Blogreihe „Mikrotargeting“ Teil 4: Wohin geht die Reise?

Wir haben gesehen, wie mächtig Mikrotargeting bereits jetzt ist. Doch der digitale Wandel schreitet immer noch unaufhaltsam und rasend schnell voran. Lesen Sie über drei Trends, die zeigen, dass der Status Quo sicherlich noch nicht das Ende der Reise ist.

mT

1.Trend: Entmystifizierung des Mikrotargetings

Um stark personalisierte Kampagnen stemmen zu können, bedurfte es noch vor wenigen Jahren zahlreicher Kundenumfragen und einer langwierigen manuellen Datenauswertung. Der Umgang mit den Daten war ohne spezielle (Entwickler-)Fähigkeiten kaum zu bewältigen.

Anhand des Beispiels Mikrotargeting haben wir gesehen, dass nahezu jeder – auch ohne ein tiefes technisches Verständnis – personalisierte Anzeigen schalten kann. Google und Facebook haben die Usability ihre Funktionen so heruntergebrochen, dass man sich schnell und intuitiv zurechtfindet. Und das wird in Zukunft noch einfacher werden.

Dass Mikrotargeting längst entmystifiziert ist und es jeder (auch negativ) nutzen kann, zeigt das Beispiel einiger mazedonischer Jugendlicher aus dem letzten Jahr: Sie haben während des Wahlkampfs zwischen Donald Trump und Hillary Clinton über Clickbait-Artikel – auch Fake News – auf Facebook viel Geld verdient.

2. Trend: Die Kundenbrille aufsetzen

Durch Mikrotargeting besitzen wir die Möglichkeit, schnell und einfach eine große Masse an Menschen in kleinste Gruppen zu unterteilen und gezielt anzusprechen. Wir können schneller denn je testen, ob unsere Werbung oder Botschaften beim potentiellen Kunden ankommen oder nicht. Zum Beispiel können wir sofort sehen, ob Surfer wirklich von unseren lustigen Hashtags angesprochen werden, oder ob ihnen eine andere Nachricht oder ein anderes Produkt deutlich besser gefällt.

Der Fokus verändert sich somit: Mehr denn je wird der Markt aus der Sicht des Kunden heraus betrachtet und weniger mit der Unternehmensbrille.

“A key shift in the modern world is a shift away from opinion and gut instinct to hard data. Evidence is customer centric. Opinion is organization centric.” (Gerry McGovern)

Entlang von datenbasierten und immer individueller werdenden Customer Journeys können wir über Mikrotargeting unsere Kunden in jeder Phase gezielt und personalisiert ansprechen. Auf positive oder negative Reaktionen der User können wir schnell reagieren und die Zielgruppe daraufhin sofort anpassen.

Personalisierung entlang der CJ

3. Trend: Künstliche Intelligenz als Motor des Mikrotargetings

Mikrotargeting ist kein abgeschlossener Prozess, Mikrotargeting entwickelt sich ständig weiter. Die dahinterstehenden Algorithmen werden immer ausgefeilter, die Masse an Daten, die der Nutzer hinterlässt, kann immer besser ausgewertet werden. Google und Facebook entwickeln das Programmatic Advertising ständig weiterentwickelt. Schon jetzt können wir vollautomatisierte Werbeflächen in Echtzeit einkaufen. Das heisst: Wir bewerben genau den Nutzer, der sich für Surfen interessiert und in diesem Moment sein Facebook-Profil öffnet.

Predictive Analytics werden in nächster Zeit zudem eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Anhand von Datenauswertung soll eine Vorhersage zu verschiedenen Szenarien getroffen werden können – ähnlich eines Wetterberichts. Durch Algorithmen wird ermittelt, was am besten für wen funktioniert. Die Daten stellen empirische Erfahrungswerte dar, die anhand von Wahrscheinlichkeitsrechnung zu konkreten Ergebnissen führen. Cambridge Analytica etwa hat anhand von nur fünf Likes auf Facebook eine Persönlichkeitseinstufung der User vorgenommen. Das wird zwar nicht immer stimmen, aber – je nach statistischer Wahrscheinlichkeit – in den allermeisten Fällen schon.

Resumée: Mikrotargeting ja, aber…

Mikrotargeting dringt gerade in nahezu jede Industrie, jedes Geschäftsmodell und in Politik und Gesellschaft durch – das wird auch in Zukunft so weitergehen, die Reise ist noch nicht zu Ende. Seine potentiellen Kunden respektive Wähler bestmöglich anzusprechen, war, ist und wird immer ein Ziel von Unternehmen beziehungsweise Parteien sein. Und das ist mit Mikrotargeting über Facebook und Google einfacher denn je geworden – vor allem in dieser Masse.

Die Herausforderungen für Unternehmen, Politik und Gesellschaft müssen aber sein, bessere Regularien für Mikrotargeting zu schaffen und einem Missbrauch künftig den Riegel vorzuschieben.

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