Conversion Summit 2011

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Auch in diesem Jahr fand wieder die Conversion Conference – diesmal als Conversion Summit 2011 – in der Union Halle in Frankfurt am Main mit einer Vielzahl an grandiosen Vorträgen und Vortragenden statt.
Dieses Jahr als zweitägige Veranstaltung mit einem reinen Konferenz- und einem Barcamp-Tag im Gegensatz zum letzten Jahr mit nur einem Tag. Ein sehr gelungenes Konzept, wie ich finde. So hatten die Zuschauer an Tag eins die Möglichkeit den „Experten“ zu lauschen und am zweiten Tag aktiv mit an den Inhalt und dem Gelingen zu arbeiten.
Ich hatte dieses Jahr leider nicht die Möglichkeit an Tag eins mit einem eigenen Vortrag wie im letzten Jahr präsent zu sein, dafür konnte ich aber als interessierter Zuhörer eine Menge neuen Input aus den Vorträgen meiner Kollegen mitnehmen.

Ein Highlight der Veranstaltung war sicherlich die Keynote von Bryan Eisenberg, dem Godfather of Conversion Rate Optimization (@TheGrok), der zahlreiche spannende Bücher zum Thema CRO verfasst hast („Call to Action“, „Waiting for Your Cat to Bark“,…).
Aber auch der Vortrag von David Boronat, einem der Gründer von multiplica.com und Herausgeber der Studie „The 50 Most Persuasive Websites“, war großartig.
Einen sehr kurzweiligen Abschluss bot dann noch Prof. Dr. Mario Fischer (@mariofischer), der an der Fachhochschule in Würzburg Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt E-Commerce lehrt und Direktor des tms Instituts ist.
Aber auch alle anderen Referenten waren ausnahmslos sehr, sehr gut und spannend!

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Interessanten Input zur Konferenz, einige tolle Links und einen Großteil der Vorträge finden sich

Ich freue mich schon auf den Conversion Summit 2012, dann auch gerne wieder mit einem Vortrag von mir…

Benennung der Anmeldelinks für Neu- und Bestandeskunden

Im Anschluss zur Heatmap der Lage der Links (Blog-Artikel vom 3. Mai 2011) hier die Rangliste der in den untersuchten Websites am meisten verwendeten Begriffe:

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Erstaunlich ist, dass Neukunden meistens im Stich gelassen werden. Diese müssen sich umständlich über Links und Buttons im Inhaltsbereich der Seite in den Registrationsprozess begeben. Oder sie gelangen nach dem Drücken auf den „Login“-Link auf eine Formular für die Anmeldefunktion – mit dem Hinweis, dass dies nur für bereits registrierte Kunden zu benutzen ist. Ein Beispiel (unter vielen) dafür ist die populäre Preisvergleichsseite comparis.ch.

Auf allen Seiten ist oben rechts das „myComparis-Login“ erreichbar…

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…und nach dem Klicken auf den Link gelangt der Benutzer direkt aufs Formular für Benutzername und Passwort – mit dem unscheinbaren Hinweis für potentielle Neukunden:

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Fazit:
Ausgenommen von den Seiten ohne Berücksichtigung der Neukunden lässt sich sagen: (In der Schweiz) kommen idealerweise oben rechts die beiden Links für „Registrieren“ und „Login“ hin, da dies den Benutzern am geläufigsten ist.

Unsere supersimple Homepage könnte dann (kombiniert mit einem grossen Button für potentielle Neukunden) so aussehen:

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Usability Testing selbstgemacht

„Usability Testing – nichts leichter als das“ heisst das Referat von Thomas Link und mir am heutigen aiciti-Tag.

„Jedes Online-Projekt muss bedienbar und verständlich sein!“

Dieser Anspruch wird jedem Projektverantwortlichen übertragen und entscheidet tatsächlich über Erfolg und Misserfolg.

