei z.B., dass die klassische Ansprache in Zielgruppen nicht funktioniert; schließlich sind alle Geschäftsreisende (wie wir auch) am Wochenende auch als Familienreisende und wochentags noch als Pendler unterwegs.

Elena und Janko beim World Usability Day in Hamburg

Das Vorgehen bei der Konzeption des Portals und der Buchungsstrecke zeigen wir in dieser Präsentation [Vortrag WorldUsabilityDay: Pragmatisches UCD, pdf].
Das Ergebnis findet sich in Kürze auf bahn.de.

Sehr spannend war anschließend auch die Diskussion mit Kollegen, Referenten und Interessierten. Soviel geballtes Usability-Know-how trifft man selten auf einmal :-)

Westschweizerische Business Community

Vor ein paar Wochen durfte ich die Web Business Community Rezonance in der Westschweiz kennenlernen und zwar als Referent einer sogenannten FIRST Konferenz.

Diese Business Community war mir vorher nicht bekannt aber ihr Konzept fand ich überzeugend. Die Community an sich hat keine Einschränkung bezüglich der Interessen und ist dadurch mit bald 28’000 Mitgliedern breit gewachsen. Auf der Webplattform können Subgruppen gebildet und moderiert werden. Was die Community belebt sind die FIRST Konferenzen (ursprünglich die „First Tuesdays“), die ca. zwei mal im Monat organisiert werden. Die Vielfalt der Konferenzen ensteht dadurch, dass das Rezonance-Team sich nur als Rahmen anbietet und dass jede Interessengruppe die Rolle des Veranstalters mitübernehmen kann. Die Themen sollten zu einem der 4 séries thématiques passen.

In meinem Fall war das Thema „Innovation“ und der Lead-Veranstalter war die Direktion eines Executive Master Programms.
Mit 270 Teilnehmern war also 1% der Rezonance Community anwesend und ich konnte viele wichtige Kontakte knüpfen. Ich habe übrigens über das neue namics intranet auf Basis eines Wikis referiert, u.a. wie dessen Features Austausch, Collaboration und den Dialog fördern und somit mehr Platz für interne Innovation schaffen. Meine und die weiteren Präsentationen (auf französisch) sind hier verfügbar.

Als weiteres Beispiel kann ich noch die kommende FIRST Konferenz im November erwähnen, mit hochkarätigen Referenten wie Doris Leuthard, M. Bürki (Direktor von Swissquote), D. Borel (CEO Logitech) oder P. Cagni (Apple general manager Europe Middle East and Africa). Als Mitveranstalter sind die ETH Lausanne und der GRI. Eintritt ist wie immer und dank den Jahressponsoren gratis.

Im Voraus der Konferenzen kann man im Web die Liste der Angemeldeten Teilnehmer anschauen, und so den Kontakt zu bestimmten Personen bewusst schon im Vorfeld herstellen. Durch dieses Zusammenspiel zwischen Web und physischen Konferenzen spielt die geographische Nähe eine wichtige Rolle.

Abschliessend möchte ich hiermit der Gründerin und CEO von Rezonance, Geneviève Morand, zum zehnjährigen Geburtstag der überzeugenden Rezonance Community herzlichst gratulieren.

Fallstudie RBC, Informationsportal (Fachtagung MOSS)

RBC ist ein Dialogmarketing und CRM Spezialist mit Call Center, bei welchen zu 130 fest angestellten Mitarbeitern und temporär über 300 Personen dazu kommen.

Ein interessanter Bereich ist das sogenannten CCPortal. Hier werden alle relevanten Informationen zu rund 50 Kunden für die Entgegennahme von Inbound-Anrufen zusammengefasst. Der RBC-Mitarbeiter muss innerhalb kürzester Zeit Zugriff auf die Elemente haben, welche am häufigsten benötigt werden. Dieser Bereich, der direkt auf Qualität der Leistung Einfluss hat, wurde vollständig mit Bordmitteln von Sharepoint umgesetzt. Wesentlich ist die Informationsstrukturierung, die Anordnung der Elemente und die visuelle Gestaltung. Natürlich hat der der Kunde von RBC Zugang zu seinem Portal-Teil und kann damit jederzeit wesentlichen Informationen selbständig nachführen.

Eine kleiner aber sehr wesentlicher Teil ist der Umgang mit Formularen. Dazu bietet Sharepoint verschiedene Möglichkeiten wie: InfoPath, Office Dokumente in Libraries oder SharePoint Listen. Der Knackpunkt lag hier in kleinen Details wie Workflows die abhängig vom Kontext und damit verbunden die Wahl der E-Mail Adresse und der Benachrichtigung. Markus erklärt beispielhafte Prozesse, deren Umsetzung und seine Erfahrungen mit Aussagen in Verkaufsunterlagen von Microsoft.

Da das System sehr nahe am Standard von Sharepoint umgesetzt wurde, kann RCB dieses nur selbständig betreiben und auch neue Portale deklarativ zufügen.

