Einführung von Enterprise 2.0 Tools

Andrew McAfee schreibt in seinem letzten Blogbeitrag „Enterprise 2.0 – the indian way“ über die Einführung von Enterprise 2.0 Tools bei Tata Consultancy Services (TCS), dem mit 140’000 Mitarbeitern grössten asiatischen IT- und Beratungsdienstleister mit Sitz in Mumbai (Indien). TCS nutzen Enterprise 2.0 Tools sehr erfolgreich zur weltweiten Beantwortung von Fragen der Mitabeiter.
Drei Punkte finde ich in diesem Blogpost spannend:

1. Reputation als Antrieb für Beteiligung
2. IT-Getriebenheit von Enterprise 2.0 Projekten
3. Wichtigkeit von Projektmarketing

1. Die Mitarbeiter von TCS beteiligen sich intensiv auf der Plattform und beantworten auch Fragen, die nicht ihr Fachgebiet betreffen, obwohl die Unterstützung anderer und die Beantwortung von Fragen nicht an das Kompensations- oder Beurteilungssystem geknüpft. Die Plattform ist jedoch so konzipiert, dass Mitarbeiter durch ihre Beiträge ihre Reputation erhöhen, da sie Punkte für Beiträge bekommen, sich die Mitarbeiter für die Hilfe bedanken und besonders gute Beiträge gekennzeichnet werden. Dies sind Hilfsmittel, wie sie auch zahlreich in Experten-Foren eingesetzt werden und nutzt wissenschaftliche Erkenntnisse, die zeigen, dass Reputation und positives Feedback ein starker Antrieb für solche Systeme sein können.

2. McAfee beurteilt die Rahmenbedingungen für Enterprise 2.0 Tools bei TCS besonders positiv, da die Mitarbeiter grösstenteils „digital natives“ sind, jung und mit einer hohen IT-Affinität ausgestattet. In IT-nahen Unternehmen oder IT-Abteilungen ist es aus diesen Gründen sicherlich einfacher, Enterprise 2.0 Tools einzuführen. Untersuchungen zeigen auch, dass die IT-Abteilungen deutlich häufiger solche Systeme benutzen und dadurch auch als Treiber und Multiplikator zum grossflächigen Roll-Out genutzt werden sollten. Dies ist allerdings kein Selbstläufer, dies zeigte sich auch bei TCS.

3. McAfee fragt am Ende seines Posts, ob es nicht möglich sei, solche Tools in jedem Unternehmen zu konzipieren, „Leaders“ zu finden, die es unterstützen und Live zu gehen. Die interessante Ergänzung oder auch die Antwort auf die Frage kommt in diesem Fall von Satyaprakash B, der im Kommentar beschreibt, wie TCS das System in der Beta-Phase in enger Abstimmung mit den Usern entwickelte und welche Anstrenungen sie auch in das Projektmarketing gesteckt haben:

„One of the critical steps that helped us achieve success is we adopted perpetual beta model for development of the platforms. Our teams were constantly monitoring the feedback, functionality requests ; ensuring that there was a quick closure and feeding it back to the system for people to see.
We also had a very good internal branding and communication exercise months before the launch of the platforms. This built crescendo and got the audience excited.“

Die Case Study von McAfee zeigt, welchen Nutzen Unternehmen mit solch „einfachen“ Lösungen generieren können und wie wichtig die Abstimmung mit den Benutzerbedürfnissen und die Vermarktung des Tools in der Einführungsphase ist.
Wie gehen Sie mit solchen Tools im Unternehmen um, in welcher Form können sich Ihre Mitarbeiter austauschen und einander unterstützen und welchen Weg haben Sie bei der Einführung gewählt? Wenn Sie Interesse haben, sich zu diesen und anderen Fragen auszutauschen, melden Sie sich zur Intranet Fachtagung am 19.Mai an. Wir freuen uns auf Sie!

Social Media Governance – Referat an der Social Media Marketing Konferenz

Das Thema Social Media ist offenbar auf dem Weg erwachsen zu werden. Ich spreche immer mehr zu den Themen „Social Media Governance“ und „Social Media Einsatz im HR / Employer Branding“.

An der Social Media Marketing Konferenz im Kongresshaus Zürich vom 24.3.2011 habe ich einen Überblick über Social Media Governance gegeben. Kurzes Referat. 30 Minuten.

Mehr Präsentationen von Ralph Hutter auf Slideshare.

