Stuxnet: Computerspielerei für Fortgeschrittene

Auch wenn viel Raum für Interpretation und Gerüchte ist, der Kern der Geschichte ist erstaunlich. In kurz: Ein Computervirus/-wurm der (mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit) hergestellt und verbreitet wurde mit dem alleinigen Ziel das Nuklerarkraftwerk Bushehr im Iran „abzustellen“ — und dies mit Erfolg tat.

Stuxnet ist ein Wurm der sich auf Windows-Computer verbeitet(e), sich dabei sehr unauffällig verhielt und damit über ein Jahr in der freien Laufbahn war. Er verhält sich zumindest so lange unauffällig, bis er eine Programmierumgebung für einen Siemens Industriecontroller vom Typ SIMATIC WinCC/Step 7 angeschlossen findet. Ist eine solche Umgebung vorhanden, so verändert er die daran angeschlossene Steuerung nach immer demselben Muster. Nach Aussage von Siemens wurden bis anhin 15 Controller verändert und nur bei einem zeigte diese Neuprogrammierung Erfolg: Beim iranischen Nuklerarkraftwerk Bushehr, welches in der Folge abgestellt werden musste.

Die Vermutung, dass es sich tatsächlich um dieses eine Ziel handelte ist zwar dreist, wenn man sich jedoch die geographische Infektions-Statistik in der sehr ausführlichen Analyse von Symantec [pdf, 3.1 MB] anschaut ziemlich plausibel.

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(Quelle: Symantec)

Nun zur Frage, wer so was entwickelt? Stuxnet ist nach übereinstimmender Aussage aller Analysen einer der komplexesten Computerviren die je entdeckt wurde. Zudem wurde sehr grosszügig mit „teuren Ressourcen“ umgegangen. So beispielswiese nutzte die Software gleichzeitig vier „zero-day exploits“ (bisher unbekannte Sicherheitslücken) — normalerweise freut sich ein Hacker eine gefunden zu haben und baut darum seinen Hack. Oder das Detail, dass Stuxnet einen Treiber auf dem Rechner installierte und diesem (damit Windows nicht reklamiert) mit einen geklauten Zertifikat von Realtek signiert hatte. Als das Zertifikat am 16. Juli 2010 gesperrt wurde, tauchte bereits am 17. Juli einem neuen bei JMicron geklauten Zertifikat auf. Sehr aufmerksam. Zudem vereint der mit über 1.5 MB riesengrosse Wurm viele modernste Techniken wie beispielsweise eine Peer-to-peer Updatefunktion wenn er eine ältere Version im selben Subnetzt finde oder die Möglichkeit Schadensroutinen über Internet nachzuladen. Also kaum der Juniorprogrammieren im Hobbyraum seiner Vaters. Bruce Schneier schätzt einen Aufwand von 8-10 Personen während einem halben Jahr.

Eine tolle Geschichte, aber auch ein Wink was uns im Bereich der Computersicherheit allen noch vervorstehen könnte. Ein guter Ausgangspunkt zur weiteren Information der Post bei Bruce Schneier oder die bereits genannte (sehr technische) Analyse von Symantec auf 51 Seiten (!!).

PS: Wer heute übrigens 17 Windows-Updates installiert(e) scheint fürs erste geschützt zu sein ;-)

Business Requirements an ein CMS

Heute fokussiere ich mich auf das Thema Business Requirements im Kontext von Systemevaluationen. Dabei sind die Erkenntnisse grundsätzlich unabhängig von der Art des Systems, sprich ob es sich dabei um ein Web Content Management System, ein Intranet- oder ein Collaboration-System handelt. Was genau verstehen unsere Kunden und wir unter Business Requirements? Welche besonderen Eigenschaften weisen diese auf? Wie können sie am einfachsten erhoben, respektive wie lassen sich diese zusammen mit anderen Anforderungen bewerten und interpretieren?

