Wieso Geschichten Umsatz machen.

Storytelling, Teil I

Schon seit längerer Zeit sind insbesondere große Unternehmen daran, ihre digitalen Inhalte und deren strategische Strukturierung aufzuwerten und zu professionalisieren. Häufig wird als kommunikativer Rahmen der Ansatz des „Storytelling“ genutzt, jedoch oft zu kurz gedacht.

Gut erzählte Geschichten evozieren Emotionen, schaffen Imaginierungen und wecken Neugierde beim Zuhörer/Leser. Sofern diese Geschichten zum Nachdenken anregen (also eine tiefere neuronale Verarbeitung initiieren), kommen analog zur klassischen Wissenaufnahme neuronale Prozesse in Gang. Die Geschichten werden für Nutzer in zwei Dimensionen mental verfügbar:

  • Wiedererkennung von Informationssequenzen
  • Wiedergabefähigkeit von Informationen

Entscheidend über den Effekt der Aufnahme ist die Struktur der Geschichte: sie muss schnell aufnehmbar sein und jegliches überflüssige Detail aussparen, da sonst von Kindern bekannte Konsequenzen auftreten: werden Kinder mit überflüssiger Information bombardiert, kommt es häufig zu desinteressierten bis aggressiven Reaktionen. Ist die Information jedoch leicht verdaulich, so danken Ihnen dies Ihre Kunden, indem sie diese als wahr und wichtig ansehen. Das, was Kunden nicht verstehen, kann für sie nicht wichtig sein- es wird einfach ausgeblendet und nicht aufgenommen.

Die Verpackung zentraler Informationen in Geschichten schafft Kontext beim Empfänger, was die Verständlichkeit der Botschaft erhöht. Verständlichkeit wiederum ist notwendig, um motivationale Kaufhürden zu überwinden- niemand kauft, ohne zu verstehen.

Ganz einfach lässt sich dies testen, wenn Sie eine fremdprachige Shopseite öffnen. Würden Sie kaufen, wenn sie kein Wort des Produkttextes verstehen?

Insofern Geschichten dabei helfen, Identifikation und Motivation der Nutzer zu steigern, ist die Methodik des Storytelling spannend für eine Vielzahl von marktoperierenden Unternehmen.

Im folgenden zweiten Teil der Serie wird das mentale Verfügbarkeitsset beleuchtet.

Real. Social. Digital. – Neue Bausteine zur Verbindung digitaler & realer Einkaufswelten.

Werner Spengler und ich, Patrick Schneider, hatten Anfang Mai das Vergnügen auf der IA Konferenz 2012 in Essen einen Vortrag über das Zusammenwachsen der realen mit der digitalen Verkaufsstrategien anhand des Beispiels adidas NEO zu halten.
Das allgemeine Thema der Konferenz war „Content Strategy“, das konkrete Thema unseres Vortrags „Real. Social. Digital. – Neue Bausteine zur Verbindung digitaler und realer Einkaufswelten.

Klassische Handelsunternehmen finden immer stärker den Weg ins Web und in den eCommerce wie z.B. Saturn/Mediamarkt. Aber auch Pure-Player aus dem Internet gründen im Gegenzug Ladenlokale in den Innenstädten wie z.B. der Popup-Store von Zalando in Berlin.
Themen wie Mobile und Always-On bedingen, dass unseren Kunden das erfolgreiche Zusammenspiel aller Kanäle als integriertes Multichannel-Konzept immer stärker unter den Nägeln brennt. Reale Welt mit Ladenlokal und virtuelle Welt mit eCommerce wachsen zusammen.

Mit dem Label NEO von adidas geht nun 2012 ein Konzept live, das erneut den Versuch wagt, die realen Verkaufswelten mit digitaler Kommunikation zu verbinden. Neu dabei ist allerdings, dass Social Media der Kitt zum Kleben sein soll.
Hier treffen also gleich mehrere Disziplinen der Gestaltung und Konzeption aufeinander, weshalb es für uns auch so spannend ist, uns mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Aber solche Konzepte gab es bereits schon einmal Ende der 90er:
Bspw. den (von Werner konzeptionierten) Lufthansa Heaven’s Store.
Das seitdem im Ladenbau hinsichtlich neuer Medien wenig passiert ist, kann man an diesem Projekt gut erkennen. Auch hier wurden bereits viele Dinge angedacht und konzeptioniert um die reale und die digitale Welt zu verbinden.
Konzeption wurde der Laden für den Verkauf von Merchandisingprodukten an internationalen Flughäfen. Es gab damals schon eine reale und eine digitaler Einkaufswelt mit Shop.
Der Laden war nach allen Erkenntnissen von Konsum und Verhaltensforschung ausgelegt: kognitive Maps, Farben, Geruchswelten, Licht und Soundsteuerung, Sennheiser Beschallung mit Bewegungssensoren. Spannendster Aspekt war die komplett umbaubare Innenansicht über Bildschirme und Steuerung. Der Prototyp steht heute noch bei der LSG und kann besichtigt werden.
Grundsätzlich eine tolle Idee, die mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde, aber leider sich damals nicht durchsetzten konnte.

War die Welt damals noch nicht so weit? Und warum ist sie es jetzt?

Erst jetzt durch durch User Generated Content und die direkte Einbindung der kundeneigenen Netzwerke entstehen Konzepte die reale Einkaufswelten nachhaltig prägen werden.
Wir haben durch das Internet und die sozialen Medien eine neue Kommunikatiosebene erreicht. Mit “Always on”, Smartphones und Social Networks ist eine neue Kommunikationsform etabliert, die mit der reale Welt  direkt interagiert.

adidas NEO versucht nun also mit einem Konzept zur Verbindung der digitalen und der virtuellen Welt erneut dieses Zusammenspiel gewinnbringend zu nutzen.
Die Ladenlokale sollen zukünftig nicht nur Laden sein, sie sollen zu einem Treffpunkt für Jugendliche werden und zum Bleiben anregen.
Die einzelnen Präsentationsflächen im Laden selbst lassen sich innerhalb weniger Minuten umbauen und regen die Kunden daher immer wieder zum “Mal reinschauen” an.
Extra große Kabinen für private Modenschau zu zweit (oder zu dritt) werden geboten.
Es gibt im Ladenlokal sogar eine kleine Bühne, auf der u.a. lokale Bands auftreten sollen, die aber alternativ auch als “Chill-Zone” für die Kunden genutzt werden können.
Neu ist: Die Kunden sollen nicht schnell kaufen, sie sollen verweilen, sich wohl fühlen.