„Doch, wie mach‘ ich das?“

Die wichtigsten Usability Tipps und Aspekte haben wir in unser Referat gepackt und uns dabei an folgenden Leitsätzen orientiert:

  • Sie tragen die Verantwortung – darum sollten Sie testen
  • Testen kann jeder – es muss nur gemacht werden
  • Das Ziel und das Resultat ist relevant – nicht die Erkenntnis, dass der Wurm drin steckt
  • Die Organisation muss sich darauf ausrichten – das erreichen Sie über unternehmerischen Gewinn
  • Im Zentrum stehen Ihre Kunden – der Hebel ist die User Experience

Mehr Präsentationen von Namics AG.

Hier die Präsentation zum Download:

Usability Testing selbstgemacht – nichts leichter als das [pdf, 12.4 MB]

Mit diesem Rucksack auf den Weg geschickt, wünschen wir allen Teilnehmern viel Erfolg bei den nächsten selbst durchgeführten Usability Tests und hoffen Sie mit unserer

21 Tage Usability Checkliste

effektiv unterstützen zu können. Damit kann nichts schief gehen!

 

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Über direkte Feedbacks direkt hier im Blog würden wir uns natürlich sehr freuen.

Verwandter Blogposts:

UX Intensive 2011 in Amsterdam

Dank Namics hatte ich in der Woche vor Ostern (vom 18.04.2011 bis zum 21.04.2011) die Möglichkeit an einer fantastischen Veranstaltung von adaptive path (www.adaptivepath.com) in Amsterdam teilzunehmen, um mich und meine Kenntnisse / Fähigkeiten rund um das Thema User Experience weiterzuentwickeln:

Der UX Intensive 2011 (www.adaptivepath.com/uxintensive)!

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Knapp 60 Informationsarchitekten / Interaction Designer / Strategen / Visual Designer trafen sich dort, um sich zum einen durch adaptive path neues aus dem Feld der User Experience erzählen zu lassen, aber auch um sich innerhalb von unzähligen WS-Session gegenseitig Ideen zu spendieren und sich zu inspirieren.

Die Veranstaltung war auf Ihre ganz eigene Weise einmalig:
Mehr als 60 Kreative und Strategen „auf einem Haufen“, 4 Tage in einem Raum, mit ganz vielen Ideen, mit ganz viel Lust und Energie, mit ganz viel Partylaune, mit ganz viel Spass daran, sich auszutauschen…

Aber Schritt für Schritt: Was haben wir dort gemacht? Was waren die Inhalte der Veranstaltung?

Im Detail: Bei der UX Intensive handelt es sich um eine viertägige Workshop-Reihe, die sich an professionelle User Experience Leute richtet, die Ihre Fähigkeiten gemeinsam mit anderen ausbauen und Ihren Horizont erweitern möchten. Die gesamte Serie teilt sich dabei in vier Abschnitte und entsprechend vier Tage ein:

Tag 1 – Strategie
Jeder guten Website, jedem guten Design, jeder guten IA liegt eine entsprechende Strategie zugrunde. Am ersten Tag war daher auch genau das unser Thema:
Wir haben uns ausgetauscht über Tools und Ideen, wie man mit Kunden die Business-Idee schärft und ggf. anschließend ins Web überträgt.

Tag 2 – Research
Nur wer seine Kunden versteht, kann erfolgreich arbeiten. Und noch wichtiger ist es, den Nutzer der Website zu verstehen und sein Angebot entsprechend zu gestalten. Das heißt aber gleichzeitig auch mehr über diese beiden Gruppen zu lernen. Was brauchen sie wirklich und vor allem warum brauchen sie genau das?
Das war das Kernthema unseres zweiten Tages: Wie können wir uns in die Gedanken der Menschen / Nutzer / Kunden versetzen, die wir am meisten erreichen wollen?

