Stell dir vor es ist Messe und jeder geht hin (dmexco 2015)

Auch heuer waren wir wieder in verschiedenen Rollen an der Digital Marketing EXposition and COnference (kurz: dmexco) vertreten, der grössten Messe/ Konferenz für digitales Marketing, die alljährlich zum Herbstanfang in Köln stattfindet.

In unserer Rolle als Sitecore Platin Partner referierte Yannick Rennhard zum Thema „How to shape great customer experiences“ und ich durfte mit anderen Agenturvertretern und Sitecore’s Chief Strategy Officer in einem Panel über die Herausforderungen und Lösungsansätze für die digitale Transformation diskutieren.

Bild paneldiskussion zu Digital Transformation

Darüber hinaus waren wir als Aussteller am Stand von Sitecore vertreten, und haben wie alle Messebesucher natürlich die Zeit genutzt neue Lösungen für digitales Marketing anzuschauen und uns einige Input- und Best-Practice-Vorträge anzuhören. Zu den beiden letztgenannten Punkten möchte ich in diesem Blogpost meine Eindrücke zusammenfassen.

dmex(co): Die Messe und Ihre Aussteller

Ich war nicht zum ersten Mal auf der dmexco, aber es wurde mir nach ein paar Minuten schnell wieder bewusst: Die dmexco ist eine Massenveranstaltung und deckt eine grosse Bandbreite des Marketing ab: 4 Hallen, macht ca. 10 Fussballfelder für die knapp 900 Aussteller, besucht von 43’384 Fachbesuchern, a.k.a. „Marketers“, Fachpresse und Interessierte. Ein im Kopf reproduzierter Hallenplan könnte dann ungefähr so ausschauen:

marketing-technology-2015

Das führt dazu, dass man nach einem 2 stündigen Gang durch die Hallen zunächst verwirrter ist als zuvor. Sortiert man seine Eindrücke etwas, kristallisieren sich für mich 4 Cluster an Ausstellern heraus:

  1. Grosse Lösungsanbieter mit breit diversifiziertem Angebot für digitales Marketing, bspw. die Digital Marketing Suiten von Adobe, IBM, Microsoft, Oracle, Salesforce oder Sitecore aber auch die IT— resp. Internet-Grössen wie AOL, Facebook oder Google. (Anm. Zu den Digital Marketing Lösungen werden wir noch einen gesonderten Blogpost veröffentlichen).
  2. Eine grosse Anzahl an Lösungsanbietern für Marketing Automation (wie z.B. Fredhopper, Maximizer, Optimizely, Piwik, sas, Webtrends, etc.)
  3. Eine noch grössere Anzahl an Adtech Unternehmen für Themen von SEO Optimierung bis hin zu programatic ad/media buying.
  4. Zu guter letzt, Digitalagenturen, die Unternehmen durch Beratung, Konzeption, Implementierung oder Betrieb im Umfeld der der drei zuvor genannten Lösungen unterstützen.

Zwischenfazit: Auf der dmexco sollte man einen gezielten Plan haben nach was man sucht, oder gleich eine der guided tours buchen (kein Witz – gibt’s wirklich).

dm(ex)co: Die Konferenz und ihre Vorträge

Auf den 10 Bühnen (namens Congress Hall, Debate Hall, Seminar-Hall 1-6, Speakers Corner, etc.) sowie an vielen Ständen der Lösungsanbieter bietet die dmexco hunderte Stunden Programm. Ich behaupte aber, die 5 Stunden Programm die ich konsumiert habe genügen um die übergreifenden Herausforderungen, Themen und Trends herauszuspüren:

Digitale Transformation

Das Uberthema war heuer sicherlich die Digitale Transformation, resp. die sogenannte „Digieconomy“ – also das Vordringen der Digitalisierung in alle Bereiche, insb. Serviceangebote, von Unternehmen. Hierzu stellvertretend war für mich ein Vortrag von mirabeau, einer holländischen Digitalagentur, über die Digitalisierung von KLM und Transavia. Von der ersten Webseite über die ersten Onlinebuchungen, die Abbildung der gesamten Buchungsstrecke bis zum Enablement des Boardpersonals durch iPad Apps mit CRM Anbindung durchdringen digitale Services heute zunehmend die Unternehmen.

