Focus on Simplicity

Warum Simplicity (heute erst recht?)

Mit der heutigen visuellen Landschaft, Off- und Online, die durch Informationen überladen ist und die moderne Welt, die von Hektik umgeben ist, halten wir Minimalismus bzw. Simplizität geradezu in unserer Gesellschaft für wichtig.

Aus Benutzersicht hat also Einfachheit bzw. Minimalismus im Interface Vorteile: Klare Linien und Formen, klare Bilder und Texte, klare Botschaften, die somit schnell und unkompliziert aufgenommen und verstanden werden können. Weniger Informationen, weniger „Lärm“ auf der Benutzeroberfläche gewährleisten Fokus auf das Wesentliche.

Ein gutes Design ist unkompliziert. Ein gutes Design ist nicht komplex. Ein gutes Design ist verständlich und unaufdringlich. Ein gutes Design ist konsequent bis ins letzte Detail. Ein gutes Design ist so wenig Design wie möglich. Der Benutzer soll sich auf keinen Fall überfordert fühlen. Der Benutzer darf nicht die Qual der Wahl haben (Hicks Law) und nicht das Gefühl haben Arbeit zu leisten.

Aus unserer professionellen Sicht und gerade im Feld des Webdesigns, ist die Herangehensweise mit wenigen Faktoren und wenigen Regeln zu designen fast schon reaktionär: Wir arbeiten mit Komponenten und Regeln, die im ganzen Design Prozess (von der Konzeption bis zu der Umsetzung mit CMS) Einschlag haben. Durch modernste Technologien hat man heutzutage die Qual der Wahl, wenn es um „Filter und Farbpaletten“ geht, die Möglichkeiten sind endlos, jedoch sollten wir uns für eine unterschiedliche Herangehensweise entscheiden und Konzepte an erster Stelle stellen. Wir sollten Designs erstellen, die Sinn machen und nicht nur angenehm zu betrachten sind. Ein positives Erlebnis entsteht durch Weglassen und nicht durch Hinzufügen. Minimalistisches Design ist zudem zeitlos, nachhaltig, hat das Können, Trends zu widerstehen und ist immer noch relevant. Es ist die Definition einer zeitlosen Methode der Gestaltung.

Doch wie gestaltet man mit Simplicity, kann eine minimalistische Internetseite eigentlich noch emotional oder persönlich wirken? Und wann wird Einfachheit zur Komplexität? Dies möchten wir Ihnen in der nächsten Designkantine am 21.06.2012 zeigen.

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Veröffentlicht unter Design

Websites für Retina Displays

Und wieder ist es neue Hardware, die eine neue Herausforderung für meine Arbeit darstellt… kein File Format (z.B. SVG), keine neue Software (ich liebe Layer Cake), Browser oder Online Service: Das neue iPad und die Macbooks mit Retina Display sind im Begriff eine ähnliche Triebkraft zu entwickeln wie das iPhone 3 vor nicht allzu langer Zeit.

Im ersten Moment ist man hingerissen von der Schärfe und Qualität der Textdarstellung – dann stellt man vielleicht fest, dass die bisher verwendeten Schriften auf den Geräten klobig und alles andere als elegant aussehen. Mag vielleicht den Flyeralam-Designer wenig kümmern… ich schliesse mich jedoch der Beurteilung von Oliver Reichenstein an und verstehe die Idee der Responsive Typography.

Text ist kein Problem – bis auf das Texten selbst

Nun ist die Textdarstellung auf den neuen Geräten für Website ja noch kein Problem – im Gegenteil: Alle Elemente, die man auf der Basis von Text darstellt sind in jedem Fall auch in Retina Auflösung brilliant und scharf.

Weg von Photoshop/PNG zu SVG oder anders gestalten?

Aber Websites bestehen auch aus grafischen Assets, Bildern und UI Elementen, die mit Hilfe von Photoshop „pixelperfect“ produziert werden. Für diese bietet HTML und CSS (bis heute ?) nur ein begrenztes Mass an automatisches Qualität-Update an.

Aus dem Kopf zusammengefasst sind das:

  • borders und border-radius
  • gradients
  • text- und box-shadow
  • opacity

Bereits bei multiple backgrounds hört der Spass auf und ich sehe eine ziemliche Herausforderung bei der Asset Produktion und Zusammenstellung von Sprites. Alle Formen und Illustrationen müssen als Vektoren (Photoshop: Formebenen) angelegt sein – denn selbst Vektor-Smart-Objects erweisen sich beim Auflösung anpassen als weniger smart, wie der Name vermuten lässt.