Tag 3 – Information Architecture
Am dritten Tag der Serie wurden nun die Ergebnisse der ersten beiden Tage zusammengefasst und daraus eine solide Architektur gebaut:
Es wurden Methoden des Analysierens, des Modellierens und des Beschreibens von Content auf einer Website aufgezeigt und diskutiert.

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Tag 4 – Interaction Design
Design Thinking at its best. Ich denke, das beschreibt diesen Tag am besten. Besonders am letzten Tag war daher die Kreativität im Raum quasi spürbar:
Basierend auf einigen einführenden und begleitenden Worten von adaptive path wurden gemeinsam Wege besprochen, wie man Nutzer wirklich anregt und fesselt und welche Rolle das Interaktion Design dabei einnimmt.

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Alles in allem war es eine wirklich rundum gelungene Veranstaltung mit tollen Events am Ende jedes anstrengenden Workshops-Tages, leckerem Essen und ganz viel Ideen und Kreativität.

Ein Dank an adaptive path an dieser Stelle für die Orga und an alle Teilnehmer des Events.
Es war eine Freude ein Teil der UX Intensive 2011 zu sein.

Einige weitere Eindrücke gibt es hier:
www.flickr.com/photos/daspat/sets/72157626442675441/
www.flickr.com/search/?q=uxiams11&s=rec

Namics verhilft TÜV SÜD zur Auszeichnung „Bester Newcomer“

Im letzten Herbst hat Namics TÜV SÜD unterstützt, im Rahmen des (noch) alten Designs den Karriere Bereich aufzupolieren. Das Ziel des Relaunches war unter die TOP 30 des Potential Park Rankings zu kommen.

Unser Ergebnis wurde letzte Woche von Potential Park ausgezeichnet: TÜV SÜD wurde in 2011 zum besten Newcomer, weil der Karriere Bereich es nicht nur unter die TOP 30, sondern unter die TOP 20 geschafft hat!

Was wir gemacht haben?
Natürlich haben wir bei dem Konzeptansatz – wie immer – den Nutzer der Seite in den Fokus gesetzt. Also angefangen, bei den Zielgruppen, wer ist das, der auf die Karriere Seite von TÜV Süd kommt, und was will er dort?

Die Antwort ist eigentlich ziemlich eindeutig: Wenn der User – meist technisch versierte Fachkräfte, Ingenieure und Naturwissenschaftler – schon direkt auf der Karriere-Seiten von TÜV SÜD ankommt, dann will er in erster Linie wissen: Welche Stellenangebote hat das Unternehmen derzeit überhaupt offen. Und zwar für MICH.
D.h. der Stellenmarkt muss zum einen leicht auffindbar sein, zum anderen muss die Stellensuche Filtermöglichkeiten bieten, die dem User erlauben, die Angebote für sein Fachgebiet und seine Region mit wenigen Klicks zu finden.
Deshalb haben wir für die Stellensuche ein Frontendkonzept entwickelt, das die Vorteile einer guten Usability für den User mit den mächtigen Funktionen des SAP-Systems, das im Hintergrund die Bewerbungsprozesse verwaltet, verbindet.

Sollte der User dann eine für ihn interessante Stelle gefunden haben, oder gar bereits ein Vorstellungsgespräch haben, dann will ein Besucher einer Karriere Website mehr über den Arbeitgeber wissen. Von Interesse ist dann, welche Entwicklungsmöglichkeiten das Unternehmen bietet, welche Vorteile und Vergütungen sich für den Bewerber ergeben. Interessant ist natürlich auch, Details über den Bewerbungsprozess und Auswahlverfahren zu erfahren. Darüber hinaus haben Berufseinsteiger oder Anwärter für eine Ausbildung natürlich ganz andere Fragen als Menschen mit Berufserfahrung. Entsprechend war klar, dass die Karriere-Seiten klare Zielgruppenbereiche benötigt, die auch für die Zielgruppe interessant formulierte Texte beinhalten müssen.

