Jetzt wird alles besser – wir machen Scrum!

Bei Namics erreichten uns in der naher Vergangenheit immer häufiger Projektausschreibungen die explizit nach agilen Projektansätzen, z.B. Scrum nachfragen.

Ich habe in der Vergangenheit schon selber agile Projekte geleitet und habe nun mein Wissen mit einer Scrum Master Ausbildung untermauert. Im Rahmen des 3 Tages Trainings mit Peter Beck von (DasScrumTeam) konnte ich wertvolle Learnings mitnehmen, welche hier festgehalten sind:

Was ist Scrum?
Kurz gesagt ist Scrum ein Ansatz für die Entwicklung von Produkten. Die Arbeitsresultate werden dabei nicht sequentiell im Sinne eines Staffellaufs erstellt, sondern ein Team spielt sich gegenseitig  – in der Analogie eines Rugbyspiels  – den Ball zu und beschreitet so den Weg zum Ziel.

In der Literatur wird Scrum als Management Framework für die Entwicklung von komplexen Produkten (auch Software) bezeichnet. Das lose Scrum Framework gibt Regeln und Prinzipien vor, hat aber den Anspruch möglichst schlank, verständlich und einfach zu bleiben. Dies im Gegensatz zu Wasserfall orientierten Ansätzen Softwareentwicklungsmethoden, welche umfassende Bibliotheken füllen (z.B. RUP ).

Scrum sagt den Entwicklerteams nicht, wie sie ihre Arbeit am besten erledigen. Scrum gibt vielmehr den Rahmen vor und fördert  den zentralen Teamgedanken. Es befähigt das Team das Produkt in regelmässigen Zyklen (=Sprints) konstant weiterzuentwickeln und möglichst rasch lauffähige Extrakte (=Inkrementel) auf den Markt zu bringen. Transparenz ist einer der wichtige Prinzipien in diesem Modell – laufende Abstimmungen im Tagesrythmus (=Daliy Scrum), Wochenrythmus (=Sprintplanungen) und Feedbackrunden (=Retroperspektive des Prozess) helfen dem Fortschritt, den Risiken und dem generierten Mehrwert (=ROI) laufend ins Gesicht zu schauen.

Die Hauptrollen in einem Scrum Projekt bilden 3 Akteure die entsprechende Verantworten und Rechte haben. Es sind dies

  • das Entwicklungsteam welches das Produkt tatsächlich entwickelt, ein
  • Scrum Master der das Vorhaben und den kompletten Prozess orchestriert sowie ein
  • Product Owner der die Business-Brille trägt und im Sinne eines CEO seine Entscheidungen maximiert.


Die Wunderwaffe Scrum gleich JETZT einsetzen?
Die Wunderwaffe Scurm ist also erfunden, warum also nicht gleich auf Scrum umsteigen? Ganz so einfach ist es doch nicht, denn die Scrum Erfolgsquote hängt von vielen Faktoren ab – nicht nur von der richtigen Praktizierung.

Welche Art von Projekten sollte man mit Scrum angehen?
Scrum ist weder für Standard Projekte (=Erstellung eines Webblogs) noch für Chaos Projekte (z.B. Grundlagenforschung) geeignet. Zwei Dimensionen helfen den Begriff der „Komplexität“ zu quantifizieren. Stacey führt die zwei Dimensionen

  1. Bekanntheit der Anforderungen und
  2. Bekanntheit der Technologie auf.

Scrum positioniert sich in der Mitte dieses Spannungsfelds und eignet sich für komplexe Projekte, also z.B der Erstellung eines Onlineshops wo häufig weder die Anforderungen noch die technologischen Herausforderungen und Technologien (Schnittstellen, Umsysteme, Prozesslogik,..) vollumfassend bekannt sind.

Change Management – Scrum bedingt ein umdenken der Projektorganisation
Scrum setzt andere Schwerpunkte als das klassische Wasserall Modell. Die Schwerpunkt liegen in den Bereichen:

  • Individuen und  laufende Interaktion ist wichtiger als fixe Prozesse und Tools
  • Lauffähge Software ist wichtiger als umfassende Dokumentation
  • Konstante Einflussahme des Kunden ist wichtiger als Vertragsverhandlungen
  • Regieren auf Änderungen und Wandel ist wichtiger als das sture verfolgen eines fixen Plans.

 

Change Management –„Gutes“ Scrum basiert auf Vetrauen
Vertrauen ist eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung von Scrum Projekten. „Richtige“ Scrum Projekt funktionieren nicht auf Fixpreis- und Fixscope Basis sondern erfordern ein Umdenken.

Im Zentrum steht die monetäre Wertgenerierung die laufend nach markwirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet wird. Die verschiedenen Funktionen (=User Stories) werden in einem Topf gesammelt (=Backlog) wird nach Wertgenerierung sortiert. Es geht darum mit beschränkten Geldmitteln ein Optimum an relevantem Funktionsumfang zu entwickeln. Änderungen im Projektverlauf sind willkommen sofern damit die Wertgenerierung des Produkts (= Product Owner) gesteigert wird!


„Scrum“-Erfahrungslevel ist entscheidend
Je mehr Erfahrungen die Teammitglieder bereits mit Scrum gemacht haben, desto besser können sie mit diesem Framework anwenden und ihre Arbeit gestalten. Dies gilt auch für den Product Owner – der im besten Fall gleich der Verantwortliche auf Kundenseite ist und damit den Entwicklungsprozess sehr nahe begleitet.


Fazit
Ist Scrum etwas für sie als Auftraggeber? Diese Antwort kann nicht pauschal gegeben werden – ein Versuch ist es auf jedenfalls Wert. Denken sie über die genannten Konsequenten nach, bevor man es einfach so tut:

In der Realität werden oft hybride Scrum-Wasserfälle gebildet, wo versucht wird, die offensichtlich vorteilhaften Aspekte (z.B. geregelte Kommunikation und konsequente Abstimmung, …) in die Wasserfallzyklen zu übertragen. Dies kann sehr gut funktionieren, ist aber schlussendlich nicht mehr Scrum, möglicherweise aber ein erster wichtiger Schritt in die neue agile Welt?

Und falls es jetzt noch nicht genug klar rauskam, ich bin fürAgil„, in welcher Detailform auch immer!

 

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