Doch – kann das die Zukunft sein? Zumal ich mir bewusst bin, dass die Welt auch ähnliche Geräte mit Android oder Windows bekommen wird. Da wäre es total kurzsichtig genau die beiden „iResolutions“ zu produzieren.

Ein Blick auf die Apple Website zeigt eine Möglichkeit auf, die zumindest für grafische Elemente funktionieren könnte. Bei genauerer Untersuchung der Hauptnavigation findet man zwei Sprite Dateien: Ein PNG in 72dpi und eine SVG Datei in gleicher Grösse… und wenn man mal die Seite zoomt (ich nehme nicht an, das Ihr bereits vor einem Retina Macbook sitzt), so bleibt der Text und das Apple Logo egal in welcher Zoomstufe sauber und scharf.

Eine Alternative wäre natürlich die Verwendung Text in Kombination mit eigenen Fonts – wobei man leider auf gestalterische Freiheiten verzichten muss. Der Glanz auf dem Apple Logo geht mit Text Effekten einfach nicht. Demnach fällt Text aus, sobald gestalterische Freiheit oder Flexibilität nötig ist.

Ich sehe die Notwendigkeit der Entwicklung einer leistungsfähigen und robusten Produktionskette für die Herausforderung der neuen Hardware. Responsive Design Beispiele beschäftigen sich mit bis heute nur mit der Skalierung „nach unten“. Vielleicht spielen Illustrator oder Fireworks wieder mit – oder es gibt intelligente Produktionsmaschinen wie Opacity.

Und wie bekommt man die Qualität bei Fotos und Bildern in den Griff? Keine Ahnung – „Smart Picture Objects“ auf dem Server?
<spo href=“my-perfect-picture.jpg“> :-)

Vielleicht bin ich demnächst schlauer…

Fazit

Die neue Hardware fordert eine neue Beurteilung des Rendering im Browser, Text, Grafik und Photos sehen nur – wie von Jony Ive versprochen – brilliant aus, wenn wir die richtige Qualität auch ausliefern.

Zu einem grossen Teil müssen wir bei der Gestaltung mitdenken. Die Produktionskette der letzten Jahr(zehnte) muss sich aber in jedem Fall ändern. Wie genau muss sich noch herausstellen.

Any ideas?

Die Abkürzung zum Produkt

L-Navigation war gestern: Namics entwickelte für Phoenix Contact ein innovatives Navigationsprinzip, das Platz spart und neue Features im Flyout bietet. Ohne Ladezeiten. Ohne Zwischenseiten. Einfach schneller zu einem von 50.000 Produkten.

Es gibt sie seit den ersten grafischen Betriebssystemen: Die Rede ist von der L-Navigation – der vertikalen Anordnung von Inhaltsstrukturen. Gerade im Rahmen komplexer Inhaltsgefüge ermöglicht sie heutzutage kein benutzerfreundliches Interfacedesign mehr. Häufig stößt man auf Projekte – gerade im E-Commerce-Bereich – bei denen es unmöglich ist, jede Menüebene auf übersichtliche 7–9 Punkte zu reduzieren. Dann sind innovative Navigationskonzepte gefragt, die schnelles und dynamisches Bewegen innerhalb einer Internetseite ermöglichen und ohne Umwege zum Ziel führen. Solch eine entwickelten wir für Phoenix Contact.

50.000 Produkte. Eine Navigation.
Vor eine besondere Herausforderung stellte uns der Marktführer von elektrischer Verbindungstechnik und Automation: Für die Internetseite von Phoenix Contact bildete Namics rund 50.000 Produkte in einer neuartigen Navigation ab. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Mit nur drei Klicks und ohne Ladezeiten kommt der User bis zum gesuchten Produkt.

