Vortrag: Das Wiki wird erwachsen

Bei den Stuttgarter Wissensmanagement-Tagen ergriff ich vorgestern in einem Vortrag die Chance, unsere Erfahrung mit dem Wiki-Einsatz in Unternehmen an die Frau und den Mann zu bringen, und an der einen oder anderen Stelle das Eis für vertrauensbasierten Wissensaustausch anzutauen.

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Der bis auf den letzten Platz gefüllte Saal sprach dafür, dass Enterprise-Wikis unter Knowledge-Managern ein großes Thema sind, die zahlreichen Gespräche im Nachgang zeugten aber noch von einer gewissen allgemeinen Unsicherheit im Umgang mit diesem offenen Medium. Der Grundsatz „Alle Mitarbeiter dürfen alle Informationen von allen Mitarbeiter sehen und ändern“ passt eben noch nicht in die Kultur vieler bestehender Unternehmen hinein. Oder umgekehrt.

Wir haben unsere Erfahrung aus unserem eigenen Unternehmenswiki „know.namics“ und aus einigen Kundenprojekten in acht Erfolgsfaktoren eingedampft, und die Unterschiede zwischen einer Wikipedia und einem Unternehmenswiki herausgearbeitet. Wir hoffen, die Zuhörer dabei mit ein paar guten Ratschlägen und etwas Missionierungseifer zum Wiki-Einsatz motiviert zu haben.

Ansonsten zeigte der erste Tag der Wissensmanagementtage ein buntes Programm — von Grundlagen des Knowledge-Managements über Projekterfahrungen bis zum „Mentalcoaching für Handballweltmeister“ — mit buntem Publikum aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

Über die genannten Erfolgsfaktoren kann man sich in einem unserer neuen Fachartikel informieren. (Dort ist zwar von sieben Erfolgsfaktoren die Rede, aber dies ist natürlich als eine Hommage an Rüdiger Hoffmanns Huhn mit 8 Kostbarkeiten zu verstehen.) ;-)

Pragmatisches User Centered Design bei bahn.de

Heute war es soweit: Weltweit stand der heutige Tag im Zeichen der Usability.
Auf dem World Usability Day in Hamburg hatten Elena und ich die Gelegenheit, unser nutzerzentriertes Vorgehen bei der Neukonzeption von bahn.de vorzustellen.
Eine herausragende Erkenntnis durch die permanente Einbeziehung von Benutzern war dabei z.B., dass die klassische Ansprache in Zielgruppen nicht funktioniert; schließlich sind alle Geschäftsreisende (wie wir auch) am Wochenende auch als Familienreisende und wochentags noch als Pendler unterwegs.

Elena und Janko beim World Usability Day in Hamburg

Das Vorgehen bei der Konzeption des Portals und der Buchungsstrecke zeigen wir in dieser Präsentation [Vortrag WorldUsabilityDay: Pragmatisches UCD, pdf].
Das Ergebnis findet sich in Kürze auf bahn.de.

Sehr spannend war anschließend auch die Diskussion mit Kollegen, Referenten und Interessierten. Soviel geballtes Usability-Know-how trifft man selten auf einmal :-)

Web2.0, Build 2008 (web2.0expo 2008 Berlin)

Gefragt, was denn nun nach dem Web2.0 käme, antwortet Tim O’Reilly: „What do you mean? Hey, it’s not done yet!“ Auf der web2.0expo wird heute verstärkt dem Thema nachgegangen, was am Web2.0 zu verfeinern und weiterzuentwickeln ist. Die Methode „oauth“ möchte dem „password antipattern“ (also der Unsitte, das eine Website den Benutzer um Angabe seiner Zugangsdaten für eine andere abfragt, um z.B. Freundeslisten zu importieren) durch einen ausgefeilten und benutzerkontrollierten Authentifikationsprozess begegnen. Und auch Nokia (in Gestalt von plazes) arbeitet mit „place-based privacy“ daran, das Privacy-Bedürfnis der Benutzer abzubilden, während immer mehr und spannendere location-based services auftauchen.

