IoT Walk-in Lab: Smart Services konzipieren

Am 5. Oktober fand im Namics Office in Zürich Enge ein weiteres Walk-in Lab statt. Nachdem im Vorjahr die Apple Watch ganz im Fokus des Geschehens stand, widmete sich das diesjährige Lab dem Internet of Things (IoT oder auch Internet der Dinge).

Neben den Namics Experten versammelten sich Teilnehmende aus Wirtschaft, aus Wissenschaft und dem Medienumfeld, um während rund zwei Stunden interaktiv benutzerzentrierte Erlebnisse, mit der Hilfe von neuen technischen Möglichkeiten aus der vernetzten Welt, zu gestalten, definieren und diskutieren.

Das Internet of Things
IoT ist ein Netzwerk von ans Internet angeschlossenen Objekten (Things), welche Daten sammeln und austauschen können. Der Begriff ist nicht neu, hat sich in den letzten Jahren aber von einem Hype zu einem allgegenwärtigen Thema entwickelt. Unternehmen investieren hohe Summen, um das Potenzial dieser vernetzten Welt nutzen zu können.

Abbildung 1: Kernkomponenten des Internet of Things

Verschiedene Studien schätzen, dass es bis 2020 zwischen 16 bis 40 Milliarden IoT Geräte geben soll. Faktoren wie die breite Adaption von Mobile, neue wie auch flächendeckenden Abdeckung von (kabellosen) Netzwerken, billigere als auch effizientere Sensoren und Fortschritte im Cloud Computing schaffen für Unternehmen ein hohes Potenzial, um neuartige und innovative Services für ihre Kunden zu schaffen.

Gleichzeitig bremsen gewisse Barrieren die flächendeckende Umsetzung von IoT Cases. Bedenken bezüglich Sicherheit und Privatsphäre oder eine fehlende Standardisierung sind Beispiele hierfür. Auch schrecken vermeintlich hohe Einstiegskosten oder die gestiegene Komplexität durch n:n Beziehungen vor den ersten Gehversuchen mit IoT ab.

Heutige IoT Use Cases beschränken sich oft auf 1:1 Relationen. Zum Beispiel braucht es für einen In-Store-Service für Kunden eine Mobile App mit Beacons. Das Potenzial von IoT versteckt sich aber meist in der Vernetzung verschiedener Services (n:n Relationen).

Smart Services mit dem IoT Service Kit konzipieren
Während des Walk-in Labs lernten die Teilnehmenden eine Methode kennen, um die physische und digitale Realitäten sinnvoll mit neuen Technologien (Sensoren, Smartdevices, Services) zu verbinden und n:n Relationen besser greifbar zu machen. Das IoT Service Kit bietet die Möglichkeit, ohne grossen Aufwand und mit dem vorhandenen Know-How, am Kunden ausgerichtete IoT User Journeys zu entwickeln.

Abbildung 2: Teilnehmende bei der Entwicklung von IoT Services mit dem IoT Service Kit

Abbildung 2: Teilnehmende bei der Entwicklung von IoT Services mit dem IoT Service Kit

Hands-on erlebten die Teilnehmenden auf einer “Spielwelt” mit diversen “Spielkarten” (für Sensoren, Services, Interaktions- oder User-Typen usw.) User Journeys nach und bildeten konkrete Use Cases ab. Die Vielzahl an in kurzer Zeit entwickelten Service-Ideen dienen als Grundlage für eine spätere Konzeption.

Auf das Szenario “Ein Taxiunternehmen möchte während 15 und 17 Uhr durch eine Kampagne die Frequenz am Löwenplatz erhöhen” konzipierte eine Gruppe von Teilnehmenden bspw. folgende Idee: Das Taxiunternehmen kooperiert mit einem Supermarkt vor Ort, welcher Kundendaten mittels eines Treueprogramms erhebt. Während Zeiten mit schlechter Auslastungen werden für betagte Kunden oder Kunden mit Kleinkindern ab einem gewissen Einkaufsgewicht, welches über Gewichtssensoren an der Kasse automatisch erfasst werden, vergünstigte Taxifahrten angeboten. Hat der Kunde Interesse, so kann ein Taxi per Knopfdruck an der Kasse bestellt werden.

Einfach und schnell IoT-Use Cases realisieren
Neben der strukturierten Iteration von neuen Service Cases, verdeutlichten wir zudem anhand eines umgesetzten Anwendungsfalls, wie einfach und schnell IoT-Use Cases in bestehenden IT-Umgebungen realisiert werden können.

Ziel war es, zu zeigen, dass nicht immer hohe Investitionen getätigt werden müssen, um erste Tests mit einem IoT Case durchführen zu können. In kurzer Zeit nahmen wir einen Gegenstand aus unserem Büro (Drucker) und schlossen diesen an ein Enterprise System (Salesforce) an, um drei verschiedene Use Cases testen zu können.

Abbildung 3: Präsentation des umgesetzten IoT Use Cases am IoT Walk-in Lab

Abbildung 3: Präsentation des umgesetzten IoT Use Cases am IoT Walk-in Lab

Im cloud-basierten Enterprise System Salesforce, neuerdings offizieller Business Partner von Namics, wurden die Daten aus dem physischen Druckers eingespielt. Dies ermöglichte in wenigen Tagen folgende Use Cases abzubilden:

  • Predictive Maintenance: Der Drucker erstellt automatisch einen Wartungsauftrag nach X-Druckvorgängen
  • Automated Purchasing: Der Drucker bestellt automatisch neue Tinte nach
  • Sales Opportunities: Eine Sales-Opportunity wird automatisch anhand von der Auswertung der Nutzungspattern generiert

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Teilnehmenden für die interaktive Zusammenarbeit und spannende Entwicklung von IoT Service Kits bedanken. Wir freuen uns auch in Zukunft spannende IoT Use Cases gemeinsam zu konzipieren und weiterzutreiben.

Weitere Beiträge zum Thema IoT:

Ein Bericht von Marcel Albertin und Will Kölbener

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