Was sind Business Requirements?
Neben den funktionalen Requirements (z.B. bietet das System Downloadcenter-Funktionalitäten?) und nicht-funktionale Requirements (z.B. lässt sich das System in einem LAMP-Stack betreiben?), die typischerweise direkt von den Systembetreibern und Systembenutzern gefordert werden, stellen die Business Requirements Anforderungen dar, die von verschiedenen Business-Stakeholdergruppen ausgehen. Diese Stakeholder stammen typischerweise aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen wie zum Beispiel Geschäftsleitung, Marketing, Kommunikation, IT, HR oder dem Einkauf und sind im Rahmen einer umfassenden Evaluation ein fester Bestandteil des Requirement-Katalogs. Dieser setzt sich somit aus den folgenden Anforderungsarten zusammen:

* Funktionale Requirements
* Nicht-funktionale Requirements
* Business Requirements

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Aus Überlegungen und Fragestellungen wie zum Beispiel Lock-in Risiken, Produktmarktanteile, Entwickler-Arbeitsmarktsituation, Distributoren- und Implementierungspartnerdichte werden die Business Requirements abgeleitet und anschliessend priorisiert und bewertet.
Typischerweise werden im Rahmen einer Evaluation alle Requirements gruppiert. Dabei trifft man im Bereich der Business Requirements immer wieder auf die folgenden Anforderungsgruppen:

* Allgemeine Marktanforderungen, z.B. Verbreitungsgrad in der Branche XY > 50%
* Hersteller, Produkt & Support Anforderungen, z.B. Verfügbarkeit von Schulungsangeboten
* Implementierungspartner bezogene Anforderungen, z.B. Anzahl und Grösse der Partner in der Schweiz
* Personalanforderungen, z.B. Existenz eines Arbeitsmarkts für Entwickler mit Knowhow in XY
* Kostenanforderungen, z.B. für Lizenzen, Implementierung, Infrastruktur, Wartung & Betrieb, etc.

Wie werden Business Requirements erhoben?
Business Requirements werden wie die anderen Anforderungen am einfachsten direkt mit den Stakeholdern zusammen erhoben. In einem ersten Schritt gilt es diese Anspruchsgruppen zu identifizieren und zu bestimmen, um im zweiten Schritt mit ihnen zusammen die Anforderungen zu erarbeiten. Je nach Organisationsform, -grösse oder Präferenz können dafür verschiedene Methoden eingesetzt werden wie zum Beispiel geführte Interviews oder Workshops.
Nachdem die Anforderungen aller Stakeholder in einer Rohform vorliegen, müssen diese in priorisier- und bewertbare Anforderungen überführt werden. Diese Transformation ist für Business Requirements häufig schwieriger vorzunehmen als beispielsweise für funktionale Anforderungen, welche sich per se einfacher in eine Form bringen lassen, in welcher man sie sinnvoll bewerten kann.
So kann aus einer vermeintlich einfachen Aussage eines HR-Managers ein ganzer Strauss an Business Requirements abgeleitet werden (fiktives Beispiel):

„Deutschsprachige erfahrene Entwickler muss ich binnen 2-3 Wochen rekrutieren können.“

Daraus ableitbare Business Requirements sind zum Beispiel:

* Es existieren bewährte Plattformen zur raschen und einfachen Personalrekrutierung
* Auf dem betroffenen Arbeitsmarkt sind genügend Personalressourcen verfügbar
* Freelance-Personalressourcen sind neben anderen Ressourcen verfügbar
* Der Arbeitsmarkt ist in den Ländern Schweiz, Deutschland oder Österreich existent
* Der Hersteller bietet Zertifizierungsmöglichkeiten

Alle Requirements der Business-Stakeholder werden neben den anderen Anforderungsarten in einem sogenannten Evaluationsraster zusammengetragen und nachfolgend gruppiert. Eine Vermengung der auf diesem Weg erhobenen Requirements mit aus anderen, bereits bekannter Anforderungen, stellt eine gängige Praxis dar, um aus der bereits vorhandenen Evaluationserfahrung zu profitieren.

Teil 1 unserer Post-Serie, ‚Ein neues CMS?‚, führt in die Thematik CMS-Evaluation ein.

Zum Weiterlesen:

* Ein neues CMS?
* Funktionale und nicht-funktionale Requirements an ein CMS

7 Top Internet-Trends beim Internet-Briefing

Vergangenen Dienstag durfte ich die Namics-Serie ‚Top Internet-Trends‘ bei Reto Hartinger’s Internet-Briefing fortsetzen. Zusammen haben wir 7 Internet-Trends des Jahres 2010 besprochen:

* Real-Time Web
* NoSQL
* Augmented Reality
* HTML5
* Location Sharing
* Phone to Platform
* Tablets




In der abschliessen Diskussion haben wir festgestellt, dass die vorgestellten Trends für die Teilnehmer bereits mehr-oder-weniger relevant sind, teilweise jedoch noch nicht für den Massenmarkt ausgereift.