Screenshot Navigationsmenü Produktnavigation

Gründe gegen die L-Navigation.
Schon in den frühen Phasen der Konzeption war klar, dass eine klassische L-Navigation, wie das Unternehmen sie bisher einsetzte, nicht zielführend ist. Gründe gegen diese Form der Navigation sind im Allgemeinen:

1. Überflüssige Ladezeiten, da jede Seite aufgerufen werden muss

2. Enormer Platzbedarf, der dem Content Raum nimmt

3. Ästhetisch nicht ansprechende Darstellung bei mehr als zwei Menüebenen

Wir waren froh, in Phoenix Contact einen Kunden gefunden zu haben, der den Nutzen erkannt hat, Zeit und Geld in die Entwicklung eines neuen Navigationsprinzips zu investieren.

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Das Retina-Problem für Publisher

Das neue iPad

Die Retina-Analogie Während einige Publisher noch an der digitalen Revolution knabbern und ihre Inhalte häppchenweise digitalisieren, kommt bereits die nächste Herausforderung Chance aus dem Hause Apple: das neue iPad. Hatten die beiden Vorgängermodelle, das iPad 1/2, noch eine Displayauflösung von  1024 … Weiterlesen

Clarify – Ein Toolkit für den Frontend Workflow

Der Frontend Entwicklungsprozess in einem Projekt wird immer komplexer und zeitaufwendiger. Aufgrund einer Vielzahl von Zielgeräten und Auflösungen, Verhaltensweisen, Animationen, CSS3, HTML5, etc. steigen zwangsläufig auch die Aufwände und die Komplexität während Konzeptionsphase in allen Disziplinen. Dieser Wandel ist enorm spannend und bietet fast unendliche Möglichkeiten. Es ist aus meiner Sicht aber auch der Moment über die Effizienz im Workflow nachzudenken.

Wir setzen mit Terrific ein fantastisches Werkzeug ein, dass uns ermöglicht modulare und wartbare Frontendbausteine effizient umzusetzen. Es gehört aber nach wie vor zu jedem Projekt dazu, die Spezifikationen zu komplettieren, seien dies nun Vermassungen, Farbcodes, Verhaltensweisen, Geschwindigkeiten von Übergängen, etc. Aber genau diese Erarbeitung kostet Zeit und kann optimiert werden.

Aus diesem Grund ist durch Diskussionen mit Experten aus den Bereichen UX, Design, Projektleitung & Entwicklung innerhalb kurzer Zeit ein Tool entstanden, das einzelne dieser Arbeiten mit kleinen Hilfsmitteln versucht zu unterstützten. Clarify. Es handelt sich dabei um eine Webapplikation mit einer darunterliegenden Datenbank. Nachfolgend gibt es einen Vorgeschmack der Funktionen des aktuellen Prototyps.

Projekte & Screens

Clarify erlaubt das Erfassen von Projekten und das Hochladen von Screens (JPG, PNG) zu jedem Projekt. Es listet diese übersichtlich in der Projektansicht auf. Ein Klick auf einen Screen öffnet die Toolansicht. Sie besteht aus mehreren Layern, u.a. Kommentare, Vermassungen, Farben, Schriften, etc. Initial befindet man sich auf der Kommentaransicht.

Kommentare

Im Kommentarlayer ist es möglich Punkte mit Nummern auf dem Screen zu platzieren und dazu jeweils einen Beschreibungstext zu hinterlegen. Denkbar sind Implementierungshinweise, Infos zu Modulen oder einfach nur Annotationen.

Vermassung

Jeder Frontend Entwickler hat seine Tools um Abstände & Grössen zu vermassen (falls nicht schon bei der Designübergabe vorhanden). So richtig glücklich wurde ich aber noch mit keinem. Nachfolgend sieht man die Vermassungsfunktion von Clarify. Sie zeigt eine Lupe ähnlich wie bei einem Color Picker für den Start- und Endpunkt an. Nachfolgend wird die Breite & Höhe angezeigt. Nachträglich kann die Vermassung angepasst werden. Alle Vermassungen werden in der Datenbank für spätere Outputs wie einem Styleguide gespeichert.

Farben

Das Tool erlaubt Designern und Entwicklern, je nach Workflow, Farben direkt vom Screen zu picken. In Clarify werden die ausgewählten Farben in eine Projektfarbbibliothek hinzugefügt und vom jeweiligen Screen referenziert. Dies erlaubt uns in Zukunft z.B. für ein Projekt automatisiert LESS Templates mit Farben anzulegen. Desweiteren hat man immer den Überblick, welche Farben über das gesamte Projekt hinweg verwendet werden.

