Adaptiver Content: Die Content Strategie der Zukunft

Wäre es nicht schön, Content nur einmal in einem einzigen System zu erstellen und überall in optimaler Form sprich plattform- und kontextspezifisch zu publizieren? Unmöglich, meinen Sie? – Keinesfalls! Die Lösung lautet adaptiver Content und ist in den USA bereits Realität.

Multichannel Publishing oder die Veröffentlichung von Inhalten in unterschiedlichen Ausgabeformaten für verschiedene Endgeräte ist eine der zentralsten Fragestellungen von Content Strategen weltweit. Sie hat mit der wachsenden Verbreitung von Mobiltelefonen und Smartphones an Bedeutung gewonnen und gehört zu den grössten digitalen Herausforderungen für Unternehmen.

Digital ist nicht gleich Print

Im Gegensatz zu Printinhalten haben digitale Inhalte den Anspruch dynamisch, flexibel, fluid und vor allem immer aktuell und kontextspezifisch zu sein. Dieses Vorhaben gestaltet sich schwierig, denn das Vermächtnis der Printmedien begleitet uns im Web und lässt uns Content für eine bestimmte Erscheinungsform erstellen.

Zu viele Kanäle

Redaktoren, Content und Social Media Manager müssen unzählige Ausgabekanäle berücksichtigen – von der eigenen Website über den Blog und Newsletter bis zu den Social Media-Kanälen, aber auch diverse Apps für Smartphones und Tablets sowie allenfalls noch eine separate mobile Website. Auch das hochaktuelle Responsive Design ist kein Allheilmittel für Content-geplagte Unternehmen, denn trotz zahlreicher Vorteile hat es einige gewichtige Nachteile (unter anderem die erheblichen Entwicklungsaufwände und – bei Websites mit viel Content – die grosse Datenmenge, die mobile Endgeräte bei jeder Netzabdeckung bewältigen müssen).

Grosse Koordinationsaufwände

Content wird in unterschiedlichsten Formen für eine Bandbreite von Online-Kanälen erstellt und in vielen verschiedenen Systemen verwaltet und aktualisiert. Dies birgt die Gefahr der Inkonsistenz von Inhalten, bedeutet ein Mehrfaches an Aufwand (Login-Update-Logout, Login-Update-Logout…) und setzt enormen Überblick sowie eine immense Koordination und Kontrolle voraus, um Content auf allen Plattformen aktuell und stringent zu halten.

Content und Layout scheiden sich

Content scheint untrennbar mit dem Layout verbunden. Damit Content jedoch anpassungsfähig und wiederverwendbar ist, muss er sich von seiner Gestaltungsart lösen. Wie dies möglich ist, zeigt die US-amerikanische Content Strategin Karen McGrane, die das Konzept des adaptiven Contents entscheidend geprägt hat. Kerngedanke des Konzepts: Inhalte im Content Management System (CMS) einmal erstellen und überall publizieren.

Dies erfordert ein Umdenken: weg von der Artikelerstellung in einem einzigen grossen CMS-Eingabefeld hin zu einem semantischen Publikationssystem, in dem eindeutig definierte Content-Stückchen gemäss Vorgabe erstellt, mit Meta-Informationen versehen und auf die Art kombiniert werden, die am besten für die entsprechende Ausgabeplattform geeignet ist. Alle Anzeigefragen werden durch Anwendungen/Programmierschnittstellen statt vom CMS adressiert.

Wie werden Inhalte anpassungsfähig?

Adaptiver Content berücksichtigt gemäss Karen McGrane die folgenden Aspekte:

  • Inhalte werden mit dem Ziel der Wiederverwendbarkeit und nicht für eine bestimmte Plattform erstellt.
  • Content wird strukturiert, damit er auf verschiedene Art für diverse Plattformen kombiniert werden kann.
  • Content löst sich von seiner Präsentationsform und wird vom Redaktor nicht mehr formatiert oder gelayoutet.
  • Meta-Informationen erlauben den Ausgabeplattformen via Programmierschnittstellen den Content zu „verstehen“ und zur Plattform optimal passende Content-Elemente anzuzeigen.
  • Die Anwenderoberfläche des CMS ermutigt Redaktoren Content-Elemente und Variationen davon als Content-Stückchen zu erstellen statt Inhalte an spezifische Seiten zu binden.

Die Vorteile von adaptivem Content

Adaptiver Content steigert die Effizienz der Content-Erstellung, da er den Arbeitsprozess der Redaktoren vereinfacht: Diese erstellen alle Inhalte und unterschiedliche Varianten davon in einem einzigen System und müssen sich nicht mehr um das Layout kümmern. Zugleich behalten Redaktoren und Content Manager ihre gesamte Kommunikation im Überblick, was zur Stimmigkeit und Einheitlichkeit der Inhalte beiträgt. Durch die Programmierschnittstelle holen sich die entsprechenden Plattformen den für sie geeigneten Content und stellen ihn optimal dar.

Die Zukunft ist heute

Adaptiver Content wird in den USA bereits von Medienunternehmen wie das National Public Radio (NPR) mit einem Drupal-basierten CMS – dem Core Publisher – vorgelebt und stellt eine zukunftsweisende und vielversprechende Content Strategie dar.

Weitere Informationen:

Content Strategy for Mobile

 

Vielen Dank Sabine für das Gegenlesen dieses Beitrags.

Ein Gedanke zu “Adaptiver Content: Die Content Strategie der Zukunft

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