Zemanta möchte es Autoren einfacher machen, ihre Inhalte mit relevanten Bildern oder weiterführenden Links anzureichern und präsentiert ein komfortabel anmutendes Funktionspaket für Blogsysteme. Die semantische Suche wird bei der Präsentation zwar nur mittels Personennamen vorgeführt, aber wer hier Böses denkt, sei ein Schelm.

Solana Crawford gibt aus designerischer Sicht Tipps für eine aktionsgerichtete Anwendungsgestaltung und hebt den emotionalen „Click moment“ des Benutzers – die Sekunde, bevor der Benutzer den zentralen Klick zum Kauf, zur Spende, zum Versenden einer E-Mail usw. tätigt, hervor. Ich tue also den entscheidenen Klick auf den Power-Button meines Laptop, denn drei Tage web2.0expo sind zuende. Gute Organisation, schöne Locaation, viele kreative Leute, viel gereiftes Mitmach-Internet. Und natürlich elektrische Hasen.

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Von fremden Ländern, elektrischen Hasen und guten Web-Anwendungen (web2.0expo 2008 Berlin)

Tag 2 der web2.0expo zeigt ein buntes Programm, wobei der Fokus hier deutlich eher auf Grundlagen des Web2.0 liegt, als auf Astrophysik oder Web-Nippes. Na gut, die Erfinder des Nabaztag (des ersten Hasen mit Internetanbindung) haben Schritt 2 ihrer Geschäftsstrategie vorgestellt („Step 1: Connect a rabbit to the internet, Step 2: Connect everything else to the internet“). Das ist der „Mirror“, im Prinzip ein RFID-Reader, aber lustiger. Web-Nippes vom Feinsten.

Nachdem ich mit meinem Beitrag „Parlez-vous zwo-null, señor?“ den Morgen eingeläutet habe, stand der Vormittag unter dem Thema „Bits-and-atoms“, also das Zusammenspiel von virtuellen und physischen Geschäftsbereichen: der Kartendruckservice moo.com zeigte, wie Online-Erstellung von Grußkarten und deren Druckausführung abgebildet ist, und Philips stellte vor, wie Web-Communities für eine Ausweitung der Usability- und Qualitätsverbesserung anfassbarer Produkte genutzt werden können.

Analog zur „Open Source Software“ stellten Tinker.it! ein Konzept der „Open Source Hardware“ vor, und drupal.org erweiterte Open Source aufs Design. Die BBC gab Ratschläge für eine gute Frontendarchitektur von Webanwendungen, und auch das Thema „Flow“ war mit einem Grundlagenvortrag vertreten, um die Besucher zu motivieren, ihren Anwendungen etwas mehr natürliches User Interface zu verleihen.

Aber auch das gestrige Credo „Do Stuff That Matters“ wurde wieder leidenschaftlich aufgenommen. Tim O’Reilly motivierte die Besucher, das zu tun, was sie selbst für bedeutungsvoll halten — ein Geschäftsmodell hätte sich für die wirklich wichtigen Dinge noch immer gefunden –, und Ben Hammersley forderte: „You guys are very good at things! Use your outstanding abilities to solve big problems. The Apollo program was not launched to build Disneyworld.“

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Please Do Stuff That Matters (web2.0expo 2008 Berlin)

So oder so ähnlich drückte heute Tim O’Reilly, der 2004 den Begriff „Web 2.0″ prägte, aus, was er sich von der Web2.0-Gemeinde nun wünscht: Während in der Welt da draußen Hunger, Krieg, Finanzkrisen und die Erderwärmung toben, bestehen einige der erfolgreicheren Web2.0-Anwendungen darin, seine Freunde mit Schafen zu bewerfen oder aus dem iPhone ein schwenkbares Bierglas zu machen (immerhin eine funktionierende Nutzung des iPhone-Neigungssensors). Stattdessen möge man seine Innovations- und Arbeitskraft doch investieren, um die Welt irgendwie ein bisschen besser zu machen, denn schließlich hat das Web2.0 z.B. mit seiner Fähigkeit, immense Datenmengen zu verarbeiten, eine tragende Rolle in Zukunftsprojekten.