Download der Präsentation:

Wir sind jetzt auch auf Facebook [pdf, 2,3 MB]

Social Media Guidelines als Zielvereinbarungsprozess

Richtlinien für den Umgang mit sozialen Medien gehören gegenwärtig zur „Sollten wir auch haben“-Liste, wenn es um digitale Kommunikation in Unternehmen geht. Das Thema betritt zunächst im Gewand des Bademeisters die Bühne der Unternehmenskommunikation. – Lichtblick für Mitarbeiter, die unter der Unübersichtlichkeit der Social-Media-Landschaft leiden und gerne in geordneten Bahnen schwimmen, notwendiges Übel für Freischwimmer, die sich mehr Effizienz, Freiheit und Flexibilität durch soziale Medien erhoffen. So wird die Entwicklung von Social Media Guidelines erst mal zum Pflichtprogramm für die zuständige Abteilung und die Mitarbeiter.

Bitte springen Sie nicht vom Beckenrand

Im besten Fall sorgt der Bademeister dafür, dass niemand ins kalte Wasser geschmissen wird, Fluchtwege offen gehalten, sowie Regeln für gutes Benehmen und das Verhalten in Unfallsituationen eingehalten werden. Er legt verbindlich fest, ob und wie während der Arbeitszeit oder auch in der vermeintlichen Privatsphäre sozialer Medien über das Unternehmen gesprochen werden kann.
Verhaltenssicherheit zu erhöhen ist das Mindeste, dass von einer Social Media Guideline erwartet werden kann, damit verbunden auch die Rechtssicherheit der Akteure im Unternehmen. Das Prüfen der eigenen Guidelines durch einen Anwalt und der Verweis auf die Rechtsverbindlichkeit bestimmter Absätze ist ein grundlegender Schritt damit eine Guideline überhaupt ernst genommen werden kann.

Besser schwimmen mit Social Media Guidelines

Wer Guidelines dabei lediglich als regulierendes Dokument begreift verpasst die Chance, Social Media Guidelines als kulturprägendes und strategie-unterstützendes Element im Unternehmen richtig zu positionieren. Die Aufgabe eines guten Bademeisters besteht auch darin, den Akteuren im Becken zu zeigen, wie sie ihre bzw. die Unternehmensziele besser erreichen. Ein guter Bademeister wirkt in diesem Sinn nicht nur sichernd sondern auch stilprägend und teambildend.
Die Möglichkeiten, die Social Media Guidelines für Unternehmen bieten werden erst dann ausgeschöpft, wenn sie als Ausdruck der Unternehmensziele und Bestandteil des strategischen Orchesters etabliert werden.

Social Media Guidelines als Teil der Unternehmensstrategie

Der leichteste Weg diesem Anspruch gerecht zu werden besteht darin, die Erstellung und den Umgang mit Social Media Guidelines als Vereinbarungsprozess gemeinsamer strategischer Ziele zu verstehen. Dabei gewinnen u.a. folgende Aspekte an Bedeutung:

  1. Die Gültigkeit von Richtlinien soll sich an der Gültigkeit der strategischen Ziele orientieren. (z.B. 3 Jahre; es ist unsinnig in Anbetracht des schnellen Wandels in der Medienlandschaft langfristiger zu planen)
  2. Richtlinien sollen bidirektional vertikale Prozesse beschreiben. (Unternehmensziele top-down, Mitarbeiterziele buttom-up, Aufgaben bei Reporting und Eskalation)
  3. Die Richtlinien sollen zeigen wie auf den unterschiedlichen Unternehmensebenen SMARTe Ziele erreicht werden können. (hinter jeder Guideline sollten messbare Ziele stehen, die Guideline ist auch Anleitung zum Erfolg)
  4. Die Richtlinien sollen die Interessen aller Unternehmensteile (horizontal) berücksichtigen und ausdrücklich benennen. (bspw. Unterschiedliche Positionen und Ziele für Leitung, ÖA, Marketing, Vertrieb, Support und Produktion )
  5. Die Richtlinien sollen Ziele und Nutzen benennen.

Diese Aspekte sind für konventionelle Zielvereinbarungsprozesse charakteristisch und genau so sollte auch die Erstellung von Social Media Guidelines verstanden werden. So werden Mitarbeiter nicht nur dazu angeleitet die Sprache des Unternehmens zu sprechen sondern auch motiviert an der Weiterentwicklung des Unternehmens teilzuhaben.