Über den Wohlfühl- und Lifestyle-Faktor hinaus wird es in dem Laden digital:
Es existieren berührungsempfindliche Bildschirme zur Steuerung der Musik im adidas-NEO-Store durch den Kunden.
Die Beleuchtung lässt sich durch den Kunden per SMS mit den Begriffen „Blue“, „Red“ oder „Green“ steuern.
Aber das besondere ist: Das Konzept holt die Zielgruppe dort ab, wo Sie ist. Online! Es gibt in dem Laden daher noch etwas Besonderes, dass den Joy of Use im Ladenlokal anregt: Einen interaktiven Spiegel.
NEO nennt das Konzept den Social Mirror. Es handelt sich dabei um einen interaktiven Spiegel, über den sich das Konterfei des Betrachters inklusive Outfit bei Facebook und Twitter hochladen lässt. Freunde und Bekannte können somit  das neue Outfit gleich ausführlich bewerten und kommentieren. Direkt im Laden kann damit eine “Diskussion” über das gewählte Outfit mit der ganzen persönlichen Community des jeweiligen Kunden starten…

Es gibt auch noch ein paar Besonderheiten im Hintergrund der Läden, die dem Kunden nicht direkt auffallen, die aber nicht weniger interessant sind:
adidas markiert konsequent jegliches Kleidungsstück mit RFID-Funkchips, die über mehrere Meter hinweg von Geräten ausgelesen werden können. Mit diesen Chips ist etwa eine Ladeninventur in wenigen Minuten möglich. Es können damit aber auch neue Trends erkannt werden, da Sensoren erfassen sollen, welche Kleidungsstücke in den Umkleidekabinen kombiniert werden. Somit lassen sich weitreichende Auswertungen generieren und Informationen über die Zielgruppe und deren Verhalten sammeln.
Die Kommunikation innerhalb der einzelnen Läden erfolgt stilecht ebenfalls via Twitter und eine eigene iPhone-App. für Angestellte.

Was heißt das jetzt für die Zukunft?

Das alte Modell nach dem Commerce-Projekte konzeptioniert wurden kannte zwei Bereiche:

  • Der Kunde ist zu Hause und eventuell online.
  • Oder er ist im Laden und offline.

Wenn er zu Hause ist, hat er sein Netzwek und seine interaktiven Möglichkeiten. Wenn er sich im Ladenlokal befindet, hat er all das nicht.

In der Zukunft und auch heute schon ist das aber nicht mehr der Fall. Die reale Welt im Ladenlokal verschmilzt mit der Welt des Kunden. Das soziale Netzwerk wird mobil und ist nicht mehr gebunden an einen Raum.

Wenn sich die Verkaufsräume bis dato nur mit leichten Überschneidungen angenähert haben gab es jetzt einen Wechsel von online-, mobile-, Nearfield-Commerce zu Infield-Commerce. Die mögliche Deckungsgleichheit von realem Ladenlokal und dem virtuellen Kaufen des Kunden ist erreicht.

Und genau hier befinden wir uns an dem entscheidenden Punkt und kommen zurück zum Social Mirror:
Der Spiegel zahlt auf beide Welten ein. Er ist das zentrale Element was die beiden unterschiedlichen Welten (real und virtuell) jetzt zu einer einzigen verwebt!

Das bedeutet:
Es entsteht plötzlich eine klassische Win-Win-Situation. Der Kunde gewinnt durch die Mitnahme seiner gesamten Community in das Ladenlokal, der Laden gewinnt weil er seine Reichweite in der “ubiquen” Welt auf bisher ungeahnte Weise erhöht.

Darüber hinaus zahlen auf diesen Effekt auf Kundenseite Dinge ein, wie z.B.

  • Joy of use
  • Zusammen Spaß haben
  • Gemeinschaftsshopping
  • etc.

Letztendlich führt das dazu, dass Kunden sich im Laden “zuhause fühlen”. NEO wird zum Spielort einer Inszenierung. NEO ersetzt den Home-Bereich und wird ein Stück Heimat.

Welche Ableitungen kann man daraus nun ziehen?

  1. Content kann aus einer neuen Sicht betrachtet werden.
    Die Entstehung von Content wird entscheidender. Die Kombination aus erlebbarem Produkt und Social Media als Kommunikationsinstrument erhöht die Wertigkeit des Contents. Das Involvement des Kunden und dessen Bindung entscheidet über die Masse des Contents.
  2. Konzepte müssen am Kunden und nicht am Kanal ausgerichtet sein.
    User Stories sind wichtiger denn je.
  3. Infield Commerce braucht eine verzahnte Zusammenarbeit über Kanäle hinweg.
  4. Es ist fragwürdig eine Konzeption nur aus Sicht eines Kanales zu erstellen!

Social Business auf der JiveLive Tour

Foto von der JiveLive Tour.

Gestern nahm ich an der JiveLive Tour in Frankfurt am Main teil. Das Thema war Social Business und wurde vorgestellt mit Erfahrungsberichten von Jive Kunden sowie einer Live Demo des Produkts. Darüber hinaus bot die Veranstaltung eine gute Möglichkeit, Kontakte … Weiterlesen

Drei Tage re:publica Act!on in Berlin

Die re:publica ist die größte Konferenz Deutschlands über Blogs, Social Media und die digitale Gesellschaft. Zum sechsten Mal fand sie dieses Jahr vom 2. bis 4. Mai in Berlin statt. Für mich ist es die dritte re:publica in Folge.

