Herausforderungen Internationaler Intranets [Vortrag]

Anlässlich der diesjährigen Schweizer IT-Messe und -konferenz mit dem neuen Titel ONE (ehem. Aiciti, Orbit, IEx etc.) haben Benjamin Hörner und ich internationale Intranets unter die Lupe genommen. Der Vortrag zeigt Problematiken auf, die aufgrund der Grösse, Komplexität und Heterogenität dieser Intranets die üblichen Herausforderungen übersteigen.

Dabei wurden 4 aus unerer Sicht besonders interessante Aspekte herausgegriffen

– Informationsüberflutung
– Mehrsprachigkeit
– Dezentralisierung von Standorten
– Heterogenität der Kulturen

und deren Lösungsansätze diskutiert.

Hier gibt’s die Präsentation zum Download: Herausforderungen internationaler Intranets [pdf, 23.3 MB]

und zum Durchblättern…

 

Knowledgemanagement durch Wikis & Blogs [Vortrag]

An der Tagung „Interne Kommunikation“ der Deutschen Presseakademie darf ich heute einen Beitrag zu „Knowledgemanagement durch Wikis & Blogs“ leisten.

Die Präsentation dreht sich um das Wissensmanagement bei Namics mit einem Fokus auf das Intranet und die dazu benötigte Kultur (die wichtiger ist als die Prozesse und noch viel wichtiger als das Werkzeug). Das Handout spricht einigermassen für sich, wichtig sind aber die von mir zur Diskussion gestellten „Erfolgsfaktoren für Wissensmanagement 2.0″:

1) Dialog wollen
2) Alle User sind Autoren (keine Beschränkungen über Berechtigungen
3) Kein Mikro-Management (aber Spielregeln)
4) Transparenz aktiv fördern
5) Konfliktlösung nicht im selben Medium
6) Ergebnis immer über Hierarchie stellen
7) Kulturwandel vorleben
8) Verschiedene Rollen, gleich wertgeschätzt
9) Die Wichtigkeit davon, Nutzer zu haben

Download: Knowledgemanagement durch Wikis & Blogs [pdf, 5.3MB]


Wunderkit – Projectmanagement goes Social

Wunderkit ist das neueste (closed Beta) Baby des Berliner Startups 6Wunderkinder, welche mit der Wunderlist bereits eine überaus erfolgreiche Gratis-Todo-App auf den Markt gebracht und weltweit Lorbeeren dafür erhalten haben.

Mit Wunderkit soll dieses Erfolgsgeschichte nun fortgesetzt werden. Dieses mal als – wenn wundert’s – als Projektmanagement Tool. Neben dem typischen Wunderlist Interface, welche der Joy-of-Use Philosopie folgt, spielen vorwiegend soziale Elemente eine entscheidende Rolle.

Jedes in Wunderkit erstellte Projekt kann entweder öffentlich oder privat publiziert werden. Was soviel bedeutet, dass man sich entweder zu einem Projekt hinzufügen kann oder eingeladen werden muss.

In der aktuellen Beta verfügt Wunderkit allerdings neben dem Dashboard nur über zwei weitere Werkzeuge. Einer an der Wunderlist angelehnte Taskliste, welche kommentiert werden kann und einem Bereich für Notizen in den Memos und Besprechungsprotokolle, etc. abgelegt werden können.

Darüberhinaus wird natürlich auch die twittermässige Benachrichtigung zu Statusupdates und die von der Wunderlist bekannte Plattformunabhängigkeit (OSX, iOS, Androide, Windows) ein starkes Argument für mich sein, dieser App eine Chance zu geben. Allerdings fehlen sowohl zusätzliche Erweiterungen (z.B. eine Timeline, Budgetplanung etc. ) oder innovative Ansätze wie sie beispielsweise bei trello oder team.fm. Aber mal abwarten, was sich da noch tut.

