Funky or Fail? Gestensteuerung

(Vermutlich steht der folgende Satz in jedem zweiten Blogbeitrag)

Das Digitale ist natürlicher Teil unseres Lebens geworden.

(Ich hab Euch gewarnt)

Aber bei der Bedienung ist alles noch alles andere als natürlich.

Es ist schon viel besser geworden, aber es ist noch lange nicht natürlich.

Ich kann mich noch gut an die alten Joysticks, die klotzigen Tastaturen und meine erste Maus erinnern. Das war eher ein Hauen und stechen als intuitives Bedienen. Die Maus hat kein Kabel mehr und ich kann meine digitalen Erlebnisse durch Wischen, fest und leicht Drücken, schütteln und vielem mehr steuern – und mein Fingerabdruck entsperrt mein Telefon.

Aber das ist irgendwie noch unvollständig. Es ist oft nicht sehr genau, wenn es genau sein soll – oder sehr kleinteilig, wenn ich grosse Bewegungen machen möchte. Es fühlt sich oft nicht natürlich an – und es ist manchmal irgendwie … langweilig?

Was mir noch fehlt: Genau, gross, natürlich, spannend: Gestensteuerung.

In Fahrzeugen scheint es sich in Kombination mit Sprachsteuerung anzukündigen. So schön die grossen Touch-Flächen in den Fahrzeug-Studien aussehen – sie lassen sich auf einer normalen Strasse (mit dazugehörigen Schäden) während der Fahrt (und den Augen auf der Strasse) nur schwer bedienen.

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Gestensteuerung im neuen 7er BMW

Für Virtual Reality bietet sich Gestensteuerung perfekt an, um das Erlebnis noch besser und natürlicher steuern zu können, z.B. erkennt die Steuerung von leap motion die Hände und Bewegungen des Nutzers vor der Brille – und ist so in der Lage, die Bewegungen im virtuellen Raum wiederzugeben. Ich stelle mir das auch toll für Augmented Reality Steuerungen vor. Der Controller ist übrigens gar nicht so neu und kann auch unsere heimischen Devices via Gesten steuern.

Microsoft kombiniert das Ganze gleich sinnvoll und tüftelt an einer Tastatur mit zusätzlicher Gestensteuerung und sicher seid ihr schon über den Armreif Myo oder den Neyya controller Ring gestolpert.

Bis dahin hätte ich gesagt „Nett“.

Aber als ich über das Project Soli von Google gestolpert bin, dachte ich: Geil – das ist es. Das muss es sein. So will ich Devices bedienen, die das Attribut „smart“ verdienen – und nicht anders.

Bildschirmfoto 2016-03-16 um 18.53.52

 

Aber was machen wir, bis das Ding serienreif ist? Was tun wir mit unseren Digital-Projekten?

Mitdenken: Fast jedes Device hat eine Kamera und/oder einen Bewegungssensor. Damit kann man arbeiten!

Control Air macht echt Spass. Warum geht das nicht für ppts? Oder für Skype? Armani zeigt mit der Microsite „Frames of Life“, wie sich die Geste „schliessen der Augen“ sehr schön einsetzen lässt, um ein grossartiges digitales Erlebnis abzurunden.

Mastercard plant wohl, Nutzer mit einem Selfie zahlen zu lassen. Ob man dann sein „Bezahlen“-Lächeln aufsetzen muss? Apropos Lächeln: Emotion Recognition – Steuerung einer Site/Funktion über Freude? Oder weinen?

Es kribbelt, ich will das haben, ich will das machen, ich will mehr Gestensteuerung. Ich glaube, das könnte echter Funk sein.

Und was sagt ihr: Funky or Fail?

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Über Felix Widmaier

Felix Widmaier ist Partner und Head of Kreation bei Namics. Er ist stolzer Vater eines Sohnes und lebt mit seiner Familie im Herzen von München. Seine Teams haben zahlreiche nationale und internationale Design Awards gewonnen, er ist Redner auf Fachveranstaltungen und Autor von Fachartikeln. Mehr:

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