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Präsentation 7 Top Internet-Trends (PDF, 8.7MB)

Design Bewertungskriterien und Berufsbild HCI

Heute hatte ich die Ehre und das Vergnügen im Rahmen einer Informationsveranstaltung der Hochschule Rapperswil zusammen mit Iris Müller, Michael Hatscher, Urs Suter und Marc Blume über Berufsbilder im Bereich Human Computer Interaction Design (HCID) aus der Praxis zu erzählen.

Als mein Beispiel hab ich das mit agiler Softwareentwicklung realisierte memonic gewählt. Nicht nur, weil ich an der Entwicklung zu einem kleinen Teil involviert war – sondern weil Dorian, Patrice und das ganze Team hervorragend meine Empfehlungen zu kontinuierlicher Kontrolle Bedienbarkeit mit unkomplizierten Usabilitytests (Testing on a Shoestring) weitergeführt haben.

Meinen Vortrag können sich Interessierte sehr gerne hier ansehen:

Update:

Download der Präsentation UX bei Namics am Beispiel Memonic inklusive Notizen als PDF

In der anschliessenden Podiumsdiskussion sind noch weitere interessante Themen zur Sprache gekommen. Besonders spannenden war die Diskussion zum Thema ROI von Usability bzw. User Experience – die sollten wir möglich rasch weiterführen.

Im Abschluss habe ich die sieben Bewertungskriterien von Prof. Michele Baviera – meines Professors an der Hochschule für Technik und Gestaltung Konstanz zitiert. Wie versprochen hier die knappe Zusammenfassung, für Alle die nicht schnell genug mitschreiben konnten.

7 Bewertungskriterien für Design

  1. Identität
  2. Innovation
  3. Kreativität
  4. Kommunikation
  5. Memorierbarkeit
  6. Lesbarkeit (Usability)
  7. Realisierbarkeit

Identität

Hier sollte man je nach Projekt eine Beurteilung des Corporate Design vornehmen.

Für ein Corporate Design Projekt: Beurteilung der Visualisierung der Corporate Identity
Für eine Website oder anderes Marketingmaterial: Beurteilung der Übereinstimmung zum Corporate Design Manual und anderen identitätsbildenden Elementen

Innovation

Wie sehr habe ich ein „deja-vu“ bei dem vorliegenden Design?

Alternativ: Originalität
Welche Elemente machen die Arbeit innovativ?

Kreativität

Wie kreativ ist die formale Umsetzung? Gerade Linien und einfache Formen sind weniger kreativ als illustrative, freie Formen und Elemente.

Alternativ: Gestaltungsqualität
Wird die Arbeit durch ihre Formgebung getragen und überzeugt die Arbeit hinsichtlich Verarbeitung und Materialwahl beziehungsweise in der digitalen Umsetzung?

Kommunikation

Vorraussetzung der Beurteilung: Was soll kommuniziert werden?
Wie gut unterstützen die gewählten Gestaltungselemente diese Kommunikationsziele?

Alternativ: Emotionale Qualität
Verfügt die Arbeit über eine ausgeprägte Stimmung und Anmutung?

Memorierbarkeit

Wie gross ist das Potential des Design um „im Gedächtnis zu bleiben“?

Alternativ: Prägnanz
Ist die Arbeit einprägsam, leicht begreifbar und rezipierbar?

Lesbarkeit (Usability)

Wie gut kann man den Inhalt lesen, verstehen und bedienen?

Realisierbarkeit

Wie einfach lässt sich die Idee umsetzen? Denn die beste Idee nützt ja nichts, wenn man sie nicht umsetzen kann…

Ich freue mich über Kommentare und DIskussionen.

ECM Summit 2010 in Köln

Im Rahmen der ECM World fand unter dem Schwerpunkt Multi-Channel-Management der ECM Summit dieses Jahr in Köln statt. Im Mittelpunkt standen Fachvorträge und Erfahrungsberichte, rund um die verschiedenen Ansätze kanalübergreifend mit den Kunden zu kommunizieren.
Es gab im Rahmen des zweitägigen Summits sehr spannende Themen und Vorträge von denen einige im Blog des Veranstalters heruntergeladen werden können.