Auf Basis dieser Überlegungen haben wir zusammen mit TÜV SÜD die Struktur der Inhalte überarbeitet und (fast) alle Texte neu erstellt. Aus Usability-Gesichtspunkten waren unsere Möglichkeiten eher begrenzt, da wir uns im Rahmen des bestehenden Layouts wegen sollten und damit fast ausschließlich einfache Quick-Win-Features ohne großen technischen Aufwand umsetzen konnten. Allerdings war ein Feature uns und TÜV SÜD sehr wichtig: Ein Bereich, in dem die Erfahrungsberichte von TÜV SÜD Mitarbeitern nicht nur dargeboten werden, sondern übersichtlich, ansprechend und interaktiv zugreifbar sind. Dieses „Testimonial Feature“ ist alles andere als Rocket Science, aber aufgrund der sehr authentischen Bilder eine echte Bereicherung für die Seite. Der Aufwand für das Photo-Shooting hat sich absolut gelohnt – toll, dass Frau Woyke und Herr Schultz von TÜV SÜD hier so mitgezogen haben! :-)

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Von links nach rechts: Torgil Lenning, CEO Potentialpark Communications. Titus Alexander, Leiter Konzernbereich Personal TÜV SÜD. Thomas Schultz, Referent Personalmarketing.

Lange Rede kurzer Sinn: … es ist einfach ein schönes Gefühl, dazu beigetragen zu haben, einen Kunden messbar und spürbar erfolgreicher zu machen. Spürbar auch deshalb, weil die Information natürlich auch den Vorstand des TÜV SÜD erreicht hat und die Online-Kommunikation im Haus aufwertet. Der Kunde ist glücklich und freut sich über den Preis, der jetzt bei TÜV SÜD im Regal steht!

Wir freuen uns alle riesig und gratulieren TÜV SÜD herzlich zu dem Preis.

Erstes deutsches Conversion Camp in Frankfurt

Ich hatte gestern das große Vergnügen am ersten deutschen Conversion Camp (http://www.conversion-camp.com/) in Frankfurt teilnehmen und gleichzeitig auch einen Beitrag dazu in Form eines Vortrags leisten zu dürfen.

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Es war insgesamt eine wirklich sehr, sehr gelungene Veranstaltung, die von der Web Arts AG veranstaltet wurde, mit an die 250 Teilnehmern/Zuhörern. Ein wirklich riesiges Publikum, besonders wenn man bedenkt, dass in den gesamten USA gerade mal um die 150 Personen bei ähnlichen Veranstaltungen anwesend sind.

Es gab im Rahmen des eintägigen Camps sehr spannende, sehr interessante Themen/Vorträge, von denen die meisten von der Facebook-Fanpage der Veranstaltung (http://tinyurl.com/2dxhymv) heruntergeladen werden können. Leider war der Zeitrahmen der einzelnen Slots mit 20 Minuten ein wenig knapp gestrickt, sodass man nur bedingt in die Tiefe gehen konnte.
Dafür gab es aber die Möglichkeit in den Pausen mit den Zuhörern (und Kollegen anderer Agenturen) regen Austausch zu betreiben, da die Location (Union Halle) alle für so eine Veranstaltung notwendigen Rückzugsmöglichkeiten bot. Sehr schön!

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Ich hatte das Vergnügen im Rahmen des Camps eine Case Study zu den Themen Conversion Rate Optimization, Conversion-directed Design und Neuromarketing am Beispiel des Praxisfalls „Coop Heizöl“ (www.coop-heizoel.de) präsentieren zu dürfen.

Meinen Vortrag/meine Case Study können sich Interessierte sehr gerne hier durchklicken:

Alternativ steht er auch als

Dowload [PDF, 17,8 MB]

zur Verfügung.

Von Seiten des Veranstalters wurde bereits gestern für das nächste Jahr eine Folgeveranstaltung angekündigt, die dann wahrscheinlich sogar über zwei Tage und mit längeren Slots gehen wird. Merkt Euch/Merken Sie sich also schonmal den 01. und 02.09.2011 in den Terminkalendern vor! Ich werde dann auch sehr gerne wieder mit einem Beitrag dabei sein… Und freue mich schon jetzt darauf!

