Weichenstellung auf dem SBB-Online-Portal (Interview)

Die SBB Website gehört zu den drei meistbesuchten der Schweiz – sie wird mittlerweile täglich von rund 400’000 Besuchern aufgerufen. Seit über vier Jahren begleiten wir die SBB bei der Weiterentwicklung ihres Online-Portals. Das gemeinsam mit der SBB entwickelte und von uns umgesetzte Konzept setzt auf Kundenzentrierung im Design und auf eine optimierte Usability.

André Schraner, Principal Consultant bei Namics hat Bruno Spicher, Leiter Strategie & Kanalentwicklung SBB E-Business, dazu befragt.

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Was war der Ausschlag für eine Veränderung?

Unser letztes Redesign lag bereits drei Jahre zurück und war somit weder zeitgemäss noch flexibel. Die Inhalte waren hinter dem zentralen Element dem Karussell „versteckt“ und die Karussell-Funktion, welche sich an das Cover-Flow anlehnte, wurde nicht von allen Kunden wahrgenommen. Ebenfalls hatten wir „Design-mässig“ zu wenige Möglichkeiten, die Kundschaft auf weitere attraktive SBB Angebote aufmerksam zu machen.

Was wurde verbessert?

Wir haben unsere neue Startseite so gestaltet, dass die Besucher künftig mit weniger Mausklicks mehr Themen und Angebote finden und so auf interessante Angebote stossen. Neben dem wichtigsten Element „Fahrplan“ waren zudem mehr Inspiration, Bilder und Farben gefragt, um unsere Besucher auf das Gesamtspektrum der SBB aufmerksam zu machen. Die meisten modernen Webseiten orientieren sich heute am Kachel-Layout der Newsportale. Auch konnten wir mit dem neuen Design die Navigation und Usability der rund drei Jahre alten Version nochmals verbessern. Der Fahrplan und der Billettkauf blieben weiterhin unsere zentralen Elemente und die Usability-Tests zeigten, dass die Position oben links eindeutig am schnellsten gesehen wird.

Wie sind die weiteren Aussichten?

Mit der neu gestalteten Startseite schaffen wir die Basis für den nächsten grossen Schritt Richtung „responsive Design“.

Heute existieren nebst www.sbb.ch noch zwei weitere Auftritte (m.sbb.ch sowie m.sbb.ch/s), auf welche Besucher mit mobilen Geräten umgeleitet werden. Diese mobilen Besucher haben momentan Zugang auf nur 2% aller Inhalte, was sich künftig ändern soll. Ziel ist es, die Inhalte von www.sbb.ch (inkl. Fahrplan und Ticket Shop) „responsive“ zu machen, so dass sie allen Benutzern auf allen Endgeräten – von Smartphone und Tablet über Desktop bis hin zu SmartTV – optimal zur Verfügung gestellt werden.

Mit diesem modernen neuen Webauftritt werden wir kunden- und bedürfnisorientierter, personalisierter und konsistenter.

Vielen Dank Bruno Spicher für das spannende Interview. Hier geht’s zur Projekt-Referenz und Medienmitteilung.

8 Gedanken zu “Weichenstellung auf dem SBB-Online-Portal (Interview)

  1. Persönlich finde ich das Redesign nicht gut gelungen! In 99.9% der Fälle benutze ich sbb.ch wenn ich von A nach B navigieren möchte. Diese Funktionalität ist nun nicht mehr so einfach zu finden wie vorher. Klar benötige ich keinen Klick mehr und es ist immer noch gleich auf der Startseite. Vorher wurde ich aber nicht noch von diversen anderen Sachen abgelenkt welche mich nicht interessieren.

  2. Hallo Stefan, vielen Dank für Dein konstruktives Feedback, das wir schätzen und aus Nutzersicht verstehen.

    Bei der Konzeption einer Website gibt es zwei Dinge zusammen zu bringen: Die Nutzersicht, bei der klar ist, dass der Fahrplan im Fokus steht. Doch dann gibt es eben auch die Firmenperspektive, Ziele, welche ein Unternehmen erreichen möchte. Und dazu gehört eben, dass eine SBB auch ihre Botschaften und Angebote kommunizieren und verkaufen möchte, auch wenn die meisten Nutzer nicht wirklich danach fragen.

    Insofern braucht es da Kompromisse, und wir sind der Meinung (und haben es auch mittels Eye-Tracking getestet), dass der Fahrplan sofort gefunden wird. lieber Gruss, Jacqueline

  3. Was mich persönlich wundert ist, warum man die Website nun linksbündig umgesetzt hat. Auf meinem meistbenutzten Screen im Büro schaut die SBB Seite nun so aus: http://imgur.com/PlpxMIK
    Da kriege ich fast die „Halscheeri“, wenn ich den Content (und nicht nur den Fahrplan) lesen/nutzen will. ;)
    Gab es da irgendwelche Gründe, die aus dem Usability Testing entstanden sind oder war das lediglich eine Präferenz des Kunden? Ich persönlich sehe nämlich eigentlich keinen einzigen vernünftigen Grund, eine Website heutzutage nicht zu zentrieren. Aber vielleicht verpasse ich da ja was und genau das interessiert mich. :)

  4. @David: dass die Seite linksbündig ist, wurde vom Kunden so bestimmt und hat keinen Usability-Hintergrund. Da die Ausrichtung konsistent über die ganze Website sein muss, konnte dieser Umstand bei der neuen Startseite nicht geändert werden. lieber Gruss, Jacqueline

    @Steve: von welchen Teasern sprichst du? Kannst du dies detaillierter erläutern, damit wir dem nachgehen können? lieber Gruss, Jacqueline

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