Nachdem es letztes Jahr im Friedrichstadtpalast und der Kalkscheune zu klein wurde, ist die Veranstaltung  in die 20.000qm große STATION-Berlin umgezogen. Laut Website des Veranstalters bot die re:publica mehr als 200 Stunden Programm in drei Tagen und acht Bühnen, 350 Redner aus über 30 Ländern sowie 4.000 Teilnehmer, vor Ort hatte ich sogar die Zahl 4.700 gehört. Alles kommentiert in über 63.000 #rp12-Tweets.

Im Folgenden möchte ich ein paar Informationen und Gedanken aus den Vorträgen und zur Veranstaltung mit euch teilen.

About Me – Die digitale Fassade

In ihrer Session über Identitätskonstruktion im Social Web erklärte Kixka Nebraska wie sich digitale Identitäten entwickeln und gezielt aufbauen lassen. Das alles gespickt mit zahlreichen Schaubildern, Studien und Zitaten.

Unsere Identität, das reale “Selbst” ist eine Schnittmenge aus Selbstwahrnehmung (What I think I am), Fremdwahrnehmung (What people think I am) und der eigenen Wahrnehmung wie andere uns sehen (What I think people think I am). Dieses Modell lässt sich sowohl für das Online-Ich als auch für das Offline-Ich heranziehen. Unterscheiden sich diese beiden Identitäten deutlich voneinander, bedeutet das in erster Linie Stress.

In der Regel unterscheidet sich das Online-Ich nicht wesentlich vom Offline-Ich, was in einer Studie der Universität Austin bestätigt wurde. Das Online-Ich ist eine Verlängerung des Offline-Ichs im Web. Eigentlich auch logisch, wer macht sich schon die Arbeit und den Stress zwei unterschiedliche Identitäten zu leben? Außer vielleicht Barney Stinson, der sich mit seiner Fake-Identität Lorenzo von Matterhorn Erfolg bei den Frauen erhofft (True Story).

Und wie kann man nun am besten seine Online-Reputation aufbauen? Diese Frage beantwortet Kixka mit Zitaten von Oliver Blanchard und Tom Scott: Konzentriert euch darauf Großartiges zu tun statt nur darüber zu reden.

The beauty of interaction

Patrizia Marti von der Universität in Siena stellte in ihrem Vortrag die Frage, wie Interaktionsdesign dabei helfen kann, Komplexität zu vermeiden. Die Antwort lieferte Patrizia anhand zahlreicher Beispiele studentischer (Abschluss-)Arbeiten.
Am besten hat mir das Abschlussprojekt Friendly Vending von Guus Baggermans gefallen. Bei herkömlichen Verkaufsautomaten erhält der Kunde sein Produkt indem er eine Nummer eintippt, Geld einwirft und im Anschluss meist bückend sein Produkt aus einem Schacht holt. Wie das Ganze in schön aussieht, zeigt Guus in seinem Projektvideo.

Ein Zitat aus der Präsentation fasst das Thema sehr gut zusammen:
“Beauty is not only in appearance. It is in interaction.”

Innovationslabore des Journalismus – wann springt der Funke über?

In der Session über den Stand und die Zukunft des deutschen Journalismus beleuchteten Dr. Leif Kramp und Dr. Stephan Weichert das Thema aus Sicht der Wissenschaft sowie Ulrike Langer und Alexander von Streit aus Sicht der Praxis.

Laut einer Studie der beiden Wissenschaftler ist das Internet in den Chefredaktionen großer Medien angekommen. Das Internet wird nicht mehr als Feind sondern als Freund des Journalismus angesehen. Dieses Kernergebnis scheint nicht sonderlich spektakulär, wer die deutsche Medien- und Journalismusbranche kennt, freut sich vielleicht trotzdem über die Nachricht.

Schaut man in die Praxis zeigt sich, dass aktuell nahezu keine innovativen Wege im deutschen Journalismus gegangen werden. Statt selbst auszuprobieren und zu experimentieren schaut man ins Ausland und adaptiert was dort funktioniert. Und was macht das Ausland? Ulrike Langer fasst die Erkenntnisse aus der Interviewreihe Zukunft des Journalismus wie folgt zusammen. Während die Medien in Deutschland oft denken, der Nutzer schreibe schlechte Inhalte, fragen Medien in den USA welche Rahmenbedingungen geboten werden können, um die Nutzerpartizipation zu verbessern. Sie merkt zudem an, dass in den USA die alten Hasen von den jungen lernen wollen und nicht umgekehrt, wie es in Deutschland der Fall ist. Studenten in journalistischen Studiengängen lernen nicht nur in Inhalte sondern auch an die Finanzierbarkeit zu denken. Bereits während dem Studium gehen sie raus und entwickeln eigene Geschäftsmodelle. In Deutschland besteht weiterhin Nachholbedarf, die Experimentierfreude muss wachsen.

Ein Experiment, auf das ich sehr gespannt bin und daher an dieser Stelle nennen möchte, ist die Rundshow, die gestern im Bayerischen Rundfunk auf Sendung gegangen ist.

Überraschungsvortrag von Sacha Lobo

Es ist schon fast Tradition, dass Sascha Lobo einen Überraschungsvortrag hält. Dieses Jahr ging es um den Stand des Internets 2012. Statt einem Startramp gab es dieses Jahr einen Startflausch, es gab wohl nicht ganz soviel zu schimpfen mit dem Publikum. Ganz im Gegenteil, dank den Internetpeople, wie wir uns seit diesem Vortrag nun nennen können, wollen die Internotpeople soviel vom Internet erfahren, dass Sascha gut verdient. Da darf auch mal ein bißchen gekuschelt und angebiedert werden.

