Mandantenfähiges CMS oder Multi-Site?

Können Sie sich noch an meinen letzten Beitrag zum Thema Multi-Site Management erinnern? Dort habe ich versucht, das Thema zu umreissen und eine Definition dafür zu geben.

Das Stichwort „Multi-Site“ taucht aktuell in fast allen grösseren Implementationsprojekten für ein CMS auf, aber es wird häufig unterschiedlich interpretiert und oft auch mit dem Konzept der „Mandantenfähigkeit“ verwechselt. Auf den nächsten Zeilen möchte ich deshalb den Unterschied erklären.

Ein CMS ist mandantenfähig, wenn auf derselben Infrastruktur viele Websites betrieben werden können. Eine wichtiger Aspekt ist, dass die Sites – abgesehen von der Codebasis – unabhängig voneinander sind. Das heisst Struktur, Inhalte, Design, Statistiken, Benutzerprofile, Einstellungen etc. können individuell eingestellt werden.
Der treibende Gedanke hinter einer solchen Architektur ist der Wunsch nach Kosteneinsparungen, die man sich durch die Zusammenlegung erhofft: Entwicklung und Betrieb sollen klar günstiger sein als wenn für jede Website ein eigenes CMS betrieben wird.

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Ein typischer Vertreter dieser Gattung ist eine CMS-Plattform, welche das VBS, das BFS und Swisstopo gemeinsam nutzen: Jeder Mandant ist Herr über Inhalt und Erscheinung (innerhalb der CI/CD-Vorgaben des Bundes) der eigenen Website(s), bei der Entwicklung von Funktionalitäten können aber Synergieeffekte realisiert werden.

Das Wunsch zur Kostenoptimierung in Entwicklung und Betrieb ist auch bei einer Multi-Site präsent, allerdings nur sekundär. Im Vordergrund stehen nämlich Qualität, Konsistenz und die effiziente Pflege der Inhalte. Dies möchte man durch eine zentral orchestrierte Erstellung und die Wiederverwendung von Content erreichen – z.B. sollen Texte nur einmal übersetzt werden müssen.
Im Unterschied zur mandantenfähigen CMS-Plattform besteht eine Multi-Site Umgebung also nicht aus Content-Silos, sondern aus „porösen“ Töpfen mit durchlässigen Grenzen und definierten Workflows.
Häufig setzen grössere oder „internet-lastige“-Unternehmen auf eine Multi-Site. Das Web-Team dieser Unternehmen muss (oft mit wenig Personal) nicht nur viele Websites effizient betreiben, sondern eben auch für gute und konsistente Inhalte sorgen.

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Obwohl sich die beiden Konzepte auf den ersten Blick gleichen, stellen sie ganz unterschiedliche Anforderungen an das Content Management System. Es ist darum sehr wichtig, vor der Evaluation und Konzeption eines CMS die „Business“-Anforderungen und den Unterschied zwischen einem mandantenfähigen CMS und einer Multi-Site zu kennen.

2 Gedanken zu “Mandantenfähiges CMS oder Multi-Site?

  1. Das hängt davon ab, wie kompliziert die kundenspezifischen Entwicklungen sind und ob alle Mandanten davon profitieren können.
    Gegen eine Multi-Site spricht vor allem, dass die Lizenzkosten für solche Produkte höher sind als für einfache Plattformen.

    Je höher die Aufwände für kundenspezifische Entwicklungen sind und je mehr Websites profitieren, desto eher rechnet sich ein Multi-Site Konzept.

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