User Experience

Quasi als Unterherausforderungen stand das Thema User Experience auf gefühlt jedem 3. Slide. Hierbei wurde meist über die aktuellen Herausforderungen diskutiert, bzw. wie man diese zu meistern versucht. Stellvertretend war die von Accenture moderierte Paneldiskussion zum Thema „Wearables – more than just jogging?“ auf der u.a. die bisher niedrige Marktdurchdringung der Apple Watch damit begründet wurde, dass es am „killer-use-case“ fehle. Spannend waren hierzu die präsentierten Ansätze, wie man für die Apple Watch entwickeln sollte, schön illustriert hier bei Wired.

Context und Relevanz

Auffällig war auch die Dominanz des Begriffs „Context“ gegenüber dem Begriff „Content“. Nahezu alle Anbieter, insb. von Digital Marketing Suiten und Marketing Automation Lösungen positionieren das Thema Context als zentrales Element. Context bezieht sich hierbei insb. auf den Kontext des Anwenders, also vor allem die Frage: „Welches Problem möchte der Kunde gerade lösen und welche Mittel haben wir, um ihn dabei zu unterstützen?“. (Techno)logisch gesehen beginnt das mit einer Relation wie „Kunde ist auf Mobilgerät und besucht (z.B.) eine Flughafen-Webseite —> Die Webseite sollte also responsive sein“. Context meint an dieser Stelle die logische „Next best action“ zu antizipieren, sich also z.B. zu Fragen: „In welchem Fall besucht ein Kunde eigentlich die mobile Webseite eines Flughafens?“ Eine möglich Antwort könnte „Wenn er einen Parkplatz sucht“ heissen, und ein möglicher technischer Lösungsansatz könnte demnach auf der übermittelten GPS Position basieren. Einen interessanten Vortrag hierzu bot die Royal Bank of Scotland, die mittels einem Predictive-Analytics-Ansatz versucht die Logik der next best actions zu definieren und optimieren.

Fazit

2 spannende Tage, 2 anstrengende Tage. Viele Eindrücke gesammelt, teilweise verwirrt gewesen, mich aufschlauen lassen. Mir viel „Sales-Talk“ angehört, viele interessante Gespräche geführt, viele Tools ausprobieren dürfen. Zur Kernfrage habe ich jedoch keine klare Abschlussmeinung anzubieten: Lohnt sich der Besuch auch fachlich, insb. für Marketers? Wahrscheinlich schon, aber insbesondere mit Fokus auf den DMEX-Part und weniger auf den DMCO-Part, also eher für Networking und weniger für Inspiration, Erfahrungsaustausch oder Weiterbildung.

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Über Thomas Walter

Thomas graduated as Dipl. Ing. in mechanical engineering and economics from the Technical University of Darmstadt, Germany. Along the way he started working for Deutsche Lufthansa AG in several IT related positions. In his last role, he was an IT-consultant for Lufthansa Systems Business Solutions in Basel, Switzerland. Subsequently, Thomas worked for the University of St. Gallen, Switzerland and the City University of Hong Kong, Hongkong as project manager and lecturer. He graduated as Dr. oec. from the University of St. Gallen in 2012. Thomas joined Namics AG in St. Gallen, Switzerland as senior consultant in 2013. He is an expert and well-versed speaker in the fields of mobile business, digital marketing or data mining. Thomas authored numerous academic and technical publications and recently co-authored the textbook “Mobile Business”. Besides, he teaches “Internet Economics” at the University of St. Gallen. Thomas is a certified SCAE Barista and also a passionate cyclist.

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