Eindrücke vom Blogcamp [oder was machen Sie an einem Samstag?]

Ein paar Eindrücke vom Blogcamp , der Un-Conference, die hier in der ETH gerade stattfindet.
Der Enthusiasmus ist gross, angemeldet hatten sich knapp über 200 Leute, wirklich hier sind wohl ein paar weniger [da sind wohl einige im Schnee stecken geblieben]. Unter den Anwesenden die üblichen Verdächtigen der Schweizer Blogszene, no name dropping here – in schön basisdemokratischer Manier ist auch die Teilnehmerliste live.
Lunch-over-IP Bruno Giussani hat gerade über den Einfluss des Bondy Blogs in Frankreich generell und auf die dort anstehenden Wahlen gesprochen. Ein paar Aussagen von ihm, über die es sich länger nachzudenken lohnt „[weekly / monthly published] Magzines should not have websites.“ oder seine Einschätzung über den Einfluss von user generated content auf die anstehenden Wahlen in USA: „this will have a giantic influence“.
Der Brüller des Tages: Die Freunde vom OK des Blogcamps hatten die Idee, einen neuen Blog unter dem Namen „Christoph Blogger“ ins Leben zu rufen. Wie heisst doch jeweils in Fiction-Filmen und Büchern:“Jede Ähnlichkeit mit real existierenden Personen ist nicht beabsichtigt und was hier stattfindet ist reine Fantasie [oder so]. Grins. Dieser Christoph hier kann wenigstens Schreibmaschine schreiben, wüsste wohl auch, wie man einen PC bedient und hat sogar einen Blog [ja, ja Moritz hat auch einen, aber der ist ja auch richtig modern und urban und überhaupt].
Um auf die Frage im Titel zurückzukommen: ich war hier, es war nett, aber jetzt geh ich mir Sihlcity ansehen – enjoy
Und bevor ich gehe veröffentliche ich diesen Post parallel auf unserem namics –und im Orbit-iEX-Blog.

Unkonferenz? Diesen Samstag in Zürich: BlogCamp!

Dave Winer ebnete mit der folgenden Hypothese den Weg für eine neue Art von Konferenzen:

The sum of the expertise of the people in the audience is greater than the sum of expertise of the people on stage.

Das Ergebnis sind sogenannte „Unkonferenzen“, die sich am einfachsten wir folgt charakterisieren lassen.

1) Das Publikum bekommt die Kontrolle über die Konferenz und beurteilt die Qualität der Beiträge dauernd. Wege dazu: Leute im Publikum sind keine Zuhörer aber Teilnehmer. So kann der Vortrag 15 Minuten und die Diskussion 45 Minuten dauern! Oder es gibt einen „Backchannel“, in welchem das ganze Publikum dauernd kommentieren kann.

2) Die Diskussion im Plenum muss strukturiert sein, damit nicht immer dieselben Leute dasselbe sagen (kommt ihnen das bekannt vor?).

3) Zudem schreiben die Teilnehmer während der Referate ihre Ansichten in ihre Medien (Weblogs, Wikis etc.). Dieser Informationen werden typischerweise während der Konferenz wieder zusammengeführt und weiter genutzt.

Eine schöne Gegenüberstellung zu einer normalen Konferenz findet sich auch bei David Gammel.

Mal dabei sein? Diesen Samstag am 24. März zwischen 10:00 und 16:30 findet an der ETH in Zürich das BlogCampSwitzerland statt. Als BarCamp organisiert ist es eine ad-hoc Unkonferenz. Hier die Regeln. Also bis am Samstag in Zürich (wenn die Leute wollen, spreche ich [kurz] über „Internes Wissensmanagement mit einer Multi-Blog Plattform“).

