Continuous Lifecycle 2014 in Mannheim – Tag 1

Die zweite Auflage der Continuous Lifecycle fand dieses Jahr im Cogress Center Rosengarten in Mannheim statt. Der Andrang war mit 350 Teilnehmern so groß, dass die Kapazitäten am Vorjahres-Austragungsort in Karlsruhe nicht ausreichten.

Die diesjährige Veranstaltung widmete sich Konzepten, Prozessen und Tools von Continuous Delivery, DevOps und Agile ALM und versuchte auch dem entsprechend eine Mischung aus diesen Themen zu bieten. Zur Wahl standen an beiden Veranstaltungstagen der Konferenz in allen Slots jeweils drei Themen, wobei mir die Auswahl teilweise wirklich schwer fiel, da einige Talks, die parallel stattfanden, sehr interessant klingende Inhalte hatten. (Wer mag sich zur Zeit schon gerne zwischen Themen wie „Docker“ und „DevOps als Kultur“ entscheiden?)

Congress Center Rosengarten Mannheim

Congress Center Rosengarten Mannheim

Los ging es gleich mit einem wie ich finde Highlight der Konferenz: Der Keynote von Jez Humble, der mit seinem Buch „Continuous Delivery“ maßgeblich zum aktuellen Hype um das Thema beigetragen hat. Die Keynote war sehr gelungen und stellte das Thema „Cultural Change“ in den Mittelpunkt. Mit anschaulichen Beispielen aus verschiedensten Industrien erklärte uns Jez warum seiner Meinung nach die Verbesserung der IT-Performance stark abhängig ist von der Veränderung der Unternehmenskultur – weg von hierarchisch-authoritären Strukturen hin zu einer Zusammenarbeit auf der Basis von Vetrauen und Verantwortung des Einzelnen.

Danach gab es zahlreiche Vorträge die entweder die kulturelle Veränderung in Unternehmen durch Continuous Delivery und DevOps zum Schwerpunkt hatten oder Einführungen in Tools boten, die zur Zeit starkt diskutiert werden (insbesondere Docker und dessen Ökosystem). So hielt Eberhard Wolff einen Vortrag, der die Möglichkeiten und Probleme beim Aufbau von Continuous Delivery und DevOps in „klassischen“ Unternehmen zum Inhalt hatte. Es folgte außerdem ein Erfahrungsbericht aus einem Unternehmen, das sich aktuell mitten im kulturellen Umbruch zu mehr Agilität über alle Unternehmensbereiche hinweg befindet.

Natürlich darf in einem solchen Rahmen ein Thema auch nicht fehlen, das zur Zeit alle beschäftigt: Docker! Es gab eine Einführung in Docker, aber auch einiges an Vertiefungen. So wurden bspw. einige sehr interessante Möglichkeiten zum Einsatz von Docker in Integrations- und Akzeptanztests sowie beim Continuous Deployment aufgezeigt.

Das Ende der Vorträge des ersten Tages bildete ein Panel in welchem nochmal diskutiert wurde inwieweit die Möglichkeiten zum Continuous Delivery stark von kulturellen Veränderungen innerhalb von Organisationen abhängen und wie „DevOps“ in Unternehmen, die ihre IT aktuell noch in den klassischen „Silos“ organisiert haben, ankommen kann.

Für mich mitgenommen habe ich am ersten Tag der Veranstaltung, dass Continuous Delivery meist nicht ohne Veränderungen im kulturellen Mindset von (traditionellen) Unternehmen möglich ist. Das kontinuierliche Ausliefern von Software, die die Kernprozesse eines Unternehmens betrifft, ist nur machbar, wenn neben den notwendigen technischen Voraussetzungen (Aufbau Deployment-Pipelines, ausreichend große Abdeckung durch automatisierte Tests, Architektur der Software erlaubt Deployments ohne (negative) Auswirkungen auf den Kunden usw.) auch die entsprechenden organisatorischen Voraussetzungen (organisatorische Aufteilung in Silos wird aufgebrochen hin zu einer stärker auf Zusammenarbeit basierenden Arbeitsweise, Ausrichtungen am Kunden und an (Markt-) Veränderungen, Auslieferung von Software-Änderungen nicht mehr abhängig von langen Freigabe-/Abnahmeprozessen, Vertrauen in den Einzelnen wird gestärkt usw.) geschaffen werden. Außerdem denke ich, dass Docker nicht nur eines der üblichen Hype-Themen ist, sondern dass es uns bereits jetzt als Werkzeug an vielen Stellen in der agilen Entwicklung von Software helfen kann und auch das Potential hat die Art und Weise wie wir zukünftig Software entwickeln und deployen zu verändern.

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