Reinventing a once disruptive business model

Im Rahmen des Smart Business Day führt Tim Dührkoop von Namics ein Interview mit Gilles Despas, CEO der Scout24 Gruppe. In der Folge meine Notizen zu dem Gespräch.

Gilles Despas

Die Marktposition ist für Despas nicht von vorrangiger Bedeutung, sondern die tägliche Frage, ob das Unternehmen ihren Partnern und Kunden eine gute Leistung bietet. Die Tatsache, Nummer eins in einem Markt zu sein, ist kein Erfolgsrezept für die Zukunft.

Facebook ist eine relevante Konkurrenz auch in der Schweiz, wo das soziale Netzwerk ein gutes Wachstum vorweisen kann.

Scout24 ist mit 25 Jahren eine “alte” digitale Firma und es stellt sich immer wieder die Frage, wie sie neue Modelle kreieren kann und nicht wartet, bis sie unter Druck gerät. Eines der Modelle, welches in Entwicklung ist, ist ein Preismodell, in welchem der Käufer nur bei einer erfolgreichen Transaktion bezahlen muss. Weit weg vom heutigen Inserate-Modell. Die Kunden erwarten ein Performance-Modell.

Die “rote Linie” von Scout24 ist es, keine Aktiven zu besitzen; also Transaktionen nur zu befähigen, sie aber selbst nicht zu tätigen. Scout24 will den Markt unterstützen und ein digitales Geschäft bleiben.

Was hat Gilles Despas am meisten überrascht als er bei Scout24 begonnen hat? Dass die Branchen Immobilien und Automobil noch sehr weit von der Digitalisierung entfernt sind. Die Prozesse aus Nutzersicht sind noch viel zu aufwändig. Auch hat ihn erstaunt, wie stark sie intern mit dem “Classified-Modell” verbunden sind. Scout24 muss einen Blick aufs Ausland richten, da kompetitive Modelle mit ein paar Jahren Verzögerung auch in der Schweiz erfolgreich sein werden.

Scout24 investiert stark in Mitarbeiter und Despas glaubt an die Zusammenarbeit von erfahrenen, mit der Marke verbundenen Mitarbeitern und neuen Kollegen. Die Integration ist zwar schon eine Herausforderung, allerdings helfen die bestehenden Mitarbeiter dabei kräftig mit.

Angesprochen auf die zwei Besitzer Ringier und Mobiliar sagt Despas, dass er sich keine besseren Eigentümer vorstellen kann. Die Eigentümer unterstützen die Transformation und haben sehr gute Marktkenntnisse.

Aktuell sei die Scout24 Marke vor allem bei über 30-Jährigen bekannt. Doch dort ist sie sehr stark verankert und geschätzt 50 bis 100 Millionen wert. Herausforderung und Chance für jüngere Generation sieht er vor allem bei neuen Angeboten, welche die Bedürfnisse dieser Generationen adressieren.

Eine Frage aus dem Publikum ist, wie Scout24 mit den im Ökosystem gesammelten Daten umgeht. Er gibt darauf eine ehrliche Antwort – nämlich, dass sie über viele Daten verfügen, aber noch zu wenig damit tun. Die Ziele sind aber hoch gesteckt, um die richtige Leistungen effizient zur Verfügung zu stellen und den Kunden die Daten zurückzugeben, um Prozesse zu optimieren.

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