Nun noch das Fazit:
– Portalprojekte sind per se komplex (nicht wegen der Technik aber wegen der Fachlichkeit)
– MOSS ist bereits mit vielen Funktionen ausgestattet (was nutzen, was nicht)
– Grenzen von MOSS kennen!
– Integration & Migration > wichtig welche Abgrenzung zu Umystemen gemacht wird
– Evolutionäres Vorgehen um an realen Anforderungen wachsen zu können (Integrationsschritte)

> Fallstude RBC [pdf, 1,5MB]. Markus Spiekermann, Software Engineer, namics

Fallstudie Ostschweizer Kinderspital, Projekt Imago DMS (Fachtagung MOSS)

Ziele des Systems sind die Ablösung der Papierakten für Patienten von rund 200‘000 Spital-Patienten inklusive einer Schnittstelle zu SAP. Zudem bessere Such- / Findfunktionen und die Realisierung eines Ärzte Cockpits für den mobilen Zugriff. Also Reduktion von Redundanz, eine konsistente Datenablage und die Verkürzung und Vereinfachung der Kommunikationswege.

Das System wird zur Zeit von 15 Usern aus allen Anspruchsgruppen genutzt um Aufgrund der Erfahrungen Anfang Jahr den Betrieb breitflächig auszurollen.

Ein wichtiger Projektbestandteil ist die Verbindung der Patientenakte (sozusagen ein Buch über den Patienten als Ausgangspunkt) mit den Umsystemen SAP und und KIS (einem internen System zur Ressourcenverwaltung). Ausserdem wurde der Umgang der Ärzte mit Notizen, heute unstrukturiert auf Papier, mittels Microsoft One Note abgebildet. Auch realisiert ist die Verbindung mit einem System für Röntgenbildern und mit weiteren Scans (mit 25 dezentralen Scannern im Spital). Startpunkt der Erfassung eines Scans ist wiederum die Patientenakte, welche die Scan-Funktionalität integriert.

Für dem mobilen Zugriff wurden Tablet-PCs angeschafft, mit welchen die Ärzte Zugriff auf die Patientenakten haben. Das Cockpit leistet zudem einen Uebersicht über die, einem Arzt zugeteilten Patienten, den zuletzt besuchten sowie den neuen Patienten als chronologische Liste.

Für den Erfolg des Projektes sehr wichtig war die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedenster Berufsbilder im Spital. Dafür wurde im Rahmen von Workshops viel Zeit investiert. Zudem wurde intensiv mit Prototypen gearbeitet. Dies auch, da der Entwicklungsschritt für die Mitarbeiter vom OKS extrem gross ist.

Spanend für Sharepoint sind über ein Terrabyte neue Daten pro Jahr. Ein Test, welches das System erfolgreich bestanden hat.

> Ostschweizer Kinderspital, Projekt Imago DMS [pdf, 980KB]. Troy Lüchinger, Consultant namics

Fallstudie EJDP, PolCollaboration und AVS (Fachtagung MOSS)

Bei dem Projekt AVS (Automatisiertes Vorgangsbewältigungs System) des Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement handelt es sich um die nationale Umsetzung des Schengen-Abkommens aus Sicht der Polizei.

Im Kern geht es um die Weiterverfolgung von Fahndungen aus den Schengen-Staaten die aus dem dem „SISone4all“-System (SIS = Schengener Informationssystem) in ein lokales Schweizer System überführt und weiterbearbeitet werden. Das System hat in dieser Form eine internationale Zertifizierung bestanden.

Anspruchsvoll sind vor allem Sicherheits- und gesetzliche Prozessanforderungen an das System. So muss das EJDP (im Dreischichtbetrieb) den Schengen Staaten spätesten nach 24 Stunden qualifiziert Auskunft über jede Fahndung geben können. Wesentlich dabei ist, dass der Ansprechpartner aufgrund der Schicht wechseln kann, die Informationsübergabe ist also sehr wichtig. Hier zeigt ein integriertes System seine Stärke.

Und nun kommt eine Live-Demo die ich hier nicht zeigen kann (aber ein paar Screens sind an der ersten Präsentation dran). Sehr wichtig sind die Suchfunktionen sowie die Nachvollziehbarkeit der Prozesse aus Usersicht. Sowohl für einen einzelnen User wie auch als Übersicht für das ganze System.

Herr Tanner geht nun weniger auf den Inhalt des Systems ein, aber auf die Anforderungen an das Projekt. Dreh- und Angelpunkt ist das SIRENE-Büro (Supplementary Information Request at the National Entry) und nach Anwendungsfall normierte Prozesse. Pro Tag bewältigt das System rund 140’000 Anfragen. Seit dem Betrieb am 14. August 2008 leistete AVS 1389 Treffer also erfolgreiche Abklärungen (aus Sicht der Polizei).

