Das Ende vom Anfang des digitalen Marketing.

Vortrag Digital Marketing

Seit Jahren beschäftigen sich digitale Marketeers mit den Auswirkungen sozialer Kommunikation, mobiler Kanäle und der Inhaltsflut auf ihre Marke. 2014 läutet nun endlich das Ende dieser Diskussionen ein. Es beginnt die Alltags-Ära von digitalem Marketing. Flexibilität, Mitmach-Mentalität und Denken über … Weiterlesen

Vortrag: Digital Publishing rocks

Auf Einladung von Digicomp durften Raphael und ich unsere Erfahrungen bzgl. Digital Publishing, insbesondere auf Mobile Devices/Tablets vorstellen.

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Ausgangslage war, dass weltweit bereits über 25 Mio iPads verkauft wurden (und die Konkurrenz schläft nicht) – Mobile ist somit Lifestyle und das iPad dient als Türöffner für den Mauerfall im Publishing – Von der digitalen Ausgabe des Geschäftsberichts, Katalogen über Kundenmagazine bis hin zu komplexeren Anwendungen für Kunden oder Mitarbeiter z.B. im Aussendienst.
Für Unternehmen entsteht somit die Gelegenheit:
1) die eigene Marke zu stärken und
2) die Verbreitung der eigenen Publikationen zu erhöhen

Der Condé Nast Verlag hat es zum Beispiel geschafft, die Markenwerte des 90-jährigen New Yorker „excellence, polish, depth“ auf das digitale Format zu transferieren. Das Look&Feel der Print Publikation wurde zwar weitgehend beibehalten, die Comicsektion und die Bildreportagen, zwei der Hauptgründe der New Yorker-Leser, die Zeitschrift am Kiosk zu ergattern, wurden konzeptionell und redaktionell dem neuen Medium angepasst.

Der Verlag hat damit die Zukunftsfähigkeit seiner Flagship-Publikation dank globaler, digitaler Verbreitung und zeitgemässer Ansprache einer neuen, teils jüngeren Zielgruppe sichergestellt. Den Trend zu erkennen ist zwar lobenswert, purer Aktionismus sollte aber vermieden werden. Print ist nicht online und das Publikum hat hohe Erwartungen an intuitive Bedienungskonzepte.

Ran an den Case…

Folgende Elemente spielen bei der Konzeption eine zentrale Rolle:
Storytelling: Welche Geschichte kann ich erzählen, um meinem Publikum einen Mehrwert zu bieten?
Dramaturgie: Wie führe ich mein Publikum und wie erzähle ich meine Geschichte?
Prototyping: Sollte als Basis zur Darstellung der Idee, Überprüfung der Konzepte, Überzeugung des Managements und als Basis für den Technologie-Entscheid dienen.

Von der Konzeption und Art Direction bis zur Verbreitung des Tablet-Magazins ist es nicht weit. Anbieter wie Adobe, Mag+ oder Woodwing offerieren Tools, die Adobe InDesign als zentrale Schaltzentrale benutzen. Dies erlaubt eine Übernahme der bisherigen Druckdaten, eine effiziente Designanpassung, Weiterentwicklung um Navigationspfade und beispielsweise Multimedia Elemente, aber ebenso die Veröffentlichung der App. Die einfachsten Lizenzmodelle bewegen sich zwischen CHF 3’000.- und CHF 10’000.- pro Jahr.

Da punktet die Umsetzung in HTML5 vergleichsweise, wo keine direkten Lizenzkosten anfallen. Smartphones und Tablets sind mit Webbrowsern ausgestattet, welche die Technologie unterstützen. Eine Umsetzung in HTML5 kann somit auf allen verschiedenen Endgeräten eingesetzt werden.


Best Practice Beispiele

Wie zur Zeit mit Inhalten und Geschichten für verschiedene Zielgruppen und mit verschiedenen Zielen jongliert wird kann am Beispiel der folgenden Publikationen illustriert werden:
The New Yorker
Wired Magazin
Red Bulletin
Letter to Jane
ProfiPhoto
Vontobel Blue
Liberate Eden
Flipboard
Zite

Microblogging im Unternehmen aka „wir yammen“

Das Problem ist bekannt: In der „Raucherecke“ werden informelle Informationen schnell und effizient ausgetauscht- über Projektstati, über die aktuelle Wochenplanung, es werden fachspezifische Fragen gestellt, Restauranttipps ausgetauscht, Witze erzählt etc.

Nun sind alle diese Informations-„Schnipsel“ nur den Rauchern im Unternehmen vorbehalten.
Im Rahmen des namics-lab haben namics-Mitarbeiter versucht, Lösungen zu finden, wie alle Mitarbeiter an diesem „informellen“ Informationsstrom teilhaben können. Hierzu wurde das Potential von Microblogging für die unternehmensinterne Kommunikation untersucht. Für namics wurde aufgrund seiner Funktionalitäten das Tool Yammergewählt.

Schnell stellte sich die Frage, wie ein solches System in unserem Unternehmen zu implementieren wäre. Während noch überlegt wurde wie ein namicsweiter Rollout auszusehen hat, entdeckten einige Mitarbeiter auf dem im Wiki dafür eingerichteten Arbeitsspace die Yammergeschichte, und meldeten sich von sich aus beim Dienst an.

Die Tatsache, dass wir einen yammenden CEO haben, half sicher dabei, dass sich das ganze ohne jegliche „Werbung“ viral im ganzen Unternehmen (also sowohl in der CH als in DE) verbreitet hat. Der Rollout lässt sich also in 2 Sätzen zusammenfassen: „It’s not rocket science. Do it!“

Dies ist inzwischen zwei Wochen her. Mittlerweile sind – auch nach einem offiziellen Post im Wiki – 180 (!) Mitarbeiter beim Dienst angemeldet und haben schon über 2100 Wissenschnipsel geschickt, Fragen gestellt, Links gepostet, Statusmeldungen durchgegeben, Files upgeloadet oder Kommentare, Bemerkungen, Freuden und Frust kommuniziert. Zudem wurden über 20 Gruppen gebildet, in denen sich Business Units austauschen, Projektteams geschlossen diskutieren können oder sich Fach- sowie Interessensgruppen abstimmen.

Hier einige Anwendungsfällen der letzten 2 Wochen:

Wissensschnipsel:
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Frage
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Koordination
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Offtopic
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Suche
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Status
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Nach zwei Wochen zeichnet sich ab, dass Microblogging in der internen Kommunikation ziemlich interessante Blüten trägt. Die Einen finden es im Yammer zu lärmig (in einer grossen Raucherecke ist es zwangsläufig ein bisschen laut) und benutzen den Dienst deshalb nicht (oder kaum). Andere lassen sich gerne von den Wissensschnippsel berieseln, posten aber kaum. Und für einige namics Mitarbeiter ist das Einsetzen von Yammer als Arbeitstool schon selbstverständlich.

Ich bin gespannt, wie (und ob) das Experiment mit Yammer weitergeht. Um den Klagen bezüglich Microblogging vs. Informationsflut entgegenzukommen, bietet Yammer zwar einige interessante (Filter-) Funktionen an, diese müssten jedoch noch erweitert werden, um für noch mehr namics-Mitarbeiter einen echten Nutzen anzubieten und sich längerfristig als internen Kommunikationskanal zu behaupten.