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Ich hatte das Vergnügen im Rahmen des Summits eine Case Study zum Thema Customer Journey präsentieren zu dürfen. Dabei lag der Schwerpunkt auf dem Ablegen von Mentalen Modellen in Datenbanken mit Hilfe von ästhetischer Klassifikation am Beispiel der Vitrashop Group.
Ein spannender Ansatz Kunden über ihr Verhalten zu verstehen und nach ästhetischen Merkmalen so zu klassifizieren, dass der Gestalter nach der Konzeption eindeutige Informationsbausteine zuweisen kann. Damit wird die Brücke zwischen Mentalen Modellen und industriealisierter Informationsbereitstellung geschlossen. Ein Ansatz der gerade im Umfeld von international agierenden Unternehmen sehr interessant ist.

Die automatisierte Kommunikation auf ästhetisch hohem Niveau rückt damit ein erhebliches Stück näher.

Meinen Vortrag können sich Interessierte sehr gerne hier ansehen:

Download der Präsentation

Customer Journey.pdf

[2.3 MB]

Der Social Media Starter – der keinesfalls Guideline sein wollte

Jürg hat ja ausgiebig über unsere ethischen Grundsätze gebloggt. Diese brauchen eine Kultur, die im Wesentlichen Selbstverantwortung und eine Art Demokratie voraussetzt. Und genau deshalb war es nicht ganz einfach, unseren Way of Social Media in Guidelines zu giessen. „Guidelines? Das Wort regelt zu viel und beschneidet die Individualität.“ das war schnell klar.

Ein internes Brainstorming, wie wir nun das Ganze nennen sollen, brachte unter anderem diese Bezeichnungen hervor:

Social Media Art
Social Media Indicator
Social Media Mediator
Social Media Starter

Starter, das ist es. Denn der Inhalt soll keinesfalls einschränken, vielmehr motivieren, mit eigenen Beiträgen mit/in Social Media zu starten. Schön, wenn sich andere Corporate Communications Kollegen in die Karten sehen lassen. Das inspiriert. Herzlichen Dank dem BVDW , Daimler und Marcel Bernet für Eure Leitfaden-Einblicke.

Hier ist im Gegenzug also unser Ergebnis, Dankeschön auch Jürg für Deine super Unterstützung.

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Social Media Starter – der keine Guideline ist

Namics pflegt einen offenen, ehrlichen und partnerschaftlichen Dialog sowie eine Lern- und Teilkultur. Intern zwischen Mitarbeitern wie auch ausserhalb von Namics. Der vorliegende Social Media Starter soll dafür eine Hilfestellung bieten.

1. Zeige Identität
Beiträge und Kommentare erfolgen immer unter Angabe Deines Namens und wenn ein Zusammenhang mit Deiner Arbeit bei uns besteht, mit der Nennung von Namics als Arbeitgeber. Absender bist immer Du als Person.

2. Übernehme Verantwortung
Formuliere Inhalte in der Ich-Form und vertrete Deine persönliche Meinung. Verantwortung übernehmen heisst auch, Kritik gelten zu lassen, Fehler zuzugeben, ehrlich zu sein und keine gemachten Aussagen zu löschen (aber diese bei Bedarf zu kommentieren / zu ergänzen).

3. Nennung der Quellen
Lege Deine Quellen offen, verlinke diese aktiv und nenne den Absender immer auch im Kontext. Auch, wenn es sich dabei um einen Konkurrenten handelt. Social Media lebt von Verlinkung und Vernetzung.

4. Wert für Leser schaffen
Inhalte sind für Leser geschrieben und sollen diese weiterbringen, inspirieren oder auch amüsieren. Stifte Mehrwert und verzichte auf Selbstdarstellung! Erfolgreich sind originäre Inhalte, persönliche Meinungen und Verweise auf „Perlen“. Davon leben besonders unsere Blogs.

5. Suche den Dialog
Zeige in Deinen Blog-Beiträgen Interesse an Dialog und antworte auf Kommentare, Verlinkung und Nennungen zeitnah, höflich und konstruktiv. Sei aktiver Kommentator, wo über Dich eine Deine Themen geschrieben wird.

