Vortrag „Lokales Web für Ihr Business“

Markus Groiss-IHK Netzblicke-Lokales Web für Unternehmen

Ich konnte bei den gestrigen Netzblicken der IHK München einen Auszug des Themenkomplexes Local Marketing besprechen. Im Vortrag „Lokales Web für Ihr Business“ ging es darum, zu erklären, wieso die Bedeutung des lokalen Web in den vergangenen Monaten und Jahren … Weiterlesen

Mobiler Preisvergleich – selbstbewusste App

Frankreich ist nicht gerade bekannt als Schnäppchenparadies. Jedoch bewirbt die Supermarktkette E.Leclerc in Paris intensiv eine App, welche einen Preisvorteil im Vergleich mit anderen Lebensmittelhändlern und Discountern (!) des Landes anpreist. Auf der Seite quiestlemoinscher.fr wird dargestellt, dass E.Leclerc in … Weiterlesen

Private Banking und Social Media – eine Love-Story?

Vermögen und Diskretion – das assoziiert man mit Privatbanken. Social Media scheint dazu die Antipode zu sein: Alles ist öffentlich, alles ist kostenfrei, alle helfen allen. Aus diesem Grund möchte man meinen, dass Social Media und Privatbanken nicht zusammen passen.

Weit gefehlt, wie aktuelle Beispiele zeigen

Pictet, Julius Bär, Hyposwiss, Bank Vontobel, Notenstein oder Bankhaus Mertzler sind nur einige Beispiele von Privatbanken, die bereits heute soziale Medien nutzen. Dabei ist es nicht lange her (Sommer 2011), dass die Branche Social Media negiert hat. Seit Ende 2011 hat sich das Bild verändert. Innerhalb weniger Monate hat bspw. Pictet die wichtigsten Kanäle aufgebaut und ist der Branche – fast unbemerkt – voraus geeilt:

Julius Bär nähert sich von einer anderen Seite. Was hier bemerkenswert ist: Auch sie haben den Wert von gutem Content erkannt und stellen Themen in den Vordergrund, statt über die eigene Dienstleistung zu sprechen. Das Thema „Next Generation“ wird multimedial als iPad App und Magazin aufbereitet:

Der Innovator ging verloren

Und in der gleichen Zeit, in der Pictet, Julius Bär, aber auch Bank Vontobel, Hyposwiss, Bankhaus Mertzler und andere die neue Kommunikation für sich entdecken, ist die bis dahin aktivste Privatbank von der Oberfläche verschwunden: Mit dem Wegfall von Wegelin ist ein Branchenvorreiter verschwunden, der bereits vor 3-4 Jahren mit Social Media begonnen hatte.

So what?

In vielen Kundengesprächen werde ich nach dem Sinn von Social Media für Privatbanken gefragt. Berechtigt. Hier sind meine Gedanken dazu:

  1. Die Zielgruppe gewöhnt sich an Social Media
    Die Hauptzielgruppe von Privatbanken ist 65+ Jahre alt – eine Altersstufe, in der der Gebrauch von Social Media mittlerweile zwar stark zunimmt, aber noch nicht zum Alltag gehört. Eine Altersstufe darunter (45-60 Jahre) sieht das Bild schon anders aus, denn diese Gruppe gehört zu den wachstumsstärksten Gruppen in Social Media. Und vor allem sind viele 45-60 Jährigen noch in der Phase des Vermögenswachstums (und viele von Ihnen sind Affluents). Eine Möglichkeit, diese Gruppe (auf neue Art) zu erreichen.
  2. Next Wealthy Generation
    Viele Privatbanker bestätigen ausserdem, dass in Kundengeschäfte vermehrt auch die „nächste“ Generation involviert ist, wobei wir in diesem Umfeld von 30+ Jahre sprechen. Und dass diese Personengruppe in Social Media aktiv ist, muss ich kaum erwähnen. Und dass sie ihre Partner auch über die neuen Kanäle beurteilen, liegt auf der Hand.
  3. Offenheit tut der Branche gut
    Gerade in Zeiten der grossen Kritik am Finanzsystem und an Finanzinstituten sind Massnahmen, die die Branche menschlicher und ehrlicher machen, sicher nicht verkehrt. Ich bin davon überzeugt, dass Social Media eine Möglichkeit bietet, sich von dieser Kritik zu distanzieren und näher an „die Menschen“ (und damit an den Kunden) zu gelangen. Der Killer:  Ein Gespenst, das alle Diskussionen um Social Media im Keim erstickt: der vielgefürchtete „Shitstorm„. Was dabei übersehen wird: Kritik ist Chance.
  4. Recruiting ist immer ein guter Grund
    Gerade die Finanzindustrie lebt von Menschen, oder: It’s a people’s business. Es ist für diese Branche (wie auch für andere) essenziell, die richtigen Nachwuchskräfte zu finden. Dieser Nachwuchs ist zum grossen Teil gleichzusetzen mit der Gruppe der Digital Natives, eine Zielgruppe, die ihren potenziellen Arbeitgeber mit anderen Massstäben beurteilt. Zum Beispiel: „Wie verhält sich das Unternehmen in den sozialen Kanälen?“ Warum ist das so interessant? Weil sich hieraus sehr viel der Unternehmenskultur ableiten lässt und damit die Frage: „Wie geht man in diesem Unternehmen miteinander um?“
  5. Potenzial von Content Marketing
    Und nicht zuletzt haben Social Media sehr viel mit sehr authentischem und wirkungsvollen Eigenmarketing zu tun. Social Media lebt von mehrwertigen Inhalten. (Deswegen scheitern übrigens auch so viele Social Media Aktivitäten…) Diese Inhalte werden von Menschen: gelesen, ge-like-t, ge-retweet-et, ge-recommend-et, verlinkt,… und mit jedem Like, Retweet, etc. steigt der Wert für das Unternehmen, denn so verbreitet sich der Inhalt viral. Aber vor allem auch das Ranking in Suchmaschinen verbessert sich. Und wie wichtig Suchmaschinen (auch für Privatbanken) sind, wissen wir.

