Mehr-Werte durch die Öffnung der Unternehmenskommunikation

In ein paar Minuten spreche ich am Intranet SUMMIT 2009 (in Bad Homburg) über „Mehr-Werte durch die Öffnung der Unternehmenskommunikation.“ Als Fallstudie nutze ich Namics selbst und schlüpfe damit in die Rolle des Geschäftsführer.

Für mich ist es Fakt, dass sich die Kommunikation zwischen Menschen verändert hat und dass der Einfluss auf Firmen (aber auch der zu erzielende Nutzen) SEHR gross ist. Anderen nennen es Mitarbeiter 2.0 für mich ist es der Umgang zwischen Menschen. Zwei Fallstudien: Die Backchannel-Diskussion beim Vortrag von Norbert Bloz bei Namics und das Etablieren eines Standards. „Per Zufall“ dazu gekommen, ist ein Brainstorming im Intranet, bei welchem Chris gestern innert 2 Stunden 15% aller Menschen bei Namics erreicht hat. Genial!

Hier die (dünne) Präsi… der Inhalt kommt hoffentlich in der Diskussion und die Demos mach ich live (wenn das WLan denn will): Mehr-Werte durch die Öffnung der Unternehmenskommunikation [pdf, 1,7MB]

Twitter. Clippingboom. Wortmarke. Namics

Waren das noch Zeiten, wo ich einen Pressespiegel auf Papier hatte. Da hatte ich alle (!)Clippings und später als pdf mit Links. Ins Schleudern kam ich vor einigen Jahren, weil plötzlich etliche Blogposts hinzu kamen und Argus nicht mehr alles fand. Was tun mit den Online Erwähnungen? Nehm ich sie rein oder nicht. Hab mich dann für Nicht entschieden. Das Internet merkt sichs ja für mich.

Gerade stell ich ein paar Highligts, Clippings, Bilder und Hintergrundinfos zu unserer neuen Wortmarke und vorallem die unglaubliche Twitter-Power für unsere Kunden und Partner zusammen, und stelle mal wieder fest: Es ist unmöglich alle Clippings rein zu packen. Weil die Communities einen wesentlich höheren Anteil an der Kommunikation haben als klassische Medien (blöder Begriff, muss mir mal nen neuen überlegen). Und jeder, ob intern oder extern zu unserer Kommunikation beiträgt (beitragen kann).

Nun, für Twitter hab ichs versucht. Twitter Suche is pfutsch. Aber Google findet die Wortmarken-Tweets auch.

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Hier ein Ausschnitt der Tweets.

Danke Euch Twitterern für die wirklich gigantische Corporate Communication für unser neues CD.

Collaboration-Lösungen im Überblick: Microsoft Office SharePoint Server 2007

Teil 4 der Blog-Reihe über Collaboration-Software

Wenn man auf der Suche nach einer Kollaborations-Plattform ist, wird man unumgänglich über den Microsoft Office SharePoint Server 2007 (nachfolgend MOSS) stolpern. MOSS bietet zwar CMS-Funktionalitäten, ist aber trotzdem eine Portalengine mit Focus auf Kollaboration. D.h. der Schwerpunkt liegt bei Funktionen zur Dokumentenverwaltung und Workflow-Optimierung bzw. Unterstützung der Zusammenarbeit.

MOSS basiert auf den Serverprodukten Windows Server 2003/2008 und MS SQL Server 2003/2008. Der Bezug von MOSS-Lizenzen ist (gemäss der Strategie von Microsoft) über die Microsoft Partner abzuwickeln.

Mit MOSS kann eine Plattform für den Austausch von Informationen, die Zusammenarbeit von Gruppen und Teams sowie der Steuerung von Prozessen zur Verfügung gestellt werden. Autoren überprüfen und veröffentlichen Dokumente, erfassen und teilen Wissen und wickeln ihre tägliche Arbeit prozessgesteuert durch Workflows ab. Zudem sind diverse Module enthalten, die man in wenigen Schritten konfigurieren kann, um einem Team oder einer Abteilung ein eigenes Portal zu schaffen. Nicht immer können mit den Standard-Funktionen alle Anforderungen abgedeckt werden, in diesem Falle kommt man nicht um die Eigenentwicklung von WebParts oder Workflows.