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blog.namics.com goes strange….. http://orbit-iex.kaywa.ch/

Auch wenn die NZZ mal meinte, man soll sich das Leben nicht nach Liedertiteln gestalten, hier und dieses Mal kann ich’s nicht lassen. Frei nach Helge Schneiders aktuellem Werk: „I brake together“ [sehr frei und Helge-mässig übersetzt auf Deutsch „ich breche zusammen“], was dann in diesem Zusammenhang in etwa so übersetzt werden sollte „der namics Blog geht fremd“…. Jürg Stuker und ich werden in der nächsten Zeit etwas fremd-bloggen und zwar bei unseren Freunden von der Orbit-iEX, in ihrem Blog.
Wieso? Ganz einfach deswegen:
• wir finden die Messe und die Konferenz gut [schliesslich gehen wir ja auch dahin, und nicht zu knapp]
• es gibt sicher das Eine oder Andere, das uns beiden einfällt und das besser in den Kontext des Orbit-iEX Blogs passt
• und schliesslich leben wir Internet! Wir reden nicht nur davon, sondern wir machen’s einfach. Oder anders gesagt: wir prägen das Internet, „me too“ überlassen wir gerne Anderen :-)

In diesem Sinn: lesen Sie natürlich hier, aber auch dort!

Ja, er ist es.

Bundesrat Moritz Leuenberger ist Kunde bei Bluewin und führt dort ein Weblog: http://moritzleuenberger.blueblog.ch.

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Zuerst fragte ich mich, ob es wirklich „er“ ist. Dank einer Rückverlinkung auf seine offiziellen Homepage (http://www.moritzleuenbeger.ch -> Redirect auf UVEK) ist das wohl auch so.

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So. Nun hat der Betrieb begonnen. Mal sehen, ob der direkte Dialog auch aufrecht erhalten werden kann, wie es mit der Aktualität der Posts aussieht und was die Kommentare so tun werden.

Ich finde den „Vorstoss“ auf jeden Fall grossartig. Bravo Herr Leuenberger!

PS: Vor 3 Jahren versuchte ich einer Bundesrätin von einem Weblog zu überzeugen. Leider ohne Erfolg.

PPS: Im Zug sprach ich vor etwas einem Jahr einen Bundesrat an und habe ihm dringend empfohlen, einen direkten Draht vom Bundesrat zum Volk zu etablieren. Das sei bei der Bundeskanzlei im Auftrag. Da wurde wohl nie etwas draus…

PPPS: Unverständlich für mich ist es, weshalb der Weblog extern läuft und nicht bei der IT von Departement (oder wer immer auch das das UVEK betreut). Aber wahrscheinlich war die Idee schneller als die Prozesse.

Es tut sich was im Kolumnenwald.

Vor mehr als einem Jahr habe ich ins Blaue „rausgeplärrt“, die erfolgreichen, professionellen Kolumnisten mögen doch endlich mal anfangen Blogs zu füttern.
„Die Kolumne ist tot, es lebe die Kolumne“.

Und, hat sich etwas getan? Ja, und wie!
(Damit jetzt kein falscher Eindruck entsteht, zwischen der Entwicklung und dem erwähnten Blog-Post besteht kein kausaler Zusammenhang.)

Mittlerweile wird experimentiert was das Zeug hält.
Beispiel 1: Doris Knecht
Im Jahre 2005 Lohnprozent-Schreiberin beim Tages-Anzeiger. Ihre Kolumnen waren Samstags im ‚Leben’des Tages-Anzeigers zu finden. Online suchte man danach vergeblich. Irgendwelche nichthandelbaren E-Papers zähle ich jetzt mal nicht zu „Online“.
Die gute Frau Knecht schreibt nach wie vor für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften im Auftragsverhältnis Kolumnen und gibt Bücher mit gesammelten Kolumnen-Verbrechereien heraus. Aber, neu betreibt sie unter dorisknecht.com auch einen Blog mit allen gesammelten und aktuellen Kolumnen.
Na also, geht doch. Auf diesem Umweg haben sogar die Tagi-Kolumnen nachträglich noch den Weg ins Netz gefunden (Hat man wahrscheinlich damals beim Aufsetzen des Vertrages über die verwertungsrechte nicht bedacht).