Alles nichts wert

Viele Gründe, die alle nichts wert sind wenn die Entscheidungsträger nichts von Social Media halten. Aber alles Gründe, die überzeugend klar sind, um Entscheidungsträger zu überzeugen. Und um das Thema abzuschliessen (und gleichzeitig komplett zu öffnen) hier mein persönlicher Tipp, wie man 3 Minuten sinnvoll einsetzen kann:

Standortbezogen werben: Was bringen Location Based Services?

Sind sie Ihnen auch schon aufgefallen, die blauen „Check In Here“ Aufkleber von Foursquare? Seit Kurzem klebt einer an Hiltl’s Eingangstüre, wie ich während einer Mittagspause feststellte. Wer dort eincheckt, erhält ein 1dl-Glas des Monatssafts aufs Haus. Bereits 919 Gäste haben eingecheckt, 1652 Säfte wurden ausgeschenkt. Daraus schliesse ich: Jeder zweite Einchecker kam wieder und profitierte doppelt (Stand 12.April 2012).

Aus gegebenem Anlass: Lohnt sich der Einsatz von Location Based Services als Marketinginstrument für Schweizer Unternehmen?

Von der Strasse in den Laden: Location Based Services kurz eingeführt

Im Fokus aller Location Based Services steht die Kenntnis des Aufenthaltsorts eines Nutzers. Dieser wird mittels GPS Funktion des Smartphones ermittelt und beinhaltet das Abfragen von Informationen wie bspw. „Wo ist der nächste Coiffeur-Salon?“ (lokale Suche), „Befindet sich meine Freundin Maja gerade in der Bibliothek?“ (ortsbezogenes Social Networking), „Wie wurde die Cocktail Bar am Paradeplatz bewertet?“ oder der Routenplanung via Google Maps (lokale Orientierung und Bewertung). Der Nutzer erhält also Informationen, die auf seine Bedürfnisse massgeschneidert sind und für ihn genau zu Zeitpunkt X an Ort Y relevant sind.

Viel Potential, aber auch Unsicherheit bei Nutzern und Unternehmen

Während sich in den USA Foursquare, der Vorreiter im Bereich der Location Based Services, zunehmend als Marketinginstrument etabliert, herrscht hierzulande noch Skepsis über Apps, die den aktuellen Nutzerstandort einer Online Community öffentlich zugänglich machen. Und das, obwohl sich die Suche nach lokalen Produkten und Dienstleistung auch in der Schweiz längst weg von den Gelben Seiten, Suchmaschinen und Onlineverzeichnissen hin zu standortbezogenen Suchanfragen und Diensten wie bspw. Google Maps entwickelt hat.

