Mehr Geschäft durch wirklich internationale Webauftritte

Im Laufe der Web-Evolution hat sich ein Gebilde entwickelt, dass bei jedem Web-Relaunch grösserer internationaler Unternehmen für zahlreiche politische Diskussionen sorgt, letztendlich aber aus User-Sicht oft irritierend und aus Business-Sicht mehr als fraglich erscheint: Die “Corporate Website”, oftmals auch als “die .com” oder “die Global Site” bezeichnet. Häufig sind diese Seiten jedoch alles andere als global.

Meist sind das Websites, deren Status nur von internen Stakeholdern gerechtfertigt wird. In ihrer Inhaltstiefe schwanken sie – in der Regel sind dort Employer Branding und Investor Relations Inhalte zu finden, ebenso werden zentrale Unternehmensnews publiziert. Der Zugang zu den tatsächlichen Produkten und Dienstleistungen, für die sich ein Kunde interessiert, ist dabei oft versteckt oder untergeordnet. Aus internationaler Perspektive ist es oft besonders ungünstig, dass diese Websites erscheinen, wenn man www.unternehmensname.com in den Browser eintippt. Als User muss man dann mehr oder weniger umständlich auf die richtige nationale Zielseite navigieren. Zudem könnte auch die SEO-Performance mit nur einer Domain gesteigert werden. So genannte globale Websites gibt es meist nur in der Sprache des Hauptsitzes (z.B. deutsch) und auf englisch, der vermeintlichen Weltsprache. Die Seiten werden als “global” bezeichnet und sollen für die ganze Welt gelten, falls es dort keinen dedizierten Online-Auftritt gibt – sie werden aber nicht für die ganze Welt übersetzt und sind somit für viele Menschen einfach nicht relevant. Oder würden Sie nicht auch Informationen auf deutsch bevorzugen?

Das Resultat ist, dass in vielen wichtigen Märkten kein sinnvoller digitaler Content vorhanden ist, was damit entschuldigt wird, dass diese Märkte ja auf die globale Website zugreifen könnten.

Ihre Kunden sind auf der ganzen Welt – nutzen Sie die Chancen!

Denkt man in Userperspektive (und somit aus der einzig sinnvollen Kundenperspektive), können Sie solche Corporate Websites einfach abschalten. Zum einen tragen diese vermutlich wenig zum Unternehmensergebnis bei. Zum anderen hat meine persönliche Erfahrung gezeigt, dass sehr viele Länder, in denen internationale Unternehmen tätig sind, digital vernachlässigt werden. Meist sind Länder ausserhalb eines Kerngebiets (häufig zwei bis drei Märkte in EU-Europa sowie USA) mit zu wenig Ressourcen ausgestattet, um effektive Online-Massnahmen umzusetzen.

Bevor Sie also mit der Inside-Out Perspektive auf ihrer Corporate Website fortfahren, stecken Sie Ihre Ressourcen lieber in sinnvolle Aufbereitung der wesentlichen Inhalte. Und zwar weltweit (statt “global”). Themenseiten und Produktseiten, die von Menschen gefunden werden und auf Fragen antworten, die sich Kunden im jeweiligen Land stellen, können einen echten Beitrag zum Erfolg jeder Unternehmung leisten. Denn nur, wenn Sie Ihr Angebot auf die tatsächliche Nachfrage der User ausrichten, werden Sie durch Online einen sinnvollen Beitrag erhalten.

Global steuern, regional handeln

Um die internationalen Webaktivitäten sinnvoll zu betreiben, braucht es aus meiner Sicht vor allem drei Dinge:

  • Klar definierte und durchsetzbare Ziele für den Erfolg der Website (inklusive der dafür nötigen Messinstrumente)
  • Ein Website-Konzept, das von diesen Zielen ausgeht, deren Erreichung unterstützt und das weltweit ausrollbar ist
  • Und vor allem Manpower, die diese Ziele in den jeweiligen Ländern aktiv und langfristig verfolgen kann – und das in der Muttersprache des Zielmarktes

Hinterfragen Sie Ihre so genannten globalen Inhalte kritisch! Denn Ihr Geschäft wird sicher noch besser laufen, wenn Sie in allen Ländern Ihre Marketingmassnahmen sinnvoll um digitale Aktivitäten ergänzen und die Ressourcen in Ihrer Zentrale dafür einsetzen, die Länder auf dem Weg zu mehr Online-Geschäft zu begleiten.

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