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Aber langsam: wir befinden uns in Berlin auf der Konferenz „Web2.0Expo Europe„, dieses Jahr gottseidank nicht im charmebefreiten Congresscenter „ICC“, sondern im todschicken Congresscenter „bcc“ (nota bene!). namics tritt dort in Erscheinung mit einem Vortrag über Mehrsprachigkeit in Web-Communities, aber das ist erst morgen früh.

Heute teilte zunächst der wie immer gut aufgelegte Dion Hinchcliffe mit einem mehrstündigen Rundumschlag den Zuhörern mit, was sich denn seit dem letzten Jahr im Web2.0 so getan hat. Nach dem folgenden Besuch des Workshop „Security for Ajax- and Rich Internet Applications“ von Alex Stamos traut man sich zwar gar nicht mehr, einen Browser zu verwenden, aber er zeigt uns, dass namics in puncto Anwendungssicherheit seine Sache ganz gut macht.

Um die anfangs erwähnte Weltverbesserung (und die ggf. damit verbundene Venture-Capital-Spritze) bemühten sich am Nachmittag mehrere Start-Ups mit Kurzvorstellungen in der beliebten „Ignite“-Liturgie:

1. plista.com, ein (weiteres) Social Recommendation Network, das Nutzern geschmackskonforme Web-Inhalte empfehlen möchte (und Werbetreibenden geschmackskonforme Nutzer), na ja
2. amazee.com, eine sympathische Collaboration-Website für große und kleine Ziele und Projekte
3. txtr.com: eine Art flickr für Textinhalte
4. aka’aki, die mir auf dem Handy anzeigen wollen, welcher meiner Freunde in der Nähe ist (mobile social software)
5. iDesktopTV, die neue Zugangswege zu YouTube-Inhalten bieten wollen (der genaue Sinn hat sich mir leider nicht erschlossen)
6. SoundCloud, die das Austauschen von Musik so einfach machen möchten wie flickr es für Bilder tut (durchaus beeindruckend ist hier die Möglichkeit, innerhalb eines Songs Kommentare und Fotos einzufügen)

Abends zeigte sich dann, dass Soziale Netzwerke am besten funktionieren, wenn man das iPhone-Bier („iPint“) mal gegen ein echtes Pils austauscht.

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Accessibility and Business Value Study

Ein Kollege *danke Urs* hat mich auf diese – sehr interessante – Studie von der Customer Respect Group aufmerksam gemacht.
Testgegenstand, der im Februar 2008 publizierten Studie, sind die Websites von 140 Unternehmen, die Mehrzahl davon aus der „2007 Fortune 100 list“. Ausgeschlossen waren explizit High-Technology Unternehmen sowie Unternehmen, welche sich mit Accessibility Consulting beschäftigen. Die Unternehmen sind in den USA, Kanada und Grossbritannien beheimatet.

Untersucht wurde, welche Unternehmen sich speziell durch zugängliche Internetseiten auszeichnen. Die Studienergebnisse kurz zusammengefasst sind:

  • Die Unternehmen, welche sehr gute Werte in Bezug auf die Zugänglichkeit ihrer Website aufweisen, haben einen starken e-commerce Fokus. Interessanter Weise konnte kein direkter Zusammenhang zwischen der gesetzlichen Verpflichtung und der maximalen Erzielung der Barrierefreiheit hergestellt werden.
  • Besonders erfolgreich wurde bei den Unternehmen Barrierefreiheit umgesetzt, die sich durch diese Massnahme gegen die Konkurrenz im Markt differenzieren wollen.
  • O2 UK wurde in der Studie als am besten zugänglich bewertet.

Empirisch interessant für mich war vor allem, dass nachgewiesen werden konnte, dass der Gap zwischen Usability und Accessibility grösser ist als der zwischen Usability und Nicht-Usability. Das heisst im Umkehrschluss, Usability hat es inzwischen zu einem gewissen Selbstverständnis geschafft.

Auch wenn das PDF der Studie nicht barrierefrei generiert worden ist, so ist sie doch interessant zu lesen. Hier der Link zum Nachlesen: PDF-Datei, 1.2MB

Vortrag: Integrierte Kommunikation

Heute bin ich in Frankfurt auf dem Online Marketing Forum und referiere zum Thema „Integrierte Kommunikation“.