Es ist an den Marketingverantwortlichen Überzeugungsarbeit zu leisten. Zu gross ist (hierzulande immer noch) die Angst, dass die Übermittlung des aktuellen Standortes in die falschen Hände gerät (Datenlecks, Einbrecher, Stalker, etc.). Und trotzdem, Location Based Services in den Marketingmix aufzunehmen, lohnt sich: Das Einrichten einer Online Präsenz ist einfach und kurzweilig, und die damit einhergehenden Vorteile nicht zu unterschätzen!

Einfache Einrichtung der Unternehmensseite

Die Vorgehensweise standortbezogen zu werben, ist denkbar einfach: Unternehmen müssen sich bei den entsprechenden Diensten einen virtuellen Ort anlegen und bestenfalls Check-In Specials oder Deals für die Nutzer bereitstellen. Das Ansprechen und Bewerben der Nutzer mit besonderen Angeboten ist für Unternehmen kostenlos. Der Einsatz von Location Based Services ist bei lokalen Cafés, Bars, Restaurants, Boutiquen, Läden, im Einzelhandel, aber auch bei Supermärkten, Kaffeeketten, Kinoketten oder sogar bei Tankstellen denkbar.

Die Vorteile von Location Based Services

Für Unternehmen, welche Location Based Services als zusätzlichen Vertriebskanal nutzen, stellen diese eine originelle Ergänzung der bestehenden Marketing- und Social Media-Aktivitäten dar. Von der kurzfristigen Anzeige eines Sonderangebotes bis hin zu umfangreichen, langfristig geplanten Kampagnenmöglichkeiten ist vieles im Bereich des ortsbezogenen Werbens denk- und umsetzbar. Neue Kunden können akquiriert, das Kundenerlebnis optimiert und bestehende Kundenbeziehungen durch eine konsistente Präsenz an den einzelnen Kontaktpunkten intensiviert werden. Ausserdem gilt es als innovativ und fortschrittlich als Schweizer Unternehmen Foursquare oder andere Location Based Services aktiv zu bespielen.

Ein zusätzlicher, nicht zu unterschätzender Vorteil von Location Based Marketing Massnahmen ist der Gewinn digitaler Nutzer-Informationen über das Konsumverhalten der Zielgruppe (Geodaten). Diese Daten können zeitnah gemessen und evaluiert und die ortsbasierte Gesamtkampagne optimiert werden. Aus Perspektive der Nutzer sind Nutzer solche Anwendungen dann spannend, wenn profitiert werden kann (Special Offers), wenn sich gut vernetzte Personen spontan verabreden können oder um Bewertungen einzusehen und Einkaufsempfehlungen abzugeben.

Die kritische Masse als Knackpunkt

Der nordamerikanische Markt von Location Based Services ist weit von einer Konsolidierung entfernt: So kämpfen unzählige Apps wie Foursquare, Scvngr, Loopt, TellMeWhere, Localmind, Aloqa und viele weitere um kleine Nutzerstämme, während die Frage nach dem eigentlichen, langfristigen Wert für die Anwender ungeklärt bleibt. Aus diesem Grund sollten Schweizer Unternehmen nur diejenigen ortbezogenen Dienste für ihre Marketingzwecke einsetzen, die hierzulande auch bekannt sind und genutzt werden: Facebook!

Setzen Sie auf Facebook Places

Facebook mit seinen über 800 Mio aktiven Usern pro Monat bietet mit Facebook Places die ideale Möglichkeit, auf eine bereits bestehende, sehr grosse und aktive Nutzerbasis zurückzugreifen. Erfolgskritische Faktoren sind hierbei einzig die Integration von Facebook Places in die bestehende Facebook Fanseite (Zusammenhalten der Community anstelle von Aufteilen dieser auf mehrere Plattformen) sowie das aktive Bewerben exklusiver Angebote (Anreizgenerierung für Check-Ins). Der daraus (potentiell) resultierende Effekt ist immens, insbesondere dann, wenn bedacht wird, dass jeder Facebook-Nutzer durchschnittlich 300 Freunde hat. Bemerkenswert ist ausserdem, dass Facebook Places ohne App auskommt und dadurch technische Partizipationshürden umgangen werden können (Download einer speziellen App). Schade nur, dass es hierzulande noch sehr wenige Exklusiv-Angebote für die Facebook Communities gibt.