Sika Kampagne im Marketing Jahrbuch 2011

Schön, wenn man es mal an einem Stück sieht:
Die Jubiläums-Kampagne der Sika AG: Crossmedia meets Social Media. Wir freuen uns über den grossen Erfolg! Vielen Dank auch an die Sika für ein tolles Projekt, das hat wirklich Freude gemacht. Toll ist auch, dass die Sika den Mut hat, den Dialog mit Ihren zukünftigen Stakeholdern über das Jubiläumsjahr hinaus weiterzuführen.

Was will man mehr?

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Wir freuen uns darauf, die Kampagne weiterzuführen!

Zur Kampagnensite

Zur Projektbeschreibung

zur Sika Schweiz

Die Firmenpersönlichkeit im Wiki

Bei meiner Arbeit mit den Multimediaproducer Studenten an der HTW Chur haben wir die Mechanismen der Kommunikaton mit Social Media besprochen und dass der Lehrling heute durchaus als Mediensprecher agiert. Doch immer wieder fragen m/sich die Leute:

1 Wie gelingt eine konsistente Kommunikation nach aussen?
2 Wie kann ein Corporate Communication Mangager damit umgehen?

Für meinen Unterricht morgen forschte ich also in meiner eigenen Praxis: Eine Firma, ob Startup oder Traditionsbetrieb hat eine Persönlichkeit. Damit meine ich nicht Corporate Identity oder Behaviour. Das ist nicht so meine Welt. Ich glaube, dass diese Persönlichkeit eine Summe ist, aus den Persönlichkeiten der Mitarbeiter. Ich kann aber nicht einfach extrovertierte, besonnene, clevere, erfahrene, studierte, herzliche und kühle Charaktere addieren, sondern, den Teil, den die Leute jeweils daraus beitragen, z.B.

Arbeitsleistung
Erfahrung
Auftreten
Lachen
Gesundheit
Lebenserfahrung
Fehler
Talente
Netzwerkfähigkeit
Freundschaft

Dass die Grenze zwischen privat und geschäftlich heute durchlässiger wird, hab ich oft beobachtet, aber jeder entscheidet selbst, wieviel und was er von sich in die Firma einbringt.

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Foto von: Eva Reinstadler

In kleinen Firmen ist diese Summe aller persönlichen Beiträge leicht spür- und nutzbar. Und in grossen Unternehmen? In einem Vortrag „Dialog schafft Wissen“ von Bernd fand ich die Intranet-Generationen und mir wurde klar, dass ich in meinem Beruf als Kommunikator nie so viele Inhalte und Mit-Kommunizierer hatte wie heute. Und das liegt nicht etwa an unseren Blogs oder Twitter, sondern daran, dass die Firmenpersönlichkeit abgebildet ist. In unserem internen Wiki.

Anfangs war für mich das Wiki nur ein weiteres Intranet, schön, dass alle gleichberechtigt beitragen durften. Heute ist es DAS Social Media
Instrument in der Kommunikationsarbeit
. Denn hier finde nicht nur ich brandaktuell, wenn es was nach aussen zu berichten gibt, sondern alle anderen Mitarbeiter auch. Wir erkennen Wissensträger und mögliche Artikel-Autoren oder Leute, die ich zum Bloggen inspirieren mag. Umfrageergebnisse, Erfahrungen und Meinungen sind dokumentiert, aktualisiert und bleiben auffindbar.

Mitarbeiter werden beim Kunde, zu Hause, in Facebook und weiss ich wo mit Unternehmensthemen konfrontiert. Sie kennen die Situation sehr genau
oder können sie jederzeit und -orts nachlesen. Sie erlangen nebenbei die neue Medienkompetenz (dazu schreib ich in Kürze mehr) und sind gewöhnt, Beiträge zu posten.

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Wenn ein interner Beitrag von jemand anderem auch extern gepostet wird, wird die Quelle des Wissens (der Autor) ohnehin öffentlich. Gut, denn keinesfalls möchte ich nur allein PR machen. Ich möchte Starthilfe geben, immer wieder motivieren und mit vielen anderen für eine gute Firmenpersönlichkeit sorgen.

Mein Alltag ist heute etwa

30% zuhören intern und extern
30% moderieren, antworten, zum Kommunizieren motivieren
30% Themen finden, setzen, senden, platzieren und den Dialog einleiten
(10% Denk ich glaub nach und geh mit Bloggern oder Journis Teetrinken ;)

Würde ich die 90% nur extern tun, würde ich ohne die Firmenpersönlichkeit (Authentizität) kommunizieren. Und die finde ich im internen Wiki, auf externen Social Media Plattformen und natürlich bei persönlichen Kontakten. Frage 1 und 2 haben sich also für mich erledigt.