Die nachfolgende Auflistung stellt einen Auszug der Collaboration-Features von MOSS dar:

• Zahlreiche Collaborations-Webparts zur Darstellung von Informationen
• Dokumentenbibliotheks-Funktionalität (Workflow, Versionierung, Archivierung, Dokumenttypen usw.)
• Outlook-Integration
• Darstellung von aktuellen Informationen durch RSS und Benachrichtigungen
• Wiki und Blog Sites
• Diskussionen und Umfragen
• Windows Workflow Integration mit InfoPath entworfenen Formularen
• Persönliche Site – personalisierte Oberfläche mit E-Mail-Integration

Eine der Stärken von MOSS ist die nahtlose Integration der Microsoft Office-Produkte. Es können beispielsweise die Metadaten eines Office-Dokuments über einen vordefinierten Inhaltstypen gesteuert werden. Die Verbindung zwischen Outlook und SharePoint verbessert die Transparenz von Kollaborations-Prozessen. Ein Beispiel hierfür ist das Erstellen eines Meeting-Workspaces direkt beim Versenden der Meeting-Einladung per Outlook.

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Microsoft bietet zusätzlich zu den Standard-Templates sogenannte Application-Templates zur Abbildung verschiedenster Geschäftsbereiche. So gibt es beispielsweise Templates für Projektmanagement, Verwaltung von Kursen, Kontaktmanagement etc. um nur wenige von insgesamt 40 Vorlagen zu nennen. Jedes Template nutzt die out-of-the-box Funktionalitäten von MOSS und kann mit wenigen Schritten installiert und konfiguriert werden. Die Liste der Application-Templates ist auf der Microsoft Website einzusehen.

Weitere Beiträge zum Thema SharePoint sind in unserem namics-SharePoint-Blog zu finden.

Microsoft SharePoint Server 2007

Teil 1 der Serie: Alfresco Share

Teil 2 der Serie: Oracle Beehive
Teil 3 der Serie: Lotus Quickr

Collaboration-Lösungen im Überblick: Lotus Quickr

Teil 3 der Blog-Reihe über Collaboration-Software

Lotus Quickr, das Collaboration-Add-On für Lotus Notes und Sametime, ist aus Lotus Quickplace hervorgegangen und beinhaltet Module für Projekträume, Dokumentenmanagement, Projektmanagement sowie für die Integration in MS Office.

Obwohl fast alle Funktionen von Lotus Quickr via Web-Interface angesprochen werden können (zusätzlich dazu nistet sich Quickr im Lotus Notes-Sidebar ein), funktioniert Quickr nur in Verbindung mit einer Lotus Notes- bzw. Lotus Sametime-Installation (das stimmt so nicht und ist ein Recherchefehler meinerseits. Mehr Infos unten in den Kommentaren). Insofern können auch Unternehmen, die nicht auf Notes und Co. setzen von Quickr profitieren.

Grundelement von Lotus Quickr ist ein „Place“, also ein Projektraum, der aus den Tools: Dokumenten-Library, Diskussionsforum, Kalender und Tasks besteht.

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Kommunikation/Koordination
Da Quickr auf Lotus Notes bzw. Lotus Sametime von IBM aufsetzt, ist keine eigenständige Lösung für E-Mail bzw. Instant Messaging vonnöten. Analog verhält es sich mit der Kalender-Funktion, welche ja bereits in Lotus Notes enthalten ist. Zusätzlich zum Notes-Kalender existiert auf Ebene Place ein einfacher Team-Kalender – die dort erstellten Termine werden aber nicht in den „nativen“ Notes-Kalender gepusht (was übrigens auch für die im Projektmanagement erstellten Tasks gilt).

Die Projektmanagement-Funktion ist eher einfach gehalten: man kann Tasks mit einem Start- und Enddatum versehen und sie Teammitgliedern zuweisen. Komplexere Ansichten (z.B. Gantt-Diagramme) oder verschiedene Sortier-Möglichkeiten existieren leider nicht.

Kooperation
Via Sametime ist es möglich, Web-Konferenzen mit Desktop-/Applikations-Sharing sowie digitalen Whiteboards abzuhalten. Dieses Feature funktioniert mit zwei bis drei Teilnehmern recht gut und kann auch in einem produktiven Umfeld eingesetzt werden.