Fazit: Noch viel Potential bei Location Based Services

Location Based Services bergen enormes unausgeschöpftes Marketing-Potential. Wichtig ist es, die Massnahmen crossmedial gut zu bewerben, attraktive Specials anzubieten, das Unternehmensprofil zu pflegen und auf die eigenen Kundenbewertungen zu achten. Wer dies dauerhaft und konsequent macht, kann sich durch das standortbezogene Werben einen Wettbewerbs- und Differenzierungsvorteil erarbeiten. Ebenfalls – der Auffindbarkeit bei Google zuliebe – ist auf eine gepflegte Google PlacesPräsenz nicht zu verzichten. Mehr über die Einflussfaktoren auf das Google-Ranking findet sich unter dem Stichwort SEO in diesem Blog.

Facebook Timeline ab 30.3. für alle Fanpages

Wow! Das ging schnell… Die FMC hat noch nicht begonnen und schon ist das Announcement auf Facebook da: Auf allen Fanpages erscheint seit heute die Nachricht, dass ab 30.3. umgestellt werden kann.

Nix mit Ruhe in Europa

Die Annahme, dass europäische Unternehmen bis zum Sommer warten müssen, bis sie Timeline nutzen können, trifft nicht zu. Administratoren von Fanpages können sich ab jetzt vorbereiten, Cover-Bilder ausprobieren und ihre Seite mit Timeline als Vorschau ansehen (und teilweise auch schon live schalten). Was es dabei zu beachten gibt: Die wichtigsten Facebook Timeline Tipps. Wahrscheinlich werden wir ab jetzt viel Verspieltes und Kreatives sehen…

Mehr dann heute Abend

Was bleibt ist, dass erst heute Abend die Details bekannt werden, wenn die FMC stattfindet. Einiges findet man

  • bereits jetzt auf der Landing Page: https://www.facebook.com/about/pages
  • in der Facebook Doku: http://allfacebook.de/pages/download-timeline-guide
  • heute Abend live auf twitter.com/Namics und facebook.com/namics (jetzt auch mit Timeline)

Facebook Timeline für Unternehmen

Timeline Studie von Mashable.com (http://mashable.com/2012/02/15/facebook-timeline-for-brands/)

Experten und Gerüchten zufolge wird Facebook am 29.2. die Timeline für Fanpages bekanntgeben. „Endlich“ sagen die Meisten, ohne dass irgend jemand genau weiss, was das bedeuten wird. Logisch, denn die Möglichkeiten, die Facebook bisher für Unternehmen geboten hat, sind… sagen … Weiterlesen

Vortrag in Zürich: SEO-Projektmanagement

Am 06.12. konnte ich beim Internet-Briefing in Zürich die schlimmsten SEO-Fehler vorstellen und vier Ansätze und Methoden zeigen, die diese Fehler heilen. Im Folgenden findet sich eine kurze Zusammenfassung des Vortrags sowie der Foliensatz. Weiterlesen

Lohnt sich Group Shopping für Unternehmen?

Grouponing = Mischung aus Group Shopping und Couponing
Group Shopping ist in aller Munde- nicht zuletzt durch den bevorstehenden Börsengang von Branchenprimus Groupon und unzähligen Nachahmern. Das Geschäftsmodell ist simpel: auf Online-Plattformen werden rabattierte Coupons für Dienstleistungen und Produkte verschiedener Unternehmen in einer Region und zum Teil auch überregional für einen begrenzten Zeitraum lang offeriert. Der Name Grouponing setzt sich aus einer Kombination aus Group Shopping (ein Deal braucht teilweise eine Mindestanzahl an Käufern) und Couponing, also den klassischen Discount-Codes.

Über Groupon vermarktete Deals sind mittlerweile quasi Garant für hohe Publizität und bescheren den anbietenden Unternehmen eine Vielzahl an (Neu)Kunden, weswegen die Plattform zunehmend prosperiert und immer mehr Firmen an sich bindet.

Lohnt sich Grouponing?

Nicht jedes Unternehmen hat jedoch Erfolg auf solchen „Grouponing“- Plattformen; gerade kleine Unternehmen stehen häufig vor Frage, ob sich diese Spielart des e-Commerce wirklich lohnt.

Ob ein solches Investment gelingt, hängt massiv von der Kostenstruktur des Unternehmens und überraschenderweise von der Anzahl verkaufter Deals ab.
Im Folgenden zeige ich ein kleines Modell, welches zeigt, inwiefern Geschäftsziele von anbietenden Unternehmen und den Coupon-Plattformen auseinander laufen können. Hierzu werden die gewinnmaximalen Ausbringungsmengen (=Deals) der Dealanbieter (wie bspw. Restaurant ABC) und der Dealplattformen (wie bspw. Groupon) miteinander vergleicht.

Die Analyse am Modell.