Aber was hat er jetzt gesagt, der Sascha Lobo? Zu jedem der populären Social Networks etwas. Twitter entwickelt sich konzeptionell zurück und scheint zu einer App werden zu wollen, die vermutlich von Apple gekauft wird. Pinterest hat einen Wert von 2,4 Foursquare und Google+ ist irgendwie auch egal. Die nachwachsende Generation sieht er auf Youtube.

Doch das eigentlich Spannende, er hat 2012 zum Jahr der Blogs ausgerufen. Wie in seiner Kolumne „Euer Internet ist nur geborgt“ plädiert er für den Aufbau eigener Websites und Blogs (Owned Media) statt sich nur auf den Aufbau von Profilseiten im Social Web (Sponsored Media) zu konzentrieren. Und er hat uns erinnert, dass wir weiterhin Wege finden müssen, 30 Millionen Internotpeople unser Anliegen zu erklären oder zumindest mit ihnen klarzukommen.

Der Vortrag von Sascha Lobo war durchaus unterhaltsam und hatte einige Highlights, ich sage nur Catcontent. Nachschauen kann man ihn bei Spiegel Online (Teil 1 & Teil 2).

Open Innovation

Unter dem Namen re:innovation war das Themenfeld Open Innovation mit einem eigenen Track vertreten. Zwei Vorträge hab ich mir angeschaut.

In der Session Open Innovation: Eine wirschaftliche Perspektive stellte Julia Leihener die Arbeitsweise des Creation Centers der Telekom Innovation-Labs in Berlin vor.

“Seeing what everyone else has seen and thinking what no one else has thought.” (Albert von Szent-Györgyi).

Besonders spannend fand ich den Ansatz Innovationen im Alltag zu schaffen, neue Produkte, Services und Funktionen, die den Kunden wirklich nutzen und von ihnen gewünscht werden. Dazu werden Ideen gemeinsam mit Experten aus Forschung und Wirtschaft sowie Konsumenten entwickelt. Diese Ideen fließen über die Produktentwicklung wieder in die Produkte selbst. Mich spricht dieser Ansatz sehr an, denn auch für mich sind Innovationen nicht zwangsläufig etwas noch nie Dagewesenes, sondern auch etwas das extrem gut und dabei vielleicht auch anders umgesetzt und weitergedacht wurde.

Gleich danach gab Stefan Lindegaard in seinem Vortrag Open Innovation: Insights into the buzz einen methodischen Überblick über das Thema. Nach ihm ist Open Innovation ein Buzzword zu dem es zahlreiche unterschiedliche Definitionen gibt. Aus seiner Sicht müsse jedes Unternehmen seine eigene Definition von (Open) Innovation finden. Dabei sind für ihn das Internet und Social Media Haupttreiber von Open Innovation.

Storytelling

Auch in diesem Themenbereich habe ich mir zwei Sessions angeschaut. Mit dem Aufruf “Stop taking photos start telling stories” starteten Ivan Sigal und Bjarke Myrthu in ihre Session New directions in visual storytelling. Nach einer kurzen theoretischen Einführung folgten einige Beispiele wie 18days in Egypt, Bear71 und Pinepoint.

In der Session Transmedia Storytelling: Missing in Action?” stellten die Macher des Transmedia Manifests ihre Thesen und Beispiele für transmediales Storytelling vor. Eines davon, die Kampagne zum Kinofilm The Dark Night.

Foodblogs – Verfall oder Rettung der Esskultur?

In einer sehr symphatischen und leckeren Runde sprachen Nicole Stich, Sebastian Dickhaupt, Stevan Paul und Vijay Sapre zusammen mit Inés Gutiérerz über Gegenwart und Zukunft deutscher Foodblogs.

Was ich neben Hunger und einer neu erweckten Lust auf Kochen aus der Session mitnehmen konnte, war ein guter Einblick in die Foodblogger-Szene, bei der sich der ein oder andere Aspekt sicher auch auf andere Blogs und Blogger übertragen lässt.

Ich habe gelernt, dass es den klassischen Foodblogger nicht gibt. Blogs werden oft wegen der Personen hinter den Blogs gelesen. So ist es wichtig seinen eigenen Stil und damit auch sein eigenes Publikum zu finden. Professionelle Foodjournalisten werden damit jedoch nicht überflüssig, da deren Expertise weiterhin gefragt sein wird. Oft sind Blogger auch Foodjournalisten und umgekehrt.

PR Agenturen beschäftigen sich nach wie vor zu wenig mit Bloggern und ihren Blogs, wenn sie diese für ihre Werbung und Kommunikation nutzen wollen. Viel zu oft werden Blogger für Werbung angesprochen, die gar nicht zum Blog passt. Erfolgreiche Bloggerrelations ist das nicht.

Ich habe ebenfalls gelernt, dass auf Rezepten kein Copyright besteht. Sobald Zutaten geändert werden, ist es ein Remix. Das heißt, einmal bezahlt zum Beispiel durch Kauf eines Kochbuches, gehören die Rezepte den Menschen. Verlage ärgern sich häufig, wenn die Rezepte kopiert werden. Für die Teilnehmer der Podiumsdiskussion ist es eher ein Glück, sie sind froh, dass man nicht “für jede Béchamel etwas abdrücken muss”. Werden Rezepte nachgekocht und darüber geschrieben, ist es eher eine Auszeichnung und ein Proof of Concept, dass die Rezepte funktionieren.

Und die Zukunft der Foodblogs? Das Einstiegslevel wird höher, neue Blogs haben es schwerer Leserschaft zu finden. Gleichzeitig professionalisieren sich die Foodblogs weiter, werden zu gestalteten Blog-Magazinen während die Kommunikation zunehmend in sozialen Netzwerken stattfinden wird. In der Aufbereitung der Inhalte sehen die Teilnehmer zunehmend Formate wie Videos und Podcasts. Ein Teilnehmer glaubt zudem, dass durch den wachsenden Verkauf von Lebensmitteln online, Foodblogs als Werbefläche attraktiver werden. Oder die Bloginhalte für Online-Shops und Websites.