Wer sich für Wunderkit interessiert kann sich auf deren Website registrieren lassen oder sich hier den Screencast ansehen:

So wird heute gearbeitet – Tipps von Namics [Vortrag]

Heute bin ich beim IFJ (Institut für Jungunternehmen) eingeladen darüber zu sprechen, wie Namics seine interne Wissensarbeit macht/unterstützt. Der reisserische Titel dazu steht oben, und ein bisschen mehr Einleitung findet sich bei der Einladung selbst.

In der Vorbereitung habe ich darüber nachgedacht, was ich den Leuten (Jungunternehmer und arrivierte Firmen gleichzeitig) mitgeben will und mich innerlich auf das Folgende geeinigt: „Jungunternehmer sollen Ihre kommunikative Unbeschwertheit behalten und die arrivierten diese zurückgewinnen“. Denn Wissensmanagement hat deutlich mehr mit Kultur zu tun als mit Prozessen und Werkzeugen (die es zusätzlich braucht, aber die heute einfach zugänglich sind).

So fallen auch meine Tipps aus nämlich:

1. Offenheit und Dialog (vor)leben
2. Maximale interne Transparenz
3. Keine (unnötigen) Grenzen „innen“ /“aussen“
4. Individualität fördern

Denn,

– Grundbedürfnisse von Menschen (Mitarbeitern) sind erfüllt, „höherwertige“ Bedürfnisse sind wichtiger: Vertrauen, Image, Stolz und Selbstentfaltung
– Sobald ich Unterschiede „in der Firma“ und „im echten Leben“ erklären muss, stimmt etwas nicht
– Mitarbeiter sind auch Kunden
– (gute) Firmen sind die Summe ihrer Menschen

Download:

So wird heute gearbeitet – Tipps von Namics [pdf, 5.1 MB]

Collaboration: Wiki vs. Sharepoint – wir machen den Vergleich.

Die Unterstützung der Zusammenarbeit im Unternehmen durch entsprechende Tools wird in immer mehr Unternehmen praktiziert. Mitarbeiter haben die Möglichkeit, Projektgruppen online zu gründen, sich in Interessengruppen auszutauschen und gemeinsam an Inhalten zu arbeiten.
Ein Enterprise Wiki und SharePoint als Plattform bieten unterschiedliche Ansätze, wie Collaboration im Unternehmen funktionieren kann. Wir haben den Vergleich gemacht und zeigen anhand von Beispielen, wo die Unterschiede liegen.

Mit Graves im Intranet

… sollte eher heißen: mit Rainer Jankowski von salegro 
und Markus Ramming von senz zum Sonntags-Brunch im Kaffee.
Wie der Titel erahnen lässt ging es zwischen Bircher-Müsli und Ham & Eggs doch
ans Eingemachte: Beredet und entspannt machten wir uns über Graves Wertesystem und „Spiral
Dynamics
“ her.

Graves Theorien zu Wertesystemen bieten ein anschauliches
und fruchtbares Modell, um verschiedene Formen und Aspekte von
Unternehmenskultur zu beschreiben. Zugegeben: das Modell ist etwas in die Jahre
gekommen, was besonders deutlich wird, wenn es um die Bedeutung von Medien und
Globalisierung geht. Doch auch ein alter Wein kann guten Gedanken den nötigen
Schwung verleihen.

Im folgenden sind verkürzt verschiedene Aspekte des Modells  beschrieben:

Mitglieder

Organisations-mermale

Motivation & Werte

Im Intranet

Einzelkämpfer

Autokratie

Recht des Stärkeren

One-to-Many-Kommunikation, Selbstdarstellung

Loyale

Funktions-orientierte Hierarchien

Disziplin, Titel, Ordnung

Dokumenten-verzeichnis, Organigramm

Erfolgssucher

Leistungs-orientierte Hierarchien

Wettbewerb, Gewinn, Effektivität

Mitarbeiter des Monats, Erfolgszahlen

Teamplayer

Funktions- und leistungs-orientierte Teams

Gemein-samkeit, Teilnahme, Integration

Support, Work-Life-Balance,
Teambereiche

Möglicheiten-sucher

Optionsorientierte Experten

Best Practice, persönliche Autonomie, Selbstorga-nisation

Innovations- und Themenbereiche, Hilfe zur Selbsthilfe

Globalisten

Optionsorientierte flexible Teams

Ökologie, Ganzheitlicht

themen- und teamübergreifende Kommunikationstools, Öko- und
Zukunftschecks

Die rechte Spalte der Tabelle beinhaltet schon eine
Ableitung aus der Diskussion über Graves: welche Form der Intranet-Kommunikation
und Tools unterstützen eine bestimmte Form der Organisation am ehesten?

So weit, so gut?

Graves Theorie geht dabei von einer schrittweisen Entwicklung
von Unternehmen aus, die von Autokratien, über funktionsorientierte Hierarchien
bis hin zu den „höheren“ Formen für Möglichkeitensucher und
Globalisten führt. In der Praxis erleben wir, dass Unternehmen diese
„Entwicklung“  über das
Intranet fördern wollen. Dabei orientieren sich die geplanten Tools eher am
Mythos einer durch Technik forcierten Entwicklung als an der bestehenden Kultur
im Unternehmen.

Sehr treffend auf diese Dissonanz passt: „Wenn man eine
Maus und einen Affen auf einem staubigen Acker freilässt, wird man erkennen,
dass die Maus erst mal besser klarkommt.“ (frei nach Bert Feustel,
mindsystems) – In der Praxis: Wenn es darum geht ein Intranet für eine
vertriebsorientierte Organisation aufzubauen (in der persönliche Belohnung ein
wichtiger Teil der Unternehmenskultur ist) macht es erst mal wenig Sinn über
Collaborationstools im Intranet nachzudenken. Oder neunmalklug: Auch ein
Intranet muss die Mitarbeiter da „abholen“ wo sie gerade stehen und kann
für eine Veränderung in der Unternehmenskultur nur unterstützend – bestenfalls
anregend – wirken. Dabei kann eine gute Intranetlösung jede Organisationsform
wirkungsvoll unterstützen. (vgl.
u.a. Intranets im Spitalumfeld)

Gleichzeitig verdeutlicht die Berücksichtigung des Graves
Modells sehr gut, welche Mittel die bestehende Unternehmenskommunikation
wirklich sinnvoll fördern und darüber hinaus, wie skalierbar das Intranet
aufgebaut sein muss, um geplante Veränderungen in der Unternehmenskultur
begleiten zu können.

Was Namics zeigen …

Unsere eigenes Intranet bietet viel Raum für Teamplayer und
Möglichkeitensucher. Das Schöne und Gute daran: dieser Raum wird nicht nur im
Intranet sondern auch weit darüber hinaus intensiv genutzt und wir wissen um
den Wert dieser Form der Kommunikation. Insofern sind wir nicht nur ein hervorragender
Berater sondern selbst  „Best
Practice“ für Unternehmen, die ihr Intranet als Plattform für Teamplayer
und themenbezogene virtuelle Innovationsräume auf- bzw. ausbauen möchten.

— und machen kann:

Wir kennen daneben auch die Situation, in der wir für
Unternehmen beratend tätig sind und die Spannung zwischen der bestehenden
Kultur und den Zielen der Intranet-Konzepte deutlich wahrnehmen. Ein deutliches
Indiz für diese Spannungen ist oft die offene Frage nach Ressourcen zur
Betreuung des Intranets.

Meine Vorsätze nach dem Gespräch heute: Wieder öfter
Sonntags brunchen gehen, Graves Modell als möglichen Ausgangspunkt für die Konzeption
von Unternehmenskommunikation zu berücksichtigen und noch mehr Möglichkeiten
suchen, Spezialisten und Themen der Organisationsanalyse und Organisationsentwicklung
in den Dialog mit unseren Kunden einzubringen.