6. Höflichkeit und Respekt

Sprich respektvoll über andere Marktteilnehmer und versuche nicht, deren Schwächen auszunutzen. Auch wenn jemand Kritik übt, lasse Dich nicht aus der Ruhe bringen und bliebt sachlich.

7. Vertraulichkeit und Gesetz
Halte Dich zu jeder Zeit an geltendes Recht. Dies insb. im Bezug auf Urheberrechte und Betriebsgeheimnisse. Information über Kundenarbeit, die nicht bereits öffentlich bekannt ist, bedarf immer der ausdrücklichen Zustimmung des Kunden. So auch die Tatsache, dass wir für einen Kunden arbeiten.

Ergänzende Gedanken und Tipps

Jeder wird von Aussenstehenden immer auch für seinen Beruf und als Mitarbeiter einer Firma wahrgenommen. Veröffentliche nur, was Du auch einer flüchtigen Bekanntschaft erzählen würdest und stell Dir vor, es steht morgen in der Zeitung.

Sei Dir bewusst, dass alles Publizierte auch nach Jahren noch auffindbar ist, von Freunden, Arbeitgebern, Kollegen, Partnern, Kunden, potenziellen Kunden, Bloggern, Journalisten gleichermassen.

Bevor Du einen neuen Namics-Accounts anlegst, besprich Dich bitte vorerst mit MarKom. Wir möchten mit lebendigen Accounts am Markt auftreten.

Nutzt Du Slideshare? Biete für Handouts (von Deinem Referat zum Beispiel) zusätzlich auf einer Namics-Plattform einen Download als pdf ohne Login an.

So das wars, jetzt haben wir auch so ein, ähm Dings (nicht Guideline bitte ;) nachdem @Leumund schon vor Wochen mal gefragt hat.

Ein neues CMS?

Der nachfolgende Dialog ist frei erfunden. Ähnlichkeiten zu realen Personen und Situationen sind rein zufällig…

Produkt Marketing: Wir benötigen mehr Flexibilität zur Darstellung unserer Produkte auf der Webseite.

CMS Plattform Owner: Was genau meinst du mit mehr Flexibilität?

PM: Wir wollen unseren Besuchern ermöglichen, zu einzelnen Angeboten Kommentare und Ratings zu hinterlassen. Und es soll möglich sein, unsere Produkte bei Facebook zu ‚liken’!

CMS PO: Sind diese Funktionen wichtiger als die Produkt-Videos, von denen du mir letzte Woche erzählt hast? Und auch das Suchmaschinen-Package?

PM: Wir brauchen das alles ganz schnell, und wir brauchen ein flexibles Template um unsere Microsite Landing-Page umsetzen zu können…

CMS PO: …?!?

Content Management Systeme (CMS) zur Pflege von Webseiten sind einem Lebenszyklus unterstellt. Daher dürfte diese Konversation zwischen Marketing und IT bereits schon einmal so oder so ähnlich stattgefunden haben. Ich habe sie genau genommen schon des Öfteren erlebt.

Jedoch muss es nicht unbedingt nur die mangelnde Flexibilität eines Systems sein, dass Anforderungen von Marketing oder Business an das CMS nicht mehr Folge geleistet werden kann. Oft fällt mangelnde Flexibilität direkt auf das eingesetzte Poduktes bzw. die Version zurück. Starre Seiten- und Inhaltsstrukturen erlauben wenig Freiraum bei der Gestaltung von Inhalten. Und die starren Strukturen machen eine Weiterentwicklung oft kostspielig und aufwändig, um das geforderte Ergebnis zu erreichen.

Zeitgemässe Funktionen sind gefordert
Wenn wir heute im privaten Umfeld das Internet nutzen werden wir mit den neuesten Technologien konfrontiert. Zum Beispiel findet man vielfach anspruchsvolle Benutzeroberflächen mit In-Place Editing sowie Drag&Drop Anwendungsfällen, welche Abläufe vereinfachen und schneller gestalten. Oft stellt sich einem dann die Frage, weshalb diese Technologien nicht auch im geschäftlichen Umfeld für die tägliche Arbeit eingesetzt werden können.