Danke auch an dieser Stelle nochmals an Web Arts für die geniale Veranstaltung, das geniale Catering und die toll besetzte Speakerliste.

PS: Und nicht vergessen: CRO ist mehr als nur ein Schwanzvergleich! Danke an Joachim Graf (@joachimgraf) für diese Einsicht! ;-)

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Usability und die Auswirkung von emotionalem Design

Aus einem älteren Artikel (2002) von Don Norman: Attractive things work better

…consider tools meant for neutral or positive situations. Here, any pleasure derivable from the appearance or functioning of the tool increases positive affect, broadening the creativity and increasing the tolerance for minor difficulties and blockages.

Minor problems in the design are overlooked. The changes in processing style released by positive affect aids in creative problem solving that is apt to overcome both difficulties encountered in the activity as well as those created by the interface design.

In other words, when we feel good, we overlook design faults. Use a pleasing design, one that looks good and feels, well, sexy, and the behavior seems to go along more smoothly, more easily, and better. Attractive things work better.

Selbstverständlich ist das kein Freibrief für schlecht konzipierte Interaktionen oder Funktionalität – oberstes Ziel ist und bleibt, dass das Produkt oder der Service funktioniert und der Nutzer seine Ziele erreichen kann. Das Potential, das in gutem Design steckt, darf aber nicht unterschätzt werden.

Meine Erfahrungen mit Design und Usability

Dass gutes Design – oder überhaupt ein Design – positiv wirkt zeigen mir regelmässig unsere Usability-Studien von verschiedenen Varianten von Prototypen.

Testreihe A mit wireframe-ähnlicher Optik entlockt den Testpersonen gerade mal ein „kann man bedienen“ – während in Testreihe B mit design-ähnlichen Screen (aber exakt dem gleichen Bedienkonzept) als Feedback im Debriefing „ja, das war einfach“ oder „cool, wann kommt das“ zu hören ist. Meine Erfahrungswerte würde ich bei ca. 20% höherer Akzeptanz einstufen.

Hinzu kommt, dass die Aussagen zu gestalteten Prototypen auch präziser sind – das soll heissen, sowohl positive als auch kritische Aussagen werden von den Testpersonen deutlicher und konkreter ausgesprochen, je detaillierte ein Prototyp ausgearbeitet ist.

Wozu soll ein Prototyp für Usability Tests dienen?

Natürlich möchte man primär die Sicherheit haben, dass das gedachte Interaktionsdesign und Bedienkonzept beim Nutzer funktioniert.

Der Wert von Usability Tests wird jedoch ungleich höher, wenn innovative, neue Ideen sich als bedienbar herausstellen! Wenn ich von einem bekanntermassen bedienbaren Interaktionsprinzip einen Test mache und feststelle, dass es funktioniert – wo ist da der Nutzen?

Daher mein Fazit: Neue Interaktionskonzepte wird man mit Usability Tests nur über emotional ansprechende und ausführlich gestaltete Prototypen realisieren können.

So erreicht man Innovation und Spass an der Bedienung.

Trends im E-Commerce: Wrap Up 2010

Am diesjährigen Lago-Event der Namics stand neben den Top 10 Internet-Trends von Marcel Albertin und Jürg Stuker und den Ausführungen von Michael Rottmann zum Thema Social Media Monitoring ein Wrap Up über die neusten E-Commerce-Trends 2010 auf dem Programm.