Wenn Euch das Handout für die Studenten interessiert. Da ist auch eine kleine Anleitung für ein Mediawiki drin. (Danke Ralph für Deine Unterstützung dazu) Bei Namics haben wir ein Confluence. Danke Leila für Deine Präsi zu Migipedia, ein öffentliches Wiki.

Facebook killed the Blogger Star

Seit der Erfolgswelle von Facebook, Twitter und Co. sinken die Aktivitäten auf den Blogs. Weniger Beiträge, weniger Kommentare – Führt der Social Media Trend zum Aussterben der Blogs?

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Lomo Portrait – „Felix in Facebook“

Facebook gibt Vollgas. In der jüngeren Vergangenheit hat Facebook Web 2.0 Konzepte kopiert, die gute Akzeptanz gefunden haben. Von Twitter stammt die Idee mit den Status Updates, von Gowalla und Foursquare die Idee zu Plazes, den Geolocation Updates. Wird es diese Dienste früher oder später verdrängen? Wir werden es sehen.

Trend – Direkt publizieren von unterwegs
Fakt ist, dass den Bloggern eine Flut von neuen niederschwelligen Instrumenten und Plattformen zur Verfügung stehen, um Inhalte, Gedanken, Fotos, Videos und Links zu veröffentlichen. Die zunehmende Miniaturisierung von HD Foto- und Videokameras, die erstmals einigermassen akzeptablen Datenkosten für Mobiltelefone und die wachsende App-Welt machen die Handys zu mobilen Produktionsstudios. Viele Inhalte können bereits von unterwegs erstellt und publiziert werden und benötigen keinen Umweg über den PC zu Hause. Das Blog ist nicht länger die Plattform Nummer eins. Ein kurzer Gedanke, ein Youtube Video, ein spannender Artikel waren bis vor kurzem noch einen Blogpost wert. Heute bieten sich andere Plattformen an, Kleinstinhalte schneller und effizienter zu veröffentlichen und zu teilen.

Die Qual der Wahl
Wo soll ich nur meine Inhalte veröffentlichen oder sogar gleichzeitig auf verschiedenen Plattformen wie Facebook, Twitter, Tumblr, Flickr, Youtube, Foursquare? Jeder entwickelt so seine eigene Strategie, welche Plattformen er zu welchem Zweck einsetzt; von den banalen Status Updates über die nervigen Checkins bis hin zum elaborierten Fachartikel. Für den ambitionierten Blogger und Social Median stellt sich nun eher das Problem, wie alle diese Aktivitäten wieder gebündelt und überschaubar dargestellt werden können. Und da bieten sich das Blog und Facebook wieder sehr gut an.

User Generated Content hebt ab
Wir reden schon einige Jahre über Web 2.0 und User Generated Content. Aber richtig in Fahrt kommt das Thema erst dank Facebook, iPhone bzw. Digitalkameras in den Handys. Es sind nicht nur mehr die Blogger, die Inhalte produzieren sondern auch viele Privatpersonen, die sich eigentlich gar nicht bewusst sind, dass sie Teil der Medien werden und dass sie Inhalte „produzieren“. Schon ein Status Update ist Content. Vor allem aber Digitalfotos, Videos und nicht zuletzt eine Link Empfehlung ist ein Beitrag für die (Teil-) Öffentlichkeit. Privatpersonen werden zu Inhaltsproduzenten für ihre Freunde und Leser, die nun selbst entscheiden, ob sie Inhalte auf den Online Newsplattformen, Papier oder eben aus ihrem Freundesnetzwerk lesen.

Die Medien entdecken die Blogs und Social Media

Aber auch die Medien entdecken Blogs und User Generated Content und haben diesen zu einem integralen Bestandteil der Online Plattformen werden lassen. Die NZZ hat einige Blogs integriert. So gut, dass man fast nicht mehr merkt, dass es sich um Blogs handelt. Der Tagi hat mit dem Mammablog oder Sweethome erfolgreich zwei schöne Themenblogs lanciert und belässt diese in blogtypischer Form.