Nationale Suisse schafft mit SharePoint soziale und Mehr-Werte [Vortrag]

Ich bin Gast am „Swiss Intranet SUMMIT“ und verfloge einen Vortrag von Jürgen Kübler von National Suisse zu deren neuem Intranet. Disclaimer: Namics war der Dienstleister für Konzeption, Erstellung und Einführung. Und hier meine Mitschrift:

Das alte Intranet von National Suisse war auf Basis von Microsoft FrontPage gepflegt. Ein Zehntel der Firma waren n dem Modell (ausgebildete) Content-Master, die in der Summe über 12’000 Seiten erstellt und noch mehr PDF-Dokumente hochgeladen hatten. Einer der Kritikpunkte der alten Lösung war beispielsweise die Suche, worauf die Analyse ergab, dass die Schwäche auf veralteten Inhalten fusste. Alte Seiten und Dateien wurden in diesem Prozess kaum je gelöscht.

Das alte Intranet besass keine Zusammenarbeitsfunktionen ausser einem Flohmarkt und widerspiegelte im Kern die veraltete Organisation von 1999. Der Intranet-Frust war so ausgeprägt, dass es anstelle eines sozialen Werkzeuges eher ein asoziales Werkzeug war, dem gezielt mit E-Mail ausgewichen wurde.

Mit Blick auf die letzte Versionsnummer von FrontPage und der ersten Versionsnummer von SharePoint ist die neue, auf SharePoint basierte Intranet-Lösung sozusagen eine nahtlose Produktnachfolge ;-)

Ausschlaggebender Punkt für den Entscheid zu Gunsten von SharePoint war die gute Zusammenarbeit mit den Microsoft Office Produkten verbunden mit einer starken Ausrichtung an Microsoft-Produkten bei National Suisse.

In jedem Schritt im Projekt wurden Mitarbeiter einbezogen und damit auch schrittweise Akzeptanz geschaffen. So gab es rund 40 Einzelinterviews, Card Sorting mit 60 Leuten, eine öffentliche Abstimmung über den präferierten Design-Vorschlag, eine firmenweite Umfrage u.s.w.

Sehr viel Zeit wurde in die Erstellung der Informationsarchitektur investiert, wobei zusätzlich zu Personen mit Domänenwissen auch ein Psychologe beteiligt war, was sich als sehr wertvoll erwiesen hat.

Zudem stand beim neuen Intranet eine Enterprise Suche im Zentrum, die zahlreiche Quellen inklusive einem Personalverzeichnis, externer Quellen, Dateiserver etc. durchsucht. Zusätzlich prozessunterstützende Anwendungen wie beispielsweise der primäre Kommunikationskanal des zentralen Helpdesks.

Neu sind zahlreiche soziale Funktionen, wobei die Funktionen um das Mitarbeiterprofil von der Geschäftsleitung sehr aufmerksam („kritisch“) verfolgt wird, da im Rahmen der Einführung der Vergleich zu Facebook aufgetreten ist. Einige Funktionen des persönlichen Mitarbeiter-Bereichs (MySite) wurden für die erste Version daher zurückgestellt. Aus Gründen der Komplexität aus Sicht der User werden Wiki- und Blog-Funtktionalitäten nur sehr sparsam eingesetzt. Dies, da es nicht verständlich war, für Inhalte welches Gefäss genutzt werden sollte.

Ein gewichtiges Thema war die Migration bestehender Inhalte. Ziel war es die bestehenden 12’000 Seiten mitzunehmen. Nach einer Prüfung aller Seiten durch Mitarbeiter umfasste die Liste noch 6’000 Seiten und die Kritik an der bestehenden Suchfunktion verstummten plötzlich. Beim Start der Migration umfasste die manuelle Migration von 4’000 Seiten in zwei Sprachen durch 8 Personen während 7 Wochen. Wichtig war die dauernde Motivation der und das dauernde Feedback an diese Leute. Ein schwieriger Job!