Und im Abschluss einen Punkt, den es lohnt hervorzuheben: Alternative (Papier!) undenkbar

Fallstudie LTV Media (Fachtagung MOSS)

Ausgangslage ist eine Unternehmung, bei welcher über die Hälfte der rund 500 Mitarbeiter im Aussendienst arbeiten. Die bestehenden Informationssysteme waren, wie so häufig funktional aber organisch gewachsen und nicht intergiriert, Auslöser für die Ablösung der Intranet-Anwendungen war der Bedarf, den Aussendienst besser in die Prozesse einzubinden.

Der erste Schritt der inkrementellen Einführung war ein Extranet-Portal als Informations- und Linksammlung ausgerichtet auf den Aussendienst mit einem Fokus auf den lesenden Zugriff. Also CMS-Only. Dieser erste Schritt erlaubte es die Organisation an die neue Art der Zusammenarbeit zu gewöhnen. Die meisten User sind eben keine „Büroarbeiter“ die den ganzen Tag vor dem PC sitzen.

Der nächste Schritt waren MySites, womit der Grad der Interaktion und somit auch die Nützlichkeit des mehrsprachigen System (Namens Cockpit) erhöht wurde. Die Mehrsprachigkeit wurde mit dem Variations-Konzept von MOSS umgesetzt.

In diesen Fall gut gelungen ist es, dass das Gesamtsystem nach der Entwicklung der internen IT zu übergeben. Diese führte in der Folge selbständig Rollouts durch.

Auch geklappt hat, dass dieselben Informationen und Prozesse sowohl intern wie auch extern genutzt werden. Also eine Fusion von Intra- und Extranet. Dies bedingte, um die Sicherheit sicherzustellen einen Secure Proxy. In diesem Fall das Produkt ISA-Server von Microsoft mit einem DNS-Splitting. D.h. dieselbe URL hat im externen (gesicherten) Netz eine andere Adresse wir im internen Netz. Vorteil des Ansatzes ist, dass die identischen URLs unabhängig von Zugangspunkt funktioniert. Wenn auch lösbar sei das Zusammenspiel Intra-/ Extranet im Detail anspruchsvoll in der Konzeption und bei der Umsetzung.

Interessant nun die Beschreibung der alten Prozesse an der Front, bei welchen ein eigener Sales Support für den Aussendienste im Einsatz stand. Diese stellte die Aussendienstunterlagen für den nächsten Tag zusammen und verschickte diese per E-Mail. Gleich darauf kamen die Fragen zurück. Hauptfragen waren doppelte Dokumentversionen und eine fehlende Synchronität der Informationen über Endkunden. Neu kann sich der der Aussendienstmitarbeiter selbst vorbereiten. Die bewusste Auswahl und der Fakt, dass es nur eine Version der Information gibt, verminderte die Rückfragen massiv.

Markus weist ausdrücklich darauf hin, dass viele Anwendungen nur sehr simpel in MOSS intergiert wurden. Beispielsweise mit einem iFrame plus der Auffindbarkeit über die Sharepoint-Suche. Danke dem Secure Proxy ist kein weiteres Login nötig und damit der Nutzen sehr hoch und der Aufwand der Implementierung klein.

Und auch echte Zahlen der Einsparungen: 20% Reduktion Vertrags- und Auftragsbestätigungskopien, 60% Reduktion Aufwand „Gut zum Druck“ und 95% der Aussendienstmitarbeiter finden Cockpit wichtig – unverzichtbar

> MOSS Fallstudie LTV Media, Aussendienstunterstützung [pdf, 300KB]. Markus Spiekermann, Software Engineer namics

Intro zur Fachtagung Microsoft Sharepoint (Fachtagung MOSS)

So, da bin ich. Sitzend in der Fachtagung „Microsoft Office Sharepoint Server. Nutzen Sie das ganze Potenzial des Microsoft Office SharePoint Servers 2007?“ von namics. Da ich grad Präsentationen zusammenkopieren musste und die PDF erstellt, erlaube ich mir die ersten zwei Beiträge ohne Kommentar reinzustellen (sonst komme ich nicht nach).

> Begrüssung [pdf, 1,4MB]. Michael Pertek, Business Unit Manager bei namics

> Continuing Success SharePoint – Eine Erfolgsstory, die auch Ihre werden kann [pdf, 6MB]. Hanspeter Quadri, Director Enterprise & Partner Group, Microsoft Switzerland

Bevor es weitergeht die abschliessenden Themen aus dem Beitrag von Microsoft:

– Die private und die geschäftliche Nutzung der Online-Medien und somit auch der Wissensarbeit nähern sich weiter: One World of Business.
– Organisationen werden zunehmend Transparent. Eine Herausforderung auf verschiedenen Ebenden, die entsprechend gezähmt sein wollen.
– Always On, Always Connected wird weitergehen. Zu jedem Zeitpunkt, wo sinnvoll und auf „jeden Device“.

Und wenn man den Ausführungen folgt, ist der geplante Weg von Microsoft und den damit verbundenen Produkten konsequent darauf ausgerichtet.