Beispiel 2: Michèle Roten (Miss Universum)
Studentin und Kolumenschreiberin im Solde von ‚DAS MAGAZIN‚, der Wochenendbeilage des Tages-Anzeigers. Auch ihre Kolumne suchte man online im Jahre 2005 vergeblich. Mittlerweile geht das zwar auch online, wenn auch etwas lieblos.
Bei diesem Beispiel ist eine „Zwischenstufe“ interessant. Letztes Jahr wurde das EXperiment hoerkolumne.ch aus der Taufe gehoben. Eine nette Geschichte, unterschiedliche Kolumnisten der verschiedensten Verlage (das ist der interessante Punkt) bieten ihren Text als Podcast an. Frau Rothen war von Anfang an dabei. Doch plötzlich nicht mehr. Der nachfolgend abgebildete Kommentar im Hoerkolumnen Newsletter ist recht aufschlussreich:

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Die beiden Beispiele zeigen, Blogs und Podcast bringen keine fundamentalen Änderungen in die Zeitungslandschaft (Verlegersicht), andererseits wird eben doch der eine oder andere Stein etwas verschoben (Sicht derjenigen, die auf Veränderungen reagieren).
Also, weiter experimentieren, an den Steinen rütteln, das Gute wird sich durchsetzen.

Lust auf Riethüsli-Blog? Oder Kreis3-Blog? Oder….

Schon mal von Placeblogs gehört? Das sind Blogs, die über ein Quartier oder eine kleine Region schreiben, für die sich kein Journalist wirklich interessiert und in dem die lokalen News verbreitet werden – was halt grad so geschieht (In der Schweiz wäre das dann so im Stil „Der Müller mäht den Rasen schon wieder sonntags“.) Auch Hyperlocal Newssites genannt.

Gestartet in den Staaten, wo alles etwas weitläufiger ist und im Gegensatz zur Schweiz nicht jede Zeitung noch diverse Regionalausgaben anbietet. Sieht man sich diese Placeblogs an (z.B. Duke City Fix – „the Inside Line on Albuquerque“), so sind das schon richtige regionale Portale, und im Zentrum steht das Blogging.

Wer in der Schweiz regional Blogs lesen will, kann das über local.ch tun. Sobald man auf der Einstiegsseite einer Ortschaft ist, sieht man die Blog-Posts dieser Stadt / Region:

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Und wie das funktioniert? Jedermann kann seine Website und somit natürlich auch seinen Blog via geourl mit Koordinaten versehen – das ist dann ein ICBM-Meta-Tag. Am Beispiel unseres Blogs:

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Local selber geht nicht bei allen Sites die GeoTags raussuchen, das wäre etwas aufwendig. Local.ch geht über Blogug (= Blog Usergroup). Dort kann jeder seinen Blog eintragen.

Also – wer bei local.ch mit dabei sein will, einfach ICBM-Tag in der Website eintragen und bei Blogug subscriben.

Mal sehen, ob mein Nachbar bald mal über die Höhe meines Zauns blogt ;-).

Die Blogosphere wächst weiter. Zwischenanalyse.

Dave Sifry von Technorati hat die neuesten Statistiken zum immernoch andauernden Hype in der Blogging-Szene veröffentlicht. Fakt ist, dass im Q3 2006 knapp 3 Millionen Blogs pro Monat neu hinzu gekommen sind – Technorati tracked mittlerweile mehr als 57 Millionen Weblogs.

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Philipp von Google Blogoscoped hat seinen eigenen Kommentar zu den Zahlen verfasst – welchen ich voll und ganz nachvollziehen und unterstützen kann.

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Die Entwicklung der Weblogs wurde hier auch schon von Jürg kommentiert und analysiert.

Whitepaper Corporate Weblogs [Update Juni 2006]

Zum einjährigen Geburtstag haben wir unser Weblog Whitepaper leicht aktualisiert. Vor allem im Bereich der Literatur-Verweise, der Statistiken/Umfragen, der technischen Anforderungen und der Screenshots. Hier nochmals die Einleitung von viel Lesevergnügen.

Weblogs (resp. Blogs) erlauben eine authentische, zeitnahe Darstellung von Sachverhalten und Themen mit einer sehr grossen Reichweite rund um die Uhr. Zudem erlauben diese eine direkte, offene Diskussion und erhöhen damit die Glaubwürdigkeit des Unternehmens. Als komplementäre oder leitende Kommunikationsinstrumente gehören Weblogs damit in das professionelle Kommunikations-Arsenal.

Das vorliegende Whitepaper beschreibt Einsatzmöglichkeiten, den Bezug zur Unternehmenskommunikation und ein bisschen Technologie. Zudem sechs Schritte zum Einsatz.

[pdf, 770KB] Whitepaper Corporate Weblogs