Andererseits nutzen die Verlagshäuser Social Media, Blogs und Twitter bewusst als Echtzeitquellen (auch wenn sie es mit der Nennung der Quellen nicht immer ganz so genau nehmen). Ein weiteres Phänomen: Es vergeht kaum eine Woche ohne Beiträge von „Leserreportern“, die Zeugen von Unfällen oder Demonstrationen werden und umgehend Bilder oder Videos an die Redaktionen übermitteln. Der Leserreporter ist offenbar salonfähig geworden.

Mit einer gewissen Genugtuung stelle ich fest, dass sich die Diskussion „Blogger vs. Journalisten“ weitgehend erledigt hat. Schlussendlich zählen der Inhalt, die Relevanz, die Aktualität und natürlich die Qualität unabhängig davon, ob der Inhalt von einem Journalisten, einem Blogger oder einem Twitternutzer stammt. Ein weiterer Beweis: Blogger landen vermehrt auf den PR Verteilern und werden gleichberechtigt und gleichzeitig mit Journalisten mit Informationen versorgt und zu Presseevents eingeladen.

Weniger ist mehr
Es ist nicht nur gefühlt. Die Anzahl aktiver Blogs und die Publikationsfrequenz nehmen ab. Nur glaube ich nicht, dass es sich dabei um Blogsterben in Raten handelt, sondern um eine qualitative Konsolidierung. Die Blogs die bestehen bleiben, haben oftmals eine Nische besetzt, die nicht mehr von den Medienhäusern abgedeckt wird oder eine ausserordentlich hohe Fachkompetenz auf einem bestimmten Thema.

Für diese Blogs sind die sozialen Netzwerke und neuen Plattformen denn auch weniger eine Gefahr, sondern effektive Marketinginstrumente. Das Einbinden von Videos, Facebook Buttons, Flickr Slideshows, e-Papers oder Slideshare-Präsentationen machen Blogposts attraktiver, multimedialer und sind gleichzeitig Multiplikatoren. Das gezielte Publizieren der Blogposts auf Facebook und Twitter erhöht die Reichweite, die Leserzahlen und viel wichtiger noch: es ermöglicht den Dialog mit Lesern, die sonst nicht unbedingt Blogs lesen würden. Also wäre der passende Titel eher „Facebook enables the Blogger Star“ gewesen…

Diesen Beitrag habe ich für die aktuelle Ausgabe des WordPress Magazins geschrieben als schriftliche Ergänzung zum meinem Vortrag am Blogcamp Switzerland.

Vortrag am Blogcamp Switzerland

Vortrag am Finance Forum: Trends im Web, Chancen und Risiken für eine Bank

Pascal Dürr, Leiter Distribution bei Raiffeisen Schweiz, und ich haben am Finance Forum gemeinsam einen Vortrag zu Basis-Trends im Internet gehalten, welche unseres Erachtens auch relevante Auswirkungen auf die Banking-Branche haben. Hier die Zusammenfassung in Textform und unten die Präsentation:

Der zukünftige Bankkunde…

  • informiert sich online
  • vertraut eher seinen Freunden als dem Bankberater
  • braucht die Filiale selten bis gar nicht
  • verbringt 95% seiner Kontaktzeit zur Bank „online“
  • hat eigenes Finanzwissen
  • Will jederzeit und überall Zugriff auf die wichtigsten Bank-Services haben

Trend 1: Social Media
Das Internet wird sozial, resp. viele Personen sind inzwischen auf der einen oder anderen Social Networking Plattform, wie z.B. Facebook, XING oder Twitter vernetzt und tauschen sich dort auch rege aus. Der Informationsfluss zwischen den Bankkunden wird dadurch beschleunigt und die publizierten Informationen werden über Suchmaschinen im Zusammenhang mit der Marke auffindbar. Dieser neuen Direktheit resp. Transparenz sollte man als Bank Rechnung tragen. Wir schlagen dazu folgende konkreten Massnahmen vor:

  • Online Kommunikation im Sinne eines Online-Dialogs zwischen der Bank und den Kunden in der Organisation verankern
  • Aufbau eines Online Reputation Monitorings
  • Erstellung von „Social Media Guidelines“ für die eigenen Mitarbeiter