Dokumentenmanagement
In Sachen Dokumentenmanagement ist Lotus Quickr ziemlich ausgereift. Dokumente können an verschiedenen Orten ein- bzw. ausgecheckt werden: im Web-Interface, innerhalb von Lotus Notes, im Windows Explorer oder gleich direkt in MS Office. Den einzigen Schwachpunkt findet sich bei der Versionierung – diese wollte im Test überhaupt nicht klappen.

Information Sharing
Innerhalb von Lotus Quickr ist es möglich, Diskussionsforen, Blogs und Wikis zu erstellen – die letzten beiden können jedoch nicht innerhalb eines bestehenden Team-Place, sondern nur in einem eigenen Place eingerichtet werden.

Sonstiges
Die eingebaute Suchfunktion ist eher enttäsuchend und läuft leider nicht Place-übergreifend.

Für rund CHF 113.- pro User-Lizenz bietet IBM zwar ausgereifte Dokumentenmanagement-Funktionen und eine tolle Office-Integration, Web 2.0-Stimmung (wie von IBM behauptet) kommt bei Quickr jedoch keine auf. Für Unternehmen, die bereits mit Lotus Notes arbeiten, dürfte Quickr aber dennoch eine interessante Lösung sein, um auf den Collaboration-Zug aufzuspringen.

Lotus Quickr

Teil 1 der Serie: Alfresco Share
Teil 2 der Serie: Oracle Beehive

Collaboration-Lösungen im Überblick: Oracle Beehive

Teil 2 der Blog-Reihe über Collaboration-Software

Beehive ist seit Herbst 2008 verfügbar und stellt den Nachfolger der Oracle Collaboration Suite dar. Kernstück dieser Collaboration-Lösung ist der Beehive Server, welcher mit verschiedenen Clients (Outlook, Zimbra, Thunderbird, Trillian …) zusammenarbeitet. Insofern ist der Ansatz anders als bei vergleichbaren Collaboration-Lösungen, welche auf ein Client-Server-Modell setzen.

Der Beehive-Server läuft sowohl auf Windows- als auch auf Unix/Linux-Rechnern und ist auf eine Oracle-Datenbank (mindestens Version 10g) aufgesetzt. Auf der Clientseite existieren keine speziellen Systemanforderungen – es muss einfach ein Client nach Wahl (eine Liste der unterstützten Clients findet sich bei Oracle) laufen.

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Kommunikation/Koordination
Sowoh E-Mail als auch Instant Messaging sind in Beehive integriert und funktionieren tadellos. Das Problem besteht jedoch nur darin, dass zwei verschiedene Clients vonnöten sind: beispielsweise Outlook für E-Mail und für den IM-DIenst Pidgin, Trillian oder alle anderen Applikationen, die XMPP unterstützen.

Auch Calendaring ist kein Problem und klappt via Outlook, Zimbra oder Mozilla (Sunbird bzw. Lightning) sehr gut. Schade ist dafür, dass Beehive „out of the box“ über keine Projektmanagement-Tools verfügt. Die Möglichkeit, Tasks mit einer Deadline versehen und bestimmten Mitarbeitern zuweisen zu können, wäre im Collaboration-Kontext sicherlich keine schlechte Sache.

Kooperation
Desktop- und Application-Sharing wäre mit einer Applikation von Oracle möglich, kann aber in der Online-Evaluations-Version nicht getestet werden.

Dokumentenmanagement
Kernelement von Beehive bilden Workspaces, in welchen Dokumente abgespeichert und so anderen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden können. Auf diese Workspaces greift man via Outlook oder Web-Interface zu – eine Integration ins MS Office gibt es jedoch nicht. Dafür existiert innerhalb von Outlook eine ausgereifte Vorschau-Funktion für Dokumente.

Prinzipiell ist es möglich, Dokumente ein- bzw. auszuchecken, die Funktion ist aber nicht wirklich ausgereift und wirkt noch ziemlich buggy.

Information Sharing
Blogs, Wikis, Diskussionsforen etc. gibt es in Beehive nicht. Dafür besteht die Möglichkeit, innerhalb eines Workspace Notizen zu posten.