Sehr wichtig war es möglichst viele und unterschiedliche Mitarbeiter zu einzubeziehen. Noch wichtiger als die Unterstützung der Geschäftsleitung im Boot zu haben, war das mittlere Management. Dies, damit die direkten Vorgesetzten der Content-Master Unterstützung boten.

Kommunikation inkl. Projektmarketing war sehr wichtig und wurde sehr aktiv betrieben, beispielsweise mit bis zu sechs Posts pro Monat auf einem Projekt-Blog. Dabei wurden die Meinungsmacher bewusst identifiziert und einbezogen. Im Extremfall galt es auch Personen, die gegen das Projekt schossen zu „behandeln“. Diese aktive Unterstützung erweiterte sich insb. auch auf die sorgfältige Schulung und Unterstützung von Schlüsselnutzer.

Danke Herr Kübler für die spannenden Einsichten und hier der Download: Nationale Suisse schafft mit SharePoint soziale und Mehr-Werte [pdf, 2,6MB]

Abschlussarbeit Journalismus: Twitter – das neue Instrument der PR?

Jennifer Kopf schliesst ihr Fernstudium zur Fachjournalistin an der Freien
Journalistenschule Berlin
ab. Mit ihrer Abschlussarbeit nimmt sie sich dem Thema Twitter in der PR an und bat mich via E-Mail um ein Interview. Weil meine Antworten auf ihre Fragen nicht abschliessend sein können, bitte ich Sie und Dich um Mithilfe.


Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Twitter-Account?

– Direkte, persönliche Kommunikation, Dialog, Zuhören, lernen, Erfahrungen
– Themenleaderschaft ;) Namics positioniert sich über Know-how

Welche Themen werden von Ihnen getwittert und wer im Unternehmen ist dafür zuständig?
– news, Referenzen, Referate, Termine, Ideen, Menschliches, Erfahrungen
– zuständig für @Namics sind Jürg Stuker (CEO) und ich (Corporate Communicator) und alle Twitterer, deren Inhalt wir retweeten, beantworten oder kommentieren, also Leute, die twittern innerhalb und ausserhalb von Namics. Hier sind übrigens alle Namicsler, die twittern. Eine Meinung zu Twitter von Jürg hier.

Wie schätzen Sie das Potential von Twitter ein?
Ist es nur ein Hype oder wird es die Kommunikationslandschaft revolutionieren?

– Ich glaube, es hat die Kommunikation bereits revolutioniert.

Welche Risiken hat ein Twitter-Account aus Ihrer Sicht?
– Persönlich sehe ich keine Risiken. Manchmal ist jedoch die Schnelligkeit verlockend, Informationen zu früh abzugeben. Passieren Fehler, muss man dazu stehen, aber das gehört zu Social Media generell dazu. Dieses ganze Identitätsklau-Thema ist wohl auch ein Risiko, aber nur wenn man es zulässt (sprich die Identität nicht selbst besetzt) Dazu gibts etliche Tipps bei PR Blogger Klaus Eck

Aus Sicht der PR: muss jedes Unternehmen Twitter als
Kommunikationsmittel ernst nehmen?

– Selbstverständlich, denn dort wird kommuniziert, es gibt keine Corporate Communication (CC) mehr, die ausschliesslich vom Unternehmen heraus stattfindet. Also auch ohne eigenen Account sollten CC Leute monitoren, was über die Firma gesagt wird. Oft wird noch der Multiplikationseffekt bei Twitter übersehen.

Nutzen Sie auch andere Social Media Tools für Ihre PR Arbeit?
(XING, Facebook, Firmen Blog). Ist Social Media fester Bestandteil Ihrer
Kommunikationsstrategie?

– ja, wir bloggen seit 2004, das liegt aber in der Natur unserer Dienstleistung. Ich selbst habe das bloggen als PR Instrument erst später entdeckt ;)
– XING und Facebook eignen sich für unsere PR nicht wirklich, aber wir sind vertreten.
Hier sind ein paar Referate einer Namics Fachtagung zu Social Media für Unternehmen

Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick: Wie können wir uns
die Aufgaben des PR-Verantwortlichen in ein paar Jahren vorstellen?