Es ist auch möglich eine Farbe anstatt vom Screen zu picken, über die Farbbibliothek auf einen Screen zu ziehen. Dies ist z.B. hilfreich, wenn man im Vorhinein schon weiss, dass dies genau dieses Gelb sein muss, unabhängig davon ob es einen Hauch von jener abweicht.

Embedding

Der Kommentarlayer kann bereits im jetzigen Zustand in andere Systeme per Javascript eingebettet werden. Dies ist hilfreich z.B. in einem Wiki oder im Jira Bugtracking. Man hat dann immer eine aktuelle Version des automatisch skalierten Screens mit den Kommentarpunkten, ohne das man von Hand in Photoshop beginnen muss Punkte zu zeichnen.

Styleguide

Ein möglicher Output von Clarify (dank der strukturiert erfassten Daten) könnte ein Styleguide sein. Hier ein ganz einfaches Beispiel:

Roadmap

Dies ist der heutige Stand des Prototyps, in der nächsten Phase entstehen die Werkzeuge für Verhalten (Dropdown, Slider, etc.) und für Schriften (Zeilenhöhen, Schriftgrössen, px/em). Ich bin gespannt was ihr so darüber denkt, welche Ideen ihr zu dem Thema habt. Last was von euch hören, via Kommentare oder Mail (roger.dudler@namics.com). Mein Ziel ist es Clarify so schnell als möglich zu veröffentlichen und allen zugänglich zu machen. Stay tuned.

Ein ganz besonderer Dank für die spannenden Diskussionen geht an Thommy, Olaf, Daniel, Alex, Remo & Ernst & das gesamte Team Roman!

Facebook Timeline ab 30.3. für alle Fanpages

Wow! Das ging schnell… Die FMC hat noch nicht begonnen und schon ist das Announcement auf Facebook da: Auf allen Fanpages erscheint seit heute die Nachricht, dass ab 30.3. umgestellt werden kann.

Nix mit Ruhe in Europa

Die Annahme, dass europäische Unternehmen bis zum Sommer warten müssen, bis sie Timeline nutzen können, trifft nicht zu. Administratoren von Fanpages können sich ab jetzt vorbereiten, Cover-Bilder ausprobieren und ihre Seite mit Timeline als Vorschau ansehen (und teilweise auch schon live schalten). Was es dabei zu beachten gibt: Die wichtigsten Facebook Timeline Tipps. Wahrscheinlich werden wir ab jetzt viel Verspieltes und Kreatives sehen…

Mehr dann heute Abend

Was bleibt ist, dass erst heute Abend die Details bekannt werden, wenn die FMC stattfindet. Einiges findet man

  • bereits jetzt auf der Landing Page: https://www.facebook.com/about/pages
  • in der Facebook Doku: http://allfacebook.de/pages/download-timeline-guide
  • heute Abend live auf twitter.com/Namics und facebook.com/namics (jetzt auch mit Timeline)

Facebook Timeline für Unternehmen

Timeline Studie von Mashable.com (http://mashable.com/2012/02/15/facebook-timeline-for-brands/)

Experten und Gerüchten zufolge wird Facebook am 29.2. die Timeline für Fanpages bekanntgeben. „Endlich“ sagen die Meisten, ohne dass irgend jemand genau weiss, was das bedeuten wird. Logisch, denn die Möglichkeiten, die Facebook bisher für Unternehmen geboten hat, sind… sagen … Weiterlesen

Wunderkit – Projectmanagement goes Social

Wunderkit ist das neueste (closed Beta) Baby des Berliner Startups 6Wunderkinder, welche mit der Wunderlist bereits eine überaus erfolgreiche Gratis-Todo-App auf den Markt gebracht und weltweit Lorbeeren dafür erhalten haben.

Mit Wunderkit soll dieses Erfolgsgeschichte nun fortgesetzt werden. Dieses mal als – wenn wundert’s – als Projektmanagement Tool. Neben dem typischen Wunderlist Interface, welche der Joy-of-Use Philosopie folgt, spielen vorwiegend soziale Elemente eine entscheidende Rolle.

Jedes in Wunderkit erstellte Projekt kann entweder öffentlich oder privat publiziert werden. Was soviel bedeutet, dass man sich entweder zu einem Projekt hinzufügen kann oder eingeladen werden muss.