Trend 1: User Centered Methods
Bei Konzeption, Technologiewahl und der Optimierung von E-Commerce-Sites müssen die Bedürfnisse der Besucher und Kunden im Zentrum stehen.
In der Konzeptphase hat sich das Arbeiten mit Personas bewährt. Sie geben der definierten Zielgruppe ein konkretes Gesicht und eine fassbare Identität.
Mittels A/B-Testings lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand direkte Feedbacks der Benutzer einholen, in dem abweichende Varianten eines Prozessschrittes angeboten werden. Die Benutzersessions werden abwechselnd auf die Varianten verteilt und können so nach einer gewissen Laufzeit aufgrund ihrer Conversion Rate gemessen werden. Nur diejenige Variante, mit der besten Performance, bleibt aktiviert.
Guided Search & Navigation Tools ermöglichen es, auf dem Online Shop nach allen (vorhandenen) Produktattributen zu navigieren. Egal mit welchem kognitiven Modell der Benutzer im Shop navigieren will, er finden die entsprechenden Begriffe. Durch den Einsatz solcher Tools ist gewährleistet, dass einerseits diese Attribute in einem logischen Zusammenhang stehen (keine Null-Resultate mehr!) und andererseits über alle Wege durch das Online-Angebot Konsistenz besteht (Suche, Navigation, Auswahlmenüs, Tag Cloud etc.).
Trend 2: Broad Design
Der Hauptgrund, warum Benutzer ein Online Shop besuchen, ist das konkrete Produkt. Diesem gilt, zumindest in der ersten Phase des Verkaufsprozesses, die grösste Aufmerksamkeit. Das Design kann das wirkungsvoll unterstützen, in dem die Fläche, die dem Produkt gewidmet ist, möglichst grosszügig gestaltet wird. Auch mittels Augmented Reality-Anwendungen kann erreicht werden, dass das Produkt möglichst nahe zum Benutzer kommt und so seine Entscheidungssicherheit erhöht wird.

Trend 3: Dashboards
Zu häufige Seitenwechsel im Online Shop schmälern das Kauferlebnis erheblich. Auf jeder neuen Seite muss sich der Benutzer neu orientieren. Dazu kommt die Ladezeit, die den Flow durch den Shop behindert. Der One-Page-Check-Out im Olypic Store Vancouver 2010 verzeichnet durch das Vermeiden von Seitenwechseln nur gerade halb so viel Prozess-Abbrüche wie der Check Out über mehrere Seiten.
Mittels Layern wird dem Benutzer nur diejenige Information neu geladen, die er anfordert. Bei konsequentem Einsatz von Layern eröffnet sich „mit der Tiefe“ eine dritte Dimension des Online Shops und ermöglicht auch so, lästige Seitenwechsel zu verhindern.
Trend 4: New Tranparency
Die durch Drittanbieter wie Toppreise, Comparis, etc. erzeugte Preis- und Produkttransparenz stellen neue Herausforderungen dar für die Betreiber von Online Shops. Zusätzlich nimmt die Bereitschaft von Käufern zu, öffentlich über ihre Erfahrungen mit dem Produkt zu berichten. Damit wird der Kaufentscheid inzwischen nur noch zu einem geringen Teil vom Unternehmen beeinflusst. Diesem Trend kann das Unternehmen offensiv entgegentreten, in dem diese neue Transparenz nicht alleine Drittanbietern überlassen wird. Dies kann im eigenen Shop durch Q&A’s, Reviews, Empfehlungen etc. erfolgen. Damit erhöhen sich die Glaubwürdigkeit zum Anbieter und das Vertrauen in das Produkt und die Entscheidungssicherheit von Benutzern wird damit positiv beeinflusst.

Weitere Ausführungen zu den vier Trends und viele Beispiele:

Und direkt als Download Trends im E-Commerce: Wrap Up 2010 [pdf, 12,3MB]

IA Konferenz 2010 in Köln

Auf der IA Konferenz 2010 in Köln standen die „Neuorientierung“ bzw. die „Öffnung“ der Bereiche Informationsarchitektur und User Experience getreu ihrem Motto „Service Design Thinking“ im Mittelpunkt. Die zwei Tage in Köln wurden dominiert durch die Versuche der Redner die neuen Herausforderungen zu fassen, zu definieren und ihnen mit Methoden zu begegnen. Die Ansätze waren nicht wirklich neu, dokumentieren aber den aktuellen Wandel und die weitere Professionalisierung und Verantwortung der Menschen die im Umfeld Informationsarchitektur unterwegs sind.