Technische Rahmenbedingungen haben sich verändert
IT-seitig stehen oft grundlegendere Fragestellungen im Raum: die bestehende Lösung wurde vor vielen Jahren implementiert und hat mehrere Releasewechsel mitgemacht, ist veraltet und funktional nicht mehr aktuell. Das Produkt wird möglicherweise eingestellt, wird nicht mehr weiterentwickelt oder die Unterhaltskosten sind mittlerweile unverhältnismässig hoch. Möglicherweise sieht man sich mit einer geänderten Unternehmens-Startegie konfrontiert, die andere Technologien fordert. Um Kundenbedürfnissen gerecht zu werden, sollen Umsysteme in die Content Management Lösung integriert werden. Immer häufiger ist das bestehende System Lastspitzen ausgesetzt, die nur durch das Vorhalten von zusätzlicher (teurer) Hardware bedient werden können, und das in Zeiten von Cloud Computing?

Eines ist sicher: der Markt für Content Management Systeme ist fragmentiert und unübersichtlich. Anhand von Anforderungen an eine Content Management Lösung und die Bewertung der daraus abgeleiteten Anwendungsfällen kann die Vielzahl von Systemen mit unterschiedlichsten Merkmalen im Markt bewertet und aussagekräftige Vergleiche gezogen werden.

Und da mir solche Situationen in der Praxis schon oft begegnet sind, teile ich hier meine Erfahrungen in einer kleinen Serie. Das war der Auftakt, weitere Informationen zum Thema stehen parat.

Zum Weiterlesen:

* Business Requirements an ein CMS
* Funktionale und nicht-funktionale Requirements an ein CMS

Burda will zurück in die Vergangenheit

Auf dem Titel der aktuellen Horizont (Ausg 36, 09.September 2010) schaut uns ein grimmiger Burda-Vorstand Philipp Welte an und kündigt im Interview auf Seite 14 rigorose Kürzungen im Online Geschäft an.

„Es macht wenig Sinn, jedes Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag in Online-Angebote zu investieren, die auf absehbare Zeit keine Rendite erwirtschaften.“

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In der Konsequenz will man bei Burda nicht etwa über sinn- und renditeträchtige „Angebote“ nachdenken, sondern lieber den Kanal dichtmachen und sich auf good old Print fokussieren, sinkenden Auflagen und Anzeigenumsätzen zum Trotz. Welte räumt zwar selbst ein, dass den Publikumszeitschriften in den vergangenen Jahren über eine Milliarde Euro Werbevolumen verloren haben, der sicherlich nicht wiederkommt. Aber er glaubt, dass das nun der Boden erreicht sei. Schuld ist also der Kanal (und nicht etwa das fehlende Konzept).

Welte glaubt nicht an Online. „Wir haben lange Zeit geglaubt, dass man journalistische Inhalte über Onlinewerbung refinanzieren könnte.“ Und wenn wir schon dabei sind: Online-Werbung ist auch doof:

„Die Realität beweist, dass klassische Werbung im Netz weder sonderlich verkaufsfördernd noch wirklich markenbildend wirkt.“

Die Print-Anzeige, auf die ich klicken und etwas kaufen kann hätt ich gern gesehen! Und die Markenbildung ist so gut wie die Werbung eben ist, den Ball kann man getrost an die Kreativ-Agenturen zurückgeben.

Aber wenigstens ist Online-Werbung messbar.
Denn immerhin kann (ganz im Gegensatz zu Print, wo Verbreitung, Reichweite und tatsächliche Leser höchstens geschätzt werden können) messbar gezählt werden, wieviele User eine Anzeige tatsächlich gesehen und darauf reagiert haben.

Oder wissen Sie, wie viele Leser die Anzeige auf Seite 36 tatsächlich gesehen haben? Bei mir landet jedenfalls mangels Zeit ein grosser Teil der Zeitung und der Magazine (leider) ungelesen im Eimer

Auf der Gegenseite des Interviews meint Horizont übrigens zum Thema Digitales Marketing, dass sich der „Switch der Etats ins Digitale“ fortsetzen wird, die Ausgabe hat auch einen extra-Teil „Online-Marketing“.

Zukunft: Crossmedia
Sowohl Kommunikation als auch Medien müssten doch in Zukunft eher mehr ineinander greifen als sich voneinander abgrenzen. Wieso ist bei einem Magazin am Ende des Artikels bzw des Covers schon Schluss? War das schon alles? Haben die Redkationen ihren Lesern nicht mehr mitzuteilen? Sind sie nicht am Dialog interessiert?