Social Media Nutzung der Bundesregierung – Ein Interview mit @RegSprecher

Steffen Seibert twittert seit Ende Februar 2011 unter @regsprecher über die Arbeit der Bundesregierung. Im Interview erzählt er von seinen Twitter-Erfahrungen und den Social Media Aktivitäten der Bundesregierung, wie z.B. der Zukunftsdialog mit Kanzlerin Merkel, einer Plattform für Online-Partizipation. Statt einer Zusammenfassung empfehle ich euch das Interview einfach anzuschauen.

Im nächsten Jahr will Herr Seibert übrigens wieder auf die re:publica, diesmal als Zuhörerer. Vielleicht bringt er auch die Angela mit.

Made in my backyard

Die Session von Bas van Abel war mein persönliches Session-Highlight, da es mich am meisten zum Nachdenken angeregt hat.

Bas stellte einige Projekte der Waag Society vor, für die er arbeitet. Am meisten beeindruckt hatte mich das Projekt FairPhone, das zum Ziel hat konfliktfreie Telefone zu produzieren und das Projekt Low Cost Prosttehsis in Indonesien, bei dem Beinprothesen mit Bambusbauteilen entwickelt wurden. Die Prothesen sind zwar nicht so haltbar dafür wesentlich günstiger als Titanium-Prothesen. Das Design ist frei, die Prothesen können von den Betroffenen selbst gebaut werden.

Technologie wird immer komplizierter und es braucht Leute, die diese Technologien hacken und verstehen, so Bas von Abel. Man dürfe das nicht nur den großen Unternehmen überlassen. Diese Aufgabe haben sich FabLabs gesetzt, die einen offenen Zugang zu High-Tech-Maschinen für Privatpersonen bieten. In München gibt es übrigens auch eine Fablab. Das will ich mir unbedingt mal genauer anschauen.

Das Kulturprogramm

Auch kulturell hatte die re:publica einiges zu bieten. Am zweiten Tag wurde der Silberne Rettich für das schlechteste deutsche Webvideo 2012 verliehen. Mein persönlicher #Fail-Favourit für das angesprühte Gemüse war ja “Tübingen, warum bist du so hügelig”. Am Ende hat das Video BMW Praktikum Rap die meisten und lautesten Buhrufe erhalten. Und ja, das Video ist s…eltsam, aber ich finde es nach wie vor nicht schlecht, dass BMW das von Praktikanten erstellte Video online gestellt hat. Ganz ehrlich, wieviele Konzerne trauen sich das?

Weiteres kulturelles Highlight war der Peotry Spam, so unterhaltsam und erotisch wurden Spammails selten rezipiert. Und es zeigt, auch Spammern sollte man ab und an antworten, der Spaß ist garantiert.

Online trifft sich offline. Mein Fazit.

Manche werden sich fragen, warum sich Internetpeople offline treffen, wo sie doch das ganze Jahr über online vernetzt sind. Eigentlich ist es ganz einfach. Weil der persönliche Kontakt trotz allem Digitalen nicht an Relevanz verloren hat.

Ein Klassentreffen ist die re:publica lange nicht mehr. Das Bild der fleischgewordenen Twitter-Timeline trifft jedoch immer noch zu, mit dem Unterschied, dass man sich dieses Jahr hätte besser verabreden sollen.

Die re:publica ist und bleibt ein guter Treffpunkt um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und den ein oder anderen Gedanken aus den Vorträgen mitzunehmen. Gleichzeitig fehlte mir dieses Jahr ein Speaker-Highlight. Aber richtig schlimm ist das eigentlich nicht, sind es doch die Menschen und Gespräche die das Besondere der re:publica ausmachen.

Private Banking und Social Media – eine Love-Story?

Vermögen und Diskretion – das assoziiert man mit Privatbanken. Social Media scheint dazu die Antipode zu sein: Alles ist öffentlich, alles ist kostenfrei, alle helfen allen. Aus diesem Grund möchte man meinen, dass Social Media und Privatbanken nicht zusammen passen.

Weit gefehlt, wie aktuelle Beispiele zeigen

Pictet, Julius Bär, Hyposwiss, Bank Vontobel, Notenstein oder Bankhaus Mertzler sind nur einige Beispiele von Privatbanken, die bereits heute soziale Medien nutzen. Dabei ist es nicht lange her (Sommer 2011), dass die Branche Social Media negiert hat. Seit Ende 2011 hat sich das Bild verändert. Innerhalb weniger Monate hat bspw. Pictet die wichtigsten Kanäle aufgebaut und ist der Branche – fast unbemerkt – voraus geeilt:

Julius Bär nähert sich von einer anderen Seite. Was hier bemerkenswert ist: Auch sie haben den Wert von gutem Content erkannt und stellen Themen in den Vordergrund, statt über die eigene Dienstleistung zu sprechen. Das Thema „Next Generation“ wird multimedial als iPad App und Magazin aufbereitet:

Der Innovator ging verloren

Und in der gleichen Zeit, in der Pictet, Julius Bär, aber auch Bank Vontobel, Hyposwiss, Bankhaus Mertzler und andere die neue Kommunikation für sich entdecken, ist die bis dahin aktivste Privatbank von der Oberfläche verschwunden: Mit dem Wegfall von Wegelin ist ein Branchenvorreiter verschwunden, der bereits vor 3-4 Jahren mit Social Media begonnen hatte.

So what?

