Warum die Sprachsteuerung SEO grundlegend verändert

Gemäss aktueller Zahlen von Statista nutzen 35.5 Millionen Internetnutzer einen virtuellen Sprachassistenten, also über 40% der Deutschen Bevölkerung. Aus Digital Marketing Sicht ist eine Disziplin davon besonders stark betroffen: Search Engine Optimization (SEO). Was sich aufgrund der Sprachassistenten ändert und was gleich bleibt erläutere ich in diesem Blog Post, oder wie ich meinem Sprachassistenten sagen würde: „OK Google, wie verändert sich SEO aufgrund der Sprachsteuerung?“.

Nutzt die Sprachsteuerung überhaupt jemand?
Oft werden wir gefragt, ob die Sprachsteuerung überhaupt genutzt wird. Während der Einsatz in den USA längst Teil des Alltags geworden ist, ist in der Schweiz und Deutschland eine klar steigende Tendenz in den Nutzerzahlen erkennbar.

Statistik Nutzung Sprachassistenten in Deutschland

Statistik zum Nutzen von Sprachassistenten in Deutschland von Statista

Dies ist darauf zurückzuführen, dass seit der Einführung von Siri im Jahr 2011 die Sprachassistenten erhebliche Fortschritte gemacht haben und nun auch in der Lage sind, komplexere Fragen zu beantworten. Zudem können Siri, Google Now, Cortana und Alexa mittlerweile auch Deutsch, was deren Einsatz noch natürlicher und selbstverständlicher macht. In Zahlen ausgedrückt: Im Jahr 2016 nutzen bereits 35 Millionen Deutsche einen virtuellen Sprachassistenten, also mehr als 40% der Bevölkerung. Zum Nutzungsverhalten in der Schweiz sind keine aktuellen Zahlen verfügbar, sie dürften sich jedoch auf ähnlichem Niveau befinden.

W-Fragen gewinnen an Bedeutung

Die Sprachsteuerung verändert unser Verhalten im Netz, insbesondere unser Suchverhalten. Während schriftliche Suchanfragen meist kurz und in Stichworten verfasst sind, können mit Sprachassistenten bequem längere und präzisere Fragen formuliert werden.

So wird per schriftlicher Suchanfrage eher nach „Digital Agentur Schweiz“ gesucht, bei gesprochenen Anfragen wird hingegen eher nach: „Welche Digital Agenturen gibt es in der Schweiz“ gesucht. Dieses Beispiel zeigt, wie sich das Suchverhalten und somit auch SEO aufgrund der Sprachsteuerung verändert. Während bisher der Content auf die geschriebene Sprache optimiert wurde, kommt nun ein weiterer Aspekt dazu, die gesprochene Sprache. So rücken neben den bestehenden Search Queries vermehrt Long Tail Keywords in Form von Fragen in den Vordergrund.

Neben der neuen Frageform erwarten die User auch andere Resultate. Während der User bei schriftlichen Suchanfragen auf das Display sah und ein passendes Resultat selber auswählte, so ist er bei der Voice Search oftmals beschäftigt (z.B. beim Autofahren oder  Kochen) und sieht das Display nicht. Der User erwartet deshalb eine präzise und kurze sprachbasierte Antwort.

Für SEO heisst dies, dass bei der Keyword-Recherche neben den richtigen Keywords auch die relevanten Fragen evaluiert werden müssen. Beim Erstellen des Contents heisst die oberste Maxime immer noch, mehrwertige Inhalte für den User zu kreieren, also die gestellte Frage zu beantworten. Damit der Content anschliessend auch möglichst gut rankt, sollten die identifizierten Fragen in den Seitentitel oder in den H1 integriert werden. Für die wichtigsten Fragen sollten eigene Seiten mit spezifischen URLs erstellt werden. Diese lassen sich hervorragend in die FAQ integrieren.

Pflegen Sie die Daten bei Drittanbietern

Um den Usern ein noch besseres Erlebnis zu bieten, geben die Sprachassistenten direkte Antworten auf Fragen, sogenannte „Direct Answers“. Diese werden meist durch Inhalte von Google Partnern beigesteuert. Google greift hier aktuell häufig auf Wikipedia zurück, jedoch können auch vereinzelt Inhalte von vertrauenswürdigen Seiten verwendet werden. Je nach Unternehmensart sind auch noch weitere Quellen neben Google und Wikipedia relevant. Amazon Echo beispielsweise bedient sich für Restauranttipps bei Yelp. Was heisst das für Unternehmen? Relevante Daten über das Unternehmen z.B. aktueller CEO, Mitarbeiteranzahl und Öffnungszeiten müssen nicht nur auf den eigenen Kanälen hinterlegt werden, sondern auch bei Drittanbietern.

Wer ist der CEO von Schindler

Typische Direct Answer von Google

Microdata und Schema Markup werden wichtiger

SEO basiert jedoch nicht nur auf dem inhaltlichen Aspekt. Auch technische Gesichtspunkte müssen berücksichtigt werden. Suchmaschinen können zwar anhand der HTML-Elemente, wie beispielsweise H1 und H2, die Seitenstruktur verstehen, jedoch reichen dies Angaben oft nicht aus, um komplexe Fragen zu beantworten. Um diese Lücke zu schliessen, können Micro Data verwendet werden, als Lesehilfen für die Suchmaschinen. So kann beispielsweise der Typ eines Restaurants zugeordnet werden wie „italienisch“ oder „bürgerlich“. Damit diese Angaben möglichst gut lesbar sind, sollten die Vorgaben von schema.org beachtet werden, welche dafür sorgen, dass die Suchmaschinen die Informationen auch lesen und einordnen können.

Fazit

Der Einsatz von Sprachsteuerungstools wird immer selbstverständlicher, damit verändert sich auch die Art wie wir Suchmaschinen nutzen. Entsprechend müssen sich Unternehmen anpassen, um die relevanten Informationen bereitstellen zu können. So gilt es, in der Content- und SEO-Strategie für 2017 Suchanfragen mittels Sprachsteuerung unbedingt zu berücksichtigen. Es ist davon auszugehen, dass Suchanfragen mittels Voice Search weiter steigen.

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