Trend 2: Self Service
Der Trend zum „Self Service“ im Internet hält an. Es gibt immer mehr „Online Beratungs Applikationen“, wie z.B. Hypothekenrechner, Pensionsrechner, Vergleichsrechner, etc., und natürlich auch das etablierte klassische Online Banking.
Diese „Online Services“ werden laufend umfangreicher und lassen sich immer einfacher bedienen. Das führt dazu, dass die Kontaktzeit zwischen Bank und Kunde sich mehr und mehr vom realen Beratungsgespräch hin zum „Online-Kontakt“ verschiebt.
Zusätzlich hat das zur Folge, dass wenn dann doch einmal ein persönliches Beratungsgespräch stattfindet, der Kunde meist schon sehr gut informiert ist, was die Sache für die Berater natürlich nicht einfacher macht.
Eine weitere zu beobachtende Entwicklung sind neue Firmen, welche sich auf den Banking-Service-Bereich fokussieren. Sie versuchen, Banking-Services von verschiedenen Banken in einer standardisierten Form anzubieten und so eine Banking-Metaebene zu generieren. Zu nennen wären hier als Beispiele mint.com (Budgetplanung) oder Paypal.com (Zahlungsverkehr). Sollten sich solche Plattformen in Zukunft durchsetzen, wäre der direkte Online-Kontakt zwischen Bank und Kunde stark gefährdet, resp. der Kunde würde dann nur noch diese „Umbrella-Services“ nutzen, und nicht mehr auf „seiner“ Bankenplattform arbeiten. Das hätte zur Folge, dass die Banken mehr und mehr im Hintergrund agieren würden, und die Aussenwahrnehmung stark reduziert würde.
Im Zahlungsverkehr bei Online-Shops ist es heute schon so, dass die klassischen Banken keine direkte Rolle spielen und das Feld den Kreditkartenunternehmen und Paypal überlassen.
Um den Trend „Self Service“ stärker Rechnung zu tragen schlagen wir folgende konkreten Massnahmen vor:

  • Laufender Ausbau der Online Beratung (Applikationen, Kontaktmöglichkeiten)
  • Erweiterung des eBankings um Online Beratungs-Services
  • Verfolgung der Vision einer „Online Bank“ mit welcher man 95% der Kundenbedürfnisse online abdecken kann.

Trend 3: Mobile
Internet-taugliche Smartphones sind seit der Lancierung des iPhones anno 2007 state-of-the-Art und immer weiter verbreitet. Damit hat auch die Erwartungshaltung der Kunden in Bezug auf die mobil angebotenen Services zugenommen – natürlich auch im Banking Sektor. Es stellt sich die Frage, ob es in Zukunft „Mobile Banking“ braucht oder ob es nur ein Hype ist. Wir sind der Meinung, dass Banking definitiv mobil wird und die Kunden in Zukunft erwarten, auch unterwegs Saldi abfragen zu können oder Transaktionen zu tätigen. Jederzeit und überall.
Um diesem Trend stärker Rechnung zu tragen, schlagen wir folgende konkreten Massnahmen vor:

  1. eBanking für mobile Browser optimieren (kleine Bildschirmauflösungen, wenig neue Security-Issues)
  2. Native Mobile Banking Applikationen entwickeln (iPhone, Android, etc.)
  3. Zusätzliche Mobile-Services anbieten (z.B.: Budget-Planning inkl. Synchronisation zu eBanking)
  4. Mobile Zahlungsverkehr à la Paypal mit einheitlichem CH-Standard.

Hier die Präsentation dazu:

Intranet Summit 2010 – Change Management und Social Media

Vom 05. bis 07. Oktober fand in Zürich das Swiss Intranet Summit statt. Michael Pertek und ich durften in diesem Rahmen eine Workshop Moderation zum Thema Change Management und Social Media übernehmen.
In den einzelnen Workshops haben zwischen 10 bis 15 Personen teilgenommen – die Zeit von 30 bis 45 Minuten wurde deshalb gut gebraucht. Die Diskussionen zum Soll-Zustand einer funktionierenden und Social Media integrierenden Organisation und den notwendigen Massnahmen waren sehr spannend und ergiebig, da viele Teilnehmer bereits eigene Erfahrungen mit Social Media im Unternehmen gemacht haben. Die folgenden vier Punkte nehme ich mit:

  1. Strategie: Die Einführung von Social Media muss im Unternehmen die Strategie unterstützen, definiert diese aber nicht. Der Nutzen aus der Einführung muss für die Organisation durch Zielvorgaben definiert sein.
  2. Struktur: Der Einfluss von Social Media auf die bestehende Strukturen wurde divers diskutiert. Social Media wird im Allgemeinen als Instrument gesehen, die Strukturübergreifende Zusammenarbeit durch eine Kompetenzzentrierung zu stärken.
  3. Kultur: Das erfolgreiche Nutzen von Social Media erfordert eine passende Kultur. Als eine Massnahme wurde beispielsweise ein Bonussystem für die Teilnahme der Mitarbeiter besprochen. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass eine Nicht-Teilnahme nicht zu einer direkten Benachteiligung / zu einem Ausschluss führt.
  4. Mitarbeiter: Die Anwendung und Verwendung von Social Media will gelernt sein. Durch Schulungen und den gezielten Einsatz von Promotoren kann die Qualität und der Nutzenbezug verbessert werden.