In vielen Kundengesprächen werde ich nach dem Sinn von Social Media für Privatbanken gefragt. Berechtigt. Hier sind meine Gedanken dazu:

  1. Die Zielgruppe gewöhnt sich an Social Media
    Die Hauptzielgruppe von Privatbanken ist 65+ Jahre alt – eine Altersstufe, in der der Gebrauch von Social Media mittlerweile zwar stark zunimmt, aber noch nicht zum Alltag gehört. Eine Altersstufe darunter (45-60 Jahre) sieht das Bild schon anders aus, denn diese Gruppe gehört zu den wachstumsstärksten Gruppen in Social Media. Und vor allem sind viele 45-60 Jährigen noch in der Phase des Vermögenswachstums (und viele von Ihnen sind Affluents). Eine Möglichkeit, diese Gruppe (auf neue Art) zu erreichen.
  2. Next Wealthy Generation
    Viele Privatbanker bestätigen ausserdem, dass in Kundengeschäfte vermehrt auch die „nächste“ Generation involviert ist, wobei wir in diesem Umfeld von 30+ Jahre sprechen. Und dass diese Personengruppe in Social Media aktiv ist, muss ich kaum erwähnen. Und dass sie ihre Partner auch über die neuen Kanäle beurteilen, liegt auf der Hand.
  3. Offenheit tut der Branche gut
    Gerade in Zeiten der grossen Kritik am Finanzsystem und an Finanzinstituten sind Massnahmen, die die Branche menschlicher und ehrlicher machen, sicher nicht verkehrt. Ich bin davon überzeugt, dass Social Media eine Möglichkeit bietet, sich von dieser Kritik zu distanzieren und näher an „die Menschen“ (und damit an den Kunden) zu gelangen. Der Killer:  Ein Gespenst, das alle Diskussionen um Social Media im Keim erstickt: der vielgefürchtete „Shitstorm„. Was dabei übersehen wird: Kritik ist Chance.
  4. Recruiting ist immer ein guter Grund
    Gerade die Finanzindustrie lebt von Menschen, oder: It’s a people’s business. Es ist für diese Branche (wie auch für andere) essenziell, die richtigen Nachwuchskräfte zu finden. Dieser Nachwuchs ist zum grossen Teil gleichzusetzen mit der Gruppe der Digital Natives, eine Zielgruppe, die ihren potenziellen Arbeitgeber mit anderen Massstäben beurteilt. Zum Beispiel: „Wie verhält sich das Unternehmen in den sozialen Kanälen?“ Warum ist das so interessant? Weil sich hieraus sehr viel der Unternehmenskultur ableiten lässt und damit die Frage: „Wie geht man in diesem Unternehmen miteinander um?“
  5. Potenzial von Content Marketing
    Und nicht zuletzt haben Social Media sehr viel mit sehr authentischem und wirkungsvollen Eigenmarketing zu tun. Social Media lebt von mehrwertigen Inhalten. (Deswegen scheitern übrigens auch so viele Social Media Aktivitäten…) Diese Inhalte werden von Menschen: gelesen, ge-like-t, ge-retweet-et, ge-recommend-et, verlinkt,… und mit jedem Like, Retweet, etc. steigt der Wert für das Unternehmen, denn so verbreitet sich der Inhalt viral. Aber vor allem auch das Ranking in Suchmaschinen verbessert sich. Und wie wichtig Suchmaschinen (auch für Privatbanken) sind, wissen wir.

Alles nichts wert

Viele Gründe, die alle nichts wert sind wenn die Entscheidungsträger nichts von Social Media halten. Aber alles Gründe, die überzeugend klar sind, um Entscheidungsträger zu überzeugen. Und um das Thema abzuschliessen (und gleichzeitig komplett zu öffnen) hier mein persönlicher Tipp, wie man 3 Minuten sinnvoll einsetzen kann:

Standortbezogen werben: Was bringen Location Based Services?

Sind sie Ihnen auch schon aufgefallen, die blauen „Check In Here“ Aufkleber von Foursquare? Seit Kurzem klebt einer an Hiltl’s Eingangstüre, wie ich während einer Mittagspause feststellte. Wer dort eincheckt, erhält ein 1dl-Glas des Monatssafts aufs Haus. Bereits 919 Gäste haben eingecheckt, 1652 Säfte wurden ausgeschenkt. Daraus schliesse ich: Jeder zweite Einchecker kam wieder und profitierte doppelt (Stand 12.April 2012).

Aus gegebenem Anlass: Lohnt sich der Einsatz von Location Based Services als Marketinginstrument für Schweizer Unternehmen?

Von der Strasse in den Laden: Location Based Services kurz eingeführt

Im Fokus aller Location Based Services steht die Kenntnis des Aufenthaltsorts eines Nutzers. Dieser wird mittels GPS Funktion des Smartphones ermittelt und beinhaltet das Abfragen von Informationen wie bspw. „Wo ist der nächste Coiffeur-Salon?“ (lokale Suche), „Befindet sich meine Freundin Maja gerade in der Bibliothek?“ (ortsbezogenes Social Networking), „Wie wurde die Cocktail Bar am Paradeplatz bewertet?“ oder der Routenplanung via Google Maps (lokale Orientierung und Bewertung). Der Nutzer erhält also Informationen, die auf seine Bedürfnisse massgeschneidert sind und für ihn genau zu Zeitpunkt X an Ort Y relevant sind.

Viel Potential, aber auch Unsicherheit bei Nutzern und Unternehmen

Während sich in den USA Foursquare, der Vorreiter im Bereich der Location Based Services, zunehmend als Marketinginstrument etabliert, herrscht hierzulande noch Skepsis über Apps, die den aktuellen Nutzerstandort einer Online Community öffentlich zugänglich machen. Und das, obwohl sich die Suche nach lokalen Produkten und Dienstleistung auch in der Schweiz längst weg von den Gelben Seiten, Suchmaschinen und Onlineverzeichnissen hin zu standortbezogenen Suchanfragen und Diensten wie bspw. Google Maps entwickelt hat.

Es ist an den Marketingverantwortlichen Überzeugungsarbeit zu leisten. Zu gross ist (hierzulande immer noch) die Angst, dass die Übermittlung des aktuellen Standortes in die falschen Hände gerät (Datenlecks, Einbrecher, Stalker, etc.). Und trotzdem, Location Based Services in den Marketingmix aufzunehmen, lohnt sich: Das Einrichten einer Online Präsenz ist einfach und kurzweilig, und die damit einhergehenden Vorteile nicht zu unterschätzen!

