IoT, Fintechs, wenig Schlaf und viel Koffein – Ein kleines Résumé zum START Hackathlon

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Am vergangenen Wochenende fand zum ersten Mal der Start Hackathlon statt. Der Event für Studenten aus aller Welt wurde von Studenten der HSG im Vorfeld des Start Summits (diese Woche) organisiert und im neuen Startfeld in St. Gallen ausgerichtet. Namics war in mehreren Rollen involviert. Wir warenmit unseren Partnern von IT St. Gallen Rockt als Sponsor involviert, zudem (in Form meiner Person) Teil der Jury und steuerten auch eine Challenge zum Hackathlon bei. Da ich zum ersten Mal in Jury-Funktion bei einem Hackathlon sein durfte hier ein kleines, subjektives, Résumé in Form von 5 Thesen.

1 Die Dynamik in Hackathlons ist beeindruckend

Ein Hackathlon bringt eine hohe Dynamik mit sich. Das startete bereits Feitag Abend, als wir unsere Challennge (ein Framework für alle Offertrechner der Finanzbranche zu entwickeln) den 250 Studenten (= Hackern) pitchen mussten. Also 3 Minuten Zeit sie davon zu überzeugen, dass modulare Frontends frei nach der Atomic Design Philosophie sowie Single-Page-Application Frameworks wie angular.js oder react.js noch eine spannende Challenge darstellen könnten (insbesondere wenn es u.a. bei den Kollegen von Zühlke darum ging, mittels Machine Learning Algortithmen einem Carrera Auto autonomes Fahren beizubringen). Die 250 Studenten formten sich aber innerhalb von 1 Stunde, einem schnell aufgesetzten Slack Channel und dem Austausch ein paar erster Ansätze zu ca. 60 Teams die sich dann auf die 8 Challenges verteilten. Und ab Mitternacht wurde schon drauf losgehacked.

2 Für mich sind Hackathlons besser als Jobmessen

Und zwar weil man live dabei zusehen kann, wie jemand Probleme löst, wie er sich im Team zurechtfindet, wozu er Hilfe sucht, wie er es tut, wie schnell jemand aufgibt und so weiter. Es war enorm spannend zu sehen, dass es z.B. ein Team gab das sich unserer Challenge angenommen hatte, obwohl noch kein Mitglied (nach eigenen Aussagen) zuvor javascript entwickelt hatte. Aber nach einer ersten Recherche, etwas Testing und 2-3 Kopien aus GitHub ging es auch dort bereits richtig los.

3 In einem Hackathlon entstehen wertvolle Ideen

Gibt man als Unternehmen eine Hackathlon Challenge ein, dann würde ich die Hypothese wagen, dass man bei den Ergebnissen mindestens 1 x sagt „Ok, das ist ziemlich geil, wieso sind wir da nicht selber drauf gekommen?“ Mir ging es bei einer Gruppe so, die versuchte das von uns geforderte Framework für Offertrechner zu entwickeln. Hier muss man dazu sagen, dass wir unseren Namics Ansatz als Input einbrachten, nämlich Frontends modular aufzubauen und so genannte Module in einer UX-Pattern Library (als digitalen Baukasten) zentral zur Wiederverwendung (durch Kopie von Code Snippets) bereitzustellen.

Pattern Library

Typische Pattern Library in einem Namics Projekt

Modulbeschreibung

Beschreibung eines Moduls in der Pattern Library

Mein Aha-Effekt kam bei einer Gruppe, die unseren Ansatz einfach um einen Schritt weiter dachte, indem sie konsequenterweise versuchten die Offertrechner mittels eines drag & drop Mechanismus der Module live zusammenzustellen. In Ihrer Applikation auf Basis javascript, jqery, bootstrap, html5 und css3 sah das dann ganz simpel so aus: Preview auf den Fertigen Offertrechner (inklusive Responsive Verhalten) rechts, Liste an möglichen Modulen links.

Hackathlon-Ergebnis

Erstes Ergebnis aus dem Hackathlon

4 Ein Hackathlon erweitert den eigenen Horizont

Hier meine ich die Breite an Ideen und Projekten die man als Juror zum Abschluss der Veranstaltung gezeigt bekommt. Eine kleine Auswahl von Projekten die ich in Erinnerung behalten habe:

  • Eine Beacon Erweiterung für die SBB-App, mit der körperlich behinderten Menschen und potenzielle Helfer sich im Zug und am Bahnhof finden und einander helfen können
  • Eine real time Analyse des Befindens der Menschheit, basierend auf einer Sentiment Analyse aller weltweiten tweets. Als Basis wurde von IBM die recht mächtige IBM Watson API bereitgestellt (übrigens das Siegerprojekt des StartHack)
  • Eine App für das Tracking des mentalen Befindens, ebenfalls auf Basis von Watson. Der Clou: Bei der Frage nach „Wie geht es dir heute“ und der Eingabe via Mikrofon wurde nicht nur voice 2 text berücksichtigt, sondern mittels eines tonality analysers auch versucht Sarkasmus, Ironie, Trauer oder Freude herauszulesen.
  • Eine sichere Übertragungsmethodik für Bitcoins ohne QR-codes, sondern auf Basis von morsecodes.

5 Das war hoffentlich nicht der letzte Hackathlon

Der aufmerksame Leser sieht, es hat uns gefallen, uns inspiriert, Spass gemacht. Wenn nur die Hälfte der Ideen und Ansätze weiterverfolgt wird, oder auch anderswo Einfluss finden, wird einiges Spannendes entstehen. Daher an dieser Stelle ein knappes Danke zum Schluss an die Organisatoren und auf ein baldiges Wiedersehen.

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Über Thomas Walter

Thomas graduated as Dipl. Ing. in mechanical engineering and economics from the Technical University of Darmstadt, Germany. Along the way he started working for Deutsche Lufthansa AG in several IT related positions. In his last role, he was an IT-consultant for Lufthansa Systems Business Solutions in Basel, Switzerland. Subsequently, Thomas worked for the University of St. Gallen, Switzerland and the City University of Hong Kong, Hongkong as project manager and lecturer. He graduated as Dr. oec. from the University of St. Gallen in 2012. Thomas joined Namics AG in St. Gallen, Switzerland as senior consultant in 2013. He is an expert and well-versed speaker in the fields of mobile business, digital marketing or data mining. Thomas authored numerous academic and technical publications and recently co-authored the textbook “Mobile Business”. Besides, he teaches “Internet Economics” at the University of St. Gallen. Thomas is a certified SCAE Barista and also a passionate cyclist.

3 Gedanken zu “IoT, Fintechs, wenig Schlaf und viel Koffein – Ein kleines Résumé zum START Hackathlon

  1. Klassisches jein. Es waren zwar eine Handvoll (oder auch 2) UX-Designer (also Interaction Designer) da (Visual Designer keine), aber das war eindeutig nicht der Schwerpunkt des Starthacks. Ich würde sagen, in der Tendenz ging es sogar fast in die Backend-Ecke. Es waren z.B. einige Elektrotechnik Studis dabei die auf Phyton, Matlab und Co. unterwegs waren und mit so einer autonomous driving challenge ihre Feude hatten.

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