User Experience in der Energiebranche

Namics-Studie

Energiewende, Ökostrom, Nachhaltigkeit – Schlagwörter, die spätestens seit Fukushima an Bedeutung gewonnen haben und greifbar wurden. Allesamt repräsentieren sie einen Wandel, der  Politik und Wirtschaft tiefgreifend verändert. Wird nun noch der Strommarkt in der Schweiz liberalisiert, so werden die Karten neu gemischt: wir Endanwender können dann wählen, von wem wir unseren Strom beziehen und dies – zumindest theoretisch – ganz einfach von zuhause aus übers Internet.

Wie gut und wie bequem das wirklich geht, haben wir im Rahmen unserer Studie „User Experience in der Energiebranche“ genauer überprüft und die Internetauftritte der 30 grössten Energieversorger der Schweiz genauer untersucht. Uns hat einerseits der erste Eindruck interessiert, den die Besucher von der Seite erhalten und andererseits wollten wir wissen, ob und wie gut wesentliche Aufgaben auf den Webseiten, z.B. der Produktvergleich,  erfüllt werden können.

Zu diesem Zweck haben wir unterschiedliche Methoden angewandt: In einer Online-Umfrage und einer Eyetracking-Studie wollten wir herausfinden, wie attraktiv die einzelnen Webseiten empfunden werden und wie gut Marke und Branche erkannt werden. In einem zweiten Schritt haben dann Usability-Experten konkrete Aufgaben durchgespielt.  Hierbei haben wir unterschiedliche Zielgruppen berücksichtigt– vom Jobsuchenden über den Stromkunden bis hin zum Investor und den Medien waren alle potentiellen Interessenten vertreten.

Insgesamt hat unsere Studie gezeigt, dass es in der Energiebranche noch viel Potenzial gibt: Schön ist leider oft anders. Nur wenige Seiten wurden als sonderlich attraktiv eingestuft und selbst wenn die einzelnen Aufgaben erfüllt werden konnten, dann selten zufriedenstellend, einfach und übersichtlich. Nimmt man beispielsweise den Produktvergleich, so  kann man einerseits das billigste Produkt meist identifizieren und man findet andererseits in der Regel auch Ökostrom-Produkte. Ob nun aber Wasserkraft oder Windkraft günstiger oder „besser“ sind, warum Solarstrom teurer ist als andere Ökostromprodukte, was den Unterschied in Preis und Leistung ausmacht, das kann man nur selten herausfinden. Kurzum: Bei der Wahl eines für mich geeigneten Produkts werde ich als potentieller Kunde nur selten unterstützt oder muss mich teilweise durch einen Berg an PDF-Dateien und Webseiten klicken. Aber auch sonst gab es viele neue Erkenntnisse, von denen wir teilweise selbst überrascht wurden, und auch fachlich bzw. methodisch waren die ganzen Untersuchungen sehr spannend, da wir ein paar neuartige Ansätze verfolgen konnten. Kurzum: Eine sehr interessante Aufgabe, die uns selbst auch viel Freude bereitet hat.

Einen ausführlichen Überblick, was aktuell auf den untersuchten Webseiten wie gelöst wird, was man besser machen könnte, wie gut oder schlecht Branche und Marke erkannt wurden, welche Seiten besonders attraktiv empfunden wurden und noch vieles mehr findet man in unserer Studie, die es kostenfrei zum Download unter nam.to/ux-energie gibt. Vielen Dank auch an dieser Stelle nochmals allen, die mitgewirkt haben!

 

Ein Gedanke zu “User Experience in der Energiebranche

  1. Pingback: Der erste Eindruck zählt. – Hirnlego

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