CMS-Usability: Wie intuitive Interfaces aussehen können

Vor einiger Zeit bin ich über ein paar Seiten gestolpert, die eigentlich Paradebeispiele für ein gutes und vor allem auch INTUITIVES Autoreninterface sind. Gerne stelle ich Euch diese kurz vor. 

Anfangen möchte ich dabei mit Livingdocs.

Livingdocs – Mehr als nur ein CMS

Laut Website ist Livingdocs nicht einfach nur ein „CMS“, sondern eine komponentenbasierte Lösung, die es ermöglicht, Inhalte über verschiedene Devices und Produkte hinweg zu publizieren. Schnell, einfach und intuitiv.

Diese Lösung bietet u.a.

  • das Erstellen von Beiträgen und die Einbettung in andere Seiten, wie z.B. WordPress.
  • einen Baukasten an Komponenten wie Text, Teaser, Videos, iFrames, etc.
  • die Möglichkeit per „Drag & Drop“ einzelne Komponenten einzufügen oder zu verschieben.
  • keinen Vorschau-Modus, sondern nur WYSIWYG.
  • das Umwandeln von Komponenten.

Hinzu kommt, dass Livingdocs browserbasiert und responsive ist. Die folgenden Videos geben einen kurzen Überblick.

Mein Eindruck nach einer ersten Rumspielerei: Sehr schön gemacht und noch ein Schweizer Produkt dazu ;-). Beispielsweise nutzt nzz.ch Livingsdocs.

Ziel des Schweizer Unternehmens ist es, die Komplexität und Funktionalität bei der Erstellung von Beiträgen zu reduzieren. Nutzer sollen durch ein Minimum an Optionen weniger verwirrt werden. Es wird nur das angeboten, was auch wirklich gebraucht wird (wobei ich mich an dieser Stelle frage, woher Livingdocs weiss, was welche Zielgruppe expliziert braucht).

Weiter geht es mit dem nächsten Beispiel.

Medium – Eine neue Art des Bloggens?

Wie auch bei Livingdocs, stehen dem Nutzer bei der Blogger-Plattform „Medium„, ebenfalls nur eine kleine Auswahl an Funktionen und Optionen zur Verfügung. Minimalismus und vor allem der eigentliche Inhalt steht klar im Vordergrund. Nutzer benötigen kein technisches Know-how, wie es z.B. bei WordPress meist nötig ist, und werden durch eine hochwertige Optik überzeugt. Das User-Interface ist simpel gehalten und wirklich sehr intuitiv.

Kurzum zeichnet sich Medium u.a. durch folgende Punkte aus:

  • ein Post sieht prinzipiell immer gleich aus
  • Formatierungsmöglichkeiten sind auf das Nötigste reduziert: Fettschreibung, Kursivierung, Überschriften und Links
  • Beiträge können nur durch ein Header-Bild individualisiert werden
  • die geschätzte Lesedauer wird angezeigt (finde ich persönlich sehr, sehr gut und hilfreich)
  • Leser können einzelne Abschnitte/Sätze kommentieren
  • es gibt keine Themes, Plugins und Menüs

Das Video fasst die Hauptfunktionen zusammen.

 

Nach Anschauen dieses Videos habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch hier das Ganze etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Mein erster Eindruck: Ebenfalls eine schöne Lösung, um wirklich schnell und effizient Beiträge zu schreiben.

Und nun?

Jetzt seid Ihr am Zug. Wie gefallen Euch die vorgestellten Lösungen (oder seid Ihr etwa schon fleissig am experimentieren ;-) )? Könnten so schon bald unsere Autoreninterfaces aussehen?

Persönlich finde ich, dass die Lösungen wirklich ein grosser Schritt in Richtung gute CMS-Usability sind. Es ist nicht nur eine neue Art Inhalte zu erstellen, sondern ebenfalls einfach, intuitiv und effizient. Gleichzeitig wird eine gute User Experience geboten. Es macht einfach „Spass“ Inhalte zu erstellen. Und wenn etwas Spass macht, dann macht man es in der Regel auch gerne und regelmässig. Manchmal ist es dann sogar auch inspirierend.

Was ich jedoch etwas kritisch sehe, ist der Einsatz bei grossen und mittelständischen Unternehmen oder z.B. konkret E-Commerce-Seiten. Hier sind an das CMS meist noch eine Vielzahl an anderen Systemen und Schnittstellen angebunden, die Inhalte für einzelne Seiten bereitstellen sollen. Plus: Komponenten- und Inhaltsanforderungen, die pro Unternehmen sehr individuell ausfallen können. Doch wollen Livingdocs und Medium vielleicht genau dort ansetzen? Also im Hinblick auf die Reduktion der Komplexität und Funktionalität – nicht nur für die Autoren, sondern auch für die Unternehmen selbst, die deren Lösung in Anspruch nehmen. Doch besteht dann nicht evtl. die Gefahr, dass alles gleich aussieht? Fragen über Fragen… ;-). Daher beende ich an dieser Stelle den Blog-Post und freue mich über Eure Kommentare.

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