Terrific im Projektprozess

In den letzten Terrific Posts ging es vor allem um die Prinzipien und einige technische Details des Frontend Development Frameworks.

Dabei wurde die Frontend Entwicklung isoliert betrachtet. Terrific hat jedoch mehr zu bieten! Das 5-Komponenten-Prinzip hilft dabei, den ganzen Projektprozess einheitlicher zu strukturieren. Somit rückt Terrific mehr ins Zentrum und dient nicht mehr bloss als Frontend-Instrument.
Vielmehr resultieren daraus direkte oder indirekte Vorteile für alle Disziplinen – Kreation, Technik und Projektleitung – und Strukturierungskonventionen, die sich durchs gesamte Projekt durchziehen. Davon profitieren schlussendlich natürlich vor allem unsere Kunden – aber zuerst mal ganz von vorn ;-)

Im folgenden habe ich versucht, die Auswirkungen von Terrific für die einzelnen Disziplinen anhand eines Projektprozesses zu illustrieren.

Design, Interaction und User Experience

Was muss von den Kreativen beachtet werden?

Die Antwort ist schlicht und ergreifend: Nichts!
Terrific soll die Kreativität der Designer nicht einschränken oder ihnen schon zu früh im Projektverlauf den modularen Gedanken aufdoktrinieren.

Wie kann Terrific also den Kreativen helfen?

Komplexe Animationen und Interaktionen sind mittlerweile in jedem Projekt anzutreffen. Leider lassen sich solche Verhalten mit Programmen wie Photoshop / InDesign nur unzureichend simulieren. Hinzu kommt, dass bei innovativen Vorschlägen die Machbarkeit z.T schwer abgeschätzt werden kann und sich die Diskussion mit dem Kunden ohne reales Beispiel extrem schwierig gestaltet.

Mit Terrific lassen sich Prototypen relativ schnell erstellen. Da es sich um reale „Web-Prototypen“ handelt, wird mit dem Prototyp implizit auch deren Machbarkeit sichergestellt. Zudem ist das Feedback direkter, genauer und basiert auf realem Verhalten und nicht auf „webfremden“ Simulationen. Dies hat natürlich auch den Vorteil, dass die Prototypen kein Wegwerfprodukt sind, sondern später wiederverwendet werden können.

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Prototype: Repower Widget Configurator

Tönt fast zu gut um wahr zu sein? Einziger Haken an den Terrific-Prototypen ist, dass deren Umsetzung in der Regel mehr Aufwand verursachen als vergleichbare Axure Prototypen. Wenn der Prototyp jedoch in der definitiven Lösung zum Einsatz kommt, so wird der ansonsten anfallende, doppelte Aufwand mehr als wieder wettgemacht. Zusätzlich wird das Machbarkeitsrisiko bereits in einer sehr frühen Phase eliminiert.

Zwischenstand

Betrachten wir unseren fiktiven Projektprozess, so hätten wir die Kreationsphase nun abgeschlossen. Die Designs stehen und alle komplexen, risikobehafteten Interaktionen und Animationen wurden mit Terrific Prototypen umgesetzt.

Wie weiter?

Aufteilung in Terrific Komponenten

Overlay, Lightbox, das Ding mit dem abgedunkelten Hintergrund – oftmals unterscheidet sich das verwendete Vokabular zwischen dem Kunden und den involvierten Projektmitgliedern ziemlich stark. Ein einheitliches Vokabular erleichtert die Kommunikation jedoch erheblich und hilft Missverständnissen vorzubeugen.

Um ein einheitliches Vokabular schon von Beginn an zu forcieren und um möglichst alle Faktoren zu berücksichtigen, wird die Aufteilung in Terrific Komponentenidealerweise interdisziplinär erarbeitet.

Als anzustrebendes Ziel gilt:
1 Funktionale Einheit = 1 Designkomponente = 1 Terrific Module = 1 Backend Module

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Gemeinsames Vokabular: Weather Widget

Frontend

Sind die Terrific Komponenten definiert, fällt der Startschuss für die Frontend Entwicklung. Hier entfesselt sich die wahre Stärke von Terrific. Durch die vollständige Modularisierung mittels OOCSS und TerrificJS können die Frontend Tasks maximal parallelisiert werden. Zudem unsterstützt der modulare Aufbau auch die Versionierung optimal.

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Beispiel: Einheitlicher Komponenten Aufbau – Terrific Module „MyAgora“

Der einheitliche Komponenten Aufbau hilft nicht nur bei der Entwicklung, sondern ermöglicht auch Reviews und Testing auf Komponenten-Basis durchzuführen. So werden Probleme frühzeitig erkannt und die Qualität des Codes steigt. Terrific leistet so auch einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung.

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Module Testing – Jedes Module lässt sich einzeln (inkl. Funktionalität) testen

Backendintegration

Bei der Entwicklung von Terrific spielte die einfache Integration in unterschiedlichste Backendsysteme (CMS, Applikationen etc.) eine zentrale Rolle.

Dennoch: Nichts geht von allein
Aber: Terrific hilft, den Integrationsprozess pro Backendsystem zu optimieren und zu standardisieren!

In der Praxis bedeutet dies, dass pro Backendsystem eine optimales Integrationsszenario entwickelt wird, das anschliessend für alle folgenden Projekte wiederverwendet werden kann.

Die Liste von erfolgreichen Integrationsszenarios, die bereits von Namics erarbeitet wurden, ist schon ziemlich beachtlich und wird immer länger:

Projektleitung und Controlling

Auch für die Projektleitung und fürs Controlling ergeben sich durch den modularen Aufbau von Terrific zahlreiche Vorteile.

Gerade bei zeitkritischen Projekten eröffnet die parallele Komponentenentwicklung neue Skalierungsmöglichkeiten. Zudem können die einzelnen Terrific-Komponenten 1:1 in Systemen wie Jira abgebildet werden, was sowohl das Tracking des Projektfortschritts als auch die Planung von Sprints erheblich vereinfacht.

Was hat eigentlich unser Kunde davon?

Alle oben genannten Punkte betreffen vor allem unsere interne Projektarbeit. Aber was sind denn die konkreten Vorteile für unsere Kunden?

Die Tatsache, dass durch den Einsatz von Terrific die Frontend-Entwicklung auf ein Maximum strukturiert und standardisiert wird, zieht zahlreiche Vorteile nach sich.

  • gesicherter Know-How Erhalt
  • der Ressourcen-Einsatz ist parallisierbar – vor allem bei Engpässen zeitlicher Natur kann dies ein enorm wichtiger Faktor sein
  • Standardisierung verhindert historisch gewachsene Altlasten
  • erhöhte Flexibilität beim Staffing senkt das Projektrisiko
  • sehr schnelles Projektsetup
  • kürzere Einarbeitungszeiten für neue Projektmitglieder
  • massiv vereinfachte Weiterentwicklung
  • hohe Wiederverwendbarkeit
  • Unabhängigkeit vom Backendsystem – ein Systemwechsel bedeutet kein Frontend Neubau
  • granulareres Testing – dadurch werden Probleme früher erkannt

Die Liste liesse sich noch beliebig erweitern. Aber um es auf den Punkt zu bringen: Terrific!

Weitere Terrific Informationen

Open Source Projekt: Terrific und TerrificJS

Terrific – Modulare Frontendentwicklung
Terrific und OOCSS
The Terrific Way Of JavaScript
Terrific im Projekprozess

5 Gedanken zu “Terrific im Projektprozess

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