In der aktuellen Beta verfügt Wunderkit allerdings neben dem Dashboard nur über zwei weitere Werkzeuge. Einer an der Wunderlist angelehnte Taskliste, welche kommentiert werden kann und einem Bereich für Notizen in den Memos und Besprechungsprotokolle, etc. abgelegt werden können.

Darüberhinaus wird natürlich auch die twittermässige Benachrichtigung zu Statusupdates und die von der Wunderlist bekannte Plattformunabhängigkeit (OSX, iOS, Androide, Windows) ein starkes Argument für mich sein, dieser App eine Chance zu geben. Allerdings fehlen sowohl zusätzliche Erweiterungen (z.B. eine Timeline, Budgetplanung etc. ) oder innovative Ansätze wie sie beispielsweise bei trello oder team.fm. Aber mal abwarten, was sich da noch tut.

Wer sich für Wunderkit interessiert kann sich auf deren Website registrieren lassen oder sich hier den Screencast ansehen:

See me, hear me, smell me, touch me, taste me – oder wieviel Sinn hat digital?

Blick auf das Foyer Sofitel Bayerpost

Für viele Sinne ansprechend: Die Location des multisense Forum

Am 16.11.2011 fand in dem sehr ansprechenden Ambiente des Sofitel Bayerpost München das zweite multisense Forum statt. Ich wurde auserwählt dort einen Tag Eindrücke, Trends und Diskussionen rund um das Thema „multisensuales Marketing“ zu sammeln, bündeln und intern wie extern weiterzugeben.

Als Designer bei Namics war ich bisher hauptsächlich mit dem Schaffen von visuellen Eindrücken beschäftigt und dementsprechend gespannt auf die Gestaltungsmöglichkeiten der anderen Sinneseindrücke sowie deren Auswirkung auf die (Marken-)Wahrnehmung.

Warum eigentlich multisensuale Kommunikation?
Die Tatsache, dass wir in einer überinformierten Gesellschaft leben, erlebt jeder von uns tagtäglich am eigenen Leib – der Großteil dieser Information ist dabei visueller Natur. Das hat auch seinen Sinn, denn der visuelle Ersteindruck prägt die Wahrnehmung eines Produktes und einer Marke am stärksten. Dies bedeutet jedoch auch, dass die anderen Sinne noch enormes Potential bieten, um effektiv und effizient Botschaften zu übermitteln. Insbesondere das Zusammenspiel der Sinne stellt sich dabei als besonders wirkungsvoll heraus: Eine Botschaft, die über mehrere Sinneskanäle transportiert wird, wird deutlicher schneller und intensiver verarbeitet.

Da die Wahrnehmung einer Marke grundsätzlich multisensual ist (das Papier fühlt sich an, die Verkaufsräume riechen, die Produkte erzeugen Töne, die Gummibärchen am Empfang schmecken) geht es nicht darum, noch mehr Information über neue Kanäle zu senden, sondern darum, die vorhandenen Sinneseindrücke bewusst einzusetzen. Die entscheidende Frage wird also sein: „Sende ich das richtige Signal über den richtigen Kanal, um meinen Markenwert/Produktbenefit zu unterstreichen?“.

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Tabelle sortieren – (k)eine leichte Aufgabe

Unzählige Stunden habe ich wohl schon mit dem UI-Pattern umsortierbarer Tabellen verbracht. Nicht nur im Verschieben einzelner Pixel – sondern auch in gemeinsamen Spekulationen über „was funktioniert und was nicht“…

Schluss mit Hypothesen, dachte ich mir.

Nun also wie versprochen – mit einem Tag Verspätung – die Auswertung meiner bescheidenen Chalkmark-Studie:

Hier die beiden Testkandidaten im Vergleich:
A:

3073-table-smi-arrowsort-thumb-225x128-3072.png

B:

3076-table-smi-cleansort-thumb-225x128-3075.png

A – Jede sortierbare Spalte hat Pfeile für auf- und absteigende Sortierung. Die aktuelle Sortierung wird mit schwarzem Pfeil angezeigt.

B – Nur die aktuell sortierte Spalte ist hervorgehoben und besitzt nur den Pfeil der Richtung der Sortierung.

Die Testaufgaben waren explizit formuliert. Beispielsweise: „Du möchtest die SMI Tabelle nach Name sortiert haben.“ So kann man ausschliessen, dass es sich um ein Problem im Verständnis der Frage handelt.