Die Group Shopping-Nachfrager-also Unternehmen, die mittels „Deals“ ihr Geschäft aufpeppen wollen, erhalten pro verkauftem Deal einen Verkaufpreis, der etwa 1/4 des ursprünglichen Verkaufspreises entspricht, da Deals meistens um etwa 50% preisreduziert angeboten werden. Zudem fließen etwa 25% des ursprünglichen Verkaufspreises direkt an den Deals-Anbieter wie z.B. Groupon.

Die Unternehmen tragen weiterhin den vollen Anteil der summierten Kosten, also generelle Fixkosten (wie zum Beispiel die Miete des Restaurants) und laufende, variable Kosten (wie zum Beispiel die Kosten für das verkaufte Menü). Zudem müssen Kosten für die Organisation des Deals eingeplant werden.

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Man kann in den meisten Fällen davon ausgehen, dass sich bei Absatz nur sehr weniger Deals das Angebot auf der Groupshopping-Plattform nicht lohnt, da hier die fixen administrativen Kosten den Wert der Deals (also den genannten 25% des originären Verkaufspreises) übersteigen. Die meisten Plattformen erlauben daher die Angabe einer Mindestmenge an verkauften Deals („Deal findet statt ab…“).
Erst ab einer gewissen Menge an Deals lohnt es sich für Unternehmen, das Angebot zu nutzen, weil sich erste Skaleneffekte einstellen (bspw. können mehrere Menüs für die Coupon-Käufer gleichzeitig zubereitet werden). In der Abbildung 1 erkennt man, dass das Unternehmen ein Gewinnmaximum am Punkt 1 bei einer bestimmten Anzahl (Punkt 2) an verkauften Groupons erreicht. Werden mehr Deals als an Punkt 2 abgeschlossen, sinkt die Marge des Anbieters, da er weitere Kapazitäten einkaufen muss (z.B. muss der Restaurantanbieter weitere Kellner einstellen oder weitere Räumlichkeiten mieten).
Entscheidend ist vorerst nicht, wo das anbietende Unternehmen eine gewinnmaximale Anzahl an Deals besitzt, sondern DASS es ein konkretes Gewinnmaximum gibt.

3589-Abbildung 2_Lohnt sich Groupon-thumb-500x420-3588.png

Der Dealsanbieter hingegen hat eine anders strukturierte Gewinnfunktion, welche vereinfacht nur aus wenigen Elementen besteht:
Gewinn= 0,25 *Ursprünglicher Verkaufspreis*Anzahl verkaufter Deals – Fixkosten, wobei hier die 25% Provision pro verkauftem Deal sowie die Fixkosten berücksichtigt sind. Fixkosten sind bei Groupon& Co beispielsweise Kosten, die dadurch entstehen, dass mit den buchenden Unternehmen Verhandlungen geführt, die Infrastruktur bereitgestellt und Vermarktungskonzepte (Bild und Text für das angepriesene Produkt auf groupon.de) realisiert werden müssen. Variable Kosten hingegen fallen bei Groupon nicht oder nur so marginal an, dass sie hier unberücksichtigt bleiben können-die Kosten für die Produktpräsentation bleiben von der Anzahl verkaufter Deals unberührt und fallen an, egal ob ein oder hunderttausend Deals abgeschlossen werden. Die Coupon-Plattform macht folglich ab dem Punkt 3 Gewinn, an welchem die Fixkosten gedeckt sind. Ab dann steigen die Gewinne bei Groupon&Co approximativ folglich mit jedem verkauften Deal an. Je mehr Deals abgeschlossen werden, umso höher ist der Gewinn bis hin zum Punkt 4.

Für wen sich der Deal immer lohnt.

Als Folge der so unterschiedlichen Gewinnfunktionen ergeben sich komplett andere Strategien. Sollten anbietende Unternehmen versuchen, eine bestimmte und fixe Menge an verkauften Deals anzusteuern, werden die Groupshopping-Anbieter versuchen, immer noch mehr Deals zu vermitteln. Dies versuchen die Coupon-Plattformen auf zwei Arten:

1) Deals werden überregional (national) angeboten
2) Deals werden für längere Zeit als nur einen Tag angeboten

Ebenfalls werden häufig konkurrierende Angebote (also neben Restaurant A auch noch Restaurant B) zur gleichen Zeit offeriert. Ebenfalls zeigt das Modell, wieso Groupon&Co so attraktiv für Investoren ist- hohe Profitabilität bei anvisierter Marktdurchdringung bei niedrigen Fix- und marginalen variablen Kosten.