Der Ansatz, die Collaboration-Funktionalität primär über den Server zur Verfügung zu stellen und den Usern so die Möglichkeit zu geben, einen Client ihrer Wahl zu verwenden, ist (vor allem für Firmen, die ihren Mitarbeitern grösstmögliche Flexibilität geben wollen) spannend. Die Durchschnitts-Unternehmung wird es im Normalfall jedoch vorziehen, alle Lösungen „aus einer Hand“ zu erhalten, um so Support- und Schulungskosten klein zu halten und um die Stabilität des Systems zu gewährleisten.

Nüchtern betrachtet, bezahlt man die $120 pro User, die Oracle verlangt, fast ausschliesslich für die Dokumentenmanagement-Funktion, da man die anderen Features (E-Mail, IM, Calendaring…) auch ohne Beehive mit den Freeware/Open-Source-Clients bei sich implementieren könnte. Insofern stellt sich die Frage, ob man diesen Betrag für ein nicht schlechtes, aber auch nicht wirklich tolles DM-System ausgeben will. Andererseits wird Beehive durch die sehr gute Integration in Outlook zu einem direkten MOSS-Konkurrenten, lässt den Usern aber mehr Freiheit als bei einer MOSS-Integration.

Insofern wird es sich mit der Zeit zeigen, ob sich Oracle mit Beehive ein Stück des Collaboration-Kuchens abschneiden kann (glaubt man den Analysten von Gartner, wird dies so bald nicht der Fall sein). Zur Zeit kann Beehive sicherlich noch nicht mit MOSS mithalten, in einem halben Jahr könnte dies aber auch schon wieder etwas anders aussehen.

Oracle Beehive
Beehive Online Trial

Teil 1 der Serie: Alfresco Share

Collaboration-Lösungen im Überblick: Alfresco Share

Teil 1 der Blog-Reihe über Collaboration-Software

Alfresco – die Open Source-ECM-Suite mit dem wohlklingendem Namen existiert seit 2005 und hat sich vor allem durch die ausgereiften Dokumentenmanagement-Funktionen einen Namen gemacht. Seit 2008 bietet Alfresco unter dem Label „Share“ eine Collaboration-Lösung an, welche sich als Open Source-Alternative zu Sharepoint positioniert. Doch hält die Open Source-Software auch was sie verspricht?

Alfresco Share läuft serverseitig innerhalb von Apache Tomcat und greift auf eine MySQL- oder MS-SQL-Datenbank zu (andere Datenbanksysteme werden auch unterstützt). Insofern kann die Software problemlos sowohl auf Windows- als auch auf Linux- oder sogar Mac-Servern installiert (dauert bloss 10 Minuten, dann ist das System „up & running“) und betrieben werden. Die User greifen dann via Browser ihrer Wahl auf die Collaboration-Lösung zu, womit keine spezielle Client-Software notwendig ist.

Kernelement von Alfresco Share sind Team- bzw. Projekträume („Site“ genannt), in welchen die Funktionen Dokumentenmanagement, Kalender, Blog, Wiki und Diskussionsforum den Site-Mitgliedern zur Verfügung stehen. Grösste Schwachstelle dieser Sites ist sicherlich, dass sie nicht archiviert oder abgeschlossen werden können. Insofern kann das System mit der Zeit, wenn man bei einigen Projekten mitgemacht hat, ziemlich unübersichtlich werden. Im täglichen Gebrauch zeigen sich die Stärken und Schwächen von Alfresco Share ziemlich schnell. Um dem ganzen eine gewisse Struktur zu geben, gliedern wir unseren „Testbericht“ anhand der folgenden Themen: Kommunikation/Koordination, Kooperation, Dokumentenmanagement und Information Sharing.

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Kommunikation/Koordination
In Alfresco Share ist keine E-Mail- oder Instant Messaging-Funktion enthalten, man muss also via Drittsystemen mit den anderen Teammitgliedern kommunizieren. Im Bereich der Koordination stehen ein ganz einfach gestalteter Kalender, sowie simple Workflows zwecks Projektmanagement (erweiterbar via jBPM) zur Verfügung. Beim Kalender ist es aber „out of the box nicht möglich“, nur bestimmte Personen zu einem Termin einzuladen (eine Einladung geht automatisch an alle Mitglieder einer Site) oder deren Verfügbarkeit zu überprüfen und auch der Zugriff auf Ressourcen (Räume, Equipment, etc.) ist nicht gegeben. Insofern offenbart sich hier bereits eine grosse Schwäche. In einem Business-Kontext ist eine brauchbare Kalender-Funktion einfach ein must-have.

