Erfolgreich starten mit Corporate Blogs – Die 3 Top Enttäuschungen.

Ich habe kürzlich bei Digicomp Academy im Rahmen der Aiciti Veranstaltungsreihe ein Referat über Corporate Blogs gehalten. Aus der anschliessenden Diskussion, aber auch aus zahlreichen Lehrveranstaltungen ist mein Fazit, dass ein Thema in allen Blogs, Fachbüchern und Vorträgen zum Thema Corporate Blogs fehlt: Erwartungsmanagement.

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Quelle: anniemole

Das Konzept mag noch so professionell sein, die Unternehmenskultur für die Lancierung eines Corporate Blog mag geeignet erscheinen und die Schulung der künftigen Blogger ernsthaft durchgeführt worden sein. Die Erwartungen an den Erfolg eines Blogs sind immer überrissen.

Enttäuschung 1 – Nur wenige Mitarbeiter bloggen

Echte Blogger mit Erfahrung sind rar. Vielleicht gibt es eine oder zwei Personen im Unternehmen, die schon Erfahrung mit Blogs haben. Die restlichen wollen erst instruiert und motiviert werden. Und zwar „from scratch“.

Wer überhaupt (webgerecht) schreiben kann, ist noch lange kein Blogger. Sich selbst mit dem eigenen Namen in der Öffentlichkeit zu positionieren braucht Überwindung, Übung, ein Fachthema und ein Vorbild. Warum um Himmels Willen soll ich bloggen, während mein Vorgesetzer und die Geschäftsleitung nur kritisch mitlesen?

Ich behaupte einfach einmal: Nur 10% der Belegschaft sind ansatzweise „willing“, nur 5 % sind „able“ aber nur ein Prozent sind Stars.

Die Kadenz an Blogbeiträgen und die Anzahl Autoren wird erst steigen, wenn Meinungsführer und Management eine Blogkultur vorleben und das Corporate Blog als gleichberechtigtes Medium in das PR Instrumentarium gefunden hat.

Enttäuschung 2 – Kaum Kommentare

In Zeiten des Facebook ilike-Button und Twitter sind Kommentare und Dialoge auf Blogs rarer geworden. Das akzeptiere ich als Zeitgeist. Kommentare entstehen einerseits spontan und andererseits, wenn man eine Antwort voraussetzen kann. Das bedingt eine stattliche Anzahl an Lesern und eine Dialogkultur. Diese entstehen ganz sicher nicht nach wenigen Wochen oder Monaten einfach so, weil ein Blog nun endlich online ist.

Kommentare sind die falsche Messgrösse. Der wachsende Erfolg eines Blogs lässt sich genausogut durch Zugriffszahlen, Verlinkungen durch andere Blogs und Erwähnungen auf Twitter und Facebook messen. Auch bei erfolgreichen Blogs kommentiert nur ein Bruchteil der Leserschaft.

Enttäuschung 3 – Die Nutzungszahlen sind gering

Geduld, Geduld. Es bringt nichts, die Webstatistiken täglich mehrfach abzurufen. Vermutlich wäre es einfacher, die Statistiken in den ersten drei Monaten erst einmal zu ignorieren und die Energie in die Erstellung von Beiträgen zu stecken. Zuerst säen, dann ernten.

Ein Jahr lang mindestens; zwei bis drei Blogposts pro Woche. Die Zeit braucht es, um eine Blog Kultur zu etablieren und für die Autoren, um an Textkompetenz und Effizienz beim Schreiben zu gewinnen.

Nicht nur Enttäuschungen

Anstelle von reinen Zugriffsstatistiken, Anzahl Kommentare und Autoren bevorzuge ich in der ersten Phase andere Erfolgskriterien:

  • Wie viele Besucher haben unsere Firma dank Suchmaschinen und spezifischen Fachbegriffen gefunden, die auf der Corporate Website gar nicht oder nur marginal vorhanden waren?
  • Wie viele Markenimpressionen wurden damit zusätzlich zur Website generiert?
  • Welche Kompetenzen der Mitarbeiter werden auf einmal von aussen wahrnehmbar
  • Wie viel wert ist alleine die Botschaft, dass die Unternehmenskultur vertrauensgeprägt ist und selbständiges Publizieren von Fachthemen und Meinungen zulässt?

Das sind unschätzbare Beiträge an das Employer Branding und banal gesehen auch kostenloses Suchmaschinen Marketing.

Erfolgsfaktoren

Das Fazit meines Referats nochmals hier nochmals kurz zusammengefasst:

  • Kultur etablieren. Ernsthaft.
  • Management vor und die Stars ins Schaufenster
  • Dran bleiben. Mindestens ein Jahr
  • Authentisch sein

Die ganze Präsentation gibt es übrigens auf Slideshare oder

hier zum Download

.

2 Gedanken zu “Erfolgreich starten mit Corporate Blogs – Die 3 Top Enttäuschungen.

  1. sehr gute einschätzung. ich habe genau die gleichen erfahrungen gemacht. die „unsichtbaren“ faktoren sind viel wichtiger als nackte und hohe zahlen. v.a. ein corporate blog kann schon bei sehr wenigen lesern grosse wirkung entfalten.

  2. Greetings, this is a genuinely absorbing web blog and I have cherished studying many of the content and posts contained on the web site, keep up the outstanding work and desire to read a good deal more stimulating articles in the future.

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