Die Mär vom ersten Remote Usability Testing – eine fast wahre Geschichte.

„Eine ausserordentliche Sitzung des kleinen Rates? Worum das nur gehen mag…“,  dachte sich der ehrenwerte Ritter Testold von Namicis als er zu seinem König Theoderich dem Grossartigen gerufen wurde. Flux stieg er die Stufen in den Turm zur Ratskammer hinauf und nahm neben dem Schatzmeister, dem Mathematicus und dem Gelehrten Platz, die ebenfalls etwas ratlos blickten.

Theoderich sass schweigend auf seinem Thron, strich sich über den Bart und sah seine Untergebenen mit strengem Blick an. „Ihr seid meine engsten Berater“, sprach er langsam in einem fast schon bedrohlich ruhigen Tonfall. „Dennoch habt ihr mir seit nunmehr einem Jahr nicht sagen können, warum mein Volk den Apparatus Ebankus so wenig nutzt. Eure achso weisen Ratschläge haben wir allesamt umgesetzt: Der Apparatus hat jetzt eine zusätzliche Kurbel, für jede Münze einen separaten Schlitz und zu jedem Schlitz gibt es einen weiteren Knopf, den man nur drücken kann, wenn an der anderen Seite jemand kurbelt. Und was ist passiert?!!!“, schrie er, „Es ist schlimmer denn je!!! Wenn ihr mir nicht binnen einer Woche eine Lösung präsentiert, hacke ich euch für jedes falsche Wort einen Finger ab! Auf auf  – Eure Zeit ist knapp!“

Entsetzt verliessen die vier den Raum, rannten die Stiegen hinab und stürmten völlig ausser Atem in den Hof. Verzweiflung stand in ihren Augen. Der etwas dickliche Gelehrte war in etwa so grün wie rot im Gesicht und liess sich schnaubend auf den Boden fallen. Der Mathematicus  zückte seine Tafel und begann hektisch und wild mit weiteren Berechnungen. „Wieviel sollen sie einwerfen? Wieviele sind es überhaupt?“, schrie er den Schatzmeister an und kritzelte ohne die Antwort abzuwarten auf seiner Tafel weiter. Der Schatzmeister murmelte apathisch „Ich muss den Bestand kontrollieren“ und schlich gebückt in Richtung Schatzkammer davon.

Testolds Gedanken überschlugen sich. „Eine Woche… wir haben doch Monate gebraucht. Törichtes Volk – woher soll ich denn wissen, warum sie den Apparatus nicht nutzen. Überhaupt – dieser dämliche Apparatus…“ Er zog das kleine Kästchen aus seiner Tasche und starrte es an, ohne jedoch zu einer Lösung zu kommen. „Ich muss die Königin aufsuchen – sie muss König Theoderich davon überzeugen, uns mehr Zeit zu gewähren“, murmelte er und machte sich auf den Weg.

Testold betrat die Kammer der Königin. Zu seinem Entsetzen war die Königin nicht anwesend. Gerade als er hurtig die Kammer verlassen wollte, fiel sein Blick auf den grossen Zauberspiegel der Königin. „Das ist es – das ist die Idee!“ Er hielt den Apparatus vor den Spiegel und rief „Spieglein, Spieglein an der Wand, was meint der Bäcker zum Apparatus in meiner Hand?“ „Was er meint, kann ich dir nicht sagen – aber ich kann es dir zeigen“ antwortete der Spiegel. Schwups erschien das Bild vom Bäcker, der den Apparatus in der Hand hielt vor ihm. Fasziniert sah Testold zu, wie der Bäcker ebenso angestrengt wie erfolglos versuchte mit dem Apparatus Ebankus klarzukommen. Im Anschluss beobachtete Testold den Metzger, den Arzt, die Lehrerin und ein paar adlige Damen und je länger er zusah, umso klarer wurden ihm die Probleme und deren Ursachen. Auch die Lösung des Problems war offensichtlich und so rannte Testold unverzüglich zu seinen Verbündeten und mit ihnen gemeinsam zum König, dem er seine Erkenntnisse offenbarte.

Sofort wurde der Apparatus umgebaut und wurde zum absoluten Erfolg. Der König war so zufrieden mit Testold, dass er ihn zu seiner rechten Hand ernannte, ihm den Beinamen „der Clevere“ erteilte und ihn mit der schönsten und klügsten Frau im Land verheiratete. Einen Drachen bekam Testold übrigens auch noch geschenkt. ;)

Bis heute ist Testolds Methode des Remote Usability Testings so altbewährt wie erfolgreich, weshalb auch wir sie in unseren Webprojekten einsetzen. Einen Drachen können wir Ihnen leider nicht versprechen – trotzdem würden wir uns sehr freuen, wenn Sie sich hier als Testperson anmelden.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>