Einfache Einrichtung der Unternehmensseite

Die Vorgehensweise standortbezogen zu werben, ist denkbar einfach: Unternehmen müssen sich bei den entsprechenden Diensten einen virtuellen Ort anlegen und bestenfalls Check-In Specials oder Deals für die Nutzer bereitstellen. Das Ansprechen und Bewerben der Nutzer mit besonderen Angeboten ist für Unternehmen kostenlos. Der Einsatz von Location Based Services ist bei lokalen Cafés, Bars, Restaurants, Boutiquen, Läden, im Einzelhandel, aber auch bei Supermärkten, Kaffeeketten, Kinoketten oder sogar bei Tankstellen denkbar.

Die Vorteile von Location Based Services

Für Unternehmen, welche Location Based Services als zusätzlichen Vertriebskanal nutzen, stellen diese eine originelle Ergänzung der bestehenden Marketing- und Social Media-Aktivitäten dar. Von der kurzfristigen Anzeige eines Sonderangebotes bis hin zu umfangreichen, langfristig geplanten Kampagnenmöglichkeiten ist vieles im Bereich des ortsbezogenen Werbens denk- und umsetzbar. Neue Kunden können akquiriert, das Kundenerlebnis optimiert und bestehende Kundenbeziehungen durch eine konsistente Präsenz an den einzelnen Kontaktpunkten intensiviert werden. Ausserdem gilt es als innovativ und fortschrittlich als Schweizer Unternehmen Foursquare oder andere Location Based Services aktiv zu bespielen.

Ein zusätzlicher, nicht zu unterschätzender Vorteil von Location Based Marketing Massnahmen ist der Gewinn digitaler Nutzer-Informationen über das Konsumverhalten der Zielgruppe (Geodaten). Diese Daten können zeitnah gemessen und evaluiert und die ortsbasierte Gesamtkampagne optimiert werden. Aus Perspektive der Nutzer sind Nutzer solche Anwendungen dann spannend, wenn profitiert werden kann (Special Offers), wenn sich gut vernetzte Personen spontan verabreden können oder um Bewertungen einzusehen und Einkaufsempfehlungen abzugeben.

Die kritische Masse als Knackpunkt

Der nordamerikanische Markt von Location Based Services ist weit von einer Konsolidierung entfernt: So kämpfen unzählige Apps wie Foursquare, Scvngr, Loopt, TellMeWhere, Localmind, Aloqa und viele weitere um kleine Nutzerstämme, während die Frage nach dem eigentlichen, langfristigen Wert für die Anwender ungeklärt bleibt. Aus diesem Grund sollten Schweizer Unternehmen nur diejenigen ortbezogenen Dienste für ihre Marketingzwecke einsetzen, die hierzulande auch bekannt sind und genutzt werden: Facebook!

Setzen Sie auf Facebook Places

Facebook mit seinen über 800 Mio aktiven Usern pro Monat bietet mit Facebook Places die ideale Möglichkeit, auf eine bereits bestehende, sehr grosse und aktive Nutzerbasis zurückzugreifen. Erfolgskritische Faktoren sind hierbei einzig die Integration von Facebook Places in die bestehende Facebook Fanseite (Zusammenhalten der Community anstelle von Aufteilen dieser auf mehrere Plattformen) sowie das aktive Bewerben exklusiver Angebote (Anreizgenerierung für Check-Ins). Der daraus (potentiell) resultierende Effekt ist immens, insbesondere dann, wenn bedacht wird, dass jeder Facebook-Nutzer durchschnittlich 300 Freunde hat. Bemerkenswert ist ausserdem, dass Facebook Places ohne App auskommt und dadurch technische Partizipationshürden umgangen werden können (Download einer speziellen App). Schade nur, dass es hierzulande noch sehr wenige Exklusiv-Angebote für die Facebook Communities gibt.

Fazit: Noch viel Potential bei Location Based Services

Location Based Services bergen enormes unausgeschöpftes Marketing-Potential. Wichtig ist es, die Massnahmen crossmedial gut zu bewerben, attraktive Specials anzubieten, das Unternehmensprofil zu pflegen und auf die eigenen Kundenbewertungen zu achten. Wer dies dauerhaft und konsequent macht, kann sich durch das standortbezogene Werben einen Wettbewerbs- und Differenzierungsvorteil erarbeiten. Ebenfalls – der Auffindbarkeit bei Google zuliebe – ist auf eine gepflegte Google PlacesPräsenz nicht zu verzichten. Mehr über die Einflussfaktoren auf das Google-Ranking findet sich unter dem Stichwort SEO in diesem Blog.

Facebook Timeline ab 30.3. für alle Fanpages

Wow! Das ging schnell… Die FMC hat noch nicht begonnen und schon ist das Announcement auf Facebook da: Auf allen Fanpages erscheint seit heute die Nachricht, dass ab 30.3. umgestellt werden kann.

Nix mit Ruhe in Europa

Die Annahme, dass europäische Unternehmen bis zum Sommer warten müssen, bis sie Timeline nutzen können, trifft nicht zu. Administratoren von Fanpages können sich ab jetzt vorbereiten, Cover-Bilder ausprobieren und ihre Seite mit Timeline als Vorschau ansehen (und teilweise auch schon live schalten). Was es dabei zu beachten gibt: Die wichtigsten Facebook Timeline Tipps. Wahrscheinlich werden wir ab jetzt viel Verspieltes und Kreatives sehen…

Mehr dann heute Abend

Was bleibt ist, dass erst heute Abend die Details bekannt werden, wenn die FMC stattfindet. Einiges findet man

  • bereits jetzt auf der Landing Page: https://www.facebook.com/about/pages
  • in der Facebook Doku: http://allfacebook.de/pages/download-timeline-guide
  • heute Abend live auf twitter.com/Namics und facebook.com/namics (jetzt auch mit Timeline)

Facebook Timeline für Unternehmen

Timeline Studie von Mashable.com (http://mashable.com/2012/02/15/facebook-timeline-for-brands/)

Experten und Gerüchten zufolge wird Facebook am 29.2. die Timeline für Fanpages bekanntgeben. „Endlich“ sagen die Meisten, ohne dass irgend jemand genau weiss, was das bedeuten wird. Logisch, denn die Möglichkeiten, die Facebook bisher für Unternehmen geboten hat, sind… sagen … Weiterlesen

Wie man zum neuen Twitter Design kommt

Die Microblogging Plattform Twitter wurde redesignt. Neu werden den Benutzern über alle Clients und Systeme einheitliche Funktionen (Home, @Connect, #Discover, Me) geboten.