Offensichtlich fehlt schlicht ein Konzept, wie ein Magazin Online funktionieren kann. Zugegeben, keine leichte Aufgabe, aber sicherlich eine lohnende! Gute Beispiele und erste gute Ideen gibt es Gott sei Dank genug. Es bleibt spannend!

Ach ja: Der Widerspruch ist ein paar Menschen aufgefallen ;-)
Horizont: Top-Entscheider geben Contra
Warum Philip Welte Recht hat und trotzdem daneben liegt

SEO. SEM. Performance. Conversion. Monitoring. dmexco.

15.9.2010 – 4:45 Uhr der Wecker klingelt, los geht’s nach Köln. Ich bin voller Erwartung auf einen spannenden Tag…

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Angekommen auf der Digital Marketing Exposition & Conference erschlagen mich die Banner vieler bekannte Brands. Ebay, YouTube, Yahoo, Google, Microsoft, Xing, Facebook und viele mehr springen einem sofort ins Auge. Die Messe ist überschaubar und nur ausgewählten Fachbesuchern zugänglich. Eindeutig, hier ist „die Elite unter sich“…

Ich mische mich unter die Experten um herauszufinden, wie der Markt mit den hoch gepriesenen Abkürzungen SEO, SEM und SEA funktioniert und was es neues gibt auf diesem Gebiet.

Im Gespräch mit einigen Full-Service Agenturen wie BigMouth, Trafficmaxx, Abacus… erfahre ich mehr. Um einen Einstig zu finden, lass ich mir das Vorgehen erklären, wenn eine Firma beschließt mehr in Suchmaschinen Optimierung zu investieren und damit eine Agentur beauftragen möchte.

Gestartet wird mit einer umfangreichen Beratungsleistung, bei dem die betreffende Webseite untersucht wird und Vorschläge zur Onpage-Optimierung erarbeitet werden. Zusätzlich wir eine Keyword Analyse durchgeführt: „Welches sind wichtige Schlüsselkeywörter, wie möchte die Firma gefunden werden, welche Bereiche sind gut abgedeckt, welche weniger. Wie sieht es im Longtail aus…“
Um Teile der Analyse zu testen, Preise zu ermitteln und die zu erwartende Conversion abschätzen zu können wird meist 3 Monate lang, mit einem Budget von ca. 15’000 €, in Google AdWords verschiedene Kampagnen getestet.

Um das Auffinden der Seite langfristig in der organischen Suche zu verbessern ist es wichtig gute, thematisch passende, externe Links zu erwerben oder durch Partnerschaften zu bekommen. Auch dies übernehmen die Agenturen auf der Messe natürlich gerne. Jede Agentur hat hierbei ein selbst entwickeltes Analyse und Performance Tool um hoch aufbereitet Informationen über Keywords, Klicks, Leads und Conversion zusammen zu fassen. Einsatz finden diese Tools vorwiegend im E-Commerce und unterscheiden sich nur durch Design, Filtermöglichkeiten und Zielgruppen-Ausrichtung.

