Swisscom, Netflix und Cablecom und nur einer hat Recht

Für Fr. 49.- pro Monat kaufe ich bei der Swisscom Zugang zum Internet resp. kaufe ich mir damit Zugang zu Diensten wie beispielsweise Nextflix. Meine Einschätzung ob die Qualität für mich stimmt, treffe ich bei der Nutzung und nicht ihm Rahmen der Bereitstellung der Infrastruktur.

Nun stellt sich bei jeder Konzeption sich die Fragen nach den Interessen der Firma (in der folgenden Darstellung vertikal) und nach den Interessen der Kunden (horizontal). So auch bei Swisscom, Netflix und Cablecom.

Zwei Perspektiven der Konzeption

Will ich als Kunde Netflix kucken, so muss die Qualität stimmen. Für mich! Ob und welche Ziele die Swisscom selbst hat ist mir egal. Vielleicht wollen sie ihre Infrastruktur vor Überlastung schützen, vielleicht ist mein Abo zu billig dafür das ich Netflix konsumieren will, vielleicht soll das eigene, kostenpflichtige Streaming-Angebot besser ausgeliefert werden etc.

Als technisch versierter Kunde kann ich mich der Antwort wahrscheinlich nähern, doch irgendwann steht Aussage gegen Aussage. Das hilft nur noch Transparenz und das tut Netflix exzellent. Ich traue ihnen zu, meine Interessen optimal zu vertreten beispielsweise indem sie öffentlich an Angebotsverbesserungen arbeiten. Oder indem sie die Zusammenarbeit mit den Zugangsprovidern öffentlich machen oder auch mit dem Benchmark  https://ispspeedindex.netflix.com/.

Netflix Switzerland Leaderboard 2016-01

Ich vertraue also Nextflix meine Interessen als Kunde optimal zu vertreten und ihre eigenen Interessen transparent zu machen. Swisscom und Cablecom traue ich diese nicht zu und je mehr ich zu Themen wie Netzneutralität oder dem effektiven Peering mit Netflix lese, desto kleiner wird meine Lust meinen zukünftigen Internetzugang bei ihnen zu kaufen.

Als Kunde kaufe ich die Qualität der Nutzung für die von mir bevorzugten Dienste. Und ich will Transparenz über die Interessen. Und da hat für mich zur Zeit nur einer Recht. Sorry Swisscom und Cablecom.

8 Gedanken zu “Swisscom, Netflix und Cablecom und nur einer hat Recht

  1. Ip only heisst es wohl schon heute! 1gb up&down im monat fuer chf 66.-/mte. Und ich entscheide selber woher ich tv und (wenn überhaup) festnetzphone beziehe. Alles was ich von einem isp benötige ist hochverfügbares, schnelles und preisgünstiges ip. Ob netflix oder skype entsxheide ich stets selber und bezahle nur was ich auch wirklich beziehe. Transparent und frei! Ich denke init7 hat das sehr gut verstanden.

  2. Natürlich informiert Netflix transparent über ihre forcierten Routings und CDNs. (lol) Hier gar eine Taktik auf dem Rücken der eigenen Kunden jeweils Druck auf die ISPs auszuüben, den Netflix Traffic kostengünstiger durchzuleiten ist wohl in der Vermutung zu verwegen. Denn diese absichtlich betroffenen Kunden machen ihren ISP verantwortlich und nicht Netflix. Nun da müssen wohl alle Beteiligten ihre Haltung ändern, doch wer wirklich Urheber der Probleme ist bleibt offen…

  3. Netflix agiert clever aber schlitzohrig: Erst gute Qualität über die teure DTAG bieten um Kunden zu gewinnen, dann zum billigen Provider Cogent wechseln der miese Qualität liefert..
    Netflix wünscht sich gratis Housing / gratis Peering – das ist kein Business-Modell das funktionieren kann; zumindest nicht längerfristig. Dieses Geschäftsgebahren ist IMHO unlauter und Betrug am Endkunden.
    Tim Duehrkoops Beitrag ist wohl technisch weitgehend korrekt aber einseitig – schade dass sogar ein IT-affiner CEO darauf hereinfällt..