Diese Trends könnten sich noch zusätzlich verstärken, sobald Groupon&Co börsennotiert sind, wenn sich die Plattformen an der Profitablität anderer etablierter e-Commerce Unternehmen messen lassen müssen.
Disclaimer: Es lassen sich einige Argumente gegen das gezeigte Modell einwenden, welche die Grundaussage aber nicht entkernen- beispielsweise können Unternehmen in manchen (aber wenigen) Fällen eine Höchstanzahl an Deals festlegen, so dass Unternehmen die für sie nötige Restriktion setzen können. Für eine Festlegung der gewinnmaximalen Menge wäre diese jedoch ex ante zu ermitteln. Ob Groupon&Co die Unternehmen hierbei wirkungsvoll untersützen, darf bezweifelt werden- steht es doch ihrem Geschäftsmodell im Weg.
Lassen sich Unternehmen von der approximierten Anzahl neuer Kunden verführen, kann es zu einem finanziellen Desaster kommen; es gibt hier schon einige Beispiele. Das Problem verschärft sich, wenn auf Groupshopping als singulären Verkaufskanal gesetzt wird. Lohnen sich also Deals niemals für Unternehmen, dafür immer für Groupon&Co?

To deal or not to deal, das ist hier die Frage. Und noch viele mehr.

Die Vergegenwärtigung des gezeigten Modells reicht nicht aus. Unternehmen müssen noch mehr Abwägungen treffen:

  • Wie hoch sind Reichweiten- und Brandingeffekte?
  • Können Preise gewinnoptimaler differenziert werden?
  • Wie wird das Verhältnis an erreichten Neukunden/Bestandskunden eingeschätzt (je nach Dienstleistung schließen teils sogar mehr Bestands- als Neukunden ab mit der Folge, dass sich die Unternehmen selbst das Wasser abgraben)?
  • Wie teuer werden Leads an anderer Stelle eingekauft?
  • Können Neukunden auch über den Deal hinaus gehalten werden (dies kann zumindest für einmalige Event-Dienstleistungen wie bspw. Ballonfahrten kritisch hinterfragt werden)?
  • Sind entsprechende Kapazitäten vorhanden (teils sind in den Restaurants fast nur „Daily Deals“-Kunden; Vollpreis-Zahler wären außen vor)?
  • Kann durch Groupon etwaiger Leerlauf reduziert werden (Bsp.: Auffangen von Umsatzrückgängen bei Sommerausflugszielen im Winter)?
  • Sind Restriktionen, die von Groupon& auferlegt wurden, Kunden unfreundlich und daher vielleicht sogar Geschäftsschädigend?
  • u.a.

Fazit

Groupon&Co bieten in den vielen Fällen eine effiziente (Web)Plattform zur Neukundenakquise und Leadgenerierung- gerade für noch unbekannte Unternehmen. Im Modell wurde gezeigt, dass die Gewinnmaximierungsstrategien von Groupon und den Unternehmen stark differieren, woraus sich für Unternehmen, die sich die Schaltung eines Deals überlegen, Handlungsbedarf ableitet. Einen Teil dieses Handlungsbedarfs können Unternehmen abdecken, indem sie die obig gestellten Fragen beantworten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Am Ende wird transparenter, welchen Kanal man bearbeiten sollte und ob Groupon&Co in Summe lukrativ sind oder nicht. Ich schätze den Gedanken, dass Grouponning ein „Investment“ darstellt, welches sorgfältig kalkuliert werden muss (und deswegen auch in die Online Marketing Planung eingebettet sein sollte)- ein Verzicht hierauf verbrennt nur Geld.

Stirbt E-Mail-Marketing aus?

E-Mail-Marketing im E-Commerce-Prozess
Das Thema E-Mail-Marketing nimmt im gesamten E-Commerce-Prozess einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Einerseits bietet E-Mail-Marketing im Vergleich zu anderen Online Marketing-Instrumenten ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Andererseits ist kein Online-Medium so stark mit dem Thema E-Commerce verknüpft wie E-Mail. Wieso spricht trotzdem jeder nur noch von Social Media?

Gefährdet Social Media das traditionelle E-Mail-Marketing?