Insbesondere plädiere ich hierbei für eine stärkere Integration von traditionellen mit den neuen Online-Medien, da meiner Meinung nach ein effizienter Dialog nur so möglich ist.

Im Rahmen der Diskussion und anschließenden Gesprächen konnte ich erkennen, dass die Notwendigkeit einer integrierten und umfassenden Kommunikationsstrategie durchaus gesehen wird, häufig aber an der Umsetzung und politischen Wiederständen scheitert.

Download des Vortrags: „Integrierte Kommunikation – Potenziale einer konsistenten Außendarstellung [pdf, 1MB]“

Vielen Dank noch an Melanie und Simon, die an unserem kleinen Stand für Fragen zur Verfügung stehen!

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Internet für ALLE – virtuelle Grenzen überwinden [Vortrag]

Am Mittwoch, 21. Mai 2008 habe ich an der Fachtagung der Orbit-iEX einen Vortrag zum Thema „virtuelle Grenzen überwinden“ gehalten. Ich habe mich über die zahlreiche Teilnahme und die interessante Diskussion sehr gefreut. Deshalb möchte ich gerne noch auf mein Handout (pdf, 4,8MB) verweisen.

Die nächste Chance etwas über „Barrierefreiheit“ von meiner Seite zu hören ist anlässlich der Informatica ’08 am 11. Juni 2008 – herzliche Einladung!

Accessibility Day – Einladung!

Im Rahmen der informatica08 findet am 11. Juni 2008 ein so genannter Accessibility Day in Zürich statt. Die Vorträge beschäftigen sich von der barrierefreien Post, über barrierefreie Finanzdienstleistungen bis hin zur WCAG 2.0 und barrierefreien PDFs.

Ich werde mich an der Veranstaltung mit einem Referat zum Thema „Internet für ALLE – eine Herausforderung?“ beteiligen. Insbesondere freue ich mich auf das Podiumsgespräch mit allen Referenten zum Abschluss der Veranstaltung. Aufgrund der thematischen Vielfalt ist ein spannender Tag rund um das Thema Barrierefreiheit sicherlich garantiert.

Das ausführliche Programm mit allen Uhrzeiten ist hier zu finden: http://www.informatica08.ch/de/events/Accessibility_Day.html
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung unter: www.informatica08.ch/de/events/Accessibility_Day.html allerdings erforderlich.

Aktion Mensch – EfA Tagung

Zum Startschuss des Biene-Awards lädt die Aktion Mensch dieses Jahr zu einer Fachveranstaltung ein. Heute darf ich zusammen mit Patrick H. Lauke, Webmaster, University of Salford und Gisbert Loff, SAP unter der Moderation von Hubertus Thomasius, Kooperation Behinderter im Internet e.V. (kobinet) zwei Stunden meine Ansichten zum Thema „Barrierefreiheit als Managementaufgabe“ diskutieren.

Ich vertrete dabei folgende Thesen:

  1. Das Management ist nicht auf die Thematik Barrierefreiheit hin sensibilisiert und kennt Barrieren in der virtuellen Welt folglich gar nicht
  2. Akzeptanz für Barrierefreiheit im Management ist nur durch den gesamtheitlichen Ansatz der Barrierefreiheit — nämlich Internet für ALLE — zu erreichen
  3. Ohne überzeugte Stakeholder im Management ist Barrierefreiheit eine kurzfristige „Übung“, aber keine langfristige und erfolgreiche Massnahme

Ich bin mir darüber im Klaren, dass diese Thesen nur die Spitze des Eisbergs sind. Trotzdem halte ich diese drei Aussagen für essentiell, wenn es um die Frage geht, warum „ist nicht schon längst vielmehr passiert“. Immer wieder stosse ich an Grenzen, wenn nur eine Person in der Unternehmung das „Projekt Barrierefreiheit“ treibt und deshalb wie Don Quichote gegen Windräder ankämpft. Ich bin gespannt auf die Diskussionen im Plenum. Wer live mit dabei sein will, ist herzlich eingeladen direkt am Live-Stream teilzuhaben (die Veranstaltung wird übrigens simultan auch in Gebärdensprache übersetzt).

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