Die obenstehenden Punkte sind nur ein kleiner Auszug aus den spannenden Diskussionen. Ich möchte mich bei allen Beteiligten sowie beim Veranstalter nochmals herzlich bedanken.

Der Social Media Starter – der keinesfalls Guideline sein wollte

Jürg hat ja ausgiebig über unsere ethischen Grundsätze gebloggt. Diese brauchen eine Kultur, die im Wesentlichen Selbstverantwortung und eine Art Demokratie voraussetzt. Und genau deshalb war es nicht ganz einfach, unseren Way of Social Media in Guidelines zu giessen. „Guidelines? Das Wort regelt zu viel und beschneidet die Individualität.“ das war schnell klar.

Ein internes Brainstorming, wie wir nun das Ganze nennen sollen, brachte unter anderem diese Bezeichnungen hervor:

Social Media Art
Social Media Indicator
Social Media Mediator
Social Media Starter

Starter, das ist es. Denn der Inhalt soll keinesfalls einschränken, vielmehr motivieren, mit eigenen Beiträgen mit/in Social Media zu starten. Schön, wenn sich andere Corporate Communications Kollegen in die Karten sehen lassen. Das inspiriert. Herzlichen Dank dem BVDW , Daimler und Marcel Bernet für Eure Leitfaden-Einblicke.

Hier ist im Gegenzug also unser Ergebnis, Dankeschön auch Jürg für Deine super Unterstützung.

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Social Media Starter – der keine Guideline ist

Namics pflegt einen offenen, ehrlichen und partnerschaftlichen Dialog sowie eine Lern- und Teilkultur. Intern zwischen Mitarbeitern wie auch ausserhalb von Namics. Der vorliegende Social Media Starter soll dafür eine Hilfestellung bieten.

1. Zeige Identität
Beiträge und Kommentare erfolgen immer unter Angabe Deines Namens und wenn ein Zusammenhang mit Deiner Arbeit bei uns besteht, mit der Nennung von Namics als Arbeitgeber. Absender bist immer Du als Person.

2. Übernehme Verantwortung
Formuliere Inhalte in der Ich-Form und vertrete Deine persönliche Meinung. Verantwortung übernehmen heisst auch, Kritik gelten zu lassen, Fehler zuzugeben, ehrlich zu sein und keine gemachten Aussagen zu löschen (aber diese bei Bedarf zu kommentieren / zu ergänzen).

3. Nennung der Quellen
Lege Deine Quellen offen, verlinke diese aktiv und nenne den Absender immer auch im Kontext. Auch, wenn es sich dabei um einen Konkurrenten handelt. Social Media lebt von Verlinkung und Vernetzung.

4. Wert für Leser schaffen
Inhalte sind für Leser geschrieben und sollen diese weiterbringen, inspirieren oder auch amüsieren. Stifte Mehrwert und verzichte auf Selbstdarstellung! Erfolgreich sind originäre Inhalte, persönliche Meinungen und Verweise auf „Perlen“. Davon leben besonders unsere Blogs.

5. Suche den Dialog
Zeige in Deinen Blog-Beiträgen Interesse an Dialog und antworte auf Kommentare, Verlinkung und Nennungen zeitnah, höflich und konstruktiv. Sei aktiver Kommentator, wo über Dich eine Deine Themen geschrieben wird.

6. Höflichkeit und Respekt

Sprich respektvoll über andere Marktteilnehmer und versuche nicht, deren Schwächen auszunutzen. Auch wenn jemand Kritik übt, lasse Dich nicht aus der Ruhe bringen und bliebt sachlich.

7. Vertraulichkeit und Gesetz
Halte Dich zu jeder Zeit an geltendes Recht. Dies insb. im Bezug auf Urheberrechte und Betriebsgeheimnisse. Information über Kundenarbeit, die nicht bereits öffentlich bekannt ist, bedarf immer der ausdrücklichen Zustimmung des Kunden. So auch die Tatsache, dass wir für einen Kunden arbeiten.