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Parallel zum Thema E-Mail-Marketing wächst der Stellenwert von Social Media zunehmend. Durch die Präsenz auf Social Media-Plattformen erhoffen sich Unternehmen unter anderem schneller und unkomplizierter an sehr detaillierte Kundendaten zu gelangen. Daher stellt sich die Frage, ob Social Media-Marketing dem traditionellen E-Mail-Marketing mittelfristig den Rang ablaufen wird. Gegenwärtig kann diese Frage klar verneint werden. Sucharita Mulpuru, Analystin von Forrester Research, vergleichte in einer Studie (Forrester Research, 2011), Klick- und Konversionsraten einer Facebook-Präsenz mit den durchschnittlichen Response-Raten von Newslettern und Anzeigen in Suchmaschinen:

„A social-network presence, […], was less effective at customer acquisition and retention than e-mail and paid search. The study found that the average Facebook metrics are a 1% click-through rate and a 2% conversion rate. E-mail marketing, by comparison, has an 11% click-through rate and a 4% average conversion rate.“

Dies ist sicher keine abschliessende und vollumgängliche Beurteilung. Sie gibt jedoch Hinweise darauf, dass mittelfristig nicht mit einer Ablösung von E-Mail-Marketing durch Facebook zu rechnen ist. Viel interessanter ist doch die Frage, ob sich die beiden Kanäle ergänzen? Antworten darauf, sollte der Besuch des 1. E-Mail-Marketingtages liefern.

Rückblick auf den 1. E-Mail-Marketing-Tag
Weshalb wird das E-Mail Marketing trotz den genannten Tatsachen und Stärken von vielen Unternehmen immer noch derart stiefmütterlich behandelt? Eine mögliche Antwort darauf ist, dass diese dem professionellen E-Mail-Marketing und den dahinter liegenden Möglichkeiten nach wie vor zu wenig Beachtung schenken. Genau hier knüpft der E-Mail-Marketingtag an.

Im Rahmen der Veranstaltung stellten sieben Referenten unterschiedliche Themengebiete vor, die sich den Bereichen: Relevanz und Strategie, Usability, Aufbau und Nutzung eines E-Mail-Verteilers, Rechtliche Grundlagen, Verknüpfung von Social Media mit E-Mail-Marketing und einem Fallbeispiel widmeten. Das Ziel der Veranstaltung lag darin, die Zuhörer für das Thema E-Mail-Marketing zu sensibilisieren und gleichzeitig auf die Wichtigkeit hinzuweisen, E-Mail-Marketing nicht als Verlegenheitslösung, sondern als professionelles Online-Marketing Tool zu betreiben.

Die nachfolgenden Abschnitte fassen die wichtigsten Ergebnisse aus den Vorträgen zusammen.

Relevanz und Strategie eines Newsletters

  • Ziel und Strategie des Newsletters definieren, denn nur relevante Inhalte erreichen die Empfänger.
  • Keine anonymen Floskeln und Anreden verwenden (Stichwort Personalisierung).
  • Mit den gewonnenen E-Mail-Adressen muss bewusst und vorsichtig umgegangen werden.
  • Der Empfänger muss einen konkreten Nutzen durch das Bestellen eines Newsletters erhalten.
  • Die Newsletter-Nutzung soll ausgewertet werden.

Usability in E-Mails

  • Der An- und Abmeldeprozess muss einfach, transparent und konsistent umgesetzt sein.
  • Nur so viele Daten wie nötig erheben.
  • Sauberes, fehlerfreies und CI-konformes Layout erstellen.
  • Kurze, verständliche und prägnante Inhalte verwenden.
  • Eine Message muss auch ohne Bilder verstanden werden.

Social Media und E-Mail-Marketing

  • Cross-Opt-In-Verfahren verwenden, um die Nutzer auf alle Kanäle aufmerksam zu machen (z. B. durch einen Hinweis im Newsletter auf die Facebook-Fanseite).
  • Facebook-Usern ermöglichen, sich mittels 1-Klick für den Newsletter anmelden zu können (alle über Facebook freigegebenen Daten werden mitgeliefert).

Rechtliche Grundlagen

  • Der Empfänger eines Newsletters muss der Zustellung explizit zugestimmt haben.
  • Der Versender des Newsletters tut gut daran, die Einwilligung des Empfängers ebenfalls zu dokumentieren (z. B. per Double-Opt-In-Verfahren).
  • In der Schweiz sollten folgende Gesetzesartikel berücksichtigt werden: Art. 45a Fernmeldegesetz (FMG), Art. 3 lit. o Lauterkeitsgesetz (UWG) – sogenannter Anti-Spam-Artikel und das Datenschutzgesetz (DSG).
  • Für die EU gelten folgende Richtlinien: Fernabsatzrichtlinie (97/7/EG), E-Commerce-Richtlinie (2000/31/EG) sowie die Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation (2002/58/EG).

