Google Now – Die Antwort vor der Frage

Mit der neusten Version des Telefon-Betriebssystems Android (4.1.1. Jelly Bean) betritt Google das „Siri-Territorium“ von Apple. Genau gesehen bietet Google die Suche über Sprachbefehle zwar schon länger als Apple, aber das mit dem Marketing war wie immer…

In Kurz kann Android nun alles was iOS von Apple kann (inkl. Siri!), mutmasslich aber ein bisschen viel mehr und alles ein bisschen besser. Die einfachen Sachen zuerst: Sprachsuche auf den Google Diensten mit Spracheerkennung auf dem Handy selbst und daher schneller als Apple und als S Voice von Samsung. Aktuelle Vergleiche zeigen ausserdem, dass Google bei der Qualität der Antworten besser abschneidet als Apple. An dem Punkt frage ich mich übrigens wie Apple mit einer eigenen Karten-Anwendung Google Paroli bieten will. Meine Meinung: Chancelos!

Und nun zum interessanten Teil, nämlich dem Versuch von Google Fragen zu beantworten, bevor ich diese gestellt habe. Hier ein Beispiel dazu. Mein Handy kennt meinen Standort (ich war grad auf dem Zug, deshalb sind die Zeiten unterschiedlich) und sieht, dass mein nächster Kalendereintrag in Zürich ist. Also bekomme ich unaufgefordert eine Notifikation dass ich mich auf dem Weg machen soll. Darin eingerechnet ist der Weg mit dem Auto und die aktuelle Stausituation. Klicke ich auf den Eintrag oder rufe ich Google Now auf, so wird mir sofort eine Karte (und das allpräsente Wetter) gezeigt und mit einem Klick startet das Routing. Titel (und Semantik) der Kartensuche auf dem Handy stammt übrigens von einer Restaurantsuche in Google Maps auf dem Desktop.

Oder ich befinde mich in der Nähe des öffentlichen Verkehrs und rufe Google Now auf, also werden mir die Abfahrtszeiten der nächsten Reisemöglichkeiten gezeigt plus meine letzten Suchabfragen auf google.com die ich noch am Desktop gemacht habe. Dies mit dem Angebot auf dem Handy weiterzusuchen.

Die ganzen Funktionen bedingen natürlich, dass ich den Zugriff explizit erlaubt habe und dass ich auf dem Desktop und dem Handy mit demselben Google-Konto angemeldet bin. Nach meinem Verständnis werden aktuell Tageszeit, Standort, Kalender und meine Suchanfragen auf der Volltextsuche und auf Google Map (auf allen Geräten die ich nutze) aggregiert.
Es ist offensichtlich, dass der Dienst noch sehr beschränkt ist und dass die Grundlagendaten in der Schweiz (noch?) dünn gesät sind. Gleichzeitig hat sich Google Now bereits in den letzten drei Tagen deutlich verändert und immer wieder war ich von der Qualität überrascht.
So zeigte mir das System um die Mittagszeit ein paar Restaurant-Vorschläge in der Nähe und deshalb entdeckt ich auf dem Desktop die gute Integration von Restaurant-Reviews inkl. Priorisierung von Kommentaren aus meinen Google Plus Kreisen (Kommentar von Gregor beim Iroqouis) und schöne Detailprofile der Restaurants auf Google Plus selbst.

Ich bin sicher, dass wir schon bald sehr viel innovative Dienste sehen werden! Und hier noch das übliche Werbe-Video: Introducing Google Now.

 

10 Gedanken zu “Google Now – Die Antwort vor der Frage

  1. Ich bin vor ca 15 Tagen nach Manchester geflogen, um meine Freundin zu besuchen (Sprachaufenthalt).
    Am Flughafen mit dem WLAN verbunden und google now gestartet. Da kam so einiges:
    -Umrechnungskurs CHF-£, mit Textbox für Sofortumrechnung
    -aktuelle Uhrzeit zuhause
    -Wetter (wie immer)
    -Navigation zur Sprachschule, welche ich am Vortag auf Maps zu meinen Favoriten hinzugefügt habe

    Die Datenlage bei den ÖV in der Schweiz ist top! Zwischen Gossau und St. Gallen kennt er die Zug- Stadtbus- und Regiobus-Fahrpläne und zeigt mir immer den schnellsten Weg. In Manchester war das nicht der Fall (4 private Busunternehmen deren Fahrpläne nach aktueller Stärke von Protuperanzen dynamisch generiert werden… oder so).

    Mal schauen, wie lange es dauert, bis man auch auf deutsch mit google now sprechen kann.

  2. Das Mobile der Zukunft (von mir und einem Kommilitonen erdacht vor 2 Jahren) hilft auch aus persönlichen Problemen, wirbt auf charmante Weise für kleine Verkaufsläden und erzählt die Entstehungsgeschichte hinter Produkten kleiner Familienfabrikationen: http://vimeo.com/16352385

    Interessant wie wir uns dieser Vision nähern…

  3. etwas später Kommentar aber von Herzen. Dankeschön, Jürg.

    Ich werde also standhaft weiter Android verwenden auch als untypischer User. Mich haben übrigens auch viele iphone User komisch angekuckt als ich bei der Lancierung von Siri sagte, mein Handy erkennt schon lange meine Sprache.

  4. Pingback: Testfahrt mit Android Jelly Bean | Philipp Ebneter

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