What makes content click – eine Interpretation des Web Summits

Vom 6. bis 9. November 2017 öffnete Europas größte Tech-Konferenz, der Web Summit, seine Tore in Lissabon. Natürlich war auch Namics mit vor Ort, um die digitale Zukunft aus allen Blickwinkeln zu beleuchten. Der Web Summit verbindet Start-up-Pitches, Redner von Weltrang und Networking mit portugiesischer Gastfreundschaft. Dabei bündelt der Summit 25 einzelne Konferenzen in einer und bietet ein volles Programm zu allen Facetten der Digitalisierung.

Web Summit 25 Conferences

Beachtenswert war vollem die Women in Tech-Initiative, mit der die Veranstalter die Rolle von Frauen in der Tech-Branche stärken wollen. So wurden auch dieses Jahr über 14.000 stark rabattierte Tickets an Frauen aus aller Welt vergeben, was sich dann auch im sehr diversen Publikum widerspiegelte.

Dieses Jahr waren von Namics vor allem Mitglieder aus dem Content & Campaign-Team zum Trendresearch vor Ort. Dabei haben wir drei Hypothesen für die Zukunft des digitalen Contents mitgenommen.

1. Hypothese: Content geht den Weg der Musikindustrie

Eine spannende Paneldiskussion veranstalteten Nick Law von R/GA, Alicia Navarro von Skimlinks und Moderator Martin Swant von der Adweek. Beim Thema “Media companies will benefit in the long run from Google’s and Facebook’s Influence over the digital ad industry” gab es viele bekannte Argumente und Gegenargumente.

Ein Punkt von Nick Law ist mir allerdings besonders im Gedächtnis geblieben. Er hat in Aussicht gestellt, dass es gut möglich ist, dass die Medienbranche einen ähnlichen Weg wie die Musikbranche gehen könnte. Die Musikindustrie galt schon als verloren. Aber durch Indie Labels, die Renaissance der Schallplatte, ausverkaufte Konzerte und vor allem einen direkten Draht zum Hörer steht die Branche heute wieder ziemlich gut da.

Dieser Trend zeigt sich bereits in der Medienlandschaft. Plattformen wie Patreon oder YouTube Red bieten unabhängige Möglichkeiten zur Finanzierung, Indie Magazine gibt es im Sammelabo bei Stack und starke Marken wie die New York Times haben so viele digitale Abonnenten wie nie zuvor.

2. Hypothese: Konversationen überholen sich selbst

Ein besonders spannender Beitrag war der Talk von Mark Curtis, dem CMO von Fjord über die “Past, Present, and Future of Conversation”. Hierbei ging es vor allem um die gesellschaftlichen Auswirkungen von digitaler Konversation.

In einem Rückblick beschreibt er den Weg vom einfachen Gespräch zur asynchronen, permanenten digitalen Konversation und dem Wandel der Etikette. Während Mails zumindest noch einen klaren Anfang und Ende hatten, erlaubt Social Media eine immerwährende, multidimensionale Konversation (vor allem auf Twitter). Zwar ermöglicht digitale Kommunikation einen spontanen Austausch, verführt aber auch dazu, immer online zu sein.

Spannend ist insofern vor allem der Ausblick von Mark Curtis. Denn er prognostiziert, dass Konversationen selbst bald als Schnittstelle und Marktplatz dienen. WeChat in China und der Facebook Messenger AI Assistant “M” sind bereits die Vorreiter. Dabei wird die Kommunikation bald nicht mehr nur vom Nutzer zur Marke gehen, sondern auch in die andere Richtung. Bald wird Amazon Alexa direkt seine Nutzer ansprechen, ohne vorher selbst angesprochen zu werden.

Mark Curtis: Each Brand becomes like you

Im nächsten Schritt werden Konversationen dann komplett unabhängig vom Endgerät und die Hardware rückt in den Hintergrund. Sie finden überall, mit jedem und jederzeit statt. Marken werden so in eine radikal personalisierte Ansprache gezwungen und jede individuelle Interaktion mit der Marke wird zur Marke selbst.

3. Hypothese: Omnichannel ist nicht genug

Ein weiterer interessanter Talk war von Meredith Artley, Editor-in-Chief von CNN Digital mit dem Titel “Reporting truth in the chaos”. Sie baut teilweise auf den Ideen von Mark Curtis auf und zeigt, wie vielschichtig CNN im digitalen Raum geworden ist. Dabei zeigt sie, welche Regeln sich CNN selbst gegeben haben.

  • Nicht einfach nur Inhalte online stellen und auf Kanäle verteilen. Wichtig ist es stattdessen, die Zuschauer mit einzigartigen Geschichten zu erreichen und mit neuem Content ansprechen. Deswegen hat CNN die digitale Untermarke“The Great Big Story” mit über 1,5 Millionen Abonnenten aufgezogen.

CNN Digital Landscape

  • Die Veröffentlichung ist erst der Anfang. Gerade in Zeiten von datenzentriertem Publishing und kontinuierlicher Analyse sollten Beiträge, die besonders kontrovers diskutiert werden, weiter im Fokus der Journalisten stehen. So hat CNN etwa schnell auf das Zuschauerinteresse an den Beiträgen über die Rohingya reagiert und weitere Recherchen angestellt.

Für besonders Neugierige ist hier nochmal der komplette Vortrag von Meredith Artley:

Fazit

Der Web Summit konnte sein Versprechen halten: Inspirationen für 2018. Spannende neue Ideen. Einblicke in die Gedankenwelt von digitalen Vorreiter.

Wir freuen uns auf die nächsten Projektanfragen!

 

 

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