Fazit
Der 1. E-Mail-Marketing-Tag bot eine breite Palette an Themengebieten, die im Rahmen des komplexen Themas E-Mail-Marketing zu berücksichtigen sind. Neben der Beachtung der Relevanz, die darüber entscheidet, ob ein Empfänger die erhaltene Nachricht liest oder nicht, wurden pragmatische aber dennoch wertvolle und verständliche Tipps für den Aufbau eines Newsletters, die Betreuung und Nutzung eines E-Mail-Verteilers sowie die Berücksichtigung der rechtlichen Grundlagen gegeben. Wo möglich wurden Praxisbeispiele erwähnt. Die Verknüpfung der beiden Kanäle Social Media und E-Mail-Marketing konkurrieren sich beim richtigen Einsatz nicht. Vielmehr ergänzen sie sich und bieten neue Wege, um an detailliertere und aussagekräftigere Kundendaten zu gelangen. Abgeschlossen wurde die Vortragsserie mit einem Fallbeispiel zu Coop. Dieses zeigte, dass beim Einsatz verschiedenere Instrumente (z. B. Print, Online, TV) die zeitliche und inhaltliche Abstimmung von zentraler Bedeutung ist.

Insgesamt bot die Veranstaltung ein abwechslungsreiches Programm mit interessanten Referenten und Gesprächen. Genau hierbei lag jedoch die Schwäche. Die einzelnen Themen konnten meiner Meinung nach nur äusserst grob angeschnitten werden und boten zu wenig Zeit, um der Wichtigkeit, die das Thema E-Mail-Marketing einfordert, entsprechend gerecht zu werden. So wurden z. B. technische Themen, welche ich mir künftig wünsche, komplett vorneweggelassen. Dies ist sicherlich auch auf die angesprochene Zielgruppe (jeder ist willkommen, der sich für E-Mail-Marketing interessiert) zurückzuführen. Für die Zukunft der Veranstaltung würde ich mir aber wünschen, dass zielgruppenspezifischere Themenslots angeboten werden, um sich gezielter und tiefer zu einem Thema innerhalb des E-Mail-Marketings informieren und weiterbilden zu können. Gerne darf die Veranstaltung dann auch etwas kosten.

Der Bloggerfilm ist online.

Der Bloggerfilm ist eine (fast epische) überaus bemerkenswerte Matura Arbeit bzw. ein Film von Michael Eugster, den er heute veröffentlich hat. Die schriftliche Arbeit umfast (sic!) 6666 Wörter.

Aus 20 Interviews mit Schweizer Bloggern haben sich über 73GB und 4 Stunden Film ergeben. Daraus hat Michael einen zehnminütigen Film über Blogs erstellt. Sehr informativ nicht nur für seine Zielgruppe, kurzweilig, unterhaltend und mit spannenden Einblicken in die Schweizer Bloggerszene.

Lustige Diskussion: „DER oder DAS Blog“. Ich hätte eigentlich erwartet, dass die Mehrheit der CH-Blogger auf DAS Blog einschwenken, während Journalisten DER Blog sagen würden (wie sie auch DER iPad verwenden). Wie auch immer. Nur ein Detail.

Mir hat die Teilnahme am Projekt Spass gemacht. Michael, Bloggingtom, Marcel und ich haben einen spannenden Samstag Nachmittag mit Dreharbeiten im Seedamm Plaza verbracht. Online und bloggend mögen wir zwar Profis sein. Präsenz vor einer Kamera ist aber auch für uns noch immer etwas ungewohnt.

Neben meiner Begeisterung für das ganze Projekt (ich hatte in diesem Alter eher Schnäpper und Disco im Sinn) fällt mir eines im Film ganz speziell auf: Die Speakerstimme würde man eher einem WebTV Profi zuordnen als einem Maturanden.

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Fazit einmal mehr: Mut ist gratis! Und daher auch die Unterstützung von Namics und mir persönlich. Eine passende Gelegenheit um Blogs neben all dem Facebook-, Twitter-, Foursquare- und ganz frisch Diaspora-Fieber wieder zu promoten (und auch für ganz wenig Strunz-Marketing am Ende des Films). Mut ist gratis. Ich darf das.

Alles auf einen Blick

Alle wichtigen Infos kompakt hier. Der Bloggerfilm auf Vimeo, Informationen zum Projekt und Followbefehl für den Twitter Account von Michael.