Das Management Summary vorneweg: Spürbare Vorteile für Variante B durch grosse Fehlertoleranz und leichteres Klicken durch grössere Klickfläche (Fitt’s Law).

Ich muss jedoch zugeben, dass beide Lösungen funktionieren können. Denn ganz durchfallen tut auch A nicht. Jetzt aber zu ausgewählten Details…

Problem: Verwirrung durch die unnötige Anzahl an Pfeilen

3079-heatmap-arrow_problem-thumb-500x256-3078.png

In beiden Testfällen gibt es – vermutlich unachtsame – Klicks auf die Pfeile der ersten Spalte, obwohl jeweils die Sortierung der anderen Spalte gefragt war.

Zum Vergleich das positive Resultat der übersichtlicheren Variante B. Die eine Testperson beim Sortieren der SMI Werte hat wohl zuweit gedacht: Die umgekehrte Reihenfolge von der Tiefst-Spalte ist nicht nach Höchstwerte sortiert ;-)

3082-heatmap-noarrow_positive-thumb-500x243-3081.png

Zwang zum Pfeil-Klick

Interessantes Detail der exakten Klick-Positionen bestätigt eine Ahnung: 65% der Personen fühlen sich gezwungen exakt den jeweiligen Auf- oder Ab-Pfeil mit der Maus zu treffen. Das ist eine Klickfläche von ca. 11×8 Pixel!
Fatal wäre es, wenn tatsächlich nur die Klickfläche der Pfeile verlinkt wäre! Denn dann wären 25% der Klicks auf die Bezeichung im Spaltentitel wirklungslos.

Hingegen als sehr fehlertolerant erweist sich die Auszeichnung von Spaltentitel als Link. 85% treffen eine gültigen Bereich. Woher die deutlich ungenauen beiden Klicks oberhalb kommen kann ich mir jetzt so nicht erklären.

In der Summe heisst das für den Task-Erfolg – je nach Umsetzung – eine Patt-Situation (A: 90% zu B: 85%) oder ein deutlicher Vorteil für B, falls nur die Pfeile verlinkt sind.

3085-sortierpfeile-zwangzumklick-thumb-250x137-3084.png
3087-sortieren_link-fehlertoleranz-thumb-250x160-3086.png

Fitt’s Law

Je grösser die wahrgenommene Zielfläche für die Maus ist, desto schneller bewegt man die Maus darauf zu und kann natürlich auch leichter treffen. Die zu erwartende Verzögerung bei Verkleinerung ist nicht linear, sondern logarithmisch. Hier also der Heatmap Vergleich der geklickten Flächen, welcher zeigt dass der spontan geklickte Bereich durch weglassen der Pfeile weniger konzentriert ist.

3088-sort-fitts-law.png

Für diese Beurteilung ist auch nicht relevant, ob nun in Variante A 100% der Treffer auf dem kleineren Fleck vereint sind.

Abschliessend noch zwei Kommentare und die Auswertung der Präferenzen.

Zu Variante A:

Grösse der klickbaren Fläche beachten!

Zu Variante B:

Die grafische Darstellung der Sortierpfeile ist bei den auf- und absteigenden einleuchtender als bei der Version 2. Da aber die nächste Aktion bei einer Spaltensortierung klar ist, finde ich die mit den klickbaren Texten ausreichend und nicht so’n Gefummel. Nur die Pfeildarstellung sollte anders gemacht werden.

Die sechzehn Testpersonen haben sich nach Abschluss aller Tasks mit einer geringen Mehrheit für Variante B entschieden. Variante A bevorzugen 7 und Variante B bevorzugen 9 Testpersonen.

Natürlich möchte ich meine Entscheidung nicht aufgrund der quantitativen Betrachtung treffen – denn 7 zu 9 ist unentschieden.
Den Ausschlag für meine Wahl von Variante B sehe ich im grafisch überlegenen Resultat und der bestechend einfachen Umsetzung. Keine Pfeile bedeutet weniger „Noise“ und gleichzeitig wird bei vielen Spaltentitel für die Pfeile kein zusätzlicher Platz benötigt. Was das im ungünstigsten Fall zur Folge hat zeigt die

Vorlage der Tabellensortierung

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