In der Browser-Version wurde der ganze rechte Bereich nach links verschoben. Auf der Home können ganz oben links neue Tweets abgesetzt werden. Haben die eigenen Twitter-Kontakte Multimedia-Inhalte in ihren Tweets integriert, so lassen sich diese direkt in der Ansicht betrachten (Tweet klappt auf). Insgesamt gibt es in der neuen Ansicht sehr viele Auf- und Zuklappmöglichkeiten…

Zusätzlich existieren in der Menüleiste ganz oben noch die Punkte „Connect“ (Replies, Retweets, neue Follower) und „Discover“ (Stories, Trends, Hashtags).

Das Design wird „über die nächsten Wochen“ bei allen Benutzern ausgerollt. Alle Neuerungen werden auf der eigens dafür eingerichteten Seite erklärt: http://fly.twitter.com.

Und so kommt man – ohne langes Warten – zum neuen Design:

  1. iPhone App oder Android App aktualisieren/herunterladen
  2. In der App den Twitter Account eintragen (sofern nicht schon geschehen)
  3. Ein bisschen warten (bei mir dauerte es ca. 2h)
  4. Fertig!

Unser Namics Twitteraccount würde sich über Erfolgsnachrichten unserer Follower freuen.

Social Media: Die unumgängliche Herausforderung

Was in einer Stunde über den Mittag vor einer illustren Runde von Kommunikationsleitern führender Schweizer Unternehmen von Michael/@netunion präsentiert wurde, begann wie alles beginnt: als Idee, als Frage, als Bedürfnis. Die Ergebnisse unserer Social Media-Studie liefern Antworten auf Fragen, die uns allen unter den Nägeln brennen: Was bringt Social Media für Unternehmen? Welche Faktoren sind zentral, um schnell und nachhaltig Erfolge auf Social Media zu verbuchen? Wie organisieren wir uns richtig? Warum kommen manche Unternehmen trotz grosser Motivation und Einsatz in den sozialen Medien nicht vom Fleck? Welche Herausforderungen gilt es zu meistern?

Die Antworten: Wenn Social Media nicht von Mitgliedern der Geschäftsleitung aktiv als User (vor)gelebt sowie ziel- und strategielos betrieben werden, bleiben sie fruchtlose und von der Unternehmenskommunikation losgelöste Kommunikationsmassnahmen, die ins Leere führen. In solchen Fällen verpuffen die investierten Mittel, womit die vielerorts wohl genährte Diskussion von der – nun am eigenen Beispiel nachgewiesenen – Wirkungslosigkeit und Unrentabilität von Social Media neues Futter bekommt.

Dabei betreiben nur 16% der von uns befragten Unternehmen kein Social Media, allesamt ausschliesslich in der Schweiz tätige Firmen. Über 40% sind seit zwei Jahren auf Social Media und ein Drittel täglich auf Facebook und Twitter aktiv. Die Diskussion über Unternehmen in den sozialen Medien findet – wie das Beispiel von Bank of America gezeigt hat – auch ohne die Beteiligung der Organisationen statt. Wer diese kanalisieren und positiv mitgestalten möchte, kommt um ein ernsthaftes Engagement auf Social Media nicht herum.

Entscheidend ist, am Dialog über die Firma und deren Marken teilzunehmen, um damit zusammenhängende Kernbotschaften zu vermitteln, Brands zu stärken, News zu verbreiten und sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Und so geben über 85% der 51 Studienteilnehmer den Kontakt zu Dialoggruppen als wichtigstes Ziel bei den Aktivitäten auf Social Media an, dicht gefolgt von der Verbreitung von Informationen und dem Reputationsaufbau (75% der Teilnehmer), wobei die Hälfte eine Effizienzerhöhung in der Kommunikation sowie die Rekrutierung von Arbeitskraft anstrebt. Nur gerade sechs Unternehmen zielen auf die Produkteinführung oder Produkttests auf Social Media ab.

Als grösste Herausforderung sehen Schweizer Unternehmen neben den limitierten Ressourcen, die Relevanz von ausreichendem Content und die Unvorhersehbarkeit der Themen vor allem den Umgang mit der Dreisprachigkeit. Im Gegensatz dazu mühen sich die international ausgerichteten und doch auch in der Schweiz tätigen Organisationen vor allem mit der Relevanz von Social Media für den B2B Bereich ab. Die befragten Firmen wünschen sich ganz besonders eine bessere Messbarkeit, mehr Ressourcen und Best-Practice-Beispiele für das Engagement auf Social Media.

Und obwohl sich die begrenzten Ressourcen als zentrale Problematik für die unternehmerische Aktivität auf Social Media herausstellen, nehmen die sozialen Medien einen immer sicher werdenden Platz in der Unternehmens- und Budgetplanung ein. So sehen die international tätigen Firmen die gleichen Budgetanteile für 2012 vor wie für 2011, während die ausschliesslich in der Schweiz tätigen Firmen zu einem Viertel 10-20% höhere Ausgaben für Social Media einplanen.

Social Media ist nicht mehr nur kaum aus der Unternehmenskommunikation wegzudenken, Social Media ist schlichtweg unumgänglich. Und wer jetzt ernsthaft durchstarten möchte, sollte dies möglichst professionell anhand von richtungsweisenden Governance-Grundlagen und echtem Management-Commitment tun.