Ergänzende Gedanken und Tipps

Jeder wird von Aussenstehenden immer auch für seinen Beruf und als Mitarbeiter einer Firma wahrgenommen. Veröffentliche nur, was Du auch einer flüchtigen Bekanntschaft erzählen würdest und stell Dir vor, es steht morgen in der Zeitung.

Sei Dir bewusst, dass alles Publizierte auch nach Jahren noch auffindbar ist, von Freunden, Arbeitgebern, Kollegen, Partnern, Kunden, potenziellen Kunden, Bloggern, Journalisten gleichermassen.

Bevor Du einen neuen Namics-Accounts anlegst, besprich Dich bitte vorerst mit MarKom. Wir möchten mit lebendigen Accounts am Markt auftreten.

Nutzt Du Slideshare? Biete für Handouts (von Deinem Referat zum Beispiel) zusätzlich auf einer Namics-Plattform einen Download als pdf ohne Login an.

So das wars, jetzt haben wir auch so ein, ähm Dings (nicht Guideline bitte ;) nachdem @Leumund schon vor Wochen mal gefragt hat.

Burda will zurück in die Vergangenheit

Auf dem Titel der aktuellen Horizont (Ausg 36, 09.September 2010) schaut uns ein grimmiger Burda-Vorstand Philipp Welte an und kündigt im Interview auf Seite 14 rigorose Kürzungen im Online Geschäft an.

„Es macht wenig Sinn, jedes Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag in Online-Angebote zu investieren, die auf absehbare Zeit keine Rendite erwirtschaften.“

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In der Konsequenz will man bei Burda nicht etwa über sinn- und renditeträchtige „Angebote“ nachdenken, sondern lieber den Kanal dichtmachen und sich auf good old Print fokussieren, sinkenden Auflagen und Anzeigenumsätzen zum Trotz. Welte räumt zwar selbst ein, dass den Publikumszeitschriften in den vergangenen Jahren über eine Milliarde Euro Werbevolumen verloren haben, der sicherlich nicht wiederkommt. Aber er glaubt, dass das nun der Boden erreicht sei. Schuld ist also der Kanal (und nicht etwa das fehlende Konzept).

Welte glaubt nicht an Online. „Wir haben lange Zeit geglaubt, dass man journalistische Inhalte über Onlinewerbung refinanzieren könnte.“ Und wenn wir schon dabei sind: Online-Werbung ist auch doof:

„Die Realität beweist, dass klassische Werbung im Netz weder sonderlich verkaufsfördernd noch wirklich markenbildend wirkt.“

Die Print-Anzeige, auf die ich klicken und etwas kaufen kann hätt ich gern gesehen! Und die Markenbildung ist so gut wie die Werbung eben ist, den Ball kann man getrost an die Kreativ-Agenturen zurückgeben.

Aber wenigstens ist Online-Werbung messbar.
Denn immerhin kann (ganz im Gegensatz zu Print, wo Verbreitung, Reichweite und tatsächliche Leser höchstens geschätzt werden können) messbar gezählt werden, wieviele User eine Anzeige tatsächlich gesehen und darauf reagiert haben.

Oder wissen Sie, wie viele Leser die Anzeige auf Seite 36 tatsächlich gesehen haben? Bei mir landet jedenfalls mangels Zeit ein grosser Teil der Zeitung und der Magazine (leider) ungelesen im Eimer

Auf der Gegenseite des Interviews meint Horizont übrigens zum Thema Digitales Marketing, dass sich der „Switch der Etats ins Digitale“ fortsetzen wird, die Ausgabe hat auch einen extra-Teil „Online-Marketing“.

Zukunft: Crossmedia
Sowohl Kommunikation als auch Medien müssten doch in Zukunft eher mehr ineinander greifen als sich voneinander abgrenzen. Wieso ist bei einem Magazin am Ende des Artikels bzw des Covers schon Schluss? War das schon alles? Haben die Redkationen ihren Lesern nicht mehr mitzuteilen? Sind sie nicht am Dialog interessiert?

Offensichtlich fehlt schlicht ein Konzept, wie ein Magazin Online funktionieren kann. Zugegeben, keine leichte Aufgabe, aber sicherlich eine lohnende! Gute Beispiele und erste gute Ideen gibt es Gott sei Dank genug. Es bleibt spannend!

Ach ja: Der Widerspruch ist ein paar Menschen aufgefallen ;-)
Horizont: Top-Entscheider geben Contra
Warum Philip Welte Recht hat und trotzdem daneben liegt