– Spannender denn je. Sehr selbständig, wir müssen wissen, was im Unternehmen läuft, wir sind keine Durchlauferhitzer (könnten Sie bitte mal die Medien informieren) mehr. Vielmehr stecken wir mittendrin im Dialog, das braucht etwas Mut, Selbstvertrauen und Öffentlichkeit (Fehler werden sichtbar) Zuhören wird unser wichtigstes Instrument, wir können mitarbeiten, das Angebot des Unternehmens besser auf den Markt auszurichten (denn wir erfahren die Bedürfnisse aus 1. Hand.)
10 Twitter Geheimtipps aus meiner Praxis, wer’s wagen will.

Ich wünsche Ihnen, Frau Kopf, viel Erfolg bei Ihrer Diplomarbeit und (mir) ein paar weitere praktische Tipps, Erfahrungen oder Ideen als Kommentare hier:

Marketing liebt Kommunikation trotz Social Media

Gelegentlich diskutiere ich mit ausgewachsenen Marketiers und werde ertappt.
Irgendwann hat Jemand (?) behauptet, dass Public Relations (PR) und Corporate Communications ein Bestandteil des Marketings sind. Inzwischen sag ich es selbstbewusster: Diese Theorie ist mir egal. Marketing und PR führen eine moderne Beziehung. Jeder ist mündig und selbstbewusst mit gemeinsamen Ziel:

zufriedene Kunden.

In Social Media Zeiten wird der Unterschied der Beiden recht deutlich. Es wird diskutiert, ob Marketingkampagnen in Facebook funktionieren oder nicht? Nutzt dieses oder jenes Unternehmen Social Media richtig? Wie steuert man Public Relations in den Netzwerken? Gute und schlechte Beispiele entstehen.

Bild: tanzendes Paar. Quelle http://www.flickr.com/photos/admiral_von_schneyder/
i-5fbb04d6d83e84e3758a3d413b6085a9-tanzen.jpg

Ich sehe die Unterschiede so:

Marketing:
Es stellt das Unternehmen/Produkte optimal dar, ist mal spielerisch mal strategisch, mehrstufig, investiert, lädt ein und fordert auf, immer mit dem Ziel, dem Kunden, im Visier. Inhalte dürfen hier werberisch sein. Es gibt schier unendlich viele Kanäle und Kombinationen.

Kommunikation:
Sie will sich austauschen. Den Dialog kann der Mitteilungs- und hoffentlich Zuhör-Bedürftige dank Social Media endlich direkt führen, anderen Gesprächen lauschen, ohne Umwege wie z.B. die Presse. Ein Unternehmen erfährt Neues mit unschätzbarem Wert über seine Kunden und andere Zielgruppenund und kann direkt informieren. Inhalte sind hier möglichst nutzbar, real und ungeschminkt, zeitabhängig, schnell. Dank Web 2.0 auch spontan, diskutierbar und persönlich.

Gehören die Beiden im Social Web zusammen?

Das kommt darauf an: Möchte man wissen, was Kunden, Aktionäre, potenzielle und Unbeteiligte zu sagen haben? Dient es dem Ziel, dann lohnt es sich, am sozialen Web teilzunehmen. Ob Marketing-Kampagnen im Facebook nerven oder nicht, liegt allein im Auge des Empfängers, und mit diesen Augen können wir jetzt öffentlich lernen zu sehen und verstehen, dass 1:1 Werbeaussagen beispeilsweise im Twitter nicht funktionieren.