Die Organisatoren führten engagierte durch zwei Tage straffes Programm bei dem die Entscheidung für die parallel laufenden „Tracks“ nicht immer leicht fiel und sich auch nicht immer als die richtige herausstellte.

Auch dieses Jahr wurden wieder fleißig Methodenkarten getauscht (von der Content-Strategie, über die User Journeys bis hin zur Roadmap) und sorgten für Spaß bei den Teilnehmern.

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Leider waren die Begriffe auf der Buzzword Bingo Karte eher die aus dem letzten Jahr und erst an Tag zwei konnte dann mit der Reihe „360 Grad, Benchmark, Call to Action, Primär und Performance“ BINGO gerufen werden.

Erin Malone aus den USA eröffnete die IA Konferenz mit der Aussage „Everything is social“ und der Formulierung der neuen Anforderungen an das Service oder Social Design welches ein anderes Denken erfordert. Neben 5 Prinzipien wie z.B. „Pave the cowpaths“, also die „Trampelpfade“ der Nutzer zu erkennen und auf Ihnen aufzubauen, wies Erin Malone des Weiteren noch auf die so genannten „Social Objects“ hin, also die Auslöser dafür, dass Menschen mit einander reden, die Gemeinsamkeit zwischen ihnen. Die Identifikation dieser „Social Objects“ und die Schaffung einer Brücke zum realen Leben („Enable a bridge to real life“) waren für mich wichtige Hinweise in diesem Zusammenhang.

Tenor vieler Vorträge war das Thema „Design Thinking“ und die Anforderung mehr Kreativität in die Arbeit zu bringen, aber gerade nicht inspiriert durch die so genannten Kreativen sondern z.B. durch die Kunden selber .

Niels Benson näherte sich dem Thema sehr theoretisch und zeigte auf wie sich die Anforderungen an Design Thinking entwickelt haben und wie die idealen Rahmenbedingungen für diese Art der komplexen Problemlösung und der Entwicklung von innovativen Ideen aussehen sollten. Klaus Rüggenmann schloss dann nahtlos mit seinem Vortrag „Design Thinking Methoden in der Praxis“ an. Wie bei allen Brainstorming Methoden können die Beteiligten die Methoden lernen und eine gute Vorbereitung der Initiatoren, eine angenehme Atmosphäre und ein geübter Moderator sind auch im Rahmen des „Design Thinkings“ die Erfolgsfaktoren.

Judith Schütz baute Ihren Vortrag auf die neue Generation der „Digital Natives“ auf, die 2012 volljährig werden und die damit verbundenen neuen Anforderungen. Eine Generation für die die Verbindung zwischen der realen und der virtuellen Welt immer enger wird und die nicht mehr in Endgeräten denken. Mobile heißt nicht mehr, dass sich der Nutzer bewegt sondern dass sich die Inhalte zu ihm bewegen und situativ passend zur Verfügung stehen. Mit dem Bedienen der situativen Bedürfnisse steht und fällt dann auch der Erfolg von neuen Services (z.B. Apps).

Der letzte Vortrag am Freitag von Niels Anhalt schloss sehr praktisch ab. Die Kombination von UX mit agiler Vorgehensweise wurden als neue Chancen für die optimierte User Experience vorgestellt. Niels Anhalt vertrat die These, dass je höher die Ansprüche an das Interaktionsdesign sind, desto eher muss real getestet werden. „Release early – release often“ als Erfolgsfaktor und die direkte Weitergabe an den Kunden, der in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden kann. Gut funktionierende Beta Versionen, die dann gemeinsam weiterentwickelt werden.