Sehr gute Produkte ermöglichen es das Suchverhalten einzelnen Kundenprofilen oder Kundengruppen zu zuordnen. Ziel ist es dabei in Echtzeit auf den Kunden, während seinem Besuch der Seite, zu reagieren, ein Profil zu erzeugen und evtl. vorhandene Informationen zu ergänzen. Werbung, Newsletter und Teaser können individuell angepasst werden. Ein Beispiel sind dynamische Flashinhalte, deren Inhalte in Echtzeit, automatisch erstellt werden und direkt auf den User zugeschnitten sind.
Um diesen Prozess auch über das Verlassen der Seite hinaus nutzen zu können, ist der neuste Trend das Schließen von so genannten Targeting-Allianzen. Die großen Marken sehen so die einzige Chance sich gegen Google behaupten zu können. Firmen wie Nugg.ad setzen hier an und liefern die nötige Targeting-Technologien.
Ein schönes Beispiel ist die mich verfolgende Lederhose. Da das Oktoberfest naht suche ich auf Ebay nach einer „Lederhose“. Leider werde ich hier nicht fündig. Ich wechsele die Seite und surfe wie gewohnt weiter. Plötzlich bekomme ich auf einer anderen Seite Werbung für Lederhosen bei C&A angezeigt. Ein Klick, ein Kauf und schon hat die Allianz funktioniert.
Es wird also nicht nur davon geredet, den Kunden ins Zentrum zu stellen, es gibt nun auch die Technologien dazu. Ob gewollt oder nicht, die Internetwelt wird sich an mich anpassen. Mit 1,9 Milliarden Internet User eine spannende Aufgabe für die Branche…
Neben der Möglichkeit sich mit Werbegeschenken ein zu decken und wichtige Kontakte mit den Ausstellern zu knüpfen oder zu pflegen, gibt es an beiden Tagen parallel jeweils 3 verschiedene Vorträge. In der Conference Hall kann man gemütlich einem bunten Programm lauschen. Besonders spannend fand ich die Vorträge zu In-Game-Advertising, was mit HTML 5 interessant werden wird und der Vortrag zum Digital Creativity Camp, bei welchem coole Marketingkampagnen vorgestellt wurden. Zusätzlich zu den Konferenzen gab es stets überfüllte, interaktive Debatten in der Debate Hall und meiner Meinung nach reine Werbevorträge im Speakers‘ Corner. (Viele der Vorträge gibt es als Mitschnitt unter: http://www.youtube.com/user/dmexcovideo)

Nach vielen Stunden Messe, neigt sich der Tag langsam dem Abend zu und das Gelände wird leerer. Es wird Zeit sich um zu ziehen, denn das wichtigste kommt noch – die Afterparty. Es ist einfach zu beschreiben, die Branche feiert sich und feiert sich und feiert sich selbst.
Schnell noch eine Mütze Schlaf sichern, denn schon am nächsten Tag öffnet die Messe wieder Ihre Tore und alles beginnt von vorn…

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Ich freue mich dabei gewesen zu sein und werde auch nächstes Jahr wieder hin gehen. Ich habe viele interessante und wichtige Firmen und Leute getroffen und einiges dazu gelernt. Online Marketing… ich komme :-)

Namics wächst am Standort Zürich

Wir ziehen um! Ab dem 1. Januar 2011 arbeiten die Teams vom Standort Zug und Zürich am neuen Zürcher Standort im Bahnhof Enge.

Am bisherigen Standort an der Konradstrasse in Zürich herrscht schon lange chronischer Platzmangel.

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Nicht selten wird die Küche zum Besprechungstisch oder die Lobby zum Projektarbeitsplatz für Mitarbeiter von anderen Standorten. Bei schönem Wetter ist das „Sitzungszimmer Starbucks“ besonders beliebt.

Mit dem Ausbau der Kapazitäten wird ausserdem die Zusammenlegung der Standorte Zug und Zürich umgesetzt. Hauptgrund für die Zusammenlegung der beiden Standorte in einer Lokalität sind die positiven Erfahrungen an unseren grossen Standorten in St. Gallen und Frankfurt. Zum Einen kann in den immer grösser werdenden Projekten wesentlich schneller und flexibler agiert werden und zum Anderen ist die Kommunikation zwischen den Namics Teams schlicht einfacher und schneller.

Genauso wichtig ist der Faktor Kultur. Trotz moderner Kommunikationsmittel gedeiht diese noch immer besser durch persönlichen Kontakt. Nicht zuletzt in der WG-Küche, beim Mittagessen und anlässlich von Mitarbeiter Veranstaltungen wie der Piazza.

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Bildquelle: nchenga

Am Standort Enge erwarten uns 110 Arbeitsplätze auf rund 1400 Quadratmetern auf einer Etage – mit mehr Sitzungszimmern und Arbeitsplätzen für die Ad-hoc Zusammenarbeit.

Das Gebäude ist für Namics Standorte typisch. Viel Charme alter Bausubstanz und gut erreichbar mit den ÖV. Es wurde 1998 von SwissRE als Schulungszentrum umgebaut und hat deshalb einen hohen Ausbaustandard.

Dieser Post ist der Startschuss zu einer ganzen Serie. Wir informieren laufend über die Highlights des Baufortschritts. Und schon in Kürze gibt es hier ein besonderes Schmankerl…