Die beiden Verliebten müssen also ihre Stärken ausbauen und zusammen überlegen, kombinieren, sich ergänzen lernen und korrigieren. Hauptsache sie stehen zu ihrer grossen Liebe: dem Kunden (ups oder wars das Marketing)…

Medienkompetenz braucht Sozialkompetenz

Die Medienarbeit ist erschüttert. Ganze Redaktionen, wie IT-Reseller, werden entlassen und die Bleibenden sollen die Website besser be-texten. Der Auftrag: Das Printmedium webfähig zu machen und Umsätze erzielen.

Auf der anderen Seite sitzen PR Verantwortliche, denen die langjährigen Instrumente und Kanäle wegbrechen, weil die Kontaktperson beim Magazin bspw. nicht mehr da ist, oder der Verlag auf bezahlte Werbung drängt (drängen muss) und weniger redaktionellen Platz hat.

Hier liegt glaube ich der Fehler in der Überlegung. Beide Kommunikationsprofis (PR-Mensch und Journalist) gehen von Kanälen aus, die fix definiert sind, man kennt etwa die Leserstrukturen, Auflagenstärke und Instrumente. Meistens war klar, welche Nachricht für welchen Kanal geeignet ist, und man hoffte auf PR Seite auf

….. .eine Top-Nachricht oder journalistisches Erbarmen.

Wenn etwas zerstört wird, wie zur Zeit auch etablierte Medien, (Bsp. e Tagesanzeiger) entsteht immer etwas Neues. Hier ist es Social Media, die die Medienlandschaft revolutioniert.
Beide Berufsgruppen müssen umdenken: Keine Kanäle, Hierarchien und reine „Geschäfts“-Beziehungen mehr. Sondern Sozialkompetenz. Bewege ich mich als PR-Verantwortlicher oder Journalist in einem sozialen Netzwerk im Internet, bin ich zuerst mal ich selbst, ein Mensch, der andere Menschen kennt, kennenlernt, ihnen zuhört und etwas erzählt. Bestenfalls trete ich mit meinem richtigen Namen und Gesicht auf. Ich lese nicht gern von „xy-kugi-38″ mit einer Grafik statt Gesicht ausser er heisst Notschokolade ;)

Bild: Menschen sprechen mit Menschen.
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Und hier liegt der zweite Stolperstein.

Selbstverständlich platziere ich hier weder eine offizielle Medienmitteilung noch einen Artikel aus der Retorte. Menschen erwarten Persönliches, Ehrlichkeit, wollen vertrauen und vorallem Fehler sehn, zum Lernen. Deshalb brauche ich Sozialkompetenz. Diese wird beispielsweise in Facebook oder Twitter öffentlicher sichtbar und ohne diese werde ich hier nicht als Inhaltslieferant (als Zuhörer evtl. schon ;) akzeptiert. So entstehen Spamer. Ich bemerkte zur Zeit einen anstrengenden Anstieg im Twitter eben solcher.

Wichtig: diese Kommunikation funktioniert auch zeitversetzt. Eine Nachricht kann ich zeitlich unbestimmt im Internet kommentieren und weiterleiten. Der Multiplikationseffekt hängt einzig vom Inhalt, Glaubwürdigkeit und von meiner Vernetzung und der Vernetzung meiner Vernetzten ab. Der Wahrheitsgehalt wird von vielen weiteren Menschen ergänzt, widerlegt oder in Frage gestellt und zwar von bisher vermeintlich „Unbeteiligten“. Dazu muss ich (gerade)stehen können.

Gestern dazu ein missglücktes PR-Beispiel bei Müller Martini. Eine ehrliche Antwort wäre meiner Meinung nach clever und sozial gewesen.

Pressesprecher und auch Medienschaffende sollten ihre ethischen Werte kultivieren und ihre sozialen Netze online nutzen und ausbauen, unabhängig von Kategorisierungen wie „diesen Mensch brauch ich und diesen nicht – das ist nicht die Zielgruppe“.

Dazu brauchts Sozialkompetenz und gute Inhalte und natürllich einen social Media Newsroom (aber das ist ein anderes Thema), wie Klaus Eck hervorragend aufführt.