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Den Tag 2 eröffnete Birgit Mager mit dem Thema Service Design und Verhaltensänderung. Durch Informationen und ihre Gestaltung, durch Spaß und Prozesse (z.B. des Involvierens) kann Service Design dazu führen, dass Menschen Ihr Verhalten im positiven Sinne ändern. Literaturtipp „Brains, Behavior & Design“.

Mit einer Werkzeugkiste für die Arbeit mit „Mentalen Modellen“ kam dann Stefan Freimark um die Ecke. Er zeigt sehr anschaulich inkl. der Nennung von Kosten und Tools auf, wie er „Mentale Modelle“ erstellt und welche Fallstricke es zu beachten gibt. Das „Mentale Modelle“ dabei helfen können sich besser in die Nutzer hineinzuversetzen und eine gute Grundlage für die Identifikation von Lücken im Service oder Produktangebot (Gap-Analysis) bzw. von Berührungspunkten (Touch Points) zum Kunden sind.

Das Design Findungsprozesse oft sehr schwierig sein können und das „kastig nicht gleich kastig ist“, veranschaulichte Lutz Hirsch im Rahmen der Entwicklung des Otto „Intranets“. ;-).
Das letzte Highlight des Tages bot dann Arne van Oosterom mit ein bisschen Entspannung für den Kopf und einigen netten Videos sowie Erheiterung bei den Zuhörern durch die wandernden Publikum-Mikros und plötzlich gestellte Fragen.

Das Poster Lifeclock von Julia Werner hat die Poster Session mit einer guten Idee und deren gelungenen Visualisierung verdient gewonnen.

Alle Präsentationen werden laut Veranstalter auf Slideshare zur Verfügung gestellt.

Wir sind Google-Best-Practice

„Machen Sie Ihre Website erfolgreich“ sagt Google und gibt in einer kleinen Publikation entsprechende Tipps. Sie nutzen dazu einen „Persona“-Ansatz (Max, den Online-Käufer), um dem Leser 10 Möglichkeiten aufzuzeigen, wie aus Besuchern auch wirklich Käufer gemacht werden können. Ich nenne das neudeutsch auch gerne Konversion und/oder Konversionsraten Optimierung.

Zitat aus dem Vorwort (oder auch O-Ton Max):

„…das Online-Shopping ist ideal zum Vergleichen von Preisen oder Buchen von Reisen geeignet. Alle Bestellungen werden direkt zu mir nach Hause geliefert!

Was mich bei der ganzen Sache nervt?
Websites, die nicht funktionieren. Wenn eine Website nicht nutzerfreundlich ist oder nicht das auffindbar ist, wonach ich suche, verlasse ich diese Website. Das Leben ist einfach zu kurz und es gibt unzählige andere Websites.

Falls Sie online Geld verdienen möchten: Kein Problem. Schenken Sie Kunden wie mir einfach mehr Aufmerksamkeit.

Ich habe mich mit Google zusammengetan und verrate Ihnen hier nun meine zehn besten Tipps…“

Und spätestens da werde ich hellhörig und sage: „Max, Recht hast Du!“

Ich lese natürlich weiter und bin gespannt auf die Tipps und die zugehörigen Best Practices. Bereits bei Tipp 2 bin ich nicht nur aufmerksam dabei, sondern werde richtig stolz und muss Max ein zweite Mal Recht geben! Denn auch wir sind hier mit einer unserer Websites vertreten. Die Best Practice im Bereich „Die Startseite soll Ihren Zweck erfüllen.“ geht nämlich an: Unsere Startseite der bahn.de. Max, danke dafür! ;-)

Wobei… Ich könnte da auch noch ein paar andere Websites nennen, die im Rahmen der Thematik Konversionsraten Optimierung und Namics erwähnt werden sollten! Konversionsraten Optimierung ist schließlich eines unserer „Steckenpferde“. Und ganz speziell auch meins. Aber das ist ein anderes Thema…