CMS-Usability – Was heißt eigentlich „Usability“?

In meinem letzten Beitrag „CMS-Usability – Die Basis für das Schaffen von digitalen Erlebnissen” habe ich darüber geschrieben, wie wichtig eine gute CMS-Usability für das Erstellen von digitalen Erlebnissen ist.


Doch was heißt „Usability” eigentlich?

Wenn man das Wort „Usability” näher betrachtet, dann begegnet man Begrifflichkeiten wie „Gebrauchstauglichkeit”, „Bedienbarkeit”, „Bedienungsfreundlichkeit” oder auch „Nutzerfreundlichkeit”. Auch wenn es sich hierbei um unterschiedliche Begriffe handelt, geht es prinzipiell darum, u.a. Systeme so zu entwickeln, dass diese leicht und vor allem auch intuitiv zu bedienen sind. Sprich, das System muss dem Anwender in dem unterstützen was er tun möchte, möglichst schnell und mit der geringsten Anstrengung.

Hierfür gibt es sogar internationale Standards die die Mensch-Computer-Interaktion beschreibt und in der offiziellen Richtlinie ISO Norm 9241 festgehalten werden.

 

Die ISO Norm 9241

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Die ISO Norm 9241 besteht aus unterschiedlichen Sektionen. Für das Entwickeln eines intuitiven und leicht zu bedienbaren Content-Management-Systems, sind besonders diese zwei Sektionen relevant:

1. ISO 9241-11 Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit

Diese definiert Leitkriterien im Hinblick auf die Usability eines Systems:

Effektivität
Unterstützt das System den Nutzer darin, sein Ziel mit den ihm zur Verfügung gestellten Mitteln vollständig und intuitiv zu erreichen, dann ist von “Effektivität” die Rede. Effektivität ist demnach immer ein lösungsorientiertes Kriterium.

Beispiel:
Ein Redakteur möchte im CMS gerne eine neue Komponente anlegen. Wurde beim Aufsetzen des Systems und der Entwicklung der Komponente darauf geachtet, dass der Redakteur intuitiv dieses Ziel erreichen kann, dann ist von Effektivität die Rede.

Effizienz
Von Effizienz wird dann gesprochen, wenn der Nutzer mithilfe des Systems sein Ziel möglichst schnell und intuitiv erreichen kann. Effizienz zeichnet sich somit durch die Prozessorientierung aus.

Beispiel:
Bleiben wir beim oben genannten Beispiel. Das CMS wäre in diesem Fall dann effizient, wenn der Redakteur nicht erst lange nach der Funktion “Komponente einfügen” suchen und sich durch zahlreiche Optionen durchklicken muss.

Zufriedenstellung
Die Zufriedenheit stellt ein rein subjektives Kriterium dar und lässt sich, im Gegensatz zur Effektivität und Effizienz, recht schwer messen. Ob ein System zufriedenstellend ist oder nicht, findet man nur durch aktives Fragen heraus.

Beispiel:
Denkbar wären folgende Fragen die einem Redakteur gestellt werden könnten:
Hattest du den Eindruck, dass du dich gut zurecht gefunden hast?
Wie schwer fandest du es, die gewünschte Komponente anzulegen?

2. ISO 9241-13 Benutzerführung

Bei dieser Richtlinie steht das zur Verfügung stellen von zusätzlichen Informationen zum regulären Benutzer-Computer-Dialog im Vordergrund, welche auf Anfrage oder automatisch angezeigt werden. Hierzu gehören z.B. Statusinformationen, Rückmeldungen, Nutzungshilfen und Hinweise.

 

Ebenfalls interessant

Es lohnt sich darüber hinaus die Normen 9241-12 und 9241-110 etwas näher zu betrachten. Sie liefern ebenfalls wertvolle Insights die bei der Entwicklung eines leicht bedienbaren und intuitiven Systems hilfreich sind.

Um diesen Blog-Post aber etwas schlanker zu halten, gehe ich auf diese nicht weiter ein. Wer sich jedoch noch näher mit dieser Thematik beschäftigen möchte, der findet hier weiterführende Informationen zu den zuvor erwähnten Abschnitten:

ISO 9241-12 Informationsdarstellung

ISO 9241-110 Grundsätze der Dialoggestaltung

 

Don’t make me think!

Abschließend ist zu sagen, dass man sich beim Entwickeln von (Redakteurs)Systemen und generell bei der Entwicklung von digitalen Lösungen, einfach immer folgenden Satz des Usability-Experten und Autors Steve Krug vor Augen halten sollte:

Don’t make me think!

Dies bezieht sich auf den User bzw. in unserem Fall auf den Redakteur. Denn: Unser Gehirn versucht Denkprozesse jeglicher Art zu vermeiden, um kognitive Aufwände zu reduzieren/vermeiden. Intuitive und leicht zu bedienbare Lösungen werden dementsprechend von unserem Gehirn bevorzugt.

Steve Krug hat dies weitaus ausführlicher in seinem Buch Don’t make me think – Web Usability beschrieben. Dieses Buch kann ich euch vertiefend sehr empfehlen.

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