Kooperation
Moderne Tools, welche die Kooperation zwischen mehreren Mitarbeitern unterstützen würden, wie zum Beispiel Desktop- bzw. Application Sharing oder Projekt Whiteboards existieren in Alfresco Share leider keine. Hier muss man entweder auf das Diskussionsforum oder auf Drittanwendungen zurückgreifen.

Dokumentenmanagement
In diesem Bereich kann Alfresco Share punkten (was in Anbetracht dessen, dass sich ein Grossteil des Managements von Alfresco aus ehemaligen Mitarbeitern von Documentum, Interwoven und OpenText besteht, keine grosse Überraschung ist), denn die Dokumentenmanagement-Funktionalität ist wirklich sehr ausgereift. Das Ein- und Auschecken von Dokumenten aller Art funktioniert reibungslos und Versionierung ist für Alfresco Share auch kein Fremdwort. Durch das Add-On „MyAlfresco“ wäre sogar die Integration von Alfresco Share in MS Office gegeben, im Test wollte dies aber einfach nicht funktionieren.

Information Sharing
In diesem Bereich wartet Alfresco Share mit drei Tools auf: Wikis, Blogs und Diskussionsforen. Der Funktionsumfang ist jedoch bei allen Lösungen sehr beschränkt. So kommt beispielsweise bloss das Wiki mit Bildern klar und die Übersichtlichkeit ist auch nicht gerade berauschend.

Sonstiges
Alfresco Share wird „von Haus aus“ in Englisch ausgeliefert – mittels Sprachpaketen ist es jedoch möglich, die Collaboration-Suite auch in anderen Sprachen zu betreiben. Sind einmal verschiedene Sprachpakete installiert, verwendet Alfresco Share einfach diejenige Sprache, die im Browser als Standardsprache eingestellt ist. Doch aufgepasst: die Sprachpakete sind zum Teil sehr veraltet – so existiert zum Beispiel ein sehr aktuelles französisches Paket, ein aktuelles deutschsprachiges sucht man aber vergeblich.

Spätestens jetzt stellt sich die Frage, wie teuer diese Lösung ist, denn gratis ist nur die „Alfresco Labs“-Version, welche zwar nicht gerade eine instabile Beta-Version ist, in einem geschäftlich, produktiven Umfeld jedoch nicht eingesetzt werden sollte. Unternehmen wird stattdessen empfohlen, „Alfresco Enterprise“ einzusetzen, welche zusammen mit einem über drei Jahre laufendem Service Level Agreement erworben werden muss. In einem System mit 100 Usern (sprich, 1 Server-CPU plus 1 Test-Server-CPU) bezahlt man dann pro Jahr gut €16’000 und in einem System mit 1000 Usern (2 Server-CPU, 2-Test-Server-CPU, Clustering möglich) sogar gut €40’000. Bei einem höheren Support-Level sind die Preise sogar noch 33% höher.

Obwohl die Dokumentenmanagement-Funktionen überzeugen, hat Alfresco Share in den anderen Bereichen noch zu grosse Defizite, um gegen MOSS anzukommen. Dadurch, dass die Collaboration-Suite als Open Source-Software daherkommt, ist es natürlich möglich, Funktionen selbst hinzuzufügen oder zu verbessern. Wenn man jedoch für das SLA einen nicht gerade kleinen Betrag für Alfresco Share berappen muss, dürfte die Bereitschaft dazu eher gering sein. Alfresco entwickelt die Software jedoch laufend weiter, insofern wäre es falsch, Alfresco Share jetzt schon abzuschreiben. Stattdessen sollte man der Software noch etwas Zeit geben und sie dann nochmals evaluieren.

Alfresco Share

Vortrag „Dialog schafft Wissen“ an der ITG Fachtagung

Morgen darf ich an der ITG Fachtagung „Wissensmanagement in der Industrie“ in Olten einen kurzen Vortrag zu Weblogs als Instrument des Wissensmanagements halten. Unter dem Titel „Dialog schafft Wissen – Weblogs als Instrument“ werde ich aufzeigen, wie wir bei namics den Dialogmechnismus von Weblogs nutzen, um neue fachliche Standards (Richtlinien) zu definieren. Am Beispiel der Checkstyle Definition stelle ich einen Vergleich zwischen dem klassischen E-Mail und einem Weblog Dialog vor und zeige, welche Vorteile sich daraus für die Erarbeitung und Durchsetzung von Richtlinien ergeben.

Vielen Dank an Jürg Stuker für die Vorbereitung dieses Cases :-)

Für alle blog.namics Leser gibt es hier die Vorabversion: Dialog schafft Wissen: Weblogs als Instrument

Vortrag: Das Wiki wird erwachsen

Bei den Stuttgarter Wissensmanagement-Tagen ergriff ich vorgestern in einem Vortrag die Chance, unsere Erfahrung mit dem Wiki-Einsatz in Unternehmen an die Frau und den Mann zu bringen, und an der einen oder anderen Stelle das Eis für vertrauensbasierten Wissensaustausch anzutauen.

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Der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal sprach dafür, dass Enterprise-Wikis unter Knowledge-Managern ein großes Thema sind, die zahlreichen Gespräche im Nachgang zeugten aber noch von einer gewissen allgemeinen Unsicherheit im Umgang mit diesem offenen Medium. Der Grundsatz „Alle Mitarbeiter dürfen alle Informationen von allen Mitarbeiter sehen und ändern“ passt eben noch nicht in die Kultur vieler bestehender Unternehmen hinein. Oder umgekehrt.

Wir haben unsere Erfahrung aus unserem eigenen Unternehmenswiki „know.namics“ und aus einigen Kundenprojekten in acht Erfolgsfaktoren eingedampft, und die Unterschiede zwischen einer Wikipedia und einem Unternehmenswiki herausgearbeitet. Wir hoffen, die Zuhörer dabei mit ein paar guten Ratschlägen und etwas Missionierungseifer zum Wiki-Einsatz motiviert zu haben.

Ansonsten zeigte der erste Tag der Wissensmanagementtage ein buntes Programm — von Grundlagen des Knowledge-Managements über Projekterfahrungen bis zum „Mentalcoaching für Handballweltmeister“ — mit buntem Publikum aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

Über die genannten Erfolgsfaktoren kann man sich in einem unserer neuen Fachartikel informieren. (Dort ist zwar von sieben Erfolgsfaktoren die Rede, aber dies ist natürlich als eine Hommage an Rüdiger Hoffmanns Huhn mit 8 Kostbarkeiten zu verstehen.) ;-)

Gleichberechtigte Sichten im Intranet

Die letzten paar Monate hat ein waghalsiges Team (internes Projekt!!!) ein neues Intranet für namics gebaut. Und ja, Milos hatte recht, ich werde darüber schreiben. Als Teil des Bereichs Collaborations folgt nun eine Serie über unsere Gedanken, Lösungsansätze und Tipps für das namics Intranet.

Ich beginne nicht mit den Zielsetzungen des Projektes (da es dort kaum was zum „mitnehmen“ gibt) aber gleich mit den zentralen Lösungsaspekten. Diese wurden bei jedem Planning-Meeting erzählt. Wir haben das Projekt auf Basis eines agilen Vorgehens innert sechs Sprints umgesetzt. Project-Owner war ich selbst und fertig ist das Intranet nie, aber dauernde Releases entwickeln das System weiter.

Lösungsaspekt 1: Drei gleichberechtigte Sichten

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Bei jeder wichtigen Ansicht sind die drei Zugänge vorhanden und sich kann zwischen den Sichten wechseln. Kann ein User mit einer Volltextsucht starten und finden im Trefferzitat der Suche bereits eine Querverlinkung auf den Autoren. Folge ich dem Link zum Autorenprofil finde ich dort eine umfassendes Profil inklusive der Seiten, Kommentare und Newseinträge welche dieser verfasst hat. Folge ich einem Inhaltslink, so lande ich auf der Seite und sehe die Einordnung des Inhaltes in der Informationshierarchie. Wir unterstützen individuelle Findstrategien einzelner User (z.B. ich suche alle Artikel welche der User verfasst hat, von dem eine bestimmte Methode kommentiert wurde) und auch das Erkunden (Browsing, Serendipity).

Lösungsaspekt 2: Alle User sind Autoren (Dialogorientierung)

Das System ist konsequent so gebaut, dass ALLE Inhalte von ALLEN Usern editiert werden können. Um die Beitragsschwelle nochmals tiefer zu legen, sind bei jedem Inhalt auch „nur“ Kommentare möglich. Sls Mittel der Qualitätssicherung sind historische Versionen für alle zugänglich und Ursprungsautoren sowie Bereichsverantwortliche lassen sich bei Änderungen benachrichtigen.

Mehr Informationen dazu in einem eignen Post: http://blog.namics.com/2008/12/alle_user_sind.html

Lösungsaspekt 3: Freiheit beim Informationszugang

Die Inhalte sind gleichzeitig in verschiedenen Formaten und aus verschiedenen Netzwerken (!!) zugänglich. Natürlich als Webseiten (HTML, auch personalisierbar), aber zusätzlich auch als E-Mail Notifikationen und als RSS-Feeds. Zudem sind die Content-Schnittstellen (nicht nur Inhalt aber auch Suche oder SMS-senden) als REST-ULRs gebaut. Diese Offenheit hat dazu geführt, dass die User innert Tagen unterschiedlichste Zugangsstrategien entwickelt haben (inkl. iPhone und Yahoo-Pipes). Zudem wuren auch bereits (unkontrolliert) Anwendungen auf Basis des Intranets entwickelt. So gibt es Browser Plugins für die Mitarbeitersuche (Safari, Firefox, Opera und IE), ein Mac Widget auch für die Suche oder ein Projekt welches Inhalte mit einem visuellen Alphabet spielt…

Mehr Informationen dazu in einem eignen Post: http://blog.namics.com/2008/12/freiheit_beim_i.html

Mitarbeiter 2.0 gesucht und wie ist der Weg dahin

Leila Summa von Cablecom (Weblog: Internal Relations 2.0) sprach in Zürich an einer Intranet-Konferenz über den Mitarbeiter 2.0. Der Kern Ihrer Aussage ist aus meiner Sicht ein exzellentes Destillat ihrer Erfahrung, wie sich das Arbeitsumfeld und damit auch die Anforderungen an Mitarbeitende verändert haben. Ausgangslage (und Realität bei sehr vielen Firmen heute) ist der Mitarbeiter 1.0, welchen Leila wie folgt positioniert.

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Jeder des Label spricht für mich Bände. Leute die mit der Beantwortung von E-Mails zu warten scheinen, weil es für ihre persönliche Stellung (oder für die Geringschätung des Mediums) spricht. Alle Entschiede werden in die Linie delegiert, weil nur Vorgesetzte entscheiden können (und der Vorgesetzte dort gibt es wieder an seinen Vorgesetzten). Information wird als Bringschuld erachtet und die interne Kommuniktion ist deshalb immer schlecht. Stabilität ist ein Wert der als erhaltenswert zelebriert wird („wir machen das immer so“) und nur Menschen, die man persönlich getroffen hat, sind wichtig (deshalb gibt es viele Meetings). Menschen werden in Geld gerechnet anstelle deren Potentialen freien Lauf zu lassen und dieselben Leute über Freiraum ein mehrfaches besser einzusetzen etc.

Gratulation an Leila für diese sehr treffende Analyse. Und wie sieht es im aktuellen Leben (ausserhalb der schützenden Monopol- und Tradionsmauernmauern) resp. dort, wo disruptive Innovation bereits zugeschlagen hat? Auch hier wieder ein sehr treffendes Bild!

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Der ganze Beitrag von Leila ist sehr lesenswert und findet sich auf ihrem Blog resp. hier als Download: Wanted Mitarbeiter 2.0: Wenn Technologien auf Nutzer warten [pdf, 1.9MB]

Und nun noch die Frage: Ich bin in einer „Mitarbeiter 1.0 Organisation“ und möchte die Firma weiter entwickeln. Was tun? Dazu hatte Richard Dennison von British Telecom eine gute Antwort. Suchen Sie sich aktive Mitarbeiter Ihrer Firma auf Netzwerkplattformen im Internet (so sie Xing, Facebook, Linkedin etc.) und spannen sie diese zusammen. Somit haben sie bereits mal ein paar Verbündete etc.