  4. Hallo Shelby. Ich kaufe meinen Internet-Anschluss nur wegen den Diensten und Netflix ist ein wichtiger davon. Also erwarte ich, dass der Anschluss-Lieferant seinen Investitionen nach meinen Bedürfnissen ausrichtet oder ich wechsle zu einem der das so tut. Ja, Netflix will was erreichen, da ihnen dient. Ich will aber dasselbe und finde deren Angebot von Caching-Appliances fair. Oder vielleicht heisst dieses Wirkungskette auch Netzneutralität.

  5. 1) Was erwartest Du im Gegenzug für die 15 sFr die Du monatlich an Netflix bezahlst?

    2) Letzter Abschnitt. Netflix und Transparent? Netflix und deine Interessen vertreten? Wie bitte? Meinst Du mit Transparenz den NF Speed Index? Nirgends im Detail erklärt und bezeichnenderweise schneiden immer jene ISPs schlecht ab, welche die sogenannten „Gratis Lösungen“ von Netflix nicht akzeptieren – dies nachdem es vorher ohne ebendiese Lösungen qualitativ über Monate hinweg gut funktioniert hat. Ein Schelm wer Böses denkt. Dieser Index lässt sich leicht lenken und manipulieren und ist nicht viel mehr als ein Macht und Erpressungsinstrument. Bietet ein ISP nicht Hand zu „Gratis“ Peering /Caches, wechselt Netflix auf Günstig Transit (im Interesse des Kunden, man verkauft ja schliesslich nur Ultra HD Abos lol). Die Performance geht in den Keller, aber natürlich erst nachdem man vorher etwas investiert und sich eine breite Kundenbasis aufgebaut hat, die man gegen den ISP aufhetzen kann ;-). Ist das deine Interpretation von Netzneutralität?

  6. Hallo Klaus und wie ich lesen kann gibt es verschiedene Sichten auf das Thema. Ich lass Dir Deine Meinung, meinerseits kann ich Routing Tabellen lesen und was ich von Netflix aus einem guten Netzwerk (z.B. bei Namics) erhalte passt mir sehr gut. Der Preis von Netflix ist sogar noch tiefer ;)

  7. Es ist immer das gleiche Problem, bei diesen Gesprächen. Es gibt leider keinen Schuldigen! Daher ist vielleicht die Überschrift etwas falsch gewählt. ;)

    Ich kann immer nur Mutmaßen wer denn gerade mehr schuld trägt, aber es sind immer mehrere Parteien involviert!

    Netflix Sicht:
    – Die Interconnection-Anschlüsse sind viel zu teuer (teurer als der Durchschnitt), daher kauf ich lieber Transit ein und riskiere schlechte Qualität
    – Dazu muss ich sagen, wenn Netflix „schlechte“ oder zu wenig Server kauft, würde doch keiner die Hardware beschuldigen oder?

    ISP Sicht:
    – Ich muss für Video hohe Transportkosten bereitstellen und diese müssen mir auch bezahlt werden
    – Dazu muss ich sagen, wenn ein ISP falsch kalkuliert oder einfach Geld „erpressen“ möchte, sollten sie das doch nicht auf dem Rücken ihrer eigentlichen Cash Cow (Endkunde) machen, sie sollten dem Kunden eine „mindest“ Qualität liefern

    Wie hoffentlich jeder erkennen kann, ist das mit dem Netz etwas komplizierter! Es gibt nun Mal nicht den Einen der Schuld hat.

    Die Messungen können so und so gedreht werden.
    z. B. Der ISP-Index zeigt nur die Geschwindigkeit zu den Endkunen an. Da steht nirgends wie viel Netflix dem ISP bezahlt. Kleinere ISPs werden dadurch gezwungen Netflix Verkehr kostenlos entgegen zunehmen um Wettbewerbsfähig zu bleiben.

    Ich finde die Seite von Netflix schön und gut. Jedoch ist das auch nicht die objektive Sicht, sondern nur eine Perspektive!

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