Funky or Fail: Smarte Kleidung

Eine grosse Runde kam zusammen und diskutierte über smarte Kleidung.

Eine grosse Runde kam zusammen und diskutierte über smarte Kleidung. Unser Funky or Fail Format findet alle zwei Wochen statt. Ein Vortragender wählt eine Innovation oder einen Trend aus und stellt es in der Runde vor.

Nach der Vorstellung findet eine Diskussion statt und bewertet ob das Thema „Funky“ oder „Fail“ ist.

1. Fitness und Hochleistungssport

D-Shirt

Ein smartes T-Shirt von einem französischen Hersteller. Die Zielgruppe sind Sportler im professionellen Bereich. Das Produkt wurde bereits mit einer Fussballmannschaft getestet und 2015 mit dem CES Innovation Award in Las Vegas ausgezeichnet. Die Daten des D-Shirts geben Aufschluss über die Gesundheit und Performance der Spieler während des Spiels. Der Coach hat die Möglichkeit Spieler gezielter zu koordinieren und zu trainieren.

The Polotech Shirt

Ein T-Shirt von einem US-amerikanischen Kleidungsmarke aus dem oberen Preissegment. Ähnlich zu dem französischen D-Shirt, kann der Nutzer seine Performance quantifizieren und optimieren. Dazu wird eine App mitgeliefert, die mit dem Polotech Shirt kommuniziert.

Google – Project Jacquard

Kooperation zwischen Google und zwei Textilherstellern aus den USA. Die Jacke ermöglicht die Bedienung des Smartphones. Ein Werbevideo zeigt, dass durch Gesten das Navi oder die Musik gesteuert werden können, während man mit dem Fahrrad durch die Stadt fährt.

Funky Idee, aber Fail Umsetzung:

Die eingewebten Sensoren in der Kleidung könnten eine gute Ergänzung zu den existierenden Wearables sein. Es bietet eine gute Alternative, um sich ein wenig von den Touchscreens zu lösen und durch Haptik und Gesten mit smarten Devices zu interagieren.

Für den Hochleistungssport ist die Datenanalyse durchaus sinnvoll. Im Hinblick auf Daten Sicherheit gibt es jedoch Bedenken von vielen Teilnehmern. Neben Fitness Daten könnten persönliche Daten auf der Kleidung praktisch sein aber auch Nachteile mit sich bringen.

Versicherungen nutzen die Daten bereits um die Prämie zu senken aber in Zukunft vielleicht auch zu erhöhen. Im Härtefall könnte man dem Kunden aufgrund mangelhafter Fitness oder sogar zu viel Fitness die Versicherung verweigern.

 

2. Fun

MIT – Facebook Jacke

Ein Projekt von einer Studentin des MIT. Die Jacke blässt sich auf wenn ein Facebook Post des Trägers geliked wird. Angeblich sind die Luftkammern so gestaltet, dass die Jacke sich im Aufgeblasenen Zustand wie eine Umarmung anfühlt.

Funky Idee:

Aber nicht für den Alltag Anwendbar. Die Idee soll eher die Diskussion über Smarte Kleidung anregen als für den alltäglichen Gebrauch bestimmt zu sein.

 

3. Überwachung von Risikogruppen

Uni Bern – Schutzkleidung für Förster

Die Schutzkleidung besitzt integrierte Sensoren, welche mit der Kettensäge des Trägers kommuniziert. Sobald die Kettensäge zu nah an die Kleidung kommt, wird die Kette automatisch gestoppt.

Uni Bern – Schutzhandschuh für Feuerwehr-Anzug

Der Smarte Feuerwehr Handschuh bildet ein Netzwerk mit den Handschuhen aller Feuerwehrmänner im Einsatz. Hitzesensoren im Handschuh leiten die Temperaturdaten zur Auswertung an die Brandleitung weiter.

Durch eine integrierte Gestensteuerung ist der Handschuh in der Lage Handzeichen der Feuerwehrmänner während des Einsatzes zu erkennen. Die Brandleitung kann Gefahren lokalisieren und schneller reagieren.

Funky Idee und Funky Umsetzung:

Kleine Zielgruppe und sehr spezieller Use Case. Jedoch liegt der Nutzen klar auf der Hand und dient zur verbesserten Sicherheit.

 

4. Fazit

Funky mit Bedenken:

Es gibt viele gute Ideen und Konzepte, die hinter der smarten Bekleidung stecken. Sicherlich gibt es eine Zukunft für Anwendungen im professionellen Bereich. Bei smarter Kleidung für den Alltag entstanden jedoch grosse Bedenken bei der Datensicherheit. Die Runde wurde mit einem Funky für smarte Bekleidung mit Bedenken auf Sicherheit beendet.

Die Diskussion brachte auch hervor, dass Firmen sich weniger auf die kommerzielle Verwertung von Daten konzentrieren sollten. Das Beispiel des Feuerwehrhandschuhs zeigt, dass smarte Kleidung den Nutzer direkt und unmittelbar bei der Anwendung unterstützen sollte.

Was wäre wenn Sensoren im Sportschuh den Untergrund messen und die Sohle optimal transformieren würden? Was wäre wenn sich die smarte Jacke an die Temperatur anpassen könnte?

Auf einige Antworten muss man vielleicht nicht allzu lange warten: Nach der Diskussion bin ich noch auf ein Projekt der ETH gestossen. Es wird bereits an einem textilen Exoskelett MAXX (Mobility Assisting teXtile eXoskeleton) geforscht. Wir sind gespannt was uns die Zukunft bringt.

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