Funky or Fail: Blockchain

Blockchain und Bitcoin im Trend

Bitcoins, die Kryptowährung, die nur auf Zahlencodes basiert, war immer wieder ein Thema in den Medien. Die versprochene Zukunft des anonymen Bezahlens hat sich aber noch nicht eingestellt. Dafür finden jetzt immer mehr Firmen im Silicon Valley und der Finanzbranche Gefallen an Blockchain, der Technology hinter Bitcoin und entwickeln spannende Zukunftsszenarien.

Also genau der richtige Zeitpunkt um in unserem Innovationsformat „Funky or Fail“ gemeinsam darüber zu diskutieren ob Blockchain die Zukunft verändern wird.

Wie funktioniert es?

Blockchain ist ein virtuelles, dezentrales Kassenbuch.

Der dezentrale Aufbau ist der Kern der Blockchain-Technologie.

Die Funktionsweise von Blockchain (engl. Kette aus Blöcken) steckt schon im Namen. Daten werden in einer Art dezentralem, virtuellem Kassenbuch gespeichert. Alle Daten wie Kaufpreis, Käufer und Verkäufer einer Transaktion werden in einem Block zusammengefasst und in einer fortlaufenden Kette gespeichert. Bei der nächsten Transaktion der Bitcoin werden die neuen Transaktionsdaten wieder in einem Block zusammengefasst und hinten an die Kette angefügt.

Der Schlüssel zum Erfolg der Blockchain-Technologie liegt in der Unveränderbarkeit der Daten. Wenn ein neuer Block an Transaktionsdaten hinzugefügt wird, werden die vorherigen gespeichert. So können Interessierte immer überprüfen, was mit dem digitalen Produkt passiert ist und der Vorgang wird für alle transparent.

Zusätzlich werden diese Daten nicht an einem Ort gespeichert, sondern dezentral an alle Beteiligten ausgespielt. So werden Bitcoin-Transaktionen im Rahmen der Blockchain-Technologie verbucht und alle Teilnehmer bekommen einen Auszug aus dem zentralen Register.

So entsteht eine unveränderbare, nicht-hackbare, dezentrale Datenbank zur Speicherung digitaler Assets, die nicht unter der Kontrolle einer einzelnen Firma wie Google oder von Behörden steht.

Anwendungsmöglichkeiten für Blockchain

Das Versprechen einer unveränderbaren Datenbank ist heutzutage gefragter denn je. Ein gutes Beispiel für eine Anwendungsmöglichkeit ist Everledger, einem Startup, dass eine Blockchain-Datenbank für Diamanten aufgebaut hat. So können der Herkunftsort, die Echtheitszertifikate und Transaktionshistorie sicher gespeichert werden und zum Beispiel bei Diebstählen, Versicherungsbetrug oder dem Verdacht auf Blutdiamanten die relevanten Informationen bereitgestellt werden.

Eine Blockchain-Datenbank dient als Verifikation für Smart Contracts. Diese schlauen Verträge sind Computerprotokolle, die entsprechend einer Wenn-Dann-Regel selbstständig ausführend sind.

Wenn zum Beispiel jemand ein digitales Musikstück kaufen will, setzen Käufer und Verkäufer einen Vertrag auf. Sobald der Käufer das Geld überwiesen hat, überträgt der Vertrag automatisch die Rechte am Musikstück und vermerkt den neuen Status entsprechend der Blockchain-Technologie. Vermittler und Notare werden so nicht mehr gebraucht.

Warum wird das noch relevant?

Diese Möglichkeiten eines transparenten und direkten Internets waren schon früh der Traum der ersten Entwickler, der sich bisher noch nicht wirklich bewahrheitet hat. Nun aber wächst die Hoffnung, dass Blockchain der Schlüssel zu einem echten Peer-to-Peer Austausch werden kann, ohne dass Behörden, Suchmaschinen oder Social-Media Giganten mitmischen.

Heute schon im Einsatz

Neben dem bekannten Bitcoin, ist mit Ethereum auch eine Plattform entstanden, über die Smart Contracts laufen können. Hier können außerdem Programmierer eigene dezentrale Apps, sogenannte DApps programmieren und Nutzern zur Verfügung stellen.

Schon heute wird an der Wall Street an neuen Einsatzmöglichkeiten getüftelt. Gerade die riesigen Datenmengen im digitalen Börsenhandel und unzähligen Aktiengeschäfte pro Minute bieten die perfekte Testumgebung für Blockchain-Technologie.

Die Großbank JPMorgan hat im Frühjahr 2016 das erste Projekt vorgestellt und arbeitet mit dem Startup Digital Asset Holdings an einem Trial-Projekt um die Kosten und Komplexität für das Onlinetrading zu reduzieren.

Der Einsatz von Blockchain verspricht gesteigerte Sicherheitsstandards, sinkende Kosten und schnellere Bearbeitungszeiten, da viele Bankdienstleistungen noch immer sehr personalintensiv sind und durch Blockchain deutlich vereinfacht werden können.

Fazit: Komplex, aber hochspannend

Das Interesse an den Börsen und Finanzfirmen zeigt, was jetzt schon alles möglich ist und die Entwicklung hört da längst nicht auf. Das MIT prognostiziert, dass sogar neue Unternehmensmodelle entstehen können, bei denen Eigentumsstruktur, Management und Operations völlig neu gedacht werden und irgendwann vielleicht sogar selbstständig und dezentral ablaufen.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig und wir freuen uns auf die nächsten digitalen Vorreiter , die das Thema weiter voranbringen.

Mehr erfahren: DeutschlandRadio Kultur: Der Welt-Computer

 

2 Gedanken zu “Funky or Fail: Blockchain

  1. Das Thema Bitcoin und Blockchain ist sicherlich für den ein oder anderen sehr interessant, aber ich glaube kaum, dass die Bürger aktuell daran einen Gedanken verschwenden, in eine digitale Währung zu investieren.

    • Hallo Ayna,
      Blockchain und Bitcoin sind sicherlich noch ein Zukunftsthema für viele Bürger. Aber da Banken und Versicherungen sich schon mit dem Thema befassen, wird es nicht mehr so lange dauern bis es auch im Kundengeschäft angewandt wird. Dann ist es natürlich super, wenn man sich schon etwas auskennt.
      Ansonsten ist Bitcoin natürlich ein riskantes Investment